Display MoreLetztlich ist es eine Nebensache, wie man sich im Vergleich Ulm oder Dresden gegenüber Nürnberg verhält. Der zentrale Punkt ist vielmehr, dass der „glorreiche Wiederaufbau“ heute eher imaginär ist – eine Vorstellung, ein Wunschbild, aber keine Realität.
Als ehemaliger Bewohner Nürnbergs verspüre ich mit einer gewissen Traurigkeit keinerlei Wunsch, in die Stadt zurückzukehren – nicht einmal für einen Wiederbesuch. Die Stadt ist dafür schlicht nicht schön genug.
Ich kenne jeden Stein der Altstadt, und sie wird mit den Jahren nicht schöner. Während andernorts traditionelle Neubauten entstehen oder zumindest ernsthaft diskutiert werden, fehlt hier selbst der Wille zur Veränderung. Das Pellerhaus kommt nicht zurück. Man stelle sich einmal eine Rekonstruktion des Hauptmarkts vor, vergleichbar mit Hildesheim. Doch solche Gedanken bleiben reine Gedankenspiele.
All jenen, die Nürnberg so leidenschaftlich loben, möchte ich daher vorschlagen: Wohnt mindestens ein oder zwei Jahre in der Altstadt – und erzählt mir danach, ob eine zweite Wiederaufbauwelle wirklich nicht bitter nötig wäre.
Hauptmarkt
https://maps.app.goo.gl/JAoAhTneJkrqtYJw6?g_st=ac
Hildesheim Marktplatz
Niemand wird bestreiten, daß der Hildesheimer Marktplatz besser aussieht als der Nürnberger Hauptmarkt, der vor allem im Süden stark abfällt.
Ansonsten bietet Hildesheim meiner Meinung nach recht wenig.
Mir missfällt in Nürnberg auch, daß es ständig unschöne Einsprengsel gibt. Ich ärgere mich dann, weil mit geringen Mitteln einfach viel mehr ginge. Es bleibt dann die Frage, ob man das Hauptaugenmerk auf das Schöne oder das Hässliche legt.
Vergleiche zu Dresden sind müßig. Dieses lebt als ehemalige Residenzstadt von einzelnen Großbauwerken. Natürlich sind dort die Rekonstruktionen sehr zu loben. Ich selbst mag gerade die Kunstmuseen dort sehr. Außerhalb dieser rekonstruierten Insel wird es hingegen sehr schnell wieder real-sozialistisch.






