1910 ein Stadtspaziergang durch das kaiserliche Berlin mit einem mir unbekannten Herrn.
VERSUS......
Berlin in alten Fotografien
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Ich glaube, die Freunde von reinen Schauwerten werden sich hier mit den Stilpuristen letztlich nicht einig, daher am besten wieder zurück zum eigentlichen Thema.

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Verzeihung, wenn ich das sage, aber manches wirkt schon sehr aufgesetzt und parvenühaft... da ist z.B. der Wiener Neobarock deutlich geschmackvoller und nobler. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass man sich an solchen gründerzeitlichen Übertreibungen schnell sattgesehen und den Historismus als unecht tituliert hat.
Das wilhelminische Berlin war mehr Protz und Prunk als Eleganz und Understatement.
Berlin war sowas wie das New York Europas. Rasanter Aufstieg in Bedeutung, rasant wachsender Reichtum (für einige wenige), und das alles wollte man auch zur Schau stellen. Es ist nicht verwunderlich, dass auch zur damaligen Zeit Berlin nicht als große, edle Schönheit galt, sondern wie heute eher Paris, Wien, Rom...Meine erste Klavierlehrerin, Jahrgang 1903, hat im Berlin der 20er Jahre studiert und mir von dieser künstlichen und aufgeblasenen Kulisse erzählt, die sie so ganz anders empfand als die von Wien. Auf mich wirken manche dieser Gebäude einfach grotesk und unsympathisch, ich kann mir nicht helfen.
Ich bin eigentlich nicht mit diesen Wertungen einverstanden. Die ideenlose Gleichförmigkeit des Haussmann-Paris und gewisser Gründerzeitquartiere in Wien kann man durchaus als lähmend empfinden. Mir kommen die Berliner Beispiele sozusagen auf die Spitze getrieben und dadurch künstlerisch konsequent vor. Die wenigen erhaltenen Beispiele in der Friedrichstadt wirken wie besonders edle historische Relikte, sicherlich erhöht ihre Seltenheit ihren Wert, ohne diesen jedoch völlig zu relativieren. Mir kommt alles sorgfältiger und erlesener gearbeitet vor als das Wiener Einerlei der ewigen Neorenaissance- Schablone. Was wohl den Eindruck des Parvenuehaften ausmachte, war eher das geringe Ausmaß (und zT die geringe Qualität) der vorbarocken Substanz.
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Ich finde den Einwand von ursus sehr interessant, und das deckt sich eigentlich auch mit meiner Wahrnehmung. Wobei ich den Historismus von Wien deutlich abwechslungsreicher und origineller empfinde als das Haussmann-Paris, das man mehr ganzheitlich betrachten muss. Bei beiden Städten bedaure ich allerdings auch die großflächige Überformung des älteren Stadtbilds. Bei Berlin eigentlich nicht, das war nicht so bedeutsam, da sind in erster Linie die Nachkriegsverluste zu bedauern.
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Weitere Aufnahmen:
Die Friedrichstraße nach Norden, um 1900
Der Belle Alliance-Platz, 1895
Bülowstraße, 1897
Potsdamer Platz, 1885
Zum Grauen Kloster, 1856
Blick vom Berliner Schloss auf die Linden, 1860 -

Das war halt einer kommenden Weltstadt nicht mehr angemessen, das muss man eigentlich verstehen.
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Die äüßerste nördliche Altstadt der jungen Reichshauptstadt in den 1880ern, zwischen Klosterstraße und An der Königsmauer, das Gebiet am sog. Kleinen Jüdenhof - vor dem Abriss.



Bildquelle: Sammlung Stadtmuseum Berlin, Fotograf F.W. Schmidt
Eigene Sammlung -
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Weitere Aufnahmen:
Die Friedrichstraße nach Norden, um 1900
Der Belle Alliance-Platz, 1895
Bülowstraße, 1897
Potsdamer Platz, 1885
n Kloster, 1856
Blick vom Berliner Schloss auf die Linden, 1860Schaut euch einmal diese kleine und lebendige Pflasterung an und vergleicht sie mit dem heutigen Bodenpflaster!
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Eine Zeichnung der Schlossfreiheit vor 1892


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Ich bin gespannt ob bei der Bebaung des Molkenmarktes eine ähnliche Bebauung des Jüdenhofes erfolgt
Der Jüdenhof 1930, coloriert



