Neubau Hamburgische Staatsoper

  • aus der FAZ:

    Unrecht hat der Autor damit natürlich nicht. Ein bisschen Greenwashing und die Herzen der grün-bewegten Städter fliegen einem zu...

    Wenn der Autor sich in das Thema eingelesen hätte, wüsste er, dass das begrünte Dach eine zwingende Vorgabe des Sponsors war (- der einer parteipolitischen Nähe zu den Grünen 100% unverdächtig ist).

    Herr Kühne saß in Form seiner Stiftung auch mit in der Jury.

  • Davon mal abgesehen: Was ist schlimm an einem parkartig gestalteten Dach, das öffentlichich zugänglich ist?

    Ist das ein Thema für einen Kulturkampf? Oder darf man sich als Hamburger einfach auf einen weiteren schönen Aussichtspunkt freuen?

    Anbei: Der Blick vom Dach des begrünten Feldstraßenbunker. Ein Ort, der fast 80 Jahre lang für die Öffentlichkeit unzugänglich war, und heute ein kleiner Park ist.

  • Wo ist das Problem? Oper ist ohnehin "Edelkitsch", da kann man doch dann gleich die passenden Gebäude bauen!? :smile:

    Mir gefallen die Anklänge an die Architektur der 50er Jahre. Aufschwung, Aufblühen, Bewegung, Heiterkeit. Innen ein konventionelles Rangtheater, gut für die Atmosphäre. Sehen und gesehen werden, alles dabei.

    Ist der Innenraum eigentlich komplett mit Holz verkleidet? Es sieht ja gut aus, aber schluckt das nicht den Gesang?

  • Was soll denn mit dem bisherigen denkmalgeschützten Opernbau geschehen? Der Teil aus den 1950ern ist zwar nicht jedermanns Sache, aber irgendwie ist das ja auch Teil der Hamburger Oper. Soll das nach bester Hamburger Art abgerissen werden?

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Was soll denn mit dem bisherigen denkmalgeschützten Opernbau geschehen? Der Teil aus den 1950ern ist zwar nicht jedermanns Sache, aber irgendwie ist das ja auch Teil der Hamburger Oper. Soll das nach bester Hamburger Art abgerissen werden?

    Gute Frage.

    Ein Abriss ist jedenfalls nicht geplant. Verkauf unter Beibehaltung des Denkmalschutzes („Musicaltheater“).

    Wobei ich keine Vorstellung habe, wer sich das finanzielle Fass ohne Boden antun wollen wird.

  • Die FAZ ist nicht glücklich mit dem Entwurf - „Kitsch“ bzw. „Neofeudalismus“:

    FAZ (Paywall).

    Den Artikel kann ich mangels Abo nicht lesen. Aber eine Begründung, was an diesem Entwurf nun kitschig und feudal ist, würde mich schon interessieren.

    Danke für den Beitrag und die Pläne!

    GPT fasst den Artikel so zusammen:

    Die FAZ zeichnet ein sehr kritisches Bild des geplanten Neubaus der Hamburger Oper in der Hafencity. Bjarke Ingels’ Siegerentwurf – ein terrassierter, bepflanzter „Ozeandampfer“ am Baakenhöft – wird als edelkitschiger Mix aus Glas, Weiß und Pseudo-Naturinseln beschrieben, der vor allem den Geschmack des Mäzens Klaus-Michael Kühne und der grünen Stadtpolitik bedient.

    Obwohl das bestehende Opernhaus am traditionellen Innenstadtstandort als völlig ausreichend gilt, wird nun ein Prestigeprojekt durchgesetzt, dessen wahre Kosten wohl deutlich über einer Milliarde Euro liegen; die Stadt dürfte am Ende mindestens 700 Mio. Euro tragen, ähnlich intransparent wie einst bei der Elbphilharmonie. Parallel rettet Hamburg mit rund 595 Mio. Euro den gescheiterten Elbtower und macht ihn zum Notquartier für das Naturkundemuseum – ein Deal, von dem wiederum Kühne profitiert. All dies geschieht, während die Stadt nach Volksentscheid enorme Mittel für Klimaschutz, Verkehrswende und energetische Sanierung aufbringen müsste.

    what we do in life echoes in eternity

    deo volente

  • Alsooo…

    Das begrünte Dach der neuen Oper hat nichts mit Anbiederung ans grüne Hamburg zu tun, sondern war eine Vorgabe von Herrn Kühne (- die freilich gerne angenommen wurde und wird).

    „Edelkitsch“ - wenn das Kitsch ist, dann gerne mehr Kitsch für Hamburg. Nehmen wir.

