Potsdam - Garnisonkirche

  • Was ich hierbei interessant finde ist folgender Artikel der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ), vom 14.11.2024.

    Wettrennen um Räume im neuen Potsdamer Kreativquartier
    Das künftige Kreativquartier an der Plantage in Potsdam wird von Miet-Interessenten überrannt, die Bereiche mit vergünstigten Konditionen sind rein rechnerisch…
    www.maz-online.de

    Das heisst erst sollte das Rechenzentrum für die Künstler erhalten bleiben und dann ein „Haus der Demokratie“ werden.

    Der Plenarsaal wird in das Stadthaus einziehen und die wahren Künstler ziehen in das Kreativquartier. Wir schließen daraus, dass Rechenzentrum kann zurückgebaut werden um eine freie Fläche zu bekommen.

  • Nein, nein, nein. Das ist kompletter Unsinn. Richtig ist:

    1. Das Rechenzentrum (RZ) ist zu Beginn seiner Zwischennutzung von einer bunten Mischung aus etablierten Künstlern, kommerziellen Kreativen wie Fotografen und idealistischen Weltverbesserern genutzt. Der Mischung tritt eine kleine, marxistisch orientierte Gruppe bei, die die Kreativen als Eisbrecher gegen den Bau der Kirche nutzt. Diese Zwischennutzung ist gegen das Baurecht mehrfach durch eine "Duldung baurechtswidriger Zustände" verlängert worden, bis dato drei Mal.

    Baurechtswidrig sind der enge Abstand zwischen der Kirche und dem Rechenzentrum (1,8 Meter). Die Duldung liess sich nur durch die Stilllegung von 20 % der Flächen des Rechenzentrums und deren feuerfesten Verschluss erreichen, sowie dadurch, dass in der Kirche Richtung Rechenzentrum keine ständigen Büroräume angeordnet wurden, weil diese keine ausreichende Belichtung haben.

    Die Bauaufsicht hat bei der dritten Verlängerung der Duldung bis zum 31.1.2024 angekündigt dieses nicht ein viertes Mal tun zu können. Argument: Man kann nicht durch eine fortwährende Duldung baurechtswidriger Zustände zu rechtskonformen Zuständen kommen.

    Zudem unterliegt das Rechenzentrum nicht nur dem Bauordnungsrecht sondern auch dem Gebäudeenergiegesetz (GSG). Der Bau ist im Originalzustand von 1976 und würde keine Baugenehmigung dieser Welt mehr bekommen. Bei einem Weiterbestand des RZ wäre aber eine neue Baugenehmigung erforderlich, der Bau müsste bis auf den Rohbau abgetragen und eine dem GEG entsprechende Fassade aufgeführt worden. Das kostet nicht unter 30 Millionen Euro.


    2. Die Kirche hat von der Stadt ihr komplettes Grundstück zurückbekommen mit der Auflage die Kirche vollständig wieder aufzubauen. Der gültige B-Plan erlaubt nur dieses. Der Wiederaufbau der Kirche ist jedoch vorerst durch die irrlichternde Haltung der evangelische Kirche gestrandet. Spender haben sich abgewendet, natürlich auch durch üble Nachrede, aber entscheidend durch die Haltung der Kirche.


    3. Da nunmal der Verwaltungsbau des Rechenzentrums (das eigentliche Rechenzentrum ist längst abgerissen) und die Kirche zu einem Teil das gleiche Grundstück beanspruchen kamen SPD und Grüne auf die Idee eines "Hauses der Demokratie". Mit diesem Bau soll der "historisch kontaminierte Grund" durch eine "demokratische Nutzung besetzt" werden. Kernstück dieses Hauses sollte der Plenarsaal der Stadt Potsdam sein, ergänzt mit Büros und einer Museumsnutzung. Dieser Bau sollte einen polygonalen Klops bilden um die baurechtlichen Fragen zu überbrücken.

    Nun hat allerdings die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung (SVV) im Juni 2024 beschlossen, dass der Plenarsaal der SVV an der Hegelallee gebaut wird (nicht im Stadthaus), und damit nicht an der Garnisonkirche. Damit ist aus meiner Sicht die Geschäftsgrundlage für ein "Haus der Demokratie" entfallen. Mal ganz davon abgesehen, dass Finanzmittel hierzu nicht zur Verfügung stehen. Die Machbarkeitsstudie für das Haus der Demokratie ist für 500.000 Euro beauftragt und die Auftragnehmer sollen im April 2025 berichten.

    Die linke Mehrheit sieht die Machbarkeitsstudie als Antragsunterlage für einen Erhalt des Rechenzentrums und behauptet, dass dieses ohne kommunale Mittel geschehen kann.

  • Die Kirche muss man nicht verstehen, gerade an diesem angeblich historisch kontaminierten Boden, als auch hinsichtlich der steigenden Kriegsgefahr wäre hier ihr Typ verlangt.

    Aber nein nichts geschieht und ide Mitglieder der Kirche schwinden.

  • Also um es mal zusammen zu fassen. Das RZ ist baurechtlich und energetisch eine Vollkatastrophe, die so nicht bleiben kann. Der Haushalt der Stadt Potsdam geht auf dem Zahnfleisch. Geld ist weder für den Neubau des RZ, noch für ein „Haus der Demokratie“ da, egal wie man dazu steht. Der Wiederaufbau des Kirchenschiffs erscheint in absehbarer Zeit auch nicht realisierbar. Also warum nicht das Ding abreißen, es bei einer Grünfläche belassen und künftige Generationen darüber entscheiden lassen, was auf der Fläche gebaut wird?

  • Also um es mal zusammen zu fassen. Das RZ ist baurechtlich und energetisch eine Vollkatastrophe, die so nicht bleiben kann. Der Haushalt der Stadt Potsdam geht auf dem Zahnfleisch. Geld ist weder für den Neubau des RZ, noch für ein „Haus der Demokratie“ da, egal wie man dazu steht. Der Wiederaufbau des Kirchenschiffs erscheint in absehbarer Zeit auch nicht realisierbar. Also warum nicht das Ding abreißen, es bei einer Grünfläche belassen und künftige Generationen darüber entscheiden lassen, was auf der Fläche gebaut wird?

    Grüne und SPD hoffen noch darauf, dass die sog. Machbarkeitsstudie (MBS) einen Teilerhalt des Rechenzentrums und einen Neubau eine "Hauses der Demokratie" als durchgeplanten Vorschlag macht, mit dem dann Fördermittel beschafft werden können. Das ist zwar wenig realistätsnah und macht den Nutzern des RZ nur wieder Hoffnung (so daß zum Schluß die Enttäuschung umso höher wird).

    Letztendlich wollen beide Parteien im Bundestagswahlkampf nicht gegen das Haus sein. Zusätzliche Stimmen wird dies für Grüe und SPD kaum bringen, die politischen Unterstützer des Rechenzentrums wählen streng sozialistisch.

    Entscheidend wird also sein, was die MBS bringt. Die Realität auf den Kopf stellen können die Planer auch nicht, das wird für 300.000 eine Fantasiebild eines Hauses.

  • Wäre ganz gut dem RZ einen extra Strang zu geben.Denn das Thema RZ wird gerade im kommenden Jahr in den Lokalen Potsdamer Medien ein starkes Thema sein.

    Habe zwei seltene Fotoaufnahmen vom RZ gefunden.

    Fotos

    Anbringung der Mosaiken Sommer 1971

    RZ im Bau ca. Ende 1970

  • (...) Also warum nicht das Ding abreißen, es bei einer Grünfläche belassen und künftige Generationen darüber entscheiden lassen, was auf der Fläche gebaut wird?

    Genauso hatte man es mit dem Palast der Republik gemacht, und es hat sich in weniger als einer Generation gelohnt!

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Wo jetzt noch das RZ steht,ist nach dessen Abriss sowiso wieder eine dauerhafte Grünanlage geplant.

    Die Fläche auf dem das RZ jetzt noch steht,war Städtebaulich bis zum Bau des RZ nie bebaut.

    Der Forist CKadri meint sicherlich die Freifläche hinter dem Turm.

  • Könnte das Schmiedeeiserne Tor nicht als nächstes am Turmeingang (Breite Straße) angebracht werden? Es müsste allerdings noch etwas aufgefrischt werden (jetzt ohne Krone).Es steht immer noch neben ehmaliger temporärer Kapelle,und ist ungeschützt Wind und Wetter ausgesetzt.

  • Das wäre eigentlich das selbstverständlichste der Welt. Aber bei der Stiftung Garnisonkirche mit ihrem friedensbewegten Management muss man mit allem rechnen. Einfach mal unter leinemann@garnisonkirche-potsdam.de den Vorstand Peter Leinemann befragen, was geplant ist.

    Das Gitter hätte längst restauriert gehört, der Kronendiebstahl mit Vandalismus fand ja schon im Oktober 2019 statt - das ist fünf Jahre her.



  • Der Turm steht ist noch von einem sehr tristen baulichen Umfeld umgeben (siehe Foto).

    Ja,auch 2025 wird wieder ein spannendes Jahr am Turm der GK. Erst recht 2026, dann mit dem aufsetzen des Glockenturms:foto: (wenn natürlich alles nach Plan läuft).

  • Also die Aufnahme aus der Luft zeigt noch besser das triste Umfeld. Den misslungenen Neubau der IHK. Die Hochäuser an der Neustädter Havelbucht. Rechenzentrum und rechts den widerlichen Bau des Studentenwohnheims.

    Einzig das Militärwaisenhaus kommt doch in der Aufnahme wirklich zur Geltung und ist alles andere als trist.

  • Man sieht es deutlich, das Rechenzentrum muss nur weg. Wie man so einen Zustand aufrecht erhalten kann ist mir schleierhaft., und regt zum Denken an.

    Nehmen wir mal an, das RZ bleibt dauerhaft erhalten(ein Abriss des RZ ist im Moment nicht wirklich zu 100% sicher),dann hätte es verheerende Folgen für den noch immer unvollendeten Turm.

    Die Spendenbereitschaft für die Vollendung des Turms (noch fehlende Flammenvasen,Säulen,Trophäen,Turmuhren,.....)würde dann völlig zum erliegen kommen. Das wäre letzlich ein Triumph der linken Gegnerschaft.

  • Hier nochmal zur Erinnerung die letzten Bilder vor dem Abriss.

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