Dresden, Neumarkt - Palais de Saxe und Vollendung von Quartier IV

  • Das Palais de Saxe finde ich tatsächlich schlechter als das Palais Riesch und das kann ich schon überhaupt nicht leiden.
    Am Saxe passt gefühlt für mich nichts zusammen

    Ich versteh nur Bahnhof. Das ist doch eine der schönsten Dresdner Fassaden. Was kann einem dran nicht passen?

  • Das Palais de Saxe zur Moritzstraße ist wegen der Bausituation(en) nicht rekonstruierbar, seine Rückseite zur Landhausstraße namens "British Hotel" steht wieder in grandioser Schönheit. Achtung, Verwechslungsgefahr.

  • Also ich hab nichts verwechselt

    Hoym großartig

    Riesch naja

    De Saxe merkwürdiges Geschwurbel wo für meinen Geschmack gar nichts passt. Für seine Zeit völlig unharmonische Zusammenführung von wir wollten alles haben. Reliefs Säulen Erker Verkröpfung auf engstem Raum

    Erinnert mich stark an das historische Palais Mosse in Berlin und das ist sogar noch etwas gefälliger.

    Vlt kann ja jemand mal Beitragen was an der Fassade groß sein soll warum das überhaupt ein Reko Kandidat war über die bloße historische Existenz hinaus ist. Vielen Dank falls sich jemand findet. Bei Wikipedia steht dazu leider nichts detailliertes

  • Also ich hab nichts verwechselt

    Hoym großartig

    Riesch naja

    De Saxe merkwürdiges Geschwurbel wo für meinen Geschmack gar nichts passt. Für seine Zeit völlig unharmonische Zusammenführung von wir wollten alles haben. Reliefs Säulen Erker Verkröpfung auf engstem Raum

    Erinnert mich stark an das historische Palais Mosse in Berlin und das ist sogar noch etwas gefälliger.

    Vlt kann ja jemand mal Beitragen was an der Fassade groß sein soll warum das überhaupt ein Reko Kandidat war über die bloße historische Existenz hinaus ist. Vielen Dank falls sich jemand findet. Bei Wikipedia steht dazu leider nichts detailliertes

    Persönlich finde ich das Gebäude sehr schön und eindrucksvoll. Wenn sich eines Tages die Gelegenheit bieten wird, das Gebäude zu rekonstruieren, dann würde ich nicht nein sagen. Jede dieser alten Rekonstruktionen ist wertvoll fürs Stadtbild der inneren Altstadt.

  • Mir gefällt das Palais de Saxe auch - ich verstehe aber, was u.a. fabsinia am Palais merkwürdig finden.

    Es gab in der Architektur immer wieder Momente, in denen klassische Schönheitsideale gebrochen wurden und dadurch auf lange Sicht das Schönheitsempfinden verändert wurde. George Bähr hat das immer wieder versucht. Bei der Frauenkirche ist es ihm geglückt, ein wirklich einmalig merkwürdiges Gebäude, dass aber heute niemand mehr als merkwürdig bezeichnen würde.

    Beim Palais de Saxe muss ich witzigerweise eher an protzige Gründerzeit denken. Dabei ist das Gebäude von ca 1712 und also fast 200 Jahre älter. Mich erinnert es aber z.B. sehr an das Hotel Excelsior am Anhalter Bahnhof in Berlin, das auch so wirkt, als hätte man eine eigentlich mal deutlich längere Fassade zusammengeschoben, so dass alle Schmuckelemente gerade noch Platz haben.

  • Wenn man sich dem Palais de Saxe nicht mit dem Hintergrund annähert, daß der in Ungnade gefallene Bauherr Beichlingen Pöppelmanns Schloßpläne paraphrasierte, um sich mit dem Bau (der ansonsten wenige Tiefenverbindungen mit dem historischen Hintergrund des Neumarkts hat), bei August wieder einzuschleimen, kommt man an diesen rauschenden barocken Pirouettengaul nicht wirklich heran.

  • Also ich hab nichts verwechselt

    Stimmt, ich hab das mit dem British Hotel übersetzt, weil es das PdS nicht mehr gibt. Aber auch die Schelte des PdS versteh ich überhaupt nicht. Wer üppige Formen nicht mag, soll sich halt vom Barock, überhaupt in später Form, fernhalten. So einfach ist das.

  • Palais de Saxe:
    - George Bähr und George Haase, als Palais Beichlingen, Hauptfassade zur Moritzstraße (später als Hotel), Rückfassade zur Landhausstraße (später British Hotel). Vereinigung der Schloßbaupläne von Pöppelmann.
    - wohl erst 1725 die Tondi römischer Kaiser.
    - im siebenjährigen Krieg durch preuß. Beschuß zerstört, Mauern stehengeblieben.
    - Im Zug des Wiederaufbaus ersetzt Adam das ursprüngliche Mansarddach durch ein einfaches Dach mit Gaupen, neue Mittelachse durch den Erker.
    - 1781 bezeichnet der Historiograph Hasche die Fassade als ein "Meisterstück im Seltsamen"
    - seit dem frühen 18. Jhd. als Hotel "Palais de Saxe" genutzt.

  • Könnt ihr eventuell ein aussagekräftiges Bild der besagten "Schloßbaupläne von Pöppelmann" posten, auf die sich das Palais de Saxe bezieht? Würde mich sehr interessieren.

