Du hast die zentrale Frage angesprochen, die uns bei den Berliner Diskussionen schon vor 20 Jahren bewegte: solange es kürzer ist von Charlottenburg oder Schöneberg nach Prenzlauer Berg über die Mühlendammbrücke und damit durch den ältesten Teil Berlins und Cöllns zu fahren als über einen Stadtring kann eine Entwicklung der Berliner Altstadt keinen Erfolg zeitigen.
Diese verkehrspolitische Konzeption der 1970er-Jahre ist den Berliner Parteien nicht auszutreiben. CDU & Co. schwelgen genauso wie die Linksparteien in Nostalgie aus Vorwendetagen bei diesen Fragen statt ein Konzept für die Zukunft zu denken.
Durch den Neubau der Mühlendammbrücke wird diese Verkehrspolitik für mindestens 50 Jahre betoniert. Man hat sich schon bei der Liebknecht und jetzt bei der Grunerstraße für Straßenquerschnitte von Radialen entschieden und muss dann folgerichtig bei solchen Verkehrsaufkommen vorwiegend Gewerbe an diesen Straßen ansiedeln (oder Parkhäuser). Lebendige Stadt ist damit nicht zu gestalten.
Deshalb müssen wir uns wohl damit abfinden, dass die historische an der Ostfassade des Berliner Schlosses endet.