Verlorene Landschaften

  • Ich bin zum Teil an der Nahe aufgewachsen, dort wohnte früher meine Großmutter. Landschaftlich lag dieser Bereich der Nahe an einem Naturschutzgebiet mit viel Raum für Auenwälder. Mit großem Abstand gab es allerdings einen Damm, der entlang der Nahe Anfang der 1930er gebaut wurde. Spannend war die alte Mühle, die ich noch mit Aquarell festhielt, bevor sie abgerissen wurde. Dazu gab es auch eine dramatische Geschichte von einem Müllergesellen, der den Müllermeister erschlug und in die in die Fremdenlegion floh. An der Mordstelle stand auch ein Kreuz. Noch faszinierender war dieser Fluss, ein wirkliches Mysterium, man konnte von den Bäumen ins Wasser springen, an den Kiesbetten Picknick machen, sich auf Bäumen verstecken, also ein Indiana Jones-Paradies für Kinder. Besonders gefreut hat es mich, als ein anderes Nahekind weit entfernt meine Flaschenpost fand. Wir hatten sogar längere Zeit eine echte Brieffeundschaft. Und die Vögel!!! man muss es erlebt haben, wenn kreischende Wildgänse im Tieflug über einen hinwegfliegen. Im Winter gab es auch mal gefährliche Momente, das gebe ich zu. Ich bewunder meine Eltern, wie absolut sorglos sie immer waren.

    Das natürliche Hochwasser in einer Auenlandschaft, - also wenn die Nahe mit Wasser anschwoll - war ein absolutes Highlight. Damit möchte ich kein Hochwasseropfer verunglimpfen oder verhöhnen. Der Damm wurde dann gebraucht, die Nahe verbreiterte sich extrem. Doch niemand ist gestorben oder wurde von den Fluten mitgerissen. Diese Verwandlung war bizarr und ein geräuschvolles Naturschauspiel. Danach entdeckte man tausend Dinge, was in den Ästen hing,...etc

    Zurück zu Bayern: In den letzten Jahren stand es in dem Raum nach Rain am Lech zu ziehen. Mit dem Fahrrad fuhr ich kreuz quer durch die Gegend. Erst fand ich es ganz nett, an der Donau ab der Lechmündung entlang zuradeln. Auf längere Sicht wurde es eintönig. Man konnte deutlich das Betonfundament der Donau sehen. Der Lech interessierte mich gar nicht. Ich nahm ihn als langweiligen Kanal wahr, der von Stauseen unterbrochen wurde. Die Stauseen werden zwar als Vogelstätten ausgewiesen, sie haben aber mit der Flora und Fauna, wie ich sie von der Nahe kannte, nichts zu tun. Störend fand ich auch immer das lärmende Wasserkraftwerk.

    Erst als ich mich mit dem dreißigjährigen Krieg und Tilly beschäftigte, wurde ich hellhörig, da man den Lech als "wild" beschrieb. "Einen wilden Gesellen, den man nicht zu Nahe treten durfte" Ab da dämmerte mir das ökologische Desaster.

    Deswegen interessierte mich diese Ausstellung, die ich letztes Wochenende in Augsburg besichtigte:

    Ein Wildfluss zum Cyborg

    Lech

    Lech

    Ausgedehnte Auwäler und weite Moorlandschaften säumten die Uferbereiche des Lechs nördlich von Augsburg, als dieser noch ein weitgehend unberührter Wildfluss war. Diese Feuchtgebiete beherbergten eine Vielzahl verschiedener Amphibienarten, unter anderem den Laubfrosch, der heute am Lech sehr selten geworden ist.

    Lech

    Lech

    Quote

    Eindringlich zeichnet Jens Soentgen nach, dass sich der Lech von einem Wilfluss in einen "Cyborg", ein Mischwesen zwischen Fluss und künstlich gesteuertem Kraftwerk verwandelt hat. Er wird wie ein Kraftwerk "gefahren", seine Wassermenge bestimmt sich durch den Strompreis auf der Leipziger Strombörse. Die Natur ist von der Technik völlig überformt, der Ingenieur triumphiert, der Fluss verschwindet. Der Lech steht damit für viele vergleichbare Flussregime und gigantische Staudammprojekte in aller Welt (..)

    Die Ähnlichkeiten der Argumentationen und der verheerenden Folgen für die Natur werden im internationalen Vergleich sichtbar. (...)

