• sollte man doch nicht bei einer Entscheidung für einer anderen Brücke den Kopf in den Sand stecken und eine (wenigstens teilweise) Rückgewinnung der Prinaischen Vorstadt abschreiben

    Das hatte ich auch nicht geschrieben.

    Du hattest aber vorgeschlagen, den von Prof. Pellnitz eingereichten Städtebau, der sich auf das Brückenumfeld konzentriert, festzuschreiben, auch falls ein anderer Entwurf gewählt wird. Und das geht eben nicht, aus räumlichen Gründen ebenso wie aus Verfahrensgründen. Das wollte ich dir verständlich machen.

  • Gut, das eindeutig klarzustellen...

    Wenn man den Elbberg als "Dreh- und Angelpunkt in dem Konzept" definiert, macht das schon einfach ein paar Fragen auf.

    Verfahrensgründe sehe ich hier aber nicht wirklich: Der Stadtrat ist doch frei, kombiniert eine Brücke (die dann vlt. nicht Grassl ist) zu beschließen und gleichzeitig eine möglichst starke Annäherung an den historischen Stadtgrundriss, leichte Anpassungen beim Thema Elbberg hin oder her. Die Stadt wird nicht gezwungen, auch gleich die ganze städtebauliche langfristige Idee von LAP, Schüßler oder Fehcor mit 1:1 zu übernehmen, nur weil sie deren Brücke nehmen. Zumal ja z. B. TSSB auch nur einen anderen schon vorhandenen Rahmenplanentwurf in ihre Planung gesetzt haben.

  • Die "möglichst starke Annäherung an den historischen Stadtgrundriss" könnte der Stadtrat natürlich beschließen, was er aber so einfach nicht tun wird. Das ist ein langer Weg, der viel Überzeugungsarbeit erfordert. Und nein, der Erfolg des Neumarktes hat dieses Herangehen an Stadtplanung auch in Dresden nicht zum Selbstläufer gemacht.

    Der Arbeitsanteil am GRASSL-Entwurf, den Jordi, Keller, Pellnitz geleistet haben, ist keine umfassend ausgearbeitete Planung oder auch nur Idee für den ganzen Stadtraum. Dafür braucht es die Verfahrensschritte - inklusive Bürgerbeteiligung - die ich skizziert hatte. Es wäre aber eine erste erfolgreiche Weggabelung, wenn es zumindest im Bereich der Brücke so käme wie von ihnen vorgeschlagen, gewissermaßen eine Keimzelle.

  • Man könnte auch ahistorisch vom historischen Elbberg-Verlauf abrücken und dort ein noch kleinteiligeres "venezianisches Viertel" vorschlagen. Einzelne Gebäude wie die beiden venezianischen Häuser rekonstruieren, ansonsten aber einen an Venedig angelehnten Stil vorschlagen.

  • GoldenerEngel wenn das doch bloß die Richtung unserer Stadtentwicklung wäre… noch kleinteiliger bauen als vor 45 und tatsächlich die Stadt weiterentwickeln und schöner für ihre Bürger und Besucher machen. Man möge es sich vorstellen, neben Elbflorenz auch noch Elbvenedig.

    Stattdessen befürchte ich eher eine unter-Denkmalschutz-Stellung der Bestandsbauten inklusive Hotel Elbflorenz und entweder keinerlei Nachverdichtung oder an die Nachkriegsbebauung angepasste, nicht an der Blockrandbebauung orientierte Investoren-Klopper.

  • GoldenerEngel Warum sollte man sich, wenn die Möglichkeit besteht und (durch den hier beginnenden umfangreichen Planungsprozess und mit der Erfahrung einer ebenso umfangreichen Beteiligung bei der Carolabrücke) nie zuvor greifbarer war, von vornherein von einer möglichst exakten Rekonstruktion des Stadtgrundrisses dieses wichtigen Teils des Dresdner Vorstadtrings absehen und sich in einem Verein, der sich für Rekonstruktionen (und vor allem du selber für solche auch aus dem späten 19. Jahrhundert) einsetzt, diese nicht einfordern?

