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Seitdem vor etwa zwei Monaten unser Mitglied Lars Stephan Klein die Facebook-Präsentation von STADTBILD DEUTSCHLAND in die Hand genommen hat, ist es, als wäre ein Staudamm gebrochen. Unsere Vereinigung hat in diesen zwei Monaten 30 Mitglieder hinzugewonnen (rechnet man diejenigen dazu, die uns bislang ihre Anschrift vorenthalten, wären es 40 Neumitglieder!). Immer wieder lassen uns die Aspiranten auf Mitgliedschaft wissen, dass es das trostlose Erscheinungsbild ihrer Heimatstadt ist, das sie motiviert hat, sich unserer Bewegung anzuschließen.

Die Jahre der selbstgenügsamen Nabelschau der deutschen Wiederaufbaugeneration sind ja längst vorbei. Reisefreudigkeit, Weltkenntnis und Urteilsfähigkeit in Sachen Architektur und Städtebau sind seit Jahrzehnten stetig am Wachsen. Dennoch ist die Gewohnheit das allerzäheste Hindernis gegen Neuentwicklungen. Der Deutsche hat sich damit arrangiert, dass er zuhause ausufernde Banalität und Tristesse tapfer zu ertragen hat, um dann auf diversen Urlaubsreisen und Städtetrips ins Ausland umso begieriger Schönheit aufsaugen zu können.

Aber es scheint nun eine Generation heranzuwachsen, die sich dieser stillschweigenden Abmachung entzieht, der es einfach nicht in den Kopf will, warum das Bauen in Deutschland den Stadtbürgern fortwährend Selbstkasteiung und Entsagung auferlegt, warum es eine geradezu calvinistische Abneigung gegen Augenlust und Daseinsfreude praktiziert, ein unbegreifliches ästhetisches Züchtigungsprogramm, so als solle durch den Entzug von Schönheit und Fülle ein besseres, reiferes Menschentum herangezüchtet werden. Junge, welterfahrene Deutsche rebellieren gegen diesen Wahn, und es werden immer mehr. Wie lange wird sich die Architektenschaft diesem neuen Trend entgegenstemmen können?

Dr. Harald Streck, Vereinsvorsitzender

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