    Die künstliche Natur der Stauseen, des Forggensees, des Mandichosees, des Kuhsees bei Augsburg, erscheint in der privaten Fotografie wie in der Tourismuswerbung als natürliche Natur, sie wird zur Naherholung genutzt und wie selbstverständlich, als immer schon dagewesen angenommen. Dies ermöglicht einen nachdenklichen Blick auf das Naturverständnis und auf unsere Möglichkeiten, grundlegenden Naturwandel über Generationen hinweg überhaupt wahrzunehmen: Manchen in der heutigen jungen Generation erscheint der gestaute und verstümmelte Lech ebenso als Teil ihrer Kindheitsparadiese wie früheren Generationen der ungebändigte, reißende Wildfluss

    Lech

    Lech

    Beauty matters!

  • Der einst rauschende Fluss wird am Stauwehr zum schweigendem See, der in Beton gefasst ist.

    Lech

    Quote

    Die mit dem energetischen Ausbau verbundene Herabsetzung der Fließgeschwindigkeit reduziert nicht nur den Geschiebe- und Schwebstofftransport, sondern lässt zudem die Wassertemperatur des Flusses ansteigen. Dies begünstigt das Algenwachstum, was zu einer Farbänderung des Lechs führte. Er ist nicht mehr milchig bis durchsichtig, sondern grün. Bei der früheren anmutenden Trübung des Wassers handelte es sich um die sogenannte "Gletschermilch". Beim Auftreffen von Sonnenlicht refklektiert das vom Gesteinsabrieb getrübte Wasser vor allem blaugrüne Farbtöne. Dieser Effekt versetzt alpine Wildflüsse und Bergseen in ein angenehmes Türkis

    Lech

    Lech

    Beauty matters!

  • Die historische Aufnahme zeigt das einst ausgedehnte Flussbett mit zahlreichen Vögeln. Durch die Verbauung sind viele der usprünglichen Tier- und Pflanzenarten verschwunden. Ihren Platz nehmen heute Allerweltsarten ein.

    Lech


    Zwischen Landsberg und Augsburg hatte der Lech eine der großartigsten Wildflusslandschaften Europas geschaffen: Wilflusslandschaft in Höhe des heutigen "Stadtwaldes Augsburg": Luftaufnahme 1924

    Lech

    Quote

    Alte Karten, ja selbst alte fotografische Luftaufnahmen zeigen noch das Bild des unverbauten Lechs. Wie ein leicht gewundenes Band zieht sich der Wildfluss mit seinem hellen Schotterbett durch das Tal, wird in Talengen schmal und fächert sich auf weiter Talsohle auf.

    Näher betrachtet besteht der Wildfluss aus einer Vielzahl von Wasserrinnen in mitten ausgedehnter Kies- und Sandbänke. Dazwischen liegen angeschwemmte Baumstämme samt ihrem Wurzelwerk. Dabei gibt ein solches Bild nur die Momentaufnahme einer ständig im Wechsel begriffene Flusslandschaft wieder.

    Heutiges Luftbild

    Lech


    Diese Karten gehören zur ersten modernen Landaufnahme Bayerns. Sie basiert auf der systematischen Landvermesung Bayerns, durchgeführt vom 1801 gegründeten Statistisch-Topographischen Bureau.

    Donau-Lech-Mündung.

    Lech

    Dazu werde ich noch Fotos nachliefern, da ich diese Gegend sehr gut kenne.


    Heute

    Lech


    Diese Karten zeigen anschaulich den ehemaligen Wildflusscharakter des Lechs. Das geflochtene Flussbett und die ausgedehnten Feuchtgebiete am Ostufer lassen auh heute noch die wildromantische Schönheit dieser verlorenen Landschaft erahnen.

    Lech

    Lech

    Beauty matters!

  • Lech

    Es lagen zum Lesen viele berührende Bücher aus.

    Lech

    Aus diesem Buch zitierte ich

    Lech

    In Augsburg verbrachte ich wirklich einen netten Abend. Die Stadt hat was...

    Augsburg

    Hier der Lech bei Landsberg

    Lech

    ein gewöhnlicher grüner Fluss ;)

    Lech

    Es gibt auch Renaturierungsprojekte wie den "Licca Liber"

    Lech

    Beauty matters!

  • Sehr interessantes Thema.

    Das Erste was mir hierzu einfällt, ist natürlich Dieter Wieland mit seinen Filmen, in denen er ähnliche Fälle vorstellt, beide sind sehr sehenswert.

    Der Untergang der Donauauen

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    Und der bekannteste Fall an der Altmühl

    Das Altmühltal und der Kanal

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    Ein eigenes Foto von Burg Prunn, auf den ersten Blick ist alles wieder naturiert, es ist aber kein Vergleich zum erhaltenen Teil der Altmühl, bspw. zwischen Pappenheim und Eichstätt.

