Warum nur hat sich München, die so glanzvolle wie bodenständige Bastion traditionsbezogenen Wiederaufbaus, der Wiederherstellung kompletter Prachtstraßen, die “heimliche Hauptstadt” der Bonner Republik, weitgehend aus der Wahrnehmung stadtbild-engagierter Menschen davongemacht? Weil eben dieses München auch unerhörte Schätze historischer Bausubstanz preisgegeben und durch stadtbildprägende Halden von Wiederaufbauschrott ersetzt hat, ohne dass sich seit Jahrzehnten auch nur ein Finger dafür krümmen würde, hier oder da eine Korrektur vorzunehmen.

Eins unserer Mitglieder, Herr Stephan Riedel, Rechtsanwalt in München, tritt nun für die Ehrenrettung seiner Heimatstadt ein. Er ist dabei, unter medialer Aufmerksamkeit Sponsoren dafür zu gewinnen, dass entstuckte Bürgerhäuser einer Fassadenrekonstruktion unterzogen werden. Er will die Öffentlichkeit für das Phänomen sensibilisieren, dass sich hinter glatten Münchner Nachkriegsfassaden oftmals bauhistorische Kostbarkeiten verbergen, die sogar unter Denkmalschutz (!) stehen. Hier tun sich natürlich Abgründe stadtbaugeschichtlicher Ignoranz im Nachkriegs-München auf; denn es handelt sich zumeist nicht einmal um Gründerzeitfassaden, sondern –  etwa im Gärtnerplatzviertel –  um spätklassizistische Häuser, die nur wenige Jahre nach der Maximilianstraße entstanden sind und für die damals ebensowenig Wertschätzung bestand wie für die zahlreichen ruinösen Barock–  und Rokokobauten, die verschwinden mussten.

Unterstützen wir Stephan Riedel auf jede denkbare Weise! Er zeigt uns an einem Beispiel, worum es geht. Klicken Sie in diesem Link auf “Sanierung” oder “Sanierung im Gärtnerplatzviertel”:

Fassadenrekonstruktion in München

(Philoik.)


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