Eigene (utopische) Architekturentwürfe

  • Schade, dass man KI nicht einsetzen kann, um Bildbeispiele Magdeburgs zu generieren vor der Zerstörung durch Tilly im 30jrgn Krieg. Wenn man sich den ein oder anderen Kupferstich ansieht, muss klar sein, dass solche Fassaden in den Schatten gestellt werden würden durch die Wehranlagen, Kirchen und wahrscheinlich auch das ein oder andere FWH.

    :lehrer:

  • Hier meine phantastische Rekonstruktion des Ruprechtsbaus des Heidelberger Schlosses:

    Ruprechtsbau Heidelberg - Vorschlag für Wiederaufbau

    Was heißt für Dich phantastisch? Hast Du nach historischen Quellen eine angenommene Rekonstruktion mit KI entworfen oder rein fiktiv? Jedenfalls sieht es phantastisch aus und ich würde es gar zu gern in Sandstein ausgeführt am Originalort sehen. Seltsam, daß das Heidelberger Schloß in der Gründerzeit nicht vollständig wieder aufgebaut wurde. Na ja, Burgenruinenromantik wollte man bewahren!?

  • SchortschiBähr Ich habe mit einen Stich der Ruine des Ruprechtsbaus genommen und darauf aufbauend eine freie 2d Rekosnstruktion vorgenommen. Diee Aufteilung der Fenster im ersten und zweiten Stock entspricht dem Originalbau. Ich habe mich stilistisch an der Erbauungszeit orientiert, dem 14ten Jahrhundert, insbesondere dem Rathaus von Wesel. Der originale Bau war sehr viel schlichter. Das ganze habe ich dann mit Gemini visualisiert.

  • Kleiner Nachtrag von mir. Wie ich finde beweist der Entwurf eindrücklich, dass historische Stile nicht tot sein müssen. Der Entwurf ist kohärent im Sinne nordischer Frührenaissance, ohne nur Abklatsch zu sein. Wir haben im Prinzip das Wissen, historische Stile in einