Magdeburg - Prämonstratenserberg

Die Stadt Magdeburg will eine der letzten großen Freiflächen in Magdeburgs Altstadt bebauen, den Prämonstratenserberg. Da, wie vielerorts in Deutschland, auch in Magdeburg eine radikal-nüchterne und meist gesichtslose Moderne die Vorstellungen des Stadtplanungsamtes bestimmt, ist es Aufgabe unseres Vereins, Bürger und Verantwortliche im Stadtrat über Alternativen aufzuklären.

Stadtbild Deutschland e.V. begrüßt ausdrücklich das Vorhaben, den Prämonstratenserberg zwischen der sogenannten Wobau-Welle und dem Vitanas Demenzzentrum zu bebauen. Die Fläche eignet sich hervorragend dazu, die Altstadt wieder näher an die Elbe rücken zu lassen und eine Verbindung zwischen Altstadt und Elbe zu schaffen.

Die Initiierung eines Wettbewerbsverfahrens, um wichtige Sachthemen im nachfolgenden Bebauungsplan bestmöglich zu berücksichtigen, wird von Stadtbild Deutschland e.V. befürwortet. Der Wettbewerb muss dabei aber transparent gestaltet und die Magdeburger Bevölkerung umfassend informiert und miteinbezogen werden.

Der Prämonstratenserberg ist ein großes Areal im Herzen Magdeburgs, nahe der besten Sehenswürdigkeiten, Elbe und angrenzend an das Allee-Center. Stadtbild Deutschland e.V. fordert daher, an dieser Stelle ein kleinteiliges Altstadtquartier zu formen, welches maßgeblich zur Belebung der Magdeburger Altstadt beitragen kann. Das beinhaltet kleinteilig parzellierte Blockrandbebauung und eine Mischnutzung, mit einer Erdgeschosszone für Einzelhandel und Gewerbe sowie darüber liegendem Wohnraum. Eine Bebauung mit einheitlich-nüchtern gestalteten Solitärbaukörpern in offener Bauweise als reine Wohnquartiere ist der Weiterentwicklung der Magdeburger Altstadt nicht zuträglich, da solche Solitärbaukörper bisher nichts zur Belebung der Innenstadt beigetragen haben. Der neue Prämonstratenserberg benötigt dagegen, um ein belebt-beliebtes Stadtviertel zu werden, dringend abwechslungsreiche Architektur und Fußgängerzonen mit hoher Aufenthaltsqualität, v.a. aber Einzelhandelsflächen mit Raum für Gastronomie, um möglichst viele Menschen anzulocken und so Magdeburgs reizvolle Traditionsinseln in Elbnähe weiterzuentwickeln.

Patzschke - Entwurf Klosterstraße
Rüdiger Patzschke – Entwurfsskizze für die Klosterstraße

Stadtbild Deutschland hat die Architekten Rüdiger Patzschke (Berlin) und Axel Spellenberg (Bremen) bereits vor einiger Zeit und unabhängig voneinander gebeten, Skizzen/städtebauliche Entwürfe anzufertigen, wie ein lebendiges Stadtviertel ohne weitere Stadtvillen und ohne monotone Wohnblocks aussehen könnte. Die der Pressemitteilung beigefügten Zeichnungen zeigen mehrere mögliche Ansichten auf das neue Viertel von verschiedenen Richtungen, u..a. der Goldschmiedebrücke und vom Vitanas-Demenzzentrum aus.

Axel Spellenberg städtebaulicher Entwurf Prämonstratenserberg
Axel Spellenberg – Entwurf Prämonstratenserberg

Die Architekten haben sich bei der Architektursprache sowohl von dem bei Magdeburgern und Besuchern so beliebten Hasselbachplatz, als auch von dem Neoklassizismus der 50er- Jahre Bauten inspirieren lassen und diese kleinteilig neu interpretiert. Das ist die vorbildliche und von vielen Magdeburgern geschätzte Architektur, mit der sich Magdeburg weiter entwickeln sollte! Stadtbild Deutschland e.V. bittet die Stadtplanung und die Stadträte, sich stärker für eine solche Architektur einzusetzen!

Manuel Reiprich
Bundespressesprecher, Mitglied des Vorstandes

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