Berlin - Molkenmarkt und Klosterviertel

  • Du hast die zentrale Frage angesprochen, die uns bei den Berliner Diskussionen schon vor 20 Jahren bewegte: solange es kürzer ist von Charlottenburg oder Schöneberg nach Prenzlauer Berg über die Mühlendammbrücke und damit durch den ältesten Teil Berlins und Cöllns zu fahren als über einen Stadtring kann eine Entwicklung der Berliner Altstadt keinen Erfolg zeitigen.

    Diese verkehrspolitische Konzeption der 1970er-Jahre ist den Berliner Parteien nicht auszutreiben. CDU & Co. schwelgen genauso wie die Linksparteien in Nostalgie aus Vorwendetagen bei diesen Fragen statt ein Konzept für die Zukunft zu denken.

    Durch den Neubau der Mühlendammbrücke wird diese Verkehrspolitik für mindestens 50 Jahre betoniert. Man hat sich schon bei der Liebknecht und jetzt bei der Grunerstraße für Straßenquerschnitte von Radialen entschieden und muss dann folgerichtig bei solchen Verkehrsaufkommen vorwiegend Gewerbe an diesen Straßen ansiedeln (oder Parkhäuser). Lebendige Stadt ist damit nicht zu gestalten.

    Deshalb müssen wir uns wohl damit abfinden, dass die historische an der Ostfassade des Berliner Schlosses endet.

  • Der Wettbewerb für die Blöcke B/2 und A ist entschieden.

    Wettbewerb „Am Molkenmarkt Block B/2 und Block A Berlin Mitte“ entschieden

    Molkenmarkt-Wettbewerb: Siegerentwürfe zeigen Wohnraum & Theater
    Am Molkenmarkt in Berlin-Mitte sind die Entwürfe für Block B entschieden: Vier Lose prägen ein neues Quartier aus Wohnen, Gewerbe und Kultur.
    www.entwicklungsstadt.de

    Weitere Ansichten der Siegerentwürfe gibt es beim DAF.

  • Bis auf Los 4, das ziemlich unterirdisch ist, vor allem durch das komplette Fehlen von Dachgauben, sind da sehr schöne Entwürfe darunter. Ich bin geradezu begeistert von dem Arkadenbau von Kleihues.

  • Los 1-3 sind recht gut (bis auf den unpassend hohen Portalbogen bei Los 1).

    Los 4 zieht es leider sehr herunter, obwohl dies gerade die wichtigste Fernansicht des Quartiers ist. Unverständlich die beiden Blindgeschosse mit den seltsamen Lichtpocken (?), wie auch die unpassende grüne Farbgebung und die hier gänzlich unhistorische vertikale Fensterhöhe über 2 Geschosse. Gerade das Eckhaus am früheren ungefähren Standort der Zornschen Apotheke enttäuscht mit den völlig lieblos gestalteten Fensteröffnungen und dem irritierenden Knick im Dach.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Lichtpocken... hahah, sehr gut.
    Ich sehe bei los 4 einen skandinavischen Namen. Immer wenn ich so was sehe schwant mir Übles.
    Ähnlich wie bei der Düssedorfer Opernplanung.

    Aber:
    bis auf den Skandinavien Altmoderne-Krampf, an sich alles erstaunlich gut!

  • Los 4 soll der "Kulturbaustein" sein. Mit Kunst und Theater. Also zumindest das Thema Baukunst und Baukultur wird man mit dem Riegel nicht unbedingt in Verbindung bringen. :tongue:

    Dabei hätte man gerade den Eckbau, mit dem hutartigen Dach, als besonderes Aushängeschild und Anziehungspunkt gestalten können. Mit einer Laterne als Abschluss. Ähnlich der Braubachstraße 27 in Frankfurt am Main. Aber die Dachflächen sind tatsächlich allesamt sehr langweilig.

    Zur Erinnerung. Der nördliche Abschnitt des Blocks B hat ja auch schon ein paar nette Entwürfe zu bieten.