    Der Elbberg und das Quartier bis zur Steinstraße sind dafür prädestiniert und durch die Lage an der Elbe und der Brücke auch das sichtbarste, ohne ohnehin abzusehende Anpassungen (Verlauf und Dimensionen von Pillnitzer Straße, Marschallstraße, Ziegelstraße) zu behindern. Durch den notwendigen (aber weiterhin geplanten) Abriss des Wohnblocks Steinstraße, der noch einige Jahrzehnte in der Zukunft liegen wird, ist hier auch genug Zeit, ein sauberes Konzept zur Wiederherstellung des Stadtgrundrisses zu entwerfen.

    noch kleinteiliger bauen als vor 45

    Der Elbberg war bis 1945 vor allem im unteren Abschnitt auf der Ostseite noch auf den äußerst kleinteiligen barocken Vorstadtparzellen bebaut und genau diese Vorstadtbebauung könnte in den Proportionen wiederkommen - wahrscheinlicher als irgendwo anders im so geschundenen Vorstadtring der alten Festung. Mit den Leitfassaden von Marschallstraße 1 und Güntzbad könnte eine abgestufte Höhenentwicklung die Geschichte dieses Ortes sehr gut abbilden und gleichzeitig ein hochattraktives Stadtbild abgeben, das die Altstadt bis hinunter an die Elbe heranführt. Oder glaubt ihr etwa, dass bei einem neuen Grundriss irgendeine Rekonstruktion oder auch nur architektonisch annehmbare neue Entwürfe kommen würden? Selbst die städtebauliche Perspektive ist bei Neuentwürfen alles andere als altstädtisch zu erwarten - wenngleich wohl jetzt das Architekturbüro "Schoper.Schoper", das die sehr guten Gestaltungsleitlinien für die gesamte Stadt entworfen hat, von der Verwaltung mit einer Rahmenplanung beauftragt worden ist.

    Hier muss es um möglichst viel Rekonstruktion des Stadtgrundrisses gehen!

  • Heute, Sonntag, endet die offizielle Beteiligungsphase, bei der man für einen der vier Entwürfe abstimmen kann.

    carolaVOTE

    Das Abstimmen ist möglich

    • für alle, egal, ob aus Dresden oder nicht
    • ohne Anmeldung
    • auch ohne, dass man alle Fragen beantworten muss.

    Die einzelnen Bausteine der Umfrage können übersprungen werden, nur das abschließende "Ranking" und einige demografische Angaben sind verpflichtend.

  • Die Entwürfe von GRASSL und FHECOR gefallen mir am besten. Im Nachhinein ist es ja schon ein Glücksfall, daß die Brücke von 1971 freiwillig den Platz geräumt hat. Das könnte wirklich gut werden.

  • Ich persönlich hoffe inständig, dass FHECOR nicht zum Zuge kommt. Einerseits wegen des zum Himmel schreienden Kitsches und dann wegen der Nicht-Beachtung etlicher, auch sinnvoller Vorgaben sowie der zweifelhaften technischen Qualität.

    Toll ist an dem Entwurf, dass er ein Bogenfeld mehr hat. Das haben die anderen nicht machen können, weil es in der Ausschreibung klar ausgeschlossen wurde. Da dies nun offenbar nachträglich anders ist, wird darüber noch zu sprechen sein, zusätzliche Pfeiler - unabhängig vom Entwurf - zu verbauen. Wenn ich die Verlautbarungen vom Baubürgermeister und seiner Koordinatorin ernst nehmen würde, wüsste ich nicht, was gegen die ganz originalen Pfeilerstandorte der Vorlandbrücke und die ursprünglichen Gewölbekonstruktionen der Königin-Carola-Brücke spräche. Offenbar ist mit einem Ersatzneubau ja jetzt alles möglich, was man nur will. Mal sehen, was da in der kommenden Entwurfsplanung noch geht.

  • Ich habe mich bei der Befragung für Grassl auf dem ersten Platz und LAP auf dem zweiten Platz ausgesprochen. Die beiden fügen sich am besten in das Umfeld ein und kommen der ursprünglichen Carola-Brücke noch am nächsten. Ich glaube, mit beiden könnte man zufrieden sein. Ganz schlimm finde ich nur den Schüssler-Entwurf. Der sieht nicht viel weniger nach einer Autobahnbrücke aus, als die DDR Carola-Brücke. Bitte lasst es in einem tragischen Schicksalsschlag nicht ausgerechnet diese werden. :weinenstroemen:

  • Schüßler-Plan ist eigentlich chancenlos. Meiner Meinung nach ist die Brücke in den Bereichen über der Elbe sogar ganz angenehm (wenn nur nicht der auffällige Farbwechsel und der Sichtbeton wären!), aber die Auffächerung, besonders bei den Auffahrten, gehen gar nicht. Auch die Verwendung von Spannbeton macht das Bauwerk nicht gerade sympathisch. Dazu kommen noch die ungünstig an den Außenseiten platzierten Masten (wie bei FHECOR) und die wenig einladende Möblierung. Aber Schüßler-Plan hat nach meinem Eindruck schon aufgegeben, war auch bei keinem "Brückencafé" vertreten und hat keinerlei Marketing gemacht.

