Einleitung

Einleitung – Nürnberg

Neben Frankfurt am Main war die Nürnberger Altstadt eine der flächenmäßig größten und kunsthistorisch bedeutsamsten im damaligen deutschen Reich. Der Verlust an Baukultur, den Nürnberg durch seine Zerstörung gegen Ende des 2. Weltkrieges erlitten hat, kann nur als ungeheuerlich bezeichnet werden. Eine riesige Fläche, bestehend aus zahllosen Fachwerkhäusern und reichen Patrizierhäusern aus Stein, eine hochverdichtete Struktur voller jahrhundertealter Stadtkultur und Geschichte, sinnlos ausgelöscht.

Luftbild von Nürnberg - Tucherstraße und Obstmarkt
Luftbild von Nürnberg (Quelle: Marburger Bildindex)

Das historische Luftbild mit Blick auf Tucherstraße (vorn) und Obstmarkt (hinten) kann nur einen unvollständigen Eindruck vermitteln, wie groß das Gewimmel aus Gassen und Hinterhöfen war und wie kulturell schmerzhaft der Verlust dieser Altstadt einzuordnen ist. 90 % der Nürnberger Altstadt waren bei Kriegsende zerstört, der Angriff vom 2. Januar 1945 richtete dabei den meisten Schaden an und pulverisierte große Teile der Innenstadt geradezu.

Nürnberg 1945 - Egidienplatz
Die zerstörte Nürnberger Altstadt 1945 – im Zentrum der Egidienplatz, Blick Richtung Nordwesten (Bildquelle: Marburger Bildindex)

Wir bitten alle Mitglieder von Stadtbild Deutschland und alle sonstigen Interessierten aus dem Raum Nürnberg, die Nürnberger Altstadtfreunde bei ihrer Arbeit zu unterstützen! Weiterhin freuen wir uns über  Ergänzungen und weitere Fotos engagierter Nürnberger, um diese  Informationsseite zu ergänzen und stets auf dem Laufenden zu halten. Auch bietet unser Vereinsforum viele zusätzliche Informationen.

Wiederaufbau

Traditioneller Wiederaufbau

Doch Nürnbergs Altstadt wurde, ganz im Gegensatz zu Frankfurt am Main oder Kassel, weitgehend auf dem historischen Stadtgrundriss und in einer überwiegend traditionellen Bauweise wiederaufgebaut. Das kommt dem Stadtbild bis heute sehr zugute und schafft vielerorts eine angenehme Atmosphäre, daher muss die gigantische Wiederaufbauleistung, die die Nürnberger vollbracht haben, ausdrücklich gewürdigt werden.

Doch trotz allem wurden in Nürnberg Versäumnisse begangen, da, außer den Kirchen, nur wenige identitätsstiftende Gebäude rekonstruiert wurden. In der Anfangszeit des Wiederaufbaues war es noch das Ziel der Stadtverwaltung, teilzerstörte Gebäude zu rekonstruieren, so wurden u.a. die Kaiserstallungen wiederaufgebaut, obwohl nicht viel davon übrig war. Ab Mitte der Fünfziger Jahre jedoch, als die finanziellen Spielräume aufgrund des Wirtschaftswunders größer wurden, wich man von diesem Ziel ab. So wurde auch das Pellerhaus, obwohl erhebliche Teile erhalten, 1957 nicht original wiederhergestellt, sondern ein moderner Bau über dessen Ruinen errichtet.

Der nun folgende Damals/Heute-Vergleich einiger markanter Plätze soll zeigen, wie viel Schönheit und gewachsene Geschichte hier trotz des in Teilen beispielhaften Wiederaufbaues tatsächlich verlorenging.

