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Wieder einmal zeigte sich die Denkmalpflege willfährig gegenüber den Wünschen eines Investors, dem der Sinn nach Abriss eines Baudenkmals und profitablerer Grundstücksnutzung stand. Betroffen war eine Villa der zwanziger Jahre in München-Bogenhausen im Nobelviertel Herzogpark. Die Tilgung aus der Denkmalliste wurde vollzogen und mit dem Befund gerechtfertigt, dass irgendwann im Innern der Villa die eine oder andere Wand entfernt worden und damit „denkmalwerte Substanz“ vernichtet worden sei.

Unser Münchner Mitglied, Stadtrat Rudolf Brannekämper konfrontierte das Amt für Denkmalpflege mit dem Einwand, dass bei nicht wenigen anderen Münchner Baudenkmälern auch schwerer wiegende Eingriffe nicht zum Entzug des Denkmalstatus geführt hätten. Er organisierte am 25. Juni eine Protestdemonstration, bei der Stephan Riedel unseren Münchner Ortsverband repräsentierte. Das Denkmalamt sah sich daraufhin nicht mehr im Stande, seine Entscheidung aufrecht zu erhalten. Die Villa wurde wieder in die Denkmalliste aufgenommen, und das Bauvorhaben ist einstweilen vom Tisch.

Unseren Münchner Mitstreitern gebührt unser aller Anerkennung. Das Beispiel möge viele dazu ermutigen, mit dem Rückhalt unseres Vereins gegen Entwicklungen Protest einzulegen, die Profitinteressen und Gruppeninteressen den Vorrang einräumen vor den Bedürfnissen der Bevölkerung an einer lebenswerten, identitätsstiftenden und geschichtshaltigen Stadtumwelt.

Zur Information (Artikel aus der Münchner Abendzeitung): Baudenkmal in Bogenhausen: Wie geht es weiter mit der Villa?

Dr. Harald Streck, Vereinsvorsitzender

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