    Bayern ist immer noch wunderschön aber es könnte viel schöner und ursprünglicher sein, so vieles an Flora und Fauna ist verloren gegangen.

    "Seine Welt zeige der Künstler - die niemals war noch jemals sein wird“

    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • An die Diskussionen über den Main-Donau-Kanal kann ich mich noch erinnern. Erstaunlich dass damals solch ein Protest auf die Beine gestellt wurde, während der Umbau des Lechs und der Donau fast stillschweigend über die Bühne gegangen ist.

    Wieland ist natürlich toll. Da sitzt jeder Satz.

    "Der Untergang der Donauauen" sollte eigentlich Bestandteils des Bildungsauftrages unseres Freistaats sein. Interessant sind die Beschreibungen des Wassers. Man blickte beim Schwimmen auf einen Kiesboden und das Wasser hatte eine andere Farbe.

    Gelungen ist auch diese spirituelle Einblendung. Ein Fluss ist etwas Heiliges.

    Hier ein Artikel zum Hintergrund der Zerstörung, die auch zum Teil in der Ausstellung behandelt werden. Die Pläne liegen weiter zurück, als man denkt..

    "Ein ferngesteuerter Cyborg"
    www.sueddeutsche.de

    Eine Freundin schickte mir Fotos von Füssen. Anscheinend gibt es da noch ein Rest von Ursprünglichkeit.

    Lech bei Füssen

    Lech bei Füssen

    Ja, Bayern hat noch schöne Ecken mit vielen Seen. Doch ist es für mich seltsam: Die Deutschen sind Reiseweltmeister, bestaunen alles was schön, farbig und ursprünglich ist. Nur zu Hause ließ man zu, dass unsere "karibischen" Flüsse bis zur Unkenntlichkeit zerstört wurden.

    Beauty matters!

  • Eine weitere verlorene Landschaft „vor meiner Haustür“, das Altbayerische Donaumoos, eine Niederung südlich der Donau, im Dreieck zwischen Neuburg, Ingolstadt und Schrobenhausen gelegen.

    Ab 1796 wurde das Moor trockengelegt, was die größte Neulandgewinnung in Bayern seit dem Mittelalter darstellte. Das Donaumoos hat durch die Urbarmachung seinen Moorcharakter fast vollständig verloren und die niedermoortypische Vegetation ist größtenteils verdrängt worden. Vor allem die Entwässerung und der Ackerbau führten neben dem Torfstich zu einer deutlichen Absenkung des Geländeniveaus und zu einem erheblichen Bodenabtrag durch Winderosion. Pro Jahr sackt der Boden bis heute um einen bis zwei Zentimeter ab. In den vergangenen 200 Jahren sind so großflächig etwa 3 Meter Torf verlorengegangen. Dadurch ergeben sich viele Folgeprobleme, wie bspw. stärkere Fröste, Risse im Boden und häufigere Hochwasser.

    Charakteristisch sind die kilometerlangen schnurgeraden Straßen und Dörfer, die Felder sind im rechten Winkel, alles ist exakt geometrisch angelegt. Es wurden Kanäle mit einer Gesamtlänge von ca. 480 km von Hand im Laufe der Zeit angelegt.

    Man hat die Fruchtbarkeit der schwarzen Torfböden jedoch völlig überschätzt, daher waren die zugewiesenen Wiesen- und Ackerflächen der angesiedelten Kolonisten viel zu klein und man setzte sie somit einem Existenzkampf aus. Das Versprechen eines „Paradieses, goldener Ernten und Reichtums für Generationen“ blieb aus. Wer es sich leisten konnte, zog wieder weg, nur die Ärmsten blieben. Auch für den bayerischen Staatssäckel wurde es ein Fass ohne Boden, es ergaben sich immer wieder neue Kosten aufgrund notwendiger Unterstützungen und diverser Hilfsprogramme für „die Mösler“, die als Torfstecher, Korbmacher und Tagelöhner versuchten ihre Existenz zu sichern.

    Ziel ist heute eine dem Standort angemessene Landwirtschaft, die den Boden schont und pflegt, eine Sanierung des Wasserhaushalts, bis hin zu einer Moorrenaturierung, die als Kohlenstoffspeicher zudem auch ein wichtiger Klimaschützer wäre.

    Hierzu findet sich natürlich auch wieder eine Dokumentation von Dieter Wieland.