Zugang zum Jüdenhof von der Jüdenstraße aus







Der Jüdenhof 1950, trotzdem abgerissen

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In restauriertem Zustand wäre der Jüdenhof heute ein Touristenmagnet sondergleichen.
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glaub sogar auch in unrestauriertem...
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Hier wäre es mal interessant genau die Standorte von damals zu finden und jeweils ein Foto vom jetzigen Zustand (Richtiger Ort und Himmelsrichtung) zu machen. Denn da steht ja nichts mehr.
Es wäre doch hier durchaus machbar und wünschenswert den Hof zu rekonstruieren. Zumindest wäre es sicher kostengünstiger, als z.B. der Neumarkt in Dresden.
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Reconstruct that square but also that tree has to be planted, it gives such character to the square and from the square you can enjoy the tower of Altes Rathaus which is now underappreciated.
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Kennt jemand die Quelle für diese alten Fotos vom Inneren des preußischen Herrenhauses? Gibt es noch mehr von ihnen? Es scheint nur sehr wenige Innenaufnahmen des Abgeordnetenhauses und des Herrenhauses zu geben.



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Kennt jemand die Quelle für diese alten Fotos vom Inneren des preußischen Herrenhauses? Gibt es noch mehr von ihnen? Es scheint nur sehr wenige Innenaufnahmen des Abgeordnetenhauses und des Herrenhauses zu geben.
z.B. hier:
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Ich habe diesen Artikel schon mal gelesen, aber es geht um das preußische Abgeordnetenhaus und nicht um das Herrenhaus.
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Kennt jemand die Quelle für diese alten Fotos vom Inneren des preußischen Herrenhauses?
Ich würde sagen, die historischen Fotos stammen aus dem Landesarchiv Berlin.
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Es wäre doch hier durchaus machbar und wünschenswert den Hof zu rekonstruieren. Zumindest wäre es sicher kostengünstiger, als z.B. der Neumarkt in Dresden.
Ist das nicht schon in Planung?
Molkenmarkt: Das sind die Pläne für den Wiederaufbau – ein JahrhundertprojektDer Senat gibt Teil eins der Charta Molkenmarkt bekannt: wie das neue Quartier aussehen, wer dort wohnen und wie es darüber hinaus genutzt werden soll. Aber:…www.berliner-zeitung.deEtwas vage, aber das liest sich doch grundsätzlich positiv:
QuoteFünf Blocks – A bis E – werden jeweils besondere Charakteristika haben, in denen historische Bezüge in jeweils unterschiedlichem Maße sichtbar werden. Der Senat hat sich für den Wiederaufbau des Großen Jüdenhofs entschieden, weitgehend in seiner vor der Kriegszerstörung bestehenden Form, mit seiner „besonderen Kleinteiligkeit“.
Leider konnte ich nichts aktuelleres oder konkreteres dazu finden.Edit: Leider ist der Baubeginn des Quartiers wohl auf 2029 verschoben worden:
QuoteDie Initiative Offene Mitte Berlin reagierte schon Ende vergangenen Jahres kritisch auf die Ankündigung des Berliner Senats, vor allem was den kommunizierten Zeitplan angeht: „Am 12. Dezember 2024 teilte Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt mit, dass die Bauarbeiten für das neue Stadtquartier am Molkenmarkt frühestens 2029 beginnen sollen. Dieser Zeitplan bedeutet, dass der Baustart abermals um mindestens drei Jahre verschoben wurde.
sh. https://entwicklungsstadt.de/wiederaufbau-a…schoben%20wurde.Zu dem Projekt gibt es auch eine Website:
Molkenmarkt Berlin - Informationen über die Umgestaltung des MolkenmarktsStadtplanung in Berlins historischer Mitte im Bereich des Molkenmarkts. Alle Informationen über die Archäologischen Grabungen, Planungen zur Umgestaltung.molkenmarkt.berlin.de -
Berlin in alten Aufnahmen
Wittenberg Platz

Lehrervereinshaus Alexanderstraße

Hotel Exelsior

Leipziger Straße

Reichstag und Bismarckdenkmal

Leipziger Platz

Potsdamer Platz

Verkehrsampel Potsdamer Platz

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