• Das nenne ich mal reger Schiffsbetrieb


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  • Daß im MDR-Artikel die Formulierung ins Rennen geschickt wird, daß sich das Bauwerk "optisch an die Gestaltungsformen des Dresdner Barock" anlehnen solle, halte ich für mehr als bedenklich. Es handelte sich um einen Brückenbau aus dem Jahr 1895, als der Dresdner Barock längst abgeschlossen war. Es handelte sich aber auch um einen Bestandteil des Elbpanoramas, mit dem der kostbarste Teil des Gesamtensembles eingefaßt, eingeschlossen und somit eine immens wichtige optische Rahmenfunktion geschaffen wurde. Man kann so offen und so ehrlich sein zuzugeben, daß dies nicht während des Dresdner Barocks geschehen ist; und die öffentlich Meinung in eine Richtung zu lenken, daß es immer nur des Zauberworts Dresdner Barock bedürfe, der von so ein paar Hanseln geisterbeschworen wird, ist unsachlich; und auch schon wieder bedenklich. Eine unabhängige und überparteiliche Diskussion ist mehr als gerechtfertigt.

    Wiederaufbau nach Vorbild der alten Carolabrücke in Dresden 1895 | MDR.DE
    Noch ist nicht klar wie und von welchem Geld die kaputte Carolabrücke in Dresden wieder aufgebaut werden soll. Doch Tausende Menschen unterschreiben Petitionen…
    www.mdr.de
  • Na ja die Dresdner Journaille versteht insgesamt auch nicht den Unterschied zw. Barock und den übrigen Stilen.

    Da reduziert sich die Baugeschichte der Menschheit ganz einfach auf: historisch/dekorativ verziert = barock. Alles andere = (irgendwie) modern.

  • Daß im MDR-Artikel die Formulierung ins Rennen geschickt wird, daß sich das Bauwerk "optisch an die Gestaltungsformen des Dresdner Barock" anlehnen solle, halte ich für mehr als bedenklich. Es handelte sich um einen Brückenbau aus dem Jahr 1895, als der Dresdner Barock längst abgeschlossen war. Es handelte sich aber auch um einen Bestandteil des Elbpanoramas, mit dem der kostbarste Teil des Gesamtensembles eingefaßt, eingeschlossen und somit eine immens wichtige optische Rahmenfunktion geschaffen wurde. Man kann so offen und so ehrlich sein zuzugeben, daß dies nicht während des Dresdner Barocks geschehen ist; und die öffentlich Meinung in eine Richtung zu lenken, daß es immer nur des Zauberworts Dresdner Barock bedürfe, der von so ein paar Hanseln geisterbeschworen wird, ist unsachlich; und auch schon wieder bedenklich. Eine unabhängige und überparteiliche Diskussion ist mehr als gerechtfertigt.

    https://www.mdr.de/nachrichten/sa…erkehr-100.html

    Hallo Weingeist,

    was ist daran bedenklich? Die Formulierung ist ja sinngemäß, dass eben auch schon vor 130 Jahren die Brücke so geplant wurde, dass sie sich am Dresdner Barock anlehnt. Das sind also die Überlegungen unserer Altvorderen die hier zitiert werden.

    Schöne Städte werden letztlich auch glückliche Städte sein.

  • Neubarock um 1900 hat mit dem augusteischen Barock ungefähr so viel gemein, wie ein Eimer Leitungswasser mit einem Glas sächsischen Riesling.

    Anlehnen um 1895 ja; aber man kann hier nicht den Begriff des sächsischen Barock heranziehen und ihn daurch verwässern, um "die kaputte Brücke" (was eine saublöde Formulierung) von 1895 wiederaufzubauen. Man kann getrost davon ausgehen, daß den Befürwortern eines Wiederaufbaus in Anlehnung an 1895 diese kleinen Details bewußt sind. Der Dresdner Barock ist dort zu finden, wo er zu finden ist; er sollte aber weder als Etikett für "1895" dienen, noch als Stigma der Befürworter eines Wiederaufbaus.

  • Die Formulierung ist ja sinngemäß, dass eben auch schon vor 130 Jahren die Brücke so geplant wurde, dass sie sich am Dresdner Barock anlehnt.

    Na ja, das eben nun gerade nicht. Das gilt vielleicht für die (neue) Augustusbrücke, für die Albert- und Marienbrücke, aber eben für die CB nicht.

    Diese war ein ganz typisches, völlig auf der Höhe ihrer Zeit stehendes und dabei zweifelsohne sehr ästhetisches Bauwerk der späten Gründerzeit und definitiv eine Bereicherung des Stadtbilds.

    Und daran wird sich ein Neubau an dieser Stelle eben messen lassen müssen. Ich glaube darum gehts.

  • Daß im MDR-Artikel die Formulierung ins Rennen geschickt wird, daß sich das Bauwerk "optisch an die Gestaltungsformen des Dresdner Barock" anlehnen solle, halte ich für mehr als bedenklich.

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  • Wird diese Aussage der Zeitung nicht etwas zu hoch gehängt? Die Aufbauten der Carolabrücke waren neobarock, was eine grundsätzliche Ausrichtung an barocker Architektur impliziert. Die Feinheiten und Differenzierungen zwischen Barock, Dresdner Barock und Neobarock dürften dagegen nur für Experten und entsprechend geschulte Laien erkennbar sein. Da ich kein Experte für den Dresdner Barock bin, wäre meine Frage an die lokalen Kenner: Was macht den Dresdner Barock so spezifisch, dass er die neobarocken Formen der Carolabrücke dazu nicht passend erscheinen lässt?