    Das Donaumoos

    Eine weitere Dokumentation über das Moos und das Leben der armen Kolonisten in ihren kleinen Häuschen und den harten Alltag mit ihren vielen Kindern, „zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel“. Besser wurde es für die Menschen erst in den 1950er Jahren, als man Arbeit bei der „Union“ im nahen Ingolstadt fand, auch bekannt als Audi.

    Auch das Schicksal der letzten Kolonistenhäuser, ohne Keller, Bad, Kinderzimmer und Balkon, alles auf das Nötigste beschränkt, die verlassen, verschlossen, ohne Zukunft dem Untergang geweiht sind bzw. (oftmals schon) waren, wird näher betrachtet.

    Kolonistenhäuser im Donaumoos - YouTube

    Eigene ältere Bilder aus dem Moos, entstanden zwischen Grillheim und Karlskron

    Natur an einem Kanal

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    Blick über das weite flache Land

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    Weitere Quellen:

    Altbayerisches Donaumoos – Wikipedia

    "Seine Welt zeige der Künstler - die niemals war noch jemals sein wird“

    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Eine weitere verlorene Landschaft stellt das Erdinger Moos dar, ein rund 255 Quadratkilometer großes Niedermoorgebiet im Nordosten von München, das von großflächigen Trockenlegungsmaßnahmen lange Zeit verschont blieb und als Weidefläche und Jagdgebiet genutzt wurde.

    Erste Versuche das Moor zu entwässern, datieren von 1567, da diese damit jedoch die Jagdreviere der Freisinger Fürstbischöfe beeinträchtigten, wurde ihr Vorhaben rasch unterbunden. In einigen Anrainergemeinden erfolgten jedoch erste Entwässerungen kleinerer Moorteile am Rande des Mooses. Im Jahr 1700 wurde ein Entwässerungsgraben, die heutige Goldach angelegt und ab 1764 Moorgebiete im hochstiftischen Gebiet in größerem Umfang in Privatbesitz umgewandelt und kultiviert.

    Das nach damaliger Meinung "unnütze" und "gesundheitsschädliche" Moor wurde ab Mitte der 1820er Jahre planmäßig trockengelegt und besiedelt. Wie auch im Donaumoos waren die Parzellen für die neu angesiedelten Kolonisten jedoch viel zu klein bemessen, da man davon ausging, dass der Moorboden nur entwässert werden müsste. Anstatt von der Landwirtschaft lebten daher die Kolonisten fast ausschließlich von der Ausbeutung der Torfvorkommen. Das Gros des geförderten Rohstoffes verbrauchten die großen Brauereien und Ziegeleien (vor allem aus München, Erding und Freising); die über das Moos verteilt eine Reihe von Schwaigen gegründet hatten. Erst ab 1880/90 waren durch flächendeckenden Einsatz des neu erfundenen Kunstdüngers auch auf dem Moorboden gute Ernteerträge möglich.

    Die Trockenlegung des Erdinger Mooses war im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts weitgehend abgeschlossen, in den 30er Jahren waren nur noch 10% der ursprünglichen Fläche vorhanden.

    Die Entwässerung hatte erhebliche ökologische Auswirkungen, da der Boden nach der Anlage des Mittleren-Isar-Kanals zu stark austrocknete. Die Folge waren unter anderem Staubstürme, die ab den 1930er Jahren bis Anfang der 1960er Jahre beobachtet wurden. Erst als verstärkt Grünlandwirtschaft betrieben und Sonderkulturen (Gemüse) eingeführt wurden, besserte sich die Situation. Auch die Zunahme der Waldflächen trug zum Ende der Winderosion bei. 1960 beschloss der Erdinger Kreistag, die verbliebenen Mooswälder, Streuwiesen und Torfstiche unter Naturschutz zu stellen. Zur Ausweisung eines Schutzgebiets kam es jedoch nicht mehr, da das nur dünn besiedelte Gebiet 1969 als Standort des neuen Großflughafens der bayerischen Landeshauptstadt auserkoren wurde. Der Bau des Flughafens mit seinem immensen Flächenverbrauch, dem auch einige Mooskolonien zum Opfer fielen, bedingte eine weitere spürbare Absenkung des Grundwasserspiegels und führte zur Zerstörung weiterer Teile der einstigen Moorlandschaft.

    Heute ist das ehemalige Moos in vereinzelte und voneinander isolierte Flächen unterteilt, diese sind aufgrund ihrer Isolation und den Klimawandel bedroht. Neben der Freisetzung großer Mengen Kohlendioxid und Lachgas, sind auch die Tier- und Pflanzenwelt und viele für den Naturschutz besonders wertvolle Arten seltener geworden, viele wertvolle Lebensräume sind verloren gegangen.

