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Am 27.5.2013 haben wir in diesem Blog auf die abgeschlossene Dissertation unseres Vorstandsmitglieds Philipp Maaß über das Thema Rekonstruktion hingewiesen. Was damals noch nicht einsehbar war, hat sich mittlerweile zu einem respektablen Buch gemausert mit dem Titel „Die moderne Rekonstruktion“.

Der Titel ist ganz schön provozierend; denn das Adjektiv „modern“, nach wie vor im allgemeinen Sprachgebrauch positiv besetzt, wird von der Architektenschaft gehütet wie ein Allerheiligstes, der Alleinvertretungsanspruch auf dieses Epitheton wird verbissen verteidigt, ebenso seine Gleichsetzung mit einer abstrahierenden, auf Kargheit eingeschworenen Bauauffassung. Keiner in der Gefolgschaft dieser dezidiert „modern“ bauenden Entwerfer steht bei der Frage still, wie dieses Adjektiv, das aus dem lateinischen „modo“ („eben erst“) entstanden ist und für das Neue, Aktuelle steht, hundert Jahre lang und auch für alle weiteren Zeitalter in seinem semantischen Gehalt bewahrt werden kann.

Philipp Maaß verweist vor allem an den beispielhaften Vorgängen in Dresden, Potsdam und Frankfurt auf die aktuelle, pluralistische Entfaltung städtebaulicher Leitbilder hin, in denen der Begriff der Modernität unter den Erwartungen der Bevölkerung ganz neue Manifestationen hervorbringt bis hin zu rekonstruierten Einzelbauwerken und Stadtstrukturen. Denn natürlich muss der Begriff des Zeitgemäßen und Aktuellen auf den Vorstellungen der zeitgenössischen Bevölkerung basieren, nicht auf den Wertungen eines angeblichen Expertentums, das sich in seiner geistigen Unbeweglichkeit, ohne dessen gewahr zu werden, längst als Schutztrupp eines neuen Historismus verschanzt hat.

Hier die Daten zu dem empfehlenswerten Buch: Die moderne Rekonstruktion

Dr. Harald Streck, Vereinsvorsitzender

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