• Ja ich bin da auch ein bisschen ziwegespalten. Der Nachkriegsbau sieht an sich ganz gut aus und insbesondere durch sein Dach wirkt er auch sehr historisch.

    Wie du schon sagst mir Sprossenfenstern und einem neuen Anstrich, hätte man da tatsächlich eine sehr gute Lösung finden können.

    Gleichzeitig ist das Gebäude jedoch sowohl innen als auch außen marode, wodurch sich eine Sanierung nicht mehr unbedingt so richtig lohnt. Die Fassade sieht halt wirklich schon echt heruntergekommen aus.

    Außerdem wären da selbst bei einer Sanierung nie im Leben Sprossenfenster eingesetzt worden. Eher hätte man das Gebäude wahrscheinlich irgendwie grau weiß gestrichen und durch die Modernisierungen das passable Aussehen ruiniert.

    Da finde ich ist der Neubau eigentlich, wenn er so kommt, wie auf der Visualisierung ein ganz guter Kompromiss.

    Und wie gesagt für einen Neubau in der Koblenzer Innenstadt ist dieser Bau echt schon außergewöhnlich bei den ganzen grauen Flachdach Raster Klötzen, die da sonst gebaut werden.

  • Man vergleiche nur die Dachgauben, und man sieht, was besser ist bzw. war. Erwähnenswert übrigens auch das Eckhaus auf der anderen Straßenseite, offenbar ein übel zugerichteter Gründerzeitbau. Wo ist in Deutschland nur der gute Geschmack geblieben?

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Der Hauptbahnhof wird nun saniert und ist bereits eingerüstet. In erster Linie soll wohl das Dach saniert werden. Auf eine Rekonstruktion der Laterne sowie der Türmchen und des Fassadenstucks mitsamt seiner Uhr braucht man wohl nicht zu hoffen.

    Vielleicht kann jemand den ganzen Artikel hinter der Bezahlschranke sehen und mitteilen, ob es relevante Infos gibt.


    https://www.rhein-zeitung.de/lokales/koblenz-region/der-koblenzer-hauptbahnhof-ist-eingeruestet_arid-4097671.html

  • War gerade etwas geschockt, als ich heute im Stadtteil Lützel gesehen habe, dass dort ein Fachwerkhaus direkt neben der Balduinbrücke abgerissen wurde.

    Weiß jemand was dazu? Ich nehme mal nicht an, dass dort eine Rekonstruktion oder auch nur was angepasstes entstehen wird.

    Kann es echt nicht fassen, dass man es schon wieder geschafft hat, einen Rest vom historischen Koblenz zu vernichten.

  • Ist das Gebäude am Schüllerplatz 5 gemeint? Das ist dann allerdings ein Verlust für diese Ecke.

    Folgender Artikel ist schon von 2023.

    Verschwindet ein weiteres Stück sichtbarer Geschichte in Lützel-Coblenz?
    Lützel. Es ist kein Schmuckstück. Keine Verzierungen. Das Fachwerk ist funktional und wurde billig zusammengebaut. Sein Zustand wirkt ziemlich…
    www.blick-aktuell.de

    Bei Google ist das Haus noch im Stadtgefüge zu sehen.

  • Ist denn bekannt, ob wirklich einfach radikal runtergebrochen wurde oder eventuell Material möglichst erhaltend abgebaut wurde?

    Soweit ich mich belesen habe, waren diese Gebäude ursprünglich nie für Jahrhunderte überdauernden Stand gedacht, sondern sollten zügig ab und ggf andernorts wieder aufgebaut werden können. Besteht vielleicht die geringe Möglichkeit, dass das beim Abbruch berücksichtigt wurde und gibt es eventuell Pläne dieses letzte Gebäude seiner Art als 'Disneyland-Attraktion' wieder aufzubauen?

  • Ist denn bekannt, ob wirklich einfach radikal runtergebrochen wurde oder eventuell Material möglichst erhaltend abgebaut wurde?

    Soweit ich mich belesen habe, waren diese Gebäude ursprünglich nie für Jahrhunderte überdauernden Stand gedacht, sondern sollten zügig ab und ggf andernorts wieder aufgebaut werden können. Besteht vielleicht die geringe Möglichkeit, dass das beim Abbruch berücksichtigt wurde und gibt es eventuell Pläne dieses letzte Gebäude seiner Art als 'Disneyland-Attraktion' wieder aufzubauen?

