• Als Partnerstadt von Frankfurt/Oder und direkter gegenüberliegender Grenzstadt in Polen gibt es hier im Forum bisher keinen eigenen Strang!?

    Dann muss ich das wohl ändern 😉

    Ich bin zwar, wie wahrscheinlich die Mehrheit der nahe Wohnenden überwiegend Tanktourist, aber ein paar Freizeitaktivitäten und der Markt ziehen mich auch immer mal wieder rüber.

    Direkt an 'meiner' Tanke in Odernähe befindet sich dieses Gebäude:

    Vielleicht gibt es ja auch dort noch was zu entdecken!?😉

  • An der von Herr Herrmann erwähnten Kirche kommt man auf dem Weg von der Stadtbrücke Richtung 'Großem Markt' vorbei. Das Gebäude ist mir schon öfter ins Auge gefallen. Es ist jetzt nicht gerade die Architektur, die mir persönlich herausragend gut gefällt, aber es sticht in jedem Fall gegenüber anderen Gebilden der Stadt heraus.

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    Aber der Innenraum, den ich diesmal bedauerlicherweise nicht aus der Nähe bewundern konnte, besonders hier die Bleiglasfenster, ist/sind wirklich sehenswert.

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    Wieder in Richtung Kreisverkehr am Grenzübergang befindet sich zwischen einem Mix aus Altbauten und diversen Platten und Hütten dieser Gedenkpark.

    Pomnik Pamięci Zesłanych na Sybir i Walczących o Wolną, Niepodległą Polskę (Denkmal für das Gedenken an die nach Sibirien Verbannten und für ein freies, unabhängiges Polen Kämpfenden) in Słubice, Polen.

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    Direkt daran angrenzend befindet sich dieses Gebäude, welches einst den Stadtnamen weithin hat sichtbar werden lassen:

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    Gleich daneben kommen Süßschnäbel auf ihre Kosten:

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    Der alte Kinopalast liegt zwischen einigen historischen Gebäuden, die teils aufbereitet, teils arg beschnitten und teils, so wie es selbst dem Verfall ausgeliefert sind. Sicher nicht ganz zufällig prankt, statt dem alten Schriftzug 'KINO PIAST', heute in den alten Lettern mahnend 'NO PAST' an der Front...keine Vergangenheit!?Das lässt viel Platz zum Philosophieren und Interpretieren, aber am Schönsten wäre Rekonstruieren:

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    Ich habe noch ein paar Bilder von interessanten Gebäuden in Grenznähe, aber es soll erstmal reichen und darum geht es zurück nach Ff/O:

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  • Der alte Kinopalast liegt zwischen einigen historischen Gebäuden, die teils aufbereitet, teils arg beschnitten und teils, so wie es selbst dem Verfall ausgeliefert sind. Sicher nicht ganz zufällig prangt, statt dem alten Schriftzug 'Kinopalast', heute in den alten Lettern mahnend 'NO PAST' an der Front...keine Vergangenheit!?

    Der Name war polnisch, nicht deutsch, und lautete KINO PIAST. 1992 war es noch geöffnet.

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    Słubice, ulica Jedności Robotniczej 9-10, Kino Piast (Foto: Jörg Ostheimer, 1992, CC-BY-SA-2.0)

    Die Piasten waren das erste polnische Herrschergeschlecht. Um das Jahr 1000 waren die 1945 an Polen angegliederten Westgebiete Teil des polnischen Staates gewesen. Und so versuchte man die neue Westgrenze Polens mit dem Verweis auf die Piasten zu legitimieren..Der Name der Straße - Jedności Robotniczej - ist dagegen eine Erinnerung an den Sozialismus. Er würdigt die "Einheit der Arbeiterklasse". Wie in jeder Stadt des polnischen Westens gibt es aber auch in Słubice eine Bolesława Chrobrego zur Erinnerung an den bedeutenden Piastenfürsten Bolesław Chrobry (reg. 992-1025).