Nürnberg - Schildgasse
Blick in die Schildgasse – Blockrandbebauung, Schrägdächer, Fensterkreuze und Dachgauben vermitteln auch nach dem Wiederaufbau das traditionelle Bild einer europäischen Stadt
Streifzug

Streifzug durch Nürnberg – damals und heute

Bratwurstglöcklein

Nürnberg - Bratwurstglöcklein

Das Bratwurstglöcklein an der Sebalduskirche war einst die legendärste Bratwurstküche Nürnbergs und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Es war in Deutschland so berühmt, dass es im gleichen Atemzug mit dem „Auerbachs Keller“ in Leipzig genannt wurde. Sein Name hat heute noch Bestand, nur das Original-Wirtshaus existiert nicht mehr. Im Jahr 1313 wurde nördlich der Sebalduskirche, nur wenige Meter entfernt, die Moritzkapelle errichtet. An dessen Nordseite wurde dann später das Bratwurstglöcklein angebaut.

Das Bratwurstglöcklein wäre ein geeigneter Kandidat für eine Rekonstruktion, da seine Fläche bis heute unbebaut geblieben ist, bisherige Vorstöße der „Altstadtfreunde Nürnberg“ scheiterten aber an den Mietern der umgebenden Lokale, die eine Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit fürchteten.

Grolandhaus

Nürnberg - Grolandhaus

Das Grolandhaus an der heutigen Tetzelgasse/ Ecke Paniersplatz war eines der am häufigsten gemalten oder fotografierten Nürnberger Fachwerkhäuser, wohl, weil es solch einen markanten Eckpunkt setzte. Zwar ist das Grundstück bis heute frei geblieben, aber aufgrund der direkten Nachbarbebauung würde eine Rekonstruktion am Originalstandort derzeit wenig Sinn machen und wohl auch keinen Nutzer finden.

Hans-Sachs-Platz

Nürnberg - Hans-Sachs-Platz

Ein seltenes Farbfoto des alten Nürnbergs zeigt den Hans-Sachs-Platz mit dem Denkmal in der Mitte. Der Vergleich mit der heutigen Bebauung macht die Unterschiede zwischen historischer und heutiger Baukultur deutlich.

Dötschmannplatz und Stadtgartenamt

Nürnberg - Dötschmannplatz

Die Martin-Treu-Straße, ehemals Dötschmannplatz ist eine eher versteckte Ecke der Altstadt, in die sich kaum ein Tourist verirrt. Wozu auch, außer einem teils unterirdischen Parkhaus gibt es dort wenig zu sehen. Vor dem Krieg bot sich an dieser Stelle dagegen ein malerisches Bild. Dennoch erkennt man auch auf dem aktuellen Foto im Hintergrund mittig sehr gut, wie sehr beim Wiederaufbau stellenweise auf die Erhaltung eines traditionellen Stadtbildes geachtet wurde: Dachgiebel, Mittelrisalit, Dachgauben und Kreuzfenster gliedern eine Fassade und lassen sie angenehm wirken.

Wenn Stadtplaner bei heutigen Neubauten auf solche architektonischen Mittel stärker zurückgreifen würden, wäre bereits viel erreicht. Technisch und finanziell machbar ist es auf jeden Fall, da die Kosten einer Fassade nur einen geringen Teil, ca. 1-2%, heutiger Gesamtbaukosten ausmachen.

Leider nahm in Nürnberg die Qualität der Nachkriegsbebauung in den späten fünfziger Jahren eher ab als zu, was sich bei den umliegenden Gebäuden schon andeutet. Indiz dafür, dass wirtschaftlicher Erfolg  – das „Wirtschaftswunder“ war in vollem Gange – nicht gleichbedeutend mit besserer Baukultur ist.

Nürnberg - Dötschmannplatz - Bildcollage

Diese Fotomontage aus aktuellem und historischem Zustand des Dötschmannplatzes, von einem der Mitglieder unseres Vereinsforums erstellt, vermittelt einen guten Eindruck davon, wie einzelne Rekonstruktionen an markanten Stellen die optische Wirkung eines Platzes verbessern können.

Dies zeigt auch folgende Fotomontage des Blicks vom Obstmarkt in die nur wenige Meter weiter südlich gelegene Tucherstraße. Hier wurde in ein Foto aus heutiger Zeit das im Krieg zerstörte und danach abgerissene „Stadtgartenamt“ eingefügt.