    Ich konnte im Netz leider gar nichts dazu finden, was da jetzt hin soll.

    Dass man da Material gesichert hat, glaube ich leider nicht. Eher befürchte ich, dass da jetzt ein weiterer modernistischer Klotz hinkommt.

  • Die nächste Meldung aus Lützel. Während an der Ecke, um die es in folgendem Artikel geht, bereits der nächste hässliche graue Modernistenklotz gebaut wird, hat die Rhein Zeitung heute eben besagten Artikel mit einem wunderschönen Gegenentwurf veröffentlicht.

    Wenn ich das Bild sehe und gleichzeitig weiß, was dort hinkommt, bin ich einfach nur unglaublich traurig.

    Der Artikel ist hinter der Bezahlschranke. Vielleicht kann ja jemand den vollen Artikel lesen und entsprechend davon berichten.


    https://www.rhein-zeitung.de/lokales/koblenz-region/verein-zeigt-gegenentwurf-zu-modernem-wohnbau-in-luetzel_arid-4123493.html

  • Lützel: Fachlicher Gegenentwurf oder verspäteter Debattenbeitrag?

    Der Artikel der Rhein-Zeitung über den Gegenentwurf des Regionalverbands Koblenz-Mittelrhein zum Wohnbau in Lützel ist ein interessantes Beispiel für journalistische Rahmung. Zwar wird die inhaltliche Kritik sachlich wiedergegeben, doch setzt die Autorin durch den direkten Hinweis auf den bereits erfolgten Baubeginn ein deutliches Fragezeichen hinter die Relevanz der Initiative. Diese zeitliche Einordnung lässt für die Leserschaft zwei radikal unterschiedliche Deutungen zu.

    Einerseits kann der Verein als intellektuelles Gewissen verstanden werden. Der Gegenentwurf wäre demnach ein notwendiger, mutiger Debattenbeitrag. Auch wenn der Beton bereits fließt, bleibt der Entwurf ein wichtiges Dokument gegen die Gesichtslosigkeit moderner Investorenarchitektur. Er dient als fachliche Munition für zukünftige Projekte und schärft das öffentliche Bewusstsein für städtebauliche Qualität.

    Andererseits lässt sich die Erwähnung des Timings zu Beginn des Artikels als subtile Diskreditierung lesen, die den Verein als schläfrigen Mahner darstellt. Wer erst an die Öffentlichkeit tritt, wenn die Bagger bereits rollen, wirkt im medialen Licht schnell wie ein Akteur, der den Anschluss an die Realpolitik verloren hat. Die Forderungen wirken dann – so hart es klingt – für Außenstehende fast schon sinnfrei oder gar lächerlich, weil sie jede reale Chance auf Wirksamkeit eingebüßt haben. Wer wirklich etwas verändern will, müsste demnach früher aufstehen.

    Der Bericht ist somit ambivalent. Er gibt den städtebaulichen Ideen eine Bühne, stellt die Akteure aber gleichzeitig als Nachzügler dar. Es stellt sich die strategische Frage, ob dieser späte Vorstoß ein wichtiges Zeichen für die fachliche Substanz der Stadtbildpflege war oder ob die Trigger-Geschwindigkeit massiv erhöht werden muss, um nicht als bloße Nach-Architekten wahrgenommen zu werden. Am Ende lässt die Berichterstattung die Frage offen, ob der Verein hier als Don Quijote gegen unaufhaltsame Windmühlen kämpft oder als Leuchtturm für kommende Bauvorhaben agiert.

    Wie bewertet ihr das?:

    Hat der Verein hier ein wichtiges Zeichen gesetzt, oder wirkt so ein später Vorstoß am Ende eher unprofessionell?


    In dem Artikel wird dieser Entwurf thematisiert:

    Thomas Napp
    Der aktuelle Neubauentwurf für die Ecke Gartenstraße in Koblenz-Lützel bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück – austauschbar, ohne klaren Ortsbezug. Wir…
    www.facebook.com
  • Ich habe mich, als ich den Artikel gesehen habe, auch gefragt, wieso der Gegenentwurf erst präsentiert wird, wenn das Bauvorhaben schon läuft. Das war tatsächlich nicht so super gemacht. Früher wäre durchaus besser gewesen.

    Ich habe aber auch den Gedanken gehabt, dass man diesen Entwurf vielleicht an anderer Stelle in Koblenz realisieren könnte. Dann müsste man da als Verein aber nun wirklich dran bleiben.