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    Słubice, Kino Piast (Foto: Jörg Ostheimer, 1992, CC-BY-SA-2.0)

    Die Kino-Fassade aus dem Jahr 1924 steht unter Denkmalschutz. Die Denkmalliste der Wojewodschaft Lebus (PDF, Seite 64) nennt für die Stadt Słubice außer dem Kino nur noch vier weitere Kulturdenkmale - den jüdischen Friedhof, das Ostmarkstadion, eine Villa und ein Schulhaus. Die in den vorigen Beiträgen vorgestellte Kirche NMP Królowej Polski (Maria Königin von Polen) steht nicht unter Denkmalschutz. Sie ist eine von zwei katholischen Pfarrkirchen in Słubice. Die andere ist modern.

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    Von dieser Brücke hat mein Herr Papa Anfang der 2000er mal wütend einen Sack Kartoffeln in die Oder geworfen, da Kartoffeln vor dem EU-Beitritt Polens nicht nach Deutschland eingeführt werden durften. Offenbar liegt das Querulantentum meiner Familie im Blut. Mir war das als Kind schrecklich peinlich, aber die Grenzbeamten haben nicht schlecht gestaunt. Glücklicherweise scheint die bakterielle Ringfäule (der Sachgrund für das Einfuhrverbot) mit dem EU-Beitritt in Polen ausgestorben zu sein und so kann man heutzutage so viele polnische Kartoffeln einführen, wie man will -tonnenweise und zollfrei- solange für den privaten Gebrauch bestimmt :smile:

  • F. Linkerhand auf dieser Brücke wurden mein Vater und ich einst mehrere Stunden bei der Kontrolle festgehalten...Wir wollten nach einem Ausflug zurück nach Deutschland. Damals gab es noch keinen Kinderausweis wie heute. Jedenfalls wurde mein Vater überprüft, weil man ihm nicht glauben wollte, dass ich sein Kind sei... Die Prüfung wäre vermutlich schneller gegangen, hätten seine polnischen Mitarbeiter ihm, in Bochum beim Bau der Opelwerkshalle, nicht eindringlich das Wort 'curva' beigebracht, welches ihm damals dummerweise gegenüber dem polnischen Grenzer entfuhr. 🙈

    Mein alter Herr hat sich über die Unterstellung der vermeintlichen Kindesentführung ziemlich aufgeregt. Aber nach gefühlten Stunden des Wartens auf dieser zugigen Brücke durften wir endlich zurück.

    Rastrelli herzlichen Dank für die Korrektur und Aufklärung 🙏 sehr interessant!🙂

  • hätt er nur curva gesagt, so wäre es nicht so schlimm gewesen. Er wird aber kurva gesagt haben, genauer, dh richtig geschrieben kurwa, und vielleicht noch mit einem bestimmten vorangestellten Wort, das mit P beginnt und sich für solche Anlässe sehr gut eignet.

    Mir war das als Kind schrecklich peinlich, aber die Grenzbeamten haben nicht schlecht gestaunt.

    Ehrlich gesagt... was hätt er sonst machen sollen? Mit dir und dem Sack zurückbleiben?

  • einem bestimmten vorangestellten Wort, das mit P beginnt und sich für solche Anlässe sehr gut eignet.

    Kläre mich gern näher auf 😏 mein Polnisch beschränkt sich auf gesprochene gängige tageszeitbezogene Grüße, Danke, Bitte, Ja und Nein, sowie das Ein oder Andere zu Alltagsgütern und deren Verkaufsstellen. Diese kleinen Engelsflügel habe ich auch erst gestern kennengelernt...perfekt zum Kaffee und die Kinder lieben sie auch. 😇

  • Ehrlich gesagt... was hätt er sonst machen sollen? Mit dir und dem Sack zurückbleiben?

    Oder mich in einem Weidekörbchen auf der Oder aussetzen... nein Scherz beiseite, dafür war ich schon zu groß. Ich weiß nicht mehr genau, wie es war, aber solche Situationen werden die doch alltäglich gehabt haben. Ich denke, üblicherweise wären die Kartoffeln konfisziert und vernichtet worden, oder alternativ hätte mein Vater sie auf polnischer Seite entsorgen oder verschenken müssen. So oder so, schade um die Kartoffeln. Jedenfalls glaube ich nicht, dass "in die Oder werfen" das normale Vorgehen ist, man stelle sich das mal mit Kippen und anderem Schmuggelgut vor.

    Kläre mich gern näher auf 😏

    Ich denke, es ist sowas wie "pierdole" gemeint. Sinngemäß wird pierdole kurwa als "verdammte Sch...!" verwendet, wörtlich übersetzt ist es aber deutlich vulgärer, Google meint es sei zu anstößig, um es wörtlich zu übersetzen. Aber andererseits, die Amis verwenden doch auch laufend "f...ck you"-Kraftausdrücke, ohne dies wörtlich zu meinen.

  • Deepl übersetzt es anstandslos.

    Pomnik Pamięci Zesłanych na Sybir i Walczących o Wolną, Niepodległą Polskę (Denkmal für das Gedenken an die nach Sibirien Verbannten und für ein freies, unabhängiges Polen Kämpfenden)

    Kann jemand etwas zum Hintergrund dieses Denkmals sagen? Warum steht es ausgerechnet in Slubice, einem früheren Teil Frankfurts und heute am westlichen Rand Polens gelegen? Sind die Verteidiger Ostpolens von 1939 gemeint oder frühere Nachbarn die nicht das Glück hatten dass ihr Transport Richtung Westen ging?

  • Das sagt die google-Ki dazu, inwiefern das korrekt ist, können uns vielleicht die etwas Versierteren für unser Nachbarland erleuchten!?:

    Das Denkmal der polnischen Sibiriendeportierten (Pomnik Sybiraków) in Słubice gedenkt der Hunderttausenden Polen, die während des Zweiten Weltkriegs (1940–1941) durch sowjetische Truppen nach Sibirien und Kasachstan verschleppt wurden.

    Es befindet sich zentral in Słubice an einem Ort, an dem zu Zeiten der Volksrepublik Polen ein Lenindenkmal stand.

    Hier sind die wichtigsten Fakten zur Historie:

    Historischer Hintergrund: Im Rahmen der sowjetischen Besetzung Ostpolens (ab 17. September 1939) wurden in vier großen Wellen geschätzt 475.000 bis 1,5 Millionen polnische Männer, Frauen und Kinder deportiert. Viele kamen in Arbeitslagern ums Leben.

    Das Denkmal: Es symbolisiert das Leiden der sogenannten „Sibiriaken“ und erinnert an die im Zweiten Weltkrieg Verschleppten.

    Standort: Es steht im Zentrum von Słubice und markiert einen bewussten Bruch mit der sozialistischen Gedenkkultur, da es ein ehemaliges Lenindenkmal ersetzt.

    Symbolik: Das Denkmal dient als Mahnmal für die Repressionen gegen die polnische Bevölkerung durch die sowjetische Macht.


    Wiki gibt das zu den 'Sibiriaken' her:

    https://en-wikipedia-org.translate.goog/wiki/Sybirak?_…20as%20Sybiraks.

  • "f...ck you"

    Mir wurde damals erläutert, dass es quasi die scharfe Variante von 'Ar...och' war. Ob da noch ein Wort voranging, kann ich mich nun nach locker 34/35Jahren wirklich nicht mehr erinnern, würde es aber natürlich auch nicht ausschließen. 😏 Und ein 'f...ou' zum Grenzer wäre zu damaliger Zeit und teils auch heute wieder, ähnlich oder schlimmer behandelt worden.