Nürnberg - Stadtgartenamt - Bildcollage
Bildcollage Tucherstraße mit eingefügtem Stadtgartenamt

Die beiden Collagen sollen exemplarisch zeigen, wie punktuelle Rekonstruktionen ein Stadtbild auflockern können und für Abwechslung sorgen. Zusätzlich bedeuten sie auch Möglichkeiten der Bewahrung von Baukultur, da die beauftragten Handwerker alte Techniken anwenden bzw. neu erlernen müssten. Mehrere solcher „Traditionsinseln“, über die Stadt verteilt, geben der Stadt Teile ihrer Identität zurück. Bedingung: Sie sollten nach Möglichkeit immer wirtschaftlich nutzbar sein.

Und so sah der Blick vom Obstmarkt in die Tucherstraße vor dem Krieg tatsächlich aus:

Stadtgartenamt vor 1945 (Quelle: Marburger Bildindex)

Das Stadtgartenamt bildete einen Kopfbau, der zur Akzentuierung der Umgebung beitrug. Das Gebäude aus dem 16. Jhd., in das später das namensgebende Stadtgartenamt einzog, zeichnete sich durch seinen hohen Speichergiebel mit gotisierenden Backsteinvorlagen aus. Obwohl seine Fassade 1945 teils erhalten blieb und es wiederaufbaufähig war, wurde es im Zuge einer völligen Neubebauung des Viertels mit einheitlicher Wohnbebauung abgerissen.

Leider wird der städtebaulichen Tradition, Plätze und Straßenecken optisch hervorzuheben, bei heutigen modernen Bauprojekten oft keine Beachtung geschenkt. Dabei ließe sich so mit wenig Aufwand manch Ensemble wesentlich verbessern.

Toplerhaus am Paniersplatz

Nürnberg - Paniersplatz - Simulation mit wiederaufgebautem Toplerhaus

Der Paniersplatz mit Blick auf die Kaiserstallungen, die trotz völliger Zerstörung als eines der ersten Gebäude in den frühen fünfziger Jahren rekonstruiert wurden, zeigt erneut die vielerorts gelungene Nachkriegsbebauung Nürnbergs. Diese Fotomontage fügt in das aktuelle Bild das Toplerhaus ein, das hier bis 1945 stand.

Das Toplerhaus, benannt nach der Patrizierfamilie Topler, wurde 1590 von Jakob Wolff dem Älteren im Renaissancestil errichtet, als turmartiger Sandsteinquaderbau mit Fialengiebel. Das Foto zeigt nicht nur, welch kunsthistorische Bedeutung das Toplerhaus hatte, sondern auch, welchen Gewinn eine Rekonstruktion für den Paniersplatz bedeuten würde.

Innenhöfe

Nürnbergs Besonderheit: Seine Innenhöfe

Berühmt war die Nürnberger Altstadt nicht so sehr wegen reicher Straßenfassaden, denn diese nahmen sich in Nürnberg eher bescheiden an. Berühmt war die Stadt vor allem wegen ihrer reich ausgestatteten Innenhöfe, von denen der Krafftsche Hof in der Theresienstraße 7 der größte ist, der noch existiert.

Nürnberg - Welserhof
Welserhof/Krafftsches Haus, Theresienstraße 7

Doch nahezu vergessen sind die zahlreichen Anderen, zum Beispiel …

Nürnberg - Plobenhof
Plobenhof (Quelle: Marburger Bildindex)
Nürnberg - Flötner-Hof
Flötner-Hof, Tucherstraße 15 (Quelle: Marburger Bildindex)
Nürnberg - Tucherstraße 20
Tucherstraße 20 (Quelle: Marburger Bildindex)
Nürnberg - Tucherstraße 21
Tucherstraße 21 (Quelle: Marburger Bildindex)

Gerade von den Innenhöfen der reichen Patrizierhäuser an der Tucherstraße blieb nichts erhalten.