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  • Weingeist Da sieht man es nicht. Man muss die orginalen Fassadenrisse anschauen. Haase übernahm einzelne Elemente und stellte sie neu zusammen. Vor allem ist aber die gesamte monumentale, stark plastische Haltung der Fassaden untypisch für Dresdner Palaisarchitektur (vgl. Palais Hoym) und eindeutig von den Schlossplänen "abgeguckt".

  • Undresdnerisch, aber dennoch ein wichtiger Teil des bis 1945 vorhandenen Dresdner Erbes. Letztlich ist es in stilistischer Hinsicht ein absolutes Unikat gewesen, umso wichtiger wäre der Wiederaufbau.

  • Nächstverwandt zum Palais de Saxe scheinen mir Objekte wie diese:

    https://www.zweischeiben.de/thumbnail/77/04/71/1720800503/t53620_1280x1280.jpg?ts=1720800553

    Ein toller Boogie Woogie Gespielt auf der Mortier Tanzorgel Baujahr 1927 Model Nr.1010.
    Hallo meine lieben Abonnenten und Abonnentinen.Heute machte ich wieder mal ein Besuch im Museum für Musikautomaten in Seewen.Aber leider gibt es nur 3 neue A...
    youtu.be

    Ist aber egal - manchmal darf es eben ein etwas größerer Eisbecher sein.

  • "Undresdnerisch" - trotzdem 230 Jahre eine der ganz ganz großen und strahlendsten Dresdner Realitäten der Inneren Altstadt.
    "Neumarktunoriginär" - trotzdem 230 Jahre eine der bedeutendsten Fassaden des gesamten Neumarkts.
    Der Realität der Überbauung der ehemaligen Parzelle wird man sich, so gut es geht, zu stellen haben. Bis dahin sollte man sich damit trösten, daß der Neumarkt in einer Weise wiederauferstanden ist, wie man es sich noch vor 20 Jahren in seinen wildesten Träumen nicht zu erhoffen vermocht hatte. Und man möge sich auch damit trösten, daß der Gedanke an einen Wiederaufbau der Frauenkirche vor 1989 in seiner Unerreichbarkeit geradezu intergalaktische Dimensionen hatte.

    Nächstverwandt zum Palais de Saxe scheinen mir Objekte wie diese:

    Die Tondi römischer Kaiser sind hier aber s e h r frei gefaßt.

  • Problematisch beim Wideraufbau ist einzig die Wirtschaftlichkeit. Die Visualisierung der GHND zeigt doch, wie es geht. Das verschobene Hotel Stadt Rom, das die Moritzstraße zur Gasse verengt, wäre m. E. auch kein Problem, ich finde einen Knick in einer Straße sogar reizvoller, als wenn sie so gerade durchläuft wie in der Visualisierung. Hinter dem Stadt Rom könnte sich die Gasse zur Straße weiten und den historischen Blick-Abstand zum Palais de Saxe bieten.

    Das Argument, das Berliner Schloss sei einfacher aufzubauen gewesen, weil freistehend, ist ja wohl ein Witz? Schon vergessen, dass der komplette Bauplatz dort von einem anderen, auch bedeutenden und relativ neuen Gebäude besetzt war? Dagegen sind die Herausforderungen beim Dresdner Palais Kinkerlitzchen.

    Die 50er-Jahre-Bauten gehören Vonovia, die sicherlich verkauft, wenn der Preis stimmt. Und damit sind wir beim angesprochenen Thema der Wirtschaftlichkeit. Welcher weiße Ritter steht bereit, das Palais de Saxe zu diesen Konditionen wachzuküssen?

    Ob es Zeichnungen des Ursprungsbaus, Palais Beichlingen, gibt, würde mich auch interessieren. Vielleicht wäre eine Entscheidung für den ersten Bauzustand sowohl heutigen Betrachtern gefälliger als auch - ohne Erker und Reliefs und mit höherem Dach - wirtschaftlicher. Andererseits war Adam, der offenbar den Umbau verantwortete, ein bedeutender Architekt und die Eigenwilligkeit des Baus hat auch einen eigenen Wert. Ich finde auch, dass es Verbindungen zum weit späteren Historismus gibt, dessen Triumphe in der Pirnaischen Vorstadt unvergessen sind, sogar zum Stalin-Barock am Altmarkt. Insofern ist das Gebäude nicht "un-dresdnerisch", sondern der Zeit voraus gewesen. Davon abgesehen ist es eine grundsätzliche Frage, ob man den sicherlich am besten dokumentierten, am wenigsten weit zurückliegenden Zustand vor dem Zweiten Weltkrieg zum Maßstab macht oder jenen, den man für baukünstlerisch am gelungendsten oder unverbasteltsten hält. Beim Dresdner Schloss hat man zuweilen für zweiteres entschieden, trotz aller kunsthistorischen Wagnisse, die das mit sich bringt.

    Kurz gesagt: die Sache steht - in welcher Form auch immer - mit einem Liebhaber, der das Geld dafür aufbringen kann und will. Den brauchen wir zuerst aber für Hotel Stadt Rom und Königsufer. Und selbst danach fielen mir eher das Bürgerhaus Schießgasse, der Schwarze Bär oder gar das Adamsche Haus am Postplatz ein. Aber wenn hier jemand unbedingt das Palais bauen will, gern melden! Potente Bauherren sind gern gesehen.