  • Genau dieser eine Bogen mehr, hat mir eben bei FHECOR gefallen. War mir gar nicht klar, daß das eigentlich nicht erlaubt war. Wieso ist der Entwurf dann in dieser Form überhaupt in der Abstimmung? huh:)

    Zum ersten Platz habe ich aber auch GRASSL gewählt. Die Materialwahl, mit Elbsandstein (was passt besser zu Dresden?) und bronzefarbener Beschichtung, die breiten Pfeiler und diese Balkone haben mir am besten gefallen. Das macht einen edlen Eindruck.

  • ^

    Damit bist Du ein ewiggestriger, rückwärtsgewandter Disneyländer, der sich bevorzugt in rechten Räumen bewegt. Das sollte Dir bewusst sein. Weg ist weg! Eine Neuauflage der alten Brücke wäre Geschichtsfälschung. :tongue::wink:

  • 47759-abstimmung

    Ich finde das Beurteilungstool gut gemacht. Mein Ergebnis repräsentiert eigentlich genau das, was auch in der Gesamtheit mein Ranking wäre. Entwürfe können vorne liegen dadurch, dass sie einfach keine richtig groben Ausfälle haben, oder umgekehrt trotz sehr vieler richtig guter Ideen trotzdem nicht ganz vorne landen eben weil sie gleichzeitig sehr unschöne Sachen im Paket verbinden. So bleibt wohl in jedem Fall es stets ein mäßiger Kompromiss. Ideal wäre, wenn man die besten Ideen aller Büros zu einem maximal starken Gesamten zusammenziehen könnte. In diesem Fall ginge das sogar, weil sich die guten Ideen nicht spürbar widersprechen.

  • Man könnte auch ahistorisch vom historischen Elbberg-Verlauf abrücken und dort ein kleinteiligeres "venezianisches Viertel" vorschlagen. Einzelne Gebäude wie die beiden venezianischen Häuser rekonstruieren, ansonsten aber einen an Venedig angelehnten Stil vorschlagen. (Goldener Engel)

    Sehr gute Idee. Und haben wir gemacht. Obwohl doch etwas anders, nämlich den historischen Stadtgrundriss weitgehend wiederhergestellt, soweit das mit den heutigen Verhältnissen der stadtplanerischen Festsetzungen überhaupt machbar ist.

    Von Venedig träumt da sicherlich keiner der Modernisten und Stadtpolitiker:Innen. Ein schon länger im Internet vorliegender Entwurf rekonstruiert zwar ein venezianisches Haus, stellt aber gleich wieder Modernismus daneben. Nicht so unser Plan: die Visualisierung zeigt die Rekonstruktion der beiden venezianischen Häuser und des historischen Mittelbaus. Dahinter grenzen Neubauten im Neo-Barock an, ein reizvoller Kontrast und ein neues Altstadtflair mit engen schattigen Elbgassen, in denen es keinen Wärmeinseleffekt mehr gibt. Die gepflasterte Elbuferstraße lässt das Regenwasser in das Erdreich versickern, ebenso die großen Grünanlagen am Terrassenufer.

    Die rekonstruierte Carolabrücke haben wir auch visualisiert, das Ansichtsbild sieht doch wunderschön und atmosphärisch aus. Diese Version mitsamt Reko Carolabrücke werden wir jetzt an den OB von Dresden Dirk Hilbert und die Ratsfraktionen einreichen und vorschlagen. Obwohl wir davon ausgehen, die üblichen Standardantworten zu erhalten. Das sind wir aber gewohnt und es hält uns nicht davon ab, nachzuhaken. Kommt eine Anwort wie gehabt vom OB, liefert er uns eine Steilvorlage für unser Projekt. Steter Tropfen höhlt den Dresdner Stein, nicht ein Tröpfeln oder Versiegen.