    Ziel ist es jetzt die niedermoortypischen Lebensräume, die noch vorhanden sind, zu erhalten und zu verbessern, bereits stark veränderte Lebensräume wiederherzustellen und neu zu schaffen bzw. das gesamte Ökosystem Moor zu stärken.

    Dies soll durch folgende Maßnahmen erreicht werden:

    - Anhebung des Wasserstandes in ausgewiesenen Kernzonen

    - Abflachung von Entwässerungsgräben und Anheben der Grabensole

    - Schaffung von Gewässerrandstreifen

    - Entbuschung

    - Extensive Grünlandnutzung in Form von Beweidung

    - Angepasste Pflege für bestimmte Arten

    - Förderung artenreicher Mäh- und Streuwiesen durch Extensivierung und angepasstes Mähen

    - Anlage von Feuchtbiotopen


    Ein paar Eindrücke der Landschaft

    Viehlaßmoos

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    Harald Süpfle / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons), Quelle

    NSG-Viehla-moos-03-HS.jpg

    Harald Süpfle / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons), Quelle

    Knabenkraut

    NSG-Viehla-moos-21-Knabenkraut-Burger-Wiese-HS.jpg

    Harald Süpfle / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons), Quelle

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    Harald Süpfle / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons), Quelle

    Quellen:

    Trockenlegung des Erdinger Mooses – Historisches Lexikon Bayerns

    Projekt Biotopverbund und Moorschutz - BUND Naturschutz in Bayern e.V.

    Erdinger Moos - BUND Naturschutz in Bayern e.V.

    Erdinger Moos – Wikipedia
    de.m.wikipedia.org

    "Seine Welt zeige der Künstler - die niemals war noch jemals sein wird“

    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Ein paar aktuelle positive Nachrichten zur Moorrenaturierung

    Wiedervernässung im Kirnbergmoor im Nordwesten Penzbergs (Landkreis Weilheim-Schongau)

    Moorrenaturierung des Schwarzlaichmoors im Pfaffenwinkel

    Moorrenaturierung des Schwarzlaichmoors im Pfaffenwinkel - LfU Bayern

    Wiedervernässung im Nienwohlder Moor (Kreis Segeberg)

    Das Nienwohlder Moor erwacht: Baumaßnahmen zur Wiedervernässung starten

    Wiedervernässung im Badenermoor in Achim (Landkreis Verden)

    Ein Artikel über Versuche, die Waldmoore in Schleswig-Holstein wieder zu bewässern.

    Wie das Wasser ins Waldmoor zurückkommt
    Sie können CO2 speichern und noch mehr binden, wenn Pflanzen auf ihnen aufwachsen: Welche Bedeutung Waldmoore für den Klimaschutz haben.
    www.shz.de

    Informationen zum Förderprogramm 1.000 Moore des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit

    1.000 Moore: Klimamoorschutz – Wiedervernässung naturschutzbedeutsamer Moore- BMUKN - Föderprogramm
    Nasse Moore sind als natürliche Kohlenstoffspeicher entscheidende Partner für den Klimaschutz. Darüber hinaus tragen sie als wertvolle Ökosysteme zum Erhalt…
    www.bundesumweltministerium.de

    "Seine Welt zeige der Künstler - die niemals war noch jemals sein wird“

    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Ein Artikel über die zentrale Bedeutung nasser Moorböden für den Klimaschutz und den aktuellen Stand sowie das Ziel der Moorrenaturierung der bayerischen Staatsregierung.

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    Bayern kommt bei der Moorrenaturierung nur schleppend voran

    In Bayern gibt es insgesamt etwa 220.000 Hektar Moorböden. Die sind zu etwa 95 Prozent entwässert und werden meist land- oder forstwirtschaftlich genutzt. Dadurch entweichen jährlich etwa 6,7 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Diese Menge entspricht etwa acht Prozent der bayerischen fossilen Gesamtemissionen.

    Quote

    Ziel der Staatsregierung ist, 55.000 Hektar wieder zu vernässen. Im Zeitraum von 2018 bis 2024 waren es im Freistaat insgesamt 6200 Hektar land- und forstwirtschaftlich genutzte Moorflächen.

    Quote

    Das ist nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, es entsteht auch wieder mehr Lebensraum für besonders seltene Tiere.

    Quote

    Ein intaktes Moor schützt außerdem vor Hochwassergefahren. Denn die Torfmoose saugen bei Starkregen Wasser wie ein Schwamm auf und geben es langsam wieder ab.