  • Ich verstehe das Problem nicht. Der Entwurf von Hermann Klette lehnt sich gestalterisch ausdrücklich an Formen des Barocks an und ist damit eindeutig neobarock. Für mich ist z. B. die Ausbildung der Vorlandbrücken als Korbbögen (Verwendung ovaler Formen) ein Zeichen dafür, ebenso das Brückengeländer als Balustrade in barocken Formen, Kartuschen, umfangreiche Ornamentik, etc. - dass ein Ingenieursbauwerk des 19. Jahrhunderts nicht mit dem typischen barocken Dresdner Bürgerhaus verglichen werden kann, ist klar, aber das hat der MDR-Beitrag auch nicht insinuiert:

    Bei den Planungen vor mehr als 130 Jahren sollte sich das einst "Königin-Carola-Brücke" genannte Bauwerk optisch an die Gestaltungsformen des Dresdner Barocks anlehnen.

    Das steht u. a. auch so im Wikipedia-Artikel, der dazu "Stadtbaurath Hermann Klette daselbst" in der Zeitschrift für Architektur und Ingenieurwesen 43.1897 zitiert:

    In den Formen klingen die einzelnen Bautheile an den in Dresden vorherrschenden Barockstyl an. Alles in Allem ist das Bestreben darauf gerichtet gewesen, der Brücke einen einheitlichen und soweit möglich auch vornehmen Charakter aufzudrücken.

  • Neue Ideen treten zu Tage: nur noch Zufußgehende und Radfahrende, keine Auto- und Straßenbahnfahrenden mehr. Gugge hier:

    Wiederaufbau autofrei: Eine neue Carolabrücke nur noch für Fußgänger und Radfahrer? | MDR.DE
    Seit Mitte Dezember ist klar: Die teilweise eingestürzte Dresdner Carolabrücke muss ganz abgerissen werden. Doch wie soll ein Neubau aussehen? Ein Dresdner,…
    www.mdr.de

    Zur BI und dem Vorschlag von Stadtbild Deutschland gugge hier:

    Carolabrücke in Dresden: Debatte um Rekonstruktion nimmt Fahrt auf
    Straßenbahnen und Fußgänger könnten wieder Priorität haben: In Dresden nimmt die Debatte um die Rekonstruktion der Carolabrücke Fahrt auf. Der Idee könnte in…
    www.faz.net
    Baut Dresden eine neue Carolabrücke so wie früher?
    In Dresden hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sich für den Wiederaufbau der Carolabrücke nach historischem Vorbild stark macht. Eine beliebige,…
    www.radiodresden.de
  • Nach der Sanierung der beiden Figuren " Stille Elbe" und "Stürmische Elbe" sollte mittelfristig auch ein Künstlerwettbewerb ausgelobt werden für die Neuschaffung der Figuren " Spritzende Elbe" und "Schifffahrtsberuhigte Elbe".

  • nahezu autofreie St. Petersburger.

    Braucht's gar nicht unbedingt, die Johannes- und Amalienstraße wieder ungefähr in diesen Dimensionen wäre schon ein Ziel (wobei der Plattenbau "Carolinum" im Bereich der früheren Drehgasse ja nicht in Frage steht):

    Dresden 1920 .....eine Fahrt mit der Strassenbahn durch Dresden 2.Teil (Quelle: Ernst Hirsch) | By Proximus - Dresden | Facebook
    Dresden 1920 .....eine Fahrt mit der Strassenbahn durch Dresden 2.Teil (Quelle: Ernst Hirsch)
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  • Meines Wissens ist immer so argumentiert worden, dass die neue Brücke sich dem Stadtpanorama anpassen soll. Dieses ist doch nun einmal barock und neobarock.

    Wer einer Halbwahrheit eine weitere Halbwahrheit hinzufügt, schafft keine ganze Wahrheit, sondern eine ganze Lüge.

  • neben den vielen Meinungen der Architekten mal eine kurzer Vorschlag eines Brückenbauingenieurs.

    sofortiger Neubau des Brückenzuges C nach komplettem Abriss des selben.

    Herstellung neuer Pfeiler an genau gleicher Stelle.

    Neubau mit:

    unterstrom 2,0 m Gehweg beide Richtungen

    Mitte ÖPNV Straßenbahn

    oberstrom 2,5 m Radweg beide Richtungen

    Bau als Stahlverbundkonstruktion mit annähernd gleicher Ansicht (Voutung) und Bauhöhe wie bisher

    Vorteil: geringere Kosten

    Förderung weil ÖPNV

    keine Planfeststellung erforderlich

    bis Ende 2029 realisierbar, vielleicht sogar noch etwas eher.

    über Brückenzug A und B (bleiben weiterhin gesperrt stehen) können dann alle weiter in Ruhe bis zum St Nimmerleinstag diskutieren, zahlreiche Bürgerentscheide oder Abstimmungen und Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden und dann kann da in den 30er oder 40 er Jahre auch mal irgendwas für den MIV dafür gebaut werden.

    Nachteil:

    wollen viele nicht, blockieren viele, Autofahrer sind dagegen, diverse Parteien ebenso, wird nicht kommen