    Wettbewerb entschieden: Erste Molkenmarkt-Häuser prämiert
    Molkenmarkt: Die Siegerentwürfe zeigen das Potenzial des neuen Stadtquartiers, aber die Realisierung hängt schwer von Kostensenkungen ab.
    www.entwicklungsstadt.de

    Wenn die Gestaltungsqualität in Block C auch so angenehm wird, könnte das wirklich ein schönes Quartier werden.

  • Aus der Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen:

    "Pressemitteilung vom 29.06.2026

    Der zweite Realisierungswettbewerb für die Bebauung des Areals in der historischen Mitte von Berlin ist entschieden. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat in Kooperation mit der Wohnungsbaugesellschaft Berlin Mitte mbH (WBM) den Wettbewerb ausgelobt.

    Das zukünftige Quartier besteht aus mehreren Blöcken. Die Blöcke A und B werden durch die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlin Mitte (WBM) realisiert. Im ersten Realisierungswettbewerb für den Teilbereich B/1 sind im November 2025 die Entwürfe prämiert worden. Im zweiten Realisierungswettbewerb ist der gesamte Block A und der verbliebene Teilbereich B/2 im Block B entlang der Parochialgasse bearbeitet worden.

    Im Wettbewerb haben die Teams gut gestaltete und vielfältige Entwürfe für die Bebauung am Molkenmarkt abgegeben. Im Mittelpunkt steht die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und attraktiven Angeboten für Kultur und Gewerbeflächen. Während der südliche Teil von Block B, sowie der nördliche Teil von Block A vor allem Wohnen und Gewerbe beinhaltet, bildet der gesamte südliche Teil von Block A eine funktionale Einheit – den sogenannten Kulturbaustein. Hier soll ein multifunktionaler Gebäudekomplex für Kunstpräsentation und -produktion durch Schwerpunkte für die Bildenden und Darstellenden Künste entstehen, der das kulturelle Herz des Quartiers am Molkenmarkt bildet.

    Nach Durchführung eines europaweiten Teilnahmewettbewerbs zur Auswahl der Teams zu Jahresbeginn startete die Entwurfsphase mit Ausgabe der Auslobung im Februar 2026. Die Teams bestehen zum Teil aus Arbeitsgemeinschaften von mehreren Büros. Das Wettbewerbsgebiet ist in vier Planungsbereiche (Lose) aufgeteilt, die sich jeweils aus mehreren Gebäuden zusammensetzen. Nach der Bearbeitungszeit von rund neun Wochen wurden im April 2026 für alle Lose jeweils zehn Arbeiten eingereicht. Das Preisgericht würdigt ausdrücklich die ausgesprochen hohe Qualität in der Ausarbeitung aller Entwürfe.

    Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen:
    „Mit dem Ergebnis des zweiten Wettbewerbs am Molkenmarkt legen wir heute einen wichtigen Grundstein für die Blöcke A und B. Ein anspruchsvoller Prozess des Gestaltens und Abwägens um die beste Lösung für das derzeit bedeutendste Stadtentwicklungsvorhaben im Zentrum Berlins findet damit einen erfolgreichen Abschluss. Es ist ein Meilenstein, der die historische Mitte bewahrt und sie zu einem lebendigen Herzstück für kommende Generationen macht. Hier entsteht ein Quartier mit einer hohen Aufenthaltsqualität, das bezahlbares Wohnen, Kultureinrichtungen und Gewerbe miteinander verbindet und so ein neues Zuhause für die Berlinerinnen und Berliner schafft.“

    Petra Kahlfeldt, Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin für Stadtentwicklung:
    „Die Wettbewerbsergebnisse verdeutlichen erneut die planerische Exzellenz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem breiten Spektrum an Lösungsansätzen für die Gestaltung des zukünftigen Molkenmarkts. Meinen herzlichen Glückwunsch an die prämierten Teams aller Lose. Ihre Beiträge bringen die Entwicklung des neuen Quartiers in der Berliner Mitte einen entscheidenden Schritt nach vorn.“

