Eine kurze Artikelauswahl zum Thema Rekonstruktion

In dieser Rubrik finden Sie Artikel zum Thema Rekonstruktion.
Es werden u.a. von Verantwortlichen aus Politik, Denkmalpflege und Architekturbetrieb seit Jahrzehnten unterschiedlichste Vorbehalte gegenüber der Rekonstruktion zerstörter Bauwerke geübt. Diese Vorbehalte können jedoch samt und sonders entkräftet werden.

Wichtiger denn je ist in der heutigen Zeit eine positive Auseinandersetzung mit dem Thema Rekonstruktion. Wir versuchen, hierfür maßgebliche Texte zu sammeln und aufzulisten. Wenn Sie noch solche kennen, die nachfolgend fehlen, würden wir uns über einen Hinweis diesbezüglich sehr freuen.

Der beste Einstieg in dieser Rubrik, die zentral für Stadtbild Deutschland ist (d.h. die eigentlichste Herzensangelegenheit darstellt), ist die folgende

Liste der Artikel:

Die Wiedergewinnung der Städte

Ein grundlegender Artikel zum Thema Rekonstruktion, der einige Beispiele aufzeigt, und viele der immer wieder vorgetragenen Argumente contra Rekonstruktion widerlegt – ausgehend von dem bereits im Editorial zitierten, wichtigen Wort Hesses.

Von der falschen Verwendung des Begriffs „Fälschung“

Eine kurze Untersuchung des Begriffes der Fälschung im Kontext von Rekonstruktionen, insbesondere seiner absichtlichen oder unabsichtlichen Falschverwendung.

Eine kurze Untersuchung der Begriffe „Blasphemie“ und „Wiedergeburt“ im Kontext von Rekonstruktionen, insbesondere ihrer absichtlichen oder unabsichtlichen Falschverwendung.

Dieser Text erschien erstmalig in dem Buch „Die Löwenapotheke zu Aschaffenburg“, welches im Jahre 1996 aus Anlass der Wiedererrichtung des im Titel genannten Gebäudes herausgegeben wurde. Die Wiedergabe des Textes auf den Seiten von Stadtbild Deutschland geschieht mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Robert Schediwy – Sehnsucht nach Kontinuität (extern) [01/07]

Das Mitglied des Denkmalspflege-Komitees ICOMOS schreibt in einem kurzen, aber lesenswerten Artikel über Rekonstruktionen in Deutschland.

Bereits während des frühen Nachkriegswiederaufbaus kämpften rekonstruktionsbefürwortende Bürger gegen ähnlich elitäre und demokratiefeindliche Seilschaften wie heute, denn „[d]er von Fachkreisen durchaus wahrgenommene Wunsch der Bevölkerung nach Wiedergewinnung des im Bombenhagel verlorenen alten Stadtbildes wurde in der Regel als Äußerung von inkompetenten Laien abgetan“. Dieser, nun ein halbes Jahrhundert dauernde, Kampf gegen Windmühlen schließt auch die Denkmalpflege ein, die Stur an einem Dogma von um 1900 festhält, so als hätte es die Weltkriege und die weiträumige Zerstörung deutscher Städte und Kultur nie gegeben.

Schaut man sich an, wie heute die Pole Rekonstruktion vs. modernistischer Tabula rasa an konkreten Objekten bewertet werden, „stellt sich die Frage, welche Wiederaufbaukonzeptionen sich besser gehalten haben: jene, die auf Modernisierung gesetzt haben, wie Hannover oder Frankfurt, oder jene, die dem Bedürfnis der Bevölkerung nach Wiedergewinnung des alten Stadtbildes Rechnung trugen, etwa in Münster oder Nürnberg“. Hier schmunzelt der geneigte Leser, denn obschon kein Jahr vergeht, in dem nicht irgendein (oftmals einst von sog. Fachkreisen gefeierter) modernistischer Erguss der Nachkriegszeit abgerissen wird, ist zumindest mir dies für keine bedeutende Nachkriegsrekonstruktion bekannt.

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Hans Joachim Neidhardt – Reformation und Revolution (extern) [01/07]

Ein resümierender (schon etwas älterer, aber sehr lesenswerter) Artikel des Kunsthistorikers Prof. Dr. Hans Joachim Neidhardt, Mitinitiator der Bürgerbewegung für den Wiederaufbau der Frauenkirche. Er beschreibt, wie das „Wunder von Dresden“ kein Wunder war, sondern Ergebnis bürgerlichen Engagements gegen die immergleiche rekonstruktionsfeindliche Front von Architekten, Denkmalpflegern, Moralisten, Feuilletonisten, Politikern etc. (und in diesem Fall anfangs sogar ungewöhnlicherweise eine Mehrheit unaufgeklärter Bürger) und fasst im Auftakt en gros die Geschichte der neuen Frauenkirche zusammen. Die Haare stehen einem zu Berge, liest man die vorgebrachten Alternativvorschläge.

Hochinteressant, unterhaltsam und bezeichnend zugleich ist es, zu lesen, wie die breite Front der Rekonstruktionsgegner löchrig wurde, wie die Zahl der Befürworter wuchs und wie am Ende fast alle glücklich waren. So ist dies immer wieder mit Rekonstruktionen – von welcher sagt denn im Nachhinein immer noch eine Mehrheit, sie sei falsch gewesen? Und dennoch repetiert sich dieser Kampf bei fast jeder der vielen notwendigen Rekonstruktionen immer wieder.

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Eine kurze Analyse der Zerstörungen von Bausubstanz im zweiten Weltkrieg, während der Nachkriegszeit und später.

Wolfgang Schäche – Für ein Recht auf Rekonstruktion (extern) [01/06]

Obiger Verweis führt direkt zu einem sehr lesenswerten Artikel über das Recht, zu rekonstruieren. Es handelt sich um einen Text aus dem Jahre 1992, der in der Berliner Zeitung anlässlich der Debatte um den Wiederaufbau des Berliner Schlosses abgedruckt wurde.

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Eine kurze Zusammenfassung eines Interviews, das der Historiker Arnulf Baring dem Magazin „Der Spiegel“ gab. Der Volltext ist leider nicht dauerhaft frei verfügbar.

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