Hallo alle zusammen!
Ich habe einige Fragen zum Thema Ästhetik und Denkmalschutz alter Gebäude in Deutschland im Vergleich zu England und Frankreich aus der Sicht eines Fotografen. Auf dem Gebiet Denkmalschutz sowie der Architektur- und Architekturgeschichte bin ich Laie. Seit einiger Zeit Reise ich nun umher und habe eine Vorliebe für das Fotografieren alter Gebäude entwickelt, wie Andere hier wahrscheinlich auch. Als Deutscher bin ich natürlich erst durch Deutschland gereist und später dann außerhalb Deutschlands. Eigentlich bin ich fast nur noch im Ausland auf Reisen. Gerade auf dem Gebiet "romantisch" aussehender Gebäude dachte ich bisher immer Deutschland ist "the place to be". Nachdem ich jetzt vor allem viel in England und Frankreich gereist bin, bin ich davon allerdings nicht mehr so ganz überzeugt. Wenn ich mir die deutschen Gebäude so anschaue, erscheinen viele Häuser im Nachhinein totrenoviert, unter Verlust ihres vermeintlich ursprünglichen Charmes. In den meisten Fällen liegt das meiner Meinung nach an a) der Dacheindeckung b) der Fenster c) der lieblosen Gestaltung des Erdgeschosses d) das Fehlen markanter Schornsteine (vgl. Tudorhäuser in England). Ich Frage mich also warum das so ist. Natürlich ist auch im Ausland nicht jedes historische Gebäude eine absolute Augenweide, allerdings scheint mir die Erhaltung des kulturellen Erbes dort uns doch einen Schritt voraus zu sein.
Zu meinen Fragen - wie ist der Denkmalschutz in Deutschland organisiert? (Warum) dürfen Fenster, Türen, Dächer, Schornsteine in Form und Farbe gegenüber der ursprünglichen Ausführung verändert werden? Ich habe das Gefühl, dass bei uns in Deutschland sehr viel eher Baugenehmigungen vergeben werden als in England oder Frankreich -und der Denkmalschutz eben nicht richtig greift. Jemand sagte mir, dass eben vieles auch vom Geld abhängt und bei einem Geldmangel in Absprache mit der Denkmalschutzbehörde auch weniger historisch korrekte Instandhaltungsmaßnahmen zulässig sind (?). Warum gibt es in Deutschland nicht solche auffallend großen Schornsteine an alten Fachwerkhäusern so wie es bei vielen Tudorgebäuden in England der Fall ist?
Zum Beispiel wird die Altstadt von Celle immer beworben als dichtestes Fachwerkensemble in Deutschland. Das mag stimmen, das schönste Fachwerk findet man dort m.E. nicht :
Wie man sehr gut sehen kann, gibt es riesige Glasfronten und Schaufenster im Erdgeschoss und natürlich auch im Allgemeinen relativ große Fenster die Zeitgemäß sein mögen aber dem Charme eher weniger zuträglich sind. Die Gefache sind eher groß, gerade und wenig verziert. Auskragungen nur Ansatzweise.
Hier sieht man das Rathaus in Duderstadt. Die Fassade erscheint wie geleckt, die Dachziegel kommen in einem homogenen Orange daher, wie frisch aus der Fabrik. Alle Streben, Schwellen und andere Hölzer sind fast 100% gerade, nichts hat sich über die Jahrhunderte verzogen...
Hier ein Paradebeispiel aus England. Das Dach sieht sehr schgön aus, genau wie die Fenster. Die Schonrsteine runden das Bild ab.