    Lars Dormeyer, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte:
    „Für die WBM ist dieses Wettbewerbsergebnis ein großer Erfolg. Die prämierten Entwürfe schaffen die Grundlage für insgesamt mindestens 220 Wohnungen – deutlich mehr als die ursprünglich geplanten rund 200 Wohneinheiten. Zugleich entstehen rund 23.000 Quadratmeter Gewerbefläche. Das entspricht mehr als 20 Prozent unseres Wachstumskurses bis 2035, mit dem wir insgesamt 100.000 Quadratmeter Gewerbefläche schaffen werden. Diese ausgewogene Mischung aus Wohnen, Kultur und Gewerbe macht den Molkenmarkt zu einem lebendigen Stück Berliner Mitte – mit hoher Aufenthaltsqualität und urbanem Leben, tagsüber ebenso wie am Abend.“

    Die Vorsitzenden der Preisgerichte:
    „Mehr als 70 Architekturbüros hatten wunderbare, sorgfältig gezeichnete Entwürfe für kleine und große Häuser eingereicht und die Wahl in fünf Jurytagen fiel nicht leicht. Aber mit einem klug gesetzten Leitbild gelingt hier das fast Unmögliche: ein städtisches Quartier in all seiner Vielfalt neu zu denken. Der WBM als Bauherrin ist zu wünschen, dass es gelingt, diese einzigartige Qualität auch im Gebauten Wirklichkeit werden zu lassen. Es wäre ein großer Gewinn für Berlin!“

    ERGEBNIS
    Unter dem losweise wechselnden Vorsitz der Architektinnen und Architekten Prof. Jörg Springer, Prof. Antje Freiesleben, Kathrin Schmitz und Ferdinand Heide prämierte die Jury jeweils drei Teams in den jeweiligen Losen 1 bis 4. Zudem wählte sie für das Los 5 eine Gestaltungsvorgabe für die umlaufende Arkade am Stadtplatz im Inneren von Block A aus.

    Los 1
    1. Preis: 31.000 Euro Hemprich Tophof GvA mbH, Berlin mit Max Dudler GmbH, Berlin und Simone Boldrin Architettura, Berlin
    2. Preis: 19.000 Euro Urban Agency ApS, Kopenhagen
    3. Preis: 12.500 Euro Peter W. Schmidt + Assoziierte GmbH & Co. KG, Berlin mit Fischer Rüdenauer Architekten PartmbB, Stuttgart und Atelier Kaiser Shen Architekten Partnerschaft mbB, Stuttgart

    Alle eingereichten Arbeiten in Los 1 wurden vom Preisgericht zur Beurteilung zugelassen. Für jede Arbeit wird eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 9.300 Euro netto ausgezahlt.

    Los 2
    1. Preis: 20.000 Euro von Ey Henkel Architektur GmbH, Berlin mit jessenvollenweider architektur ag, Basel und Trutz von Stuckrad Penner Architekten TVSP GmbH, Berlin
    2. Preis: 11.900 Euro Duplex Architekten GmbH, Hamburg mit Gort Scott Architects, London und Kim Nalleweg Architekten GmbH i.G., Berlin
    3. Preis: 7.900 Euro Senator. Project Management Service GmbH, Dresden

    Alle eingereichten Arbeiten in Los 2 wurden vom Preisgericht zur Beurteilung zugelassen. Für jede Arbeit wird eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 6.000 Euro netto gezahlt.

    Los 3
    1. Preis: 22.500 Euro P/E/P Architekten + Stadtplaner GmbH, Münster mit Kleihues + Kleihues GvA mbH, Berlin und Muck Petzet Architekten GmbH, München
    2. Preis: 13.600 Euro Schmitt von Holst Architekten Partnerschaft mbB, Berlin mit van geisten.marfels architekten PartG mbB, Potsdam
    3. Preis: 9.400 Euro Harris + Kurrle Architekten BDA Partnerschaft mbB, Stuttgart

    Alle eingereichten Arbeiten in Los 3 wurden vom Preisgericht zur Beurteilung zugelassen. Für jede Arbeit wird eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 7.000 Euro netto gezahlt.