    Die Kosten sind viel zu niedrig angesetzt: Ja, davon gehe ich auch aus! Der Schuss ins Blaue mit 1ner Mrd der FAZ dürfte deutlich realistischer sein als die vorgegebenen 300 Mio. Die genauen Kosten werden in der Feinplanung in den kommenden 2 Jahren ermittelt. Erst danach wird sich die Kühne-Stiftung final entscheiden, ob sie den Bau startet oder nicht. Herrn Kühne wurde sehr deutlich klar gemacht, dass er die Oper selbst finanzieren muss. Über die notwendigen Mittel verfügt er zweifellos.

    Elbtower: Korrekt, Hamburg hat die ohnehin für den Bau des Naturkundemuseum geplanten Mittel umgewidmet und wird stattdessen etwa 1/3 der Geschossflächen für 600 Mio kaufen.

  • Der Entwurf erinnert mich doch sehr an die "Schwangere Auster" in Berlin.

    Wissen allein bringt nichts. Nur das angewandte Wissen verändert die Dinge.

  • Die WELT berichtet von einer Gruppe von Wissenschaftlern, die sich für ein Moratorium betreffend der Neuen Oper aussprechen:

    Eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordert mehr Zeit für eine gründliche Debatte über den Bau der Hafencity-Oper in Hamburg. Neben einem Moratorium brauche es eine Enquete-Kommission, teilte der Initiator der Initiative, Jürgen Zimmerer, mit [...]

    Der geplante Stiftungsbau werfe erinnerungspolitische Fragen auf: So sei der Baakenhafen einer der wenigen authentischen Täterorte für den Genozid an den Herero und Nama (1904-1908) im heutigen Namibia. Es müsse verhindert werden, dass eine angemessene Gedenkstätte durch einen Opernbau überschrieben werde. „Hier wird Geschichte weißgewaschen“, kritisierte Zimmerer. Problematisch sei zudem, dass der Stifter Kühne bisher die Vorwürfe intransparenten Umgangs mit der NS-Geschichte seines Unternehmens nicht ausräumen konnte, hieß es.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Jürgen Zimmerer ist jener ultralinke Historiker aus dem Lager der Postkolonialisten, der letztes Jahr mit Philipp Oswalt das Berliner Schloss "umgestalten" wollte. Derzeit schießt sich der sympathische Herr besonders auf den Mäzen Klaus-Michael Kühne und die NS-Vergangenheit seiner Firma ein. Nach dem Berliner Schloss richten sich die neuesten "Forderungen" also gegen das geplante Opernhaus.

  • Ach herrje.

    Die nächsten 2 Jahre tut sich dort plangemäß ohnehin erstmal nichts. Das sollte langen, um zu diskutieren - ganz ohne Moratorium.

    Die einzigen baulichen Überbleibsel aus der Zeit vor 1914 am Baakenhafen sind die Kaimauern. Der größte Teil dieser Kaimauern wurde nun gerade im Zuge des Ausweitung der Hafencity nach Osten durch moderne Mauern ersetzt, ohne dass es die Aktivisten, die sich hier jetzt melden, gestört hätte.

    Nur wenige Meter der verbleibenden alten Kaimauern befinden sich auf dem künftigen Operngelände, der Rest ist bereits durch neue ersetzt. Persönlich hätte ich Null Probleme damit, diese paar Meter zu belassen, wie sie sind, und eine Gedenktafel oder vielleicht auch einen kleinen Museumsraum mit Hinweisen auf das damalige Geschehen mit in die Planung aufzunehmen. Aber dafür braucht es wohl kaum ein Moratorium, dass über die 2 ohnehin vorgesehenen Planungsjahre hinausgeht.

    Die wirkliche Absicht dieser Leute ist aber wohl leider eine andere: Die Oper zu verhindern.

  • Die wirkliche Absicht dieser Leute ist aber wohl leider eine andere: Die Oper zu verhindern.

    Beziehungsweise in endlosen Quatsch-Runden ("Enquete-Kommission"), Tagungen, Veröffentlichungen, Anhörungen, Studien etc etc für die dann gleich das passende Personal aus dem Wissenschaftsbetrieb und die üblichen Verdächtigen aus der sog. "Zivilgesellschaft" bereitstünden mit Verzögerungstaktik noch so viel Euros wie möglich für sich und seinesgleichen rausholen zu können.

  • Die Stadt übernimmt keine Verantwortung für 2 Spielstätten. Die heutige Oper wird verkauft.

    Der Wegfall der ansonsten anstehenden Renovierungskosten für den Altbau war immer das zentrale Argument für den Neubau. Hieran hat sich nichts geändert.

  • Ich hatte übersehen, dass das Thema bereits durch ist. Die Bürgerschaft hat gestern der Senatsvorlage zum Neubau der Oper mit breiter Mehrheit zugestimmt. Ein Entgegenkommen gegenüber den Kritikern gibt es nicht.

    NDR