    Quote

    Doch im vergangenen Jahr mussten bereits geplante Projekte zurückgestellt werden, weil staatliche Fördermittel für die Landschaftspflege überraschend gekürzt wurden, so Elisabeth Pleyl. "Oberbayernweit wäre im Jahr 2025 die zehnfache Fläche für Wiedervernässung möglich gewesen, als wir tatsächlich renaturieren konnten."


    Wasser für Moorböden: Wichtig für den Klimaschutz
    Fast alle Moore in Bayern sind entwässert. Doch wenn Torfboden nicht voller Wasser ist, entweichen klimaschädliche Gase. 55.000 Hektar Moorfläche will die…
    www.br.de

    "Seine Welt zeige der Künstler - die niemals war noch jemals sein wird“

    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Direkt vor meiner Haustür liegt eine verlorene Landschaft. Dutzende Dörfer mit teils jahrhundertealter Bausubstanz sind unwiederbringlich verschwunden, ganze Kultur- und Naturlandschaften dauerhaft zerstört. Mit dem Verlust dieser Landschaft hat der südliche Niederrhein einen großen Teil seines Herzens eingebüßt und nichts davon wird je zurückkehren, aber hey, wir sollen ja einen See bekommen. Der See soll durch Wasser aus dem Rhein entstehen, doch angesichts immer häufiger auftretender Niedrigwasserphasen ist das kaum realistisch.

    Hier ein paar Luftaufnahmen

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    Borschemich zum Beispiel war älter als Mönchengladbach.

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    Immerath hatte eine auffällig große Kirche

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  • Das Pendant dazu in Brandenburg bei Cottbus/Peitz:

    Das damalige Werbevideo (vor 6Jahren) der Leag:

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    Der Cottbuser Ostsee bei Peitz entsteht aus dem stillgelegten Braunkohletagebau Cottbus-Nord, der von 2019 bis Ende 2024 mit Spreewasser geflutet wurde. Er wird mit 1.900 Hektar der größte See Brandenburgs und ein neues Erholungsgebiet. Das Projekt verwandelt den Tagebau in eine Bergbaufolgelandschaft mit Stränden, Häfen und Naturschutzbereichen.

    Leag 'vom Tagebau zum Ostsee':

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    Wichtige Fakten zum Projekt:

    Standort: Östlich von Cottbus, nahe Peitz.

    Ursprung: Ehemaliger Braunkohletagebau Cottbus-Nord (stillgelegt 2015).

    Entwicklung: Die Flutung begann im April 2019 und erreichte Ende 2024 ihren Nominalpegel von 62,5m über NHN. Es wird weiterhin Wasser aus der Spree zur Stabilisierung eingeleitet.

    Größe: Wasserfläche von ca. 1.900 Hektar, maximale Tiefe ca. 30 Meter.

    Nutzung: Geplant als Erholungsgebiet mit Tourismus, Häfen und Campingplätzen.

    Stabilität: Das Fluten verhindert das Austreten von Säure aus der Innenkippe.

    Aktuell ist der Zielwasserstand erreicht.

    Dennoch bleibt dort weiterhin Baustelle und Nutzung als Badesee erstmal verboten, da Uferbereiche noch verfestigt werden müssen und das Wasser sich noch setzt.

    Im Gegensatz zum stillgelegten Tagebau Cottbus-Nord ist der Tagebau Jänschwalde, mit all seinen Konsequenzen, weiterhin in Betrieb und liefert Kohle für das nahe Kraftwerk.


    Cottbuser Ostsee – Alle Informationen zur Entwicklung des Cottbuser Ostsees

    Natürlich wurden auch hier zwischen 1980-2010 Dörfer für den Tagebau geopfert und umgesiedelt.:

    Groß Lieskow & Klein Lieskow: Bereits in den 1980er Jahren wurden diese Orte für die Kohleförderung zerstört.

    Lakoma: Die Ortschaft und das Lakomaer Teichgebiet verschwanden 2008, der Ortskern wurde 2010 erreicht.

    Tranitz: Ebenfalls der Kohle gewichen.

    Teilabbrüche: In Schlichow und Merzdorf wurden Teile der Orte devastiert.

    Diese verschwanden nur für das Gebiet um den Cottbusser Ostsee. Über 80 Ortschaften sind laut wiki für den Kohleabbau 'Ost' in der Lausitz abgebrochen worden.

    Gedenken: Das Archiv verschwundener Orte in Forst (Lausitz) dokumentiert diese Verluste.