    Los 4
    1. Preis: 56.000 Euro Lederer Ragnarsdóttir Architekten PartGmbB, Berlin mit Baumschlager Eberle Architekten GmbH, Berlin
    2. Preis: 34.000 Euro Caruso St John Architects, London
    3. Preis: 22.200 Euro Thomas Müller Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

    Alle eingereichten Arbeiten in Los 4 wurden vom Preisgericht zur Beurteilung zugelassen. Für jede Arbeit wird eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 16.800 Euro netto gezahlt.

    Los 5
    Für das Los 5 wurde der 1. Preis des Loses 2 vom Team von Ey Henkel Architektur GmbH, Berlin
    mit jessenvollenweider architektur ag, Basel und Trutz von Stuckrad Penner Architekten TVSP
    GmbH, Berlin als Gestaltungsvorgabe für die umlaufende Arkade am Stadtplatz im Inneren von
    Block A ausgewählt.

    WEITERES VERFAHREN
    Die WBM wird im Nachgang an die Jurysitzung ein Vergabeverfahren mit den drei prämierten Teams pro Los durchführen. Bei der Bewertung wird die Platzierung im Wettbewerb ein zentrales Kriterium sein. Darüber hinaus fließen auch die geplante Organisation der weiteren Projektbearbeitung sowie das Honorarangebot der jeweiligen Preisträger in die Entscheidung ein.

    Da insgesamt sieben Architekturbüros bzw. Kooperationen von Architekturbüros beteiligt sind, erfordert das weitere Planungsverfahren eine gute Abstimmung und Kooperation.

    BILD- UND FOTOMATERIAL
    Die Presse-Mappe mit den Abbildungen der mit dem 1. Preis prämierten Arbeiten der vier Lose finden Sie unter: https://we.tl/t-e0dtT4OySOi4etzG
    Bitte geben Sie als Quelle stets die Namen der prämierten Büros sowie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen an.

    ÖFFENTLICHE AUSSTELLUNG
    Die Wettbewerbsentwürfe werden voraussichtlich ab September 2026 in einer öffentlichen Ausstellung präsentiert. Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gegeben."

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Hier zumindest die Visualisierungen (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Berlin):

    Los 1:

    Molkenmarkt Siegerentwürfe Block A u B2

    Copyright Perspektive LOS 1: Hemprich Tophof GvA mbH, Berlin mit Max Dudler GmbH, Berlin

    Los 2:

    Molkenmarkt Siegerentwürfe Block A u B2

    Copyright Perspektive LOS 2: von Ey Henkel Architektur GmbH, Berlin mit jessenvollenweider architektur ag, Basel und Trutz von Stuckrad Penner Architekten TVSP GmbH, Berlin

    Los 3:

    Molkenmarkt Siegerentwürfe Block A u B2

    Copyright Perspektive LOS 3: P/E/P Architekten + Stadtplaner GmbH, Münster mit Kleihues + Kleihues GvA mbH, Berlin und Muck Petzet Architekten GmbH, München

    Los 4:

    Molkenmarkt Siegerentwürfe Block A u B2

    Copyright Perspektive LOS 4: Lederer Ragnarsdóttir Architekten PartGmbB, Berlin mit Baumschlager Eberle Architekten GmbH, Berlin

    Lageplan:

    Molkenmarkt Block A u B2 Lageplan


    skandinavischen Namen. Immer wenn ich so was sehe schwant mir Übles

    Da muss ich Dir tatsächlich mal recht geben. Skandinavische Architekten stehen für mich für modernistische Mätzchen ohne jeden Ortsbezug. Noch schlimmer sind nur die Schweizer Architekten: minimalistische Moderne bis zum Ende gegangen, und das möglichst inmitten eines historischen Umfelds (einzige positive Ausnahme ist - teilweise - Max Dudler, aber der arbeitet schon lange in Berlin).

