Willkommen bei Stadtbild Deutschland!

Verehrte Besucherin, verehrter Besucher,
wir freuen uns, Sie auf den Seiten von Stadtbild Deutschland herzlich willkommen zu heißen!

Als innerhalb weniger Jahre die aberwitzige Menge von 1,3 Millionen Tonnen Spreng- und Brandbomben auf die jahrhundertealten Kerne Deutscher Städte herabregnete, als sich mit den resultierenden flächenhaften Feuern bauliche Zeugnisse aus bis zu 30 Generationen in Asche und Staub verwandelten und so insgesamt 97 mitteleuropäische Stadtbilder aufhörten zu existieren, war noch kein einziges der Gründungsmitglieder von Stadtbild Deutschland geboren.

Keiner von uns erlebte diesen geschichtlichen Einschnitt persönlich mit, keiner begleitete den hektischen, oft rein ökonomisch orientierten Wiederaufbau aus Trümmern oder konnte protestieren, als auch die letzten Reste erhaltener Ensembles der Spitzhacke geopfert wurden. Keiner konnte einschreiten, als sich alte Stadtphysiognomien auflösten und im Nachhinein als gescheitert zu beurteilende städtebauliche Experimente an deren Stelle traten.

Da wir in der Mehrzahl unter 35 Jahre alt sind, geboren Jahrzehnte nach dem Verschwinden vieler Stadtbilder, blieben uns manche Facetten der Geschichte erspart … und doch ist er da, der Schmerz über das Verlorene, vielleicht eine Art Phantomschmerz, allgegenwärtig und umso intensiver, je mehr wir durch Auslandsaufenthalte geprägt sind. Es scheint fast, je weiter der Horizont, je umfassender der Blick über den Tellerrand hinaus, desto stärker das Begreifen des Verlusts:

In einem Land, das nahezu keine intakte Altstadt nennenswerter Größe mehr kennt, seiner baulichen Vergangenheit fast ganz beraubt ist, verschreiben wir uns seit Jahren selbst die Heilmittel, die wir brauchen: Ob wir uns Wochenendtrips nach Madrid und Rom verordnen, eine Überdosis Kultur in Prag oder Lissabon einnehmen oder uns mit “Kuren” in Siena und Brugge behandeln: Immer suchen wir die geschlossenen Stadtkerne ohne Brüche, streben danach, wenigstens im Ausland etwas von dem zu finden, was wir in Deutschland nicht mehr haben: Gewachsene gebaute Vergangenheit, Formensprache, die Geschichte erzählt, älter als zwei Generationen.

Aber in all den Jahren konnten dies nur Versuche sein, Symptome zu lindern – wir kurierten nicht die Ursachen…

Die Gründung von “Stadtbild Deutschland” erfolgte deswegen nicht von heute auf morgen. Sie ist das Ergebnis einer Idee, die über Jahre hinweg entwickelt wurde. Ziel war immer, unsere z.T. schon örtlichen Engagements zu bündeln und all den lokalen Vereinigungen durch unsere globale Sicht Hilfe und Information zu stellen; Unterstützung bieten, wo immer wir sie sinnvoll geben können.

Getragen von einer Generation, die nicht gefragt wurde, sondern nur die Folgen der Entwicklungen kritisch beurteilt, will Stadtbild Deutschland als erster deutschlandweit tätiger Verein eine Anlaufstelle für alle Interessierten sein. Städtebauliche Entscheidungen der Verantwortlichen aus der Großeltern-Generation hinterfragen wir dabei ebenso, wie die gegenwärtigen Entscheidungen der Verantwortungsträger.

Erstere legten durch Kriegsteilnahme und Wiederaufbau den Grundstein für die heutigen Stadtbilder, zweitere führen das Werk unter anderen Vorzeichen bis heute fort: Stadtplanung losgelöst vom historischen Kontext, dogmatisches Rekonstruktionsverbot und Architektur ohne lokalen Bezug, ja sogar oft die bewusste Abkehr von örtlicher Bautradition.

Stadtbild Deutschland besteht aus Architekten, Geistes- und Naturwissenschaftlern, aus Informatikern und Ingenieuren. Bankkaufleute und Handwerker zählen ebenso zu unseren Mitgliedern wie Wirtschaftswissenschaftler und Juristen. Der Verein repräsentiert einen breiten Bevölkerungsquerschnitt, geeint in dem einen Ziel: Etwas, ein wenig, von dem zurückzugewinnen, was andere europäische Städte in einer großen Selbstverständlichkeit besitzen: geschichtliche Tiefe und historische Geschlossenheit – Ensembles, die älteren Stilepochen entstammen, als die Waschbeton-Fassaden in unseren Fussgängerzonen.

Der Vorstand

Dieses kurze Filmchen erläutert Ihnen anschaulich, worum es uns geht.

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