    Archiv Verschwundener Orte - Die Ausstellung

    Laut dieser Seite sind deutlich mehr Orte gegangen worden:

    "Insgesamt 137 Lausitzer Orte mussten seit 1924 dem Braunkohlebergbau ganz oder teilweise weichen, über 25000 Menschen (dies nur offizielle Zahlen) verloren so ihre Heimat. Heute liegen die "verschwundenen Orte" vielfach unter künstlichen Seen oder rekultivierten Halden."

    Die dort erwähnte Ausstellung vom Archiv Horno ist wohl ins neue Museum in Forst umgezogen. Auf der Museumswebsite heißt es:

    "Die Dauerausstellung "Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlungen" im Archiv verschwundener Orte verlässt nach 18 Jahren ihren bisherigen Standort und wird Teil der neuen Ausstellung des Brandenburgischen Textilmuseums Forst (Lausitz).

    Ab 14.09.2024 bleibt die Ausstellung dauerhaft geschlossen." 🤐 Ich hoffe das ändert sich noch. Man will ja keine bewusste Zensur von realen Auswirkungen des Tagebaus durch verantwortliche Entscheidungsträger vermuten.

    Stadt Forst (Lausitz) - Forster Museum für Textil- und Industriegeschichte Lausitz

    Diese dort aktuelle Sonderausstellung könnte für Stadtbildfreunde, unabhängig vom Kohletagebau und seinen Konsequenzen bzgl. Stadterkundungen wohl auch interessant sein:

    Stadt Forst (Lausitz) - Annäherungen. Forst (Lausitz) - Sonderausstellung im Forster.

    Nochmal ein Rückblick nach 2013 wofür die Orte abgebrochen wurden:

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    <Die letzten Sekunden zeigen wieder sehr deutlich, weshalb die Berichte überwiegend positiv gehalten sind. Vattenfall/Leag ist recht laut..

    Und ein Blick in die Gegenwart des etwas südlicheren Tagebaus in Schwarze Pumpe zeigt der Mensch ist sehr käuflich..Stichworte: Machtgefälle, Pragmatismus, Verantwortung, Entwurzelung

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    Die (Ober)Lausitz in ~6Minuten:

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    Eine längere Doku über die Lausitzer 'Wildnis' der ErlebnisErde Ard-Mediathek bei YouTube. Etwas weniger Leag erhebend und vordergründig neutraler. Wobei der vorangegangenene Bericht von Vitusstädter die letzten Worte zur Einzigartigkeit dieser Landschaft in Deutschland widerlegt:

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    Ich schließe mal mit den Worten von Falk Liedermacher:

    Positiv, positiv...wir bleiben alle positiv.😶‍🌫️

  • Im Vergleich mit den Seen, die im Rheinischen Revier entstehen, macht der Cottbuser Ostsee nicht viel her:

    Der Hambacher See entsteht im Tagebau Hambach.

    - Fläche: Geplant sind rund 42 Quadratkilometer (4200 Hektar).

    - Maximale Tiefe: Er soll mit bis zu 400 Meter Tiefe der tiefste See Deutschlands werden und das zweitgrößte Binnengewässer nach dem Bodensee.

    Garzweiler See:

    - Fläche: Geplant sind rund 23 Quadratkilometer.

    - Maximale Tiefe: Etwa 190 Meter.


    Dagegen nimmt sich der Cottbuser Ostsee mit gerade einmal 19 Quadratkilometern und einer mittleren Tiefe von 9 Metern recht mickrig aus.


    Dann hört man, dass es jede Menge Probleme mit dem See gibt. Die lockeren Kippenböden des ehemaligen Tagebaus neigen zu Rutschungen. Ein bekanntes Ereignis im Jahr 2020 war eine Böschungsrutschung, die eine fast acht Meter hohe Flutwelle auslöste. Solche Instabilitäten führten dazu, dass Genehmigungen für Sanierungsarbeiten überarbeitet werden mussten und die Uferbereiche sowie das Befahren des Sees aus Sicherheitsgründen lange Zeit gesperrt blieben. Das Betreten der Ufer ist aufgrund der Lebensgefahr durch mögliche weitere Setzungsfließrutschungen weiterhin verboten. Daher ist der See noch nicht für den allgemeinen Badebetrieb freigegeben. Dies wird voraussichtlich erst nach 2030 der Fall sein. Damit ist die Hoffnungen auf eine schnelle touristische Nutzung mit vielen Fragezeichen versehen.