Es gab zahlreiche weitere kunsthistorisch bedeutsame Innenhöfe. Obwohl sich die Stadt Nürnberg nach dem Krieg bemühte, die wichtigsten Sakralbauten zu retten, nahm man von den Profanbauten nur sehr wenige in die Liste der wiederherzustellenden „Leitbauten“ auf. Ein schwerer städtebaulicher und kultureller Fehler, zumal das Geld für deren Wiederaufbau im einsetzenden Wirtschaftswunder vorhanden war. Den dringend benötigten Wohnraum hätte man auch weiter außerhalb errichten können, andere Länder wie Polen gingen da behutsamer mit ihrem baulichen Erbe um. Aber der Wunsch nach dem historischen Bruch, nach dem Abschied von der Vergangenheit, war in der jungen Bundesrepublik zu stark.

Pellerhaus

Das Projekt „Pellerhaus“ – Streit zwischen Denkmalschützern und Rekobefürwortern

Nürnberg - Pellerhaus
Pellerhaus – Aufnahme von 1891

Das 1602 von Jakob Wolff d. Ä. für den Kaufmann Martin Peller erbaute Renaissancewohnhaus am Egidienplatz zählte bis zu seiner Zerstörung 1945 zu den kunsthistorisch bedeutsamsten Bauwerken in Deutschland. Wilfried Kochs „Baustilkunde“ zählt es selbst im Jahr 2014, also fast 70 Jahre nach dessen Verschwinden, noch zum wichtigsten Bürgerhaus der Renaissance auf deutschem Boden.

Trotz der Bomben des 2. Januar 1945 blieben der Keller, der Treppenturm sowie Reste des Innenhofes und der Eingangshalle erhalten. Obwohl die denkmalpflegerischen Vorgaben der Stadt Nürnberg im Falle von nur teilzerstörten Baudenkmälern deren Rekonstruktion forderten, wich der Stadtrat 1957 von diesen Vorgaben ab. Stattdessen wurden die erhaltenen Reste mit einem Neubau kombiniert, über dessen ästhetische Qualität man trefflich streiten kann:

Nürnberg - Pellerhaus mit Fassade von 1957
Pellerhaus mit Fassade von 1957

Der Innenhof entsteht neu

Seit 2008 wird im Innenhof dieses Neubaus der Originalrenaissancehof  rekonstruiert. Finanziert wird das Projekt ausschließlich durch Spendengelder und das bewundernswerte Engagement der Nürnberger Altstadtfreunde.

Nürnberg - Innenhof Pellerhaus
Der mit Spendenmitteln durch die Altstadtfreunde rekonstruierte Renaissance-Innenhof wird wieder als Gesamtkunstwerk erfahrbar

Karl-Heinz Enderle, der Vorsitzende der Altstadtfreunde, schlug vor einiger Zeit vor, dass man auch die Fassade in ihrem Originalzustand rekonstruieren müsse, damit Hof und Fassade endlich wieder als künstlerische Einheit zu erleben sind. Das, was schon nach 1945 hätte passieren müssen, soll nun endlich nachgeholt werden. Ein einmaliges, harmonisches Gesamtkunstwerk soll am Egidienplatz zu neuem Leben erweckt werden. Wie nicht anders zu erwarten, sind einige Experten damit natürlich überhaupt nicht einverstanden.

Heftiger Widerstand gegen die Rekonstruktion und ein Plädoyer dafür

Seitdem schlägt Enderle heftiger Widerstand  der Denkmalschützer entgegen, die den 50er-Jahre- Bau für viel Geld sanieren und erhalten wollen. Als Argument dient ihnen der angebliche Denkmalwert des unter Denkmalschutz stehenden Nachkriegsgebäudes. Dabei gibt es genug erhaltene Gebäude der Nachkriegszeit an anderer Stelle, die an weniger sensiblen Punkten errichtet wurden. Vor allem dieses 50er Jahre-Treppenhaus hat es den Denkmalschützern angetan:

Nürnberg - Pellerhaus, Treppenhaus

Das 50er Jahre Treppenhaus ist, wie das restliche Pellerhaus, denkmalgeschützt. Eine Entscheidung, die zweifelhaft erscheint, vor allem, da die Denkmalschützer wegen einer solchen Treppe eine Rekonstruktion des Originalgebäudes verhindern wollen. Dabei vergessen viele, dass sich dieses Treppenhaus nicht auf, sondern neben dem Grundstück des Originalgebäudes befindet.