    Die Verantwortlichen in den Ämtern und Ratsfraktionen sind nicht allwissend, sondern oft unwissend hinsichtlich der Bauhistorie. Mangelnde Bildung ist die Ursache für Unkenntnis des ehemaligen stadthistorischen Zustands. Lesen sie unsere Erläuterungen und betrachten unsere Visualisierungen, geben wir ein Stück Bild-ung weiter, und sie können sich erst dann ein "Bild" machen, wie Brücke und Quartier auch anders gebaut werden können. Aus solchen Prozessen sind erst die großen Rekonstruktionen wie in Frankfurt und Berlin entstanden - Gegner haben sich zu Befürwortern gewandelt, wie der vormalige OB Feldmann von Frankfurt, der sich bei der Einweihung der neuen Altstadt vor Lob überschlug. Und genau so kommt es, wenn in Dresden die historische Carolabrücke und die venezianischen Häuser wieder aufgebaut sind. Da stehen OB und Gefolgsleute in der ersten Reihe und glänzen wie OB Feldmann, sein Nachfolger Mike Josef und Architekt Mäckler wie Honigkuchen. Letzterer hatte gesagt: "Wir werden so wenig wie möglich rekonstruieren." Und schmückte sich mit 15 Rekonstruktionen.

    Aber bis wir in Dresden soweit sind, ist es ein langer steiniger Weg, der noch steiniger ist und wird, wenn man sich in diesem Forum und Themen-Strang Steine in den Weg legt und Rekonstruktionsplaner, wie unser Vereinsmitglied, öffentlich denunziert und verunglimpft. Darüber reiben sich unsere Gegner die Hände. Denke doch bitte einmal in Ruhe darüber nach, ob das in der Sache weiterhilft.


    Grüße zum Wochenende nach Bremen von dem persönlichkeitsgestörten

    "Axel"


  • Nur eine Frage: Warum wieder die Auffächerung der Fahrspuren auf Altstadtseite und der "Rathenauplatz" mit heutiger Verkehrskreuzung? Diese Kreuzung ist viel zu groß, Unfallschwerpunkt, ineffizient mit zu vielen Ampeln. In die Mini-Flächen zwischen den Verkehrsflächen Häuser reinzuquetschen, ist Nonsens.

    Es ist aktuelle Zielstellung, die Brücke so zu bauen, dass auch die Kreuzung rückgebaut werden kann. Das, was da oben in der Zeichnung zu sehen ist, wäre ein planerischer Rückschritt. Einer mit Ansage, denn es wurde hier im Forum schon darauf hingewiesen.

    Es wird sich wohl nicht abwenden lassen, dass diese weder informierte, noch durchdachte, noch inspirierende Heimarbeit die Stadträte behelligt und ungewollt ein schlechtes Bild auf alle Freunde eines historischen Stadtbildes werfen könnte. Ich bitte nur darum, sich klar als Bremer Verein erkennen zu geben, damit die Dresdner Vereine möglichst wenig damit assoziiert werden.

    Ich muss auch sagen, ich finde es extrem schade, dass so viel Energie und Begeisterung nicht nur verpufft, sondern kontraproduktiv ist. Es fehlt offenbar an Selbstreflexion, während Sendungsbewusstsein im Überschuss vorhanden ist.

  • Zum Vergleich mit dem letzten Bild: die Blickrichtung ist ungefähr dieselbe. Die "Zitronenpresse" ist im letzten Bild hier leider etwas falsch geraten; und welchen näheren Sinn es macht, das Münchner Dallmayr-Haus ins Bild einzuschmuggeln, mögen die zwei Mitglieder des Bremer Vereins für was auch immer vielleicht näher erläutern.

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/75/Fotothek_df_hauptkatalog_0041700_Dresden-Altstadt._Terrassenufer._Marschierende_Soldaten_des_J%C3%A4gerbataillons_in_Begleitung_Schaulustiger..jpg/960px-Fotothek_df_hauptkatalog_0041700_Dresden-Altstadt._Terrassenufer._Marschierende_Soldaten_des_J%C3%A4gerbataillons_in_Begleitung_Schaulustiger..jpg

  • Weingeist Hier in DD werden solche "Dallmayr"-Sachen nicht verfangen..

    Der Neumarkt gelang es u. a. auch deshalb, weil es Leute gab, die sich vor 27 Jahren regelrecht zur Unperson machten, als sie dafür eintraten (und dies auch nachweisen konnten!) Rekonstruktionen auf streng wissenschaftlicher Grundlage, unter Auswertung einer umfangreichen Dokumentation und v.a. an originaler Stelle zu errichten.

    Jenseits von stets hübsch anzusehenden Bildern war es auch eben diese Grundlagenarbeit (und kein x-beliebiges Herumhistorisieren), was die Politik am Ende überzeugte. Aber das wird Pagenthorn nicht groß anheben........