Allgemein

Verbaut sich Dresden seine Zukunft? An vielen Stellen in Dresden, vor allem aber nahe seines kulturell bedeutenden Zentrums, entstehen immer mehr gesichtslose Neubauten, die weder regionaltypisch sind noch irgendeine architektonische Qualität haben. Schon ist mancherorts vom „Würfelhusten“ die Rede, an dem Dresden leide. Viele Kritiker sehen vor allem in der Arbeit des Stadtplanungsamtes die Hauptursache, welches von ungenügenden städtebaulichen Ansprüchen ausgehe.

Mit diesem offenen Brief an die Dresdner Stadträte wollen wir dazu Stellung beziehen und Ratschläge geben, mit welchen Maßnahmen die städtebauliche Qualität in Dresden in Zukunft verbessert werden kann.

Offener Brief an die Dresdner Stadträte: Verbaut sich Dresden seine Zukunft?

Als würde das Mainzer Stadtbild an historischer Verkrustung leiden…

Die Mainzer Denkmalpflege findet es völlig in Ordnung,  dass das barocke Deutschhaus, der Sitz des rheinland-pfälzischen Landtags, durch eine moderne Glasfront bereichert wird. Ein geschlossenes historisches Ensemble weniger –  was macht das schon aus, bei sooo viel erhaltenem Mainzer Barock!!!

Ein Leserbrief von Matthias Müntze aus Mainz

 

 

Vor einigen Tagen ließ unser Verein den Nürnberger Stadträten einen offenen Brief zukommen, in dem wir uns für eine originale Pellerhausfassade stark machten. Leider wurde dieser Brief auf der gestrigen BDA-Veranstaltung im Pellerhaus sehr unsachlich dargestellt. Da dabei auch Fakten falsch paraphrasiert und bewertet wurden, sah sich unser Pressesprecher veranlasst, zu dieser Darstellung öffentlich Stellung zu beziehen. Leider war dies im Anschluss direkt im Plenum nicht mehr möglich, da die angekündigte Diskussionsrunde nicht stattfand.

Hier können Sie die Stellungnahme herunterladen:

Stellungnahme gegenüber BDA zu Pellerhaus

Unser Forum steht nach dem Wechsel zur aktuellen Forensoftware wieder unter www.stadtbild-deutschland.org/forum zur Verfügung.

Welches andere Volk außer den Deutschen stand siebzig architektonisch dürftige Jahre lang vor der Aufgabe, eine um die andere Hauptstadt mit Staatsbauten zu bestücken? Und welches Volk hätte dazu ungünstigere mentale, emotionale, bewusstseinsmäßige Voraussetzungen gehabt als das deutsche?

Das Bonner Provisorium, obwohl schon bald nicht mehr als solches verstanden, lieferte den willkommenen Vorwand, Erwartungen an staatliche Repräsentanz außen vor zu lassen.. Zwar wurde der Titel eines Vortrags von Adolf Arndt (1960) „Demokratie als Bauherr“ rasch zum geflügelten Wort, aber niemand scherte sich ernstlich um die Materialisierung der Arndtschen Ideen; erst zu Ende der Bonner Republik entstand mit Günther Benischs neuem Plenarsaal ein neuer Gestaltungsansatz im Sinne von Öffnung, Transparenz und lichtdurchfluteter Weite.
Die DDR-Regierung war, bedingt durch ihr Selbstverständnis, entschieden mutiger; dennoch konnte von den drei Repräsentationsbauten im historischen Zentrum Berlins nur das Staatsratsgebäude die Wiedervereinigung überdauern. Außenministerium und Palast der Republik mussten aus verschiedenen Gründen weichen, wobei der tiefste Grund in ihrer architektonischen Schwachbrüstigkeit zu finden sein dürfte.

Die Regierung des wiedervereinten Deutschland hatte den Vorteil, Staatsbauten aus monarchischer und diktatorischer Vergangenheit übernehmen und sich auf ergänzende Neubaumaßnahmen beschränken zu können. Einzig mit dem Kanzleramt von Axel Schultes geschah ein wagemutiger Ausgriff: ein symmetrisch konzipierter Riegel mit dominantem Leitungsgebäude, Ehrenhof und Kanzlergarten, der ungeachtet neuersonnener Motive einer kreativen, auf Offenheit und Lichtfülle setzenden Moderne doch auch die Tradition monumentaler Repräsentationsbauten nicht verleugnet.

Es hat den Anschein, als ließe sich die große Geste von Axel Schultes und Stephan Braunfels (mit seinen Parlamentsbauten) nicht mehr fortsetzen. Gewiss, die neuesten Ministeriumsbauten übersteigen deutlich das einstige Bonner Niveau; dennoch kann man die wieder dominierenden Rasterfassaden als Flucht vor Formfindungsaufgaben werten, denen sich heutige Gestalter gar zu gerne entziehen. Im November letzten Jahres wurde der „Berliner Dienstsitz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung“ am Kapelle-Ufer (von Heinle, Wischer und Partner) in Gebrauch genommen, im kommenden Monat soll das neue Innenministerium bezogen werden, das die Architekten des Außenamt-Erweiterungsbaus – Thomas Müller und Ivan Reimann – entworfen haben.

Mag auch die Detailausbildung dieses Gebäudes mit tiefen, wohlproportionierten, steinernen Fensterlaibungen Wertigkeit und Noblesse ausstrahlen, ansonsten meinten die Architekten Qualität aus der Konsequenz generieren zu sollen und zogen dieses Raster um sämtliche Außenwände herum. Aber was soll’s – das Sicherheitsstreben unserer Tage hat ohnehin alle einstmals geforderte Repräsentanz, Transparenz und öffentliche Zugänglichkeit verabschiedet und den relativ flachen Bau in eine schwer einsehbare Randlage abgedrängt. Wie das staatliche Gemeinwesen sich in der Öffentlichkeit präsentieren kann, erleben wir in anderen Hauptstädten. In Berlin ist das mittlerweile ein Thema von gestern.

(Philoik.)

Abbildung: Neubau des Bundesministerium des Innern

Archiv

Spenden