Die Sanierung des maroden Nachkriegsbaus mit öffentlichen Mitteln würde zwischen 20 und 50 Millionen Euro kosten. Die Altstadtfreunde dagegen wollen die Originalfassade aus Spendenmitteln finanzieren, was das Stadtsäckel Nürnbergs erheblich entlasten würde. Und so reichlich und dankbar, wie die Nürnberger spenden, schaffen sie das wohl auch.

Was die logische und richtige Entscheidung wäre, liegt eigentlich auf der Hand. Doch in Nürnberg sind die Gegner von Rekonstruktionen besonders stark vertreten und nutzen den Denkmalstatus aus, um wieder einmal gegen eine Reko Sturm zu laufen. Der „Bund deutscher Architekten“ (BDA) ist wie immer ebenfalls gegen eine Rekonstruktion und lehnt Enderles Vorschlag mit einer an Starrsinn grenzenden Vehemenz ab. Eine Veranstaltung des BDA im Januar 2017 im Pellerhaus war geprägt von Unsachlichkeit und öffentlichen Diffamierungen gegenüber Stadtbild Deutschland e.V.

Leider besitzt auch die gegenwärtige Stadtverwaltung wenig Erfahrung mit dem Nutzen von Rekonstruktionen und scheint sich mit dem erreichten Zustand der Stadt begnügen zu wollen. Vielleicht gibt es keinen besseren Beweis für die Nachhaltigkeit des kulturellen Verlustes, den Nürnberg erlitten hat, wie der jetzige Widerstand mancher Experten gegen die Idee einer Rekonstruktion. Es ist so gekommen, wie es Hermann Hesse 1948 vorausgesehen hat:

„Es ist (mit den Kriegszerstörungen) nicht nur eine Menge hoher Werte an Tradition, an Schönheit, an Objekten der Liebe und Pietät zerstört: Es ist auch die Seelenwelt dieser Nachkommen einer Substanz beraubt, ohne welche der Mensch zwar zur Not leben, aber nur ein hundertfach beschnittenes, verkümmertes Leben führen kann.“ (Hermann Hesse über die Frage, ob man das Goethehaus in Frankfurt rekonstruieren sollte)

Auf die Situation der Rekonstruktionsgegner in Nürnberg übertragen: Sie haben das Wissen um die großartige Vergangenheit ihrer Stadt verloren und sind scheinbar unfähig oder unwillig, deren Baukultur neu zu erwecken.

Dabei zeigen doch Städte wie Hildesheim, Frankfurt am Main, Dresden oder Danzig seit vielen Jahren, wie nützlich Rekonstruktionen für das Stadtbild sind und dass sie Bautradition und Identität zurückbringen können. Denn nicht die Originalsubstanz eines Gebäudes ist entscheidend, sondern die Echtheit des dahinter stehenden Entwurfs. In Nürnberg sträubt man sich dagegen weiter gegen die Erkenntnis, dass Rekonstruktionen anderswo längst städtebauliche Normalität sind. In Hildesheim steht das Knochenhaueramtshaus seit 1989 wieder da, wo es einst stand und niemand käme auf die Idee, es wieder abzureißen, sondern es ist wieder zum neuen Symbol der Stadt geworden.

Die Wahrheit ist: Rekonstruktionen sind der städtebauliche Normalfall und auch das Pellerhaus könnte erneut zu einem Symbol Nürnbergs werden und dessen Ruf in der Welt bereichern.

Stadtbild Deutschland unterstützt daher die Idee der Rekonstruktion des Pellerhauses und hat sich im Januar 2017 in einem offenen Brief an die Stadträte und den Oberbürgermeister gewandt.