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Gute und sehr urbane Kompromissentwürfe zwischen Tradition und Moderne mit Einheitlichkeit und ohne unharmonische Brüche, aber leider ohne Rekonstruktionen.

    Gibt es keinerlei Leitbauten-Konzepte wie in Potsdam oder Lübeck?

  • Ich glaube, dort gab es schon vor 1945 nichts Rekonstruktionswürdiges. Nur kleinere, eher bescheiden wirkende Häuschen des frühen 19. Jhs. Nicht der Rede wert.

  • Richtig gut, zumindest gemessen an dem, was in den letzten Jahren oft an Schrott in Berlin gebaut wurde. Mit dem gegenüberliegenden Nikolaiviertel könnte sich hier ein harmonisches zusammenhängendes Ganzes ergeben.

  • Kann mir jemand von den Berlinern mal erklären, was diese überdeckten/überdachten Durchgänge in dem Projekt sollen? Das sieht schiete aus m.M.n. Warum keine ganz normalen Gassen oder Duchlässe?

    Los 3, Kleihues et al., sieht sehr gut aus.

  • "Da muss ich Dir tatsächlich mal recht geben. Skandinavische Architekten stehen für mich für modernistische Mätzchen ohne jeden Ortsbezug. Noch schlimmer sind nur die Schweizer Architekten: minimalistische Moderne bis zum Ende gegangen, und das möglichst inmitten eines historischen Umfelds (einzige positive Ausnahme ist - teilweise - Max Dudler, aber der arbeitet schon lange in Berlin)."

    haha, ja und jetzt muss ICH dir auch mal recht geben: das trifft es sowas von auf den Kopf, habe immer genau so gedacht:
    Die Holländer und Skandinavier kommen völlig egal wo (Amsterdam, Venedig oder Mars) mit irgeneiner superhässlichen Chaosmoderne. Thema Lichtpocken usw asymetrisches Rumgefummel, schiefe Ebene, irgendwelche Risse. Zum Millionsten Mal derselbe Seich und sind trotzdem stolz drauf etwas neuartige revolutionäres zu machen, genauso neuartig wie es das auch schon vor 30 jahren war. Typisch.
    Und die Schweizer übertreffen das noch, weil sie super dröge hartmodernistische Kuben mit Viereckturm plus zwei Fensterrechtecken mitten in jede Altstadt oder die Berge pfropfen. Immer inn weiss oder lieber noch grau. Und dafür auch immer Preise bekommen, seit 50 Jahren, dabei ist es rein zerstörerisches Machwerk. Schrecklich. Herzog und De Meuron haben die halbe Schweiz versaut, Basel besonders. Das hässlichste neue Hochhaus Europas. Sauteuer und mit 5 Tangenten im Archicad wars schon erledigt.

  • Lose 1 bis 3 sind richtig schicke gründerzeitartige, gut durchgeformte Bauten, die sehr akzeptabel sind. Los 4 hingegen ist jedoch der Kaninchenköttel in der Perlenkette, der versucht, einen kontrapunktischen Gegensatz hineinzubringen, aber auf völlig negative Weise. Wer möchte schon Torte von einer Platte essen, auf dessen anderer Seite sich Zigarettenkippen mit Asche befindet.

  • Ich bin echt dankbar für diese Entwürfe bis jetzt, der Molkenmarkt, rotes Rathaus und Nikolaiviertel als Gesamtgegend sind somit gerettet. Super.
    Und die Skandinavische Ecke naja, könnte schlimmer sein. Etwas Modernismus kann man ja als Kontrast zulassen, wobei das Eckhaus so schlecht nicht ist. Für einen modernistischen Entwurf. Die doppelhohen Fenster sind gut sogar. An einer anderen Ecke in Mitte wären diese Häuser gut passend, Als Beiwerk zu Hochhausvierteln zB.