  • Diese Umwandlung ist für mich kein Trost. Ich wohne ja selbst an solch einem künstlichen (Schlamm-)See, welcher vom Kanal gespeist wird. Urlaubsfeeling kommt nicht auf, auch wenn ständig damit geworben wird. Im Gegensatz zu Frankreich. Dort hat sich ein richtiger Flusstourismus etabliert und nicht nur an den berühmten Ardeche-Schluchten. Überall sind herrliche Radwege, aber nicht so eintönig wie bei uns an den Kanalflüssen und Wasserkraftwerken entlang, sondern verschlängelt, im Stadtbild wunderschön integriert und für Kinder ein Paradies.

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    Flusslandschaft

    Flusslandschaft

    Beauty matters!

  • Ergänzend:

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    RWE Tagebau Garzweiler in NRW: Wie der Kohleausstieg alles verändert | Länderspiegel | 28.01.2026

    ,,Das Dorf Kuckum am Rand des Tagebaus Garzweiler in Nordrhein-Westfalen. Jahrelang war klar: Dieser Ortsteil von Erkelenz wird für den Braunkohleabbau abgebaggert. Die Menschen sollten gehen und ihre Häuser verschwinden. Doch dann kam 2022 die politische Wende und eine Entscheidung, die alles veränderte - Das Geisterdorf Kuckum bekommt eine zweite Chance. Doch wie lebt es sich an einem Ort, der längst aufgegeben war?"

  • Ich würde zwar noch nicht von verlorener Landschaft bei der Nordsee sprechen, da die Eingriffe von den Orten aus, an denen sich Menschen aufhalten, nicht zu beobachten sind, dennoch aber sind die jüngsten Beschlüsse extrem kritisch zu betrachten:

    • Beschleunigungsgebiete: In Gebieten, die vorab strategisch geprüft wurden, entfällt für die Entwickler die individuelle Umweltverträglichkeitsprüfung und die artenschutzrechtliche Prüfung auf Projektebene.
    • Überragendes öffentliches Interesse: Windkraft hat nun gesetzlich Vorrang vor fast allen anderen Belangen. Das bedeutet: Wenn ein Naturschutzbedenken gegen ein Windrad steht, gewinnt im Zweifel fast immer das Windrad.
    • Genehmigungsfiktion: Wenn Behörden nicht innerhalb bestimmter Fristen antworten, gilt die Genehmigung in manchen Bereichen teilweise als erteilt.

    Verbände wie der WWF oder der BUND kritisieren dies scharf. Sie argumentieren, dass ohne Einzelprüfung lokale Besonderheiten übersehen werden.

    • Biodiversitäts-Punkte: Wer Fundamente baut, die aktiv als Riff dienen oder besonders leise Rammmethoden nutzt, bekommt bei der Vergabe den Vorzug.

    Ergo, in den meisten Fällen werden nun die Fundamente einfach im Meer gelassen. Bisher mussten dafür hohe Rückstellungen gebildet werden für den Rückbau.

    • Recycling-Quote: Entwickler müssen nun nachweisen, wie sie die riesigen Rotorblätter später recyceln.
    • Dekarbonisierung der Kette: Es gibt Auflagen zum CO2-Fußabdruck des verwendeten Stahls. Die Halogengase werden Schritt für Schritt verboten

    Recycling heißt hier wohl thermische Verwertung...
    Bei der Dekarbonisierung der Branche geht es immerhin voran.

  • Der Cottbuser Ostsee bei Peitz entsteht aus dem stillgelegten Braunkohletagebau Cottbus-Nord, der von 2019 bis Ende 2024 mit Spreewasser geflutet wurde. Er wird mit 1.900 Hektar der größte See Brandenburgs und ein neues Erholungsgebiet. Das Projekt verwandelt den Tagebau in eine Bergbaufolgelandschaft mit Stränden, Häfen und Naturschutzbereichen.

    Die Gegend um Cottbus und der Spreewald haben mit Wassermangel zu kämpfen. Jeder neue See vergrößert die Verdunstungsfläche. In Berlin spricht man bereits davon, dass ein WASSERKRIEG zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt auf der einen Seite und Brandenburg und Berlin auf der anderen Seite droht.

  • In Berlin spricht man bereits davon,

    Im Spreewald ist diese Sorge um das Wasser bereits seid locker 2 Jahrzehnten Thema...

    Mit den Entscheidungen um den Tesla-Standort Grünheide wurden diese Sorgen und Klüfte noch zusätzlich befeuert.

    Es gibt insgesamt einige Gräben im Verhältnis Berliner-Brandenburger und doch sind die jeweiligen Parteien heutzutage quasi symbiotisch aufeinander angewiesen. 🤷‍♀️