  • Die "Skandinavische Ecke" ist von den Kindern von Arno Lederer - das ist richtig schlechte Architektur. Wenn man dann noch den Bauherrn WBM sieht, der dazu neigt Entwürfe mit Styropor & Co. zu trivialisieren, fürchte ich für die Ecke Schlimmes. Die restlichen Lose okay, aber hätten auch vor 20 jahren in Leipzig gebaut werden können. Für den ältesten Platz Berlin leider unter Niveau.

  • hätten auch vor 20 jahren in Leipzig gebaut werden können

    Frechdachs!

    Die Beiträge für Los 4 von Lederer Ragnarsdóttir/Baumschlager Eberle überzeugen mich ebenfalls gar nicht, erst recht nicht im Vergleich zu den anderen Losen. Die vertikale Gliederung ist extrem unruhig, in jeder Etage andere Fensterformate, das geht nicht. Auch die Proportionen Sockel-Mitte-Dachzone stimmen hier meistens nicht. Nicht zuletzt macht ein einheitliches Material für die Sockel das ganze Bemühen um Kleinteiligkeit kaputt. Insofern wäre eine Sparmaßnahme gar nicht schlecht: nicht überall teuren Naturstein, vielleicht nur an der Ecke, bei den anderen Abschnitten Putz, am besten verschiedenfarbigen.

    Noch besser wäre, Los 4 würde so nicht gebaut werden. Vielleicht kann man Hoffnungen auf den Zweitplatzierten setzen, 2. Plätze bekommen manchmal ja auch eine Chance. Eine Visualisierung fehlt leider noch.

  • Ich muss sagen, dass ich echt begeistert und positiv überrascht bin.

    Aber ich hoffe bei den restlichen noch zu bebauenden Flächen noch auf wenigstens ein paar Rekonstruktionen. Sind da realistische Chancen gegeben?

  • Insofern wäre eine Sparmaßnahme gar nicht schlecht: nicht überall teuren Naturstein, vielleicht nur an der Ecke, bei den anderen Abschnitten Putz, am besten verschiedenfarbigen.

    Der Pressetext betont ja bereits die Notwendigkeit von Kostensenkungen und die Erhöhung der Wohnungsanzahl. Bei diesem Druck ist die jetzige Materialität von Los 4 das erste, was im Laufe der weiteren Planung zur Disposition stehen wird.

    Ich denke, das ist in diesem Fall sogar die Chance für das Quartier. Ein durchgehender, schwerer Natursteinsockel würde die bereits unruhige vertikale Gliederung dieses Blocks nur noch massiver wirken lassen. Wenn das anstehende Vergabeverfahren die WBM zu wirtschaftlichen Anpassungen zwingt, liegt es an der Senatsverwaltung und der Bauherrin, diesen Hebel zu nutzen.

    Da die Senatsverwaltung das gestalterisch von sich aus vielleicht anders sieht: Bräuchte es hier zeitnah einen qualifizierten Input von außen? Wäre eine entsprechende Stellungnahme an die Senatsbaudirektion und die WBM ein denkbarer Schritt, um folgende konkrete Vorgaben einzubringen?:

    Materialwechsel als Kostenbremse:

    Verzicht auf flächigen Naturstein zugunsten von Putzoberflächen zur Kostensenkung. Naturstein exklusiv für den markanten Eckbau reservieren, um dort den städtebaulichen Akzent zu setzen.

    Differenziertes Putz- und Farbkonzept:

    Gliederung des Riegels in optische Einzelhäuser durch plastische Scheinfassaden, gekoppelt mit einem haptischen Wechsel von grobem Kammputz und feinem Glattputz sowie mineralischen Erdfarben. Das simuliert die historische Parzellenstruktur real und bricht die Monotonie des Blocks.

    Tektonische Beruhigung:

    Zusammenführung der aktuell frei flottierenden, geschossweise variierenden Öffnungen in ein durchgehendes, vertikales Achsraster. Reduktion auf maximal zwei harmonisierende Fensterformate und Verzicht auf die zweigeschossigen Blindöffnungen, um Anschluss an die ruhigen Proportionen der Lose 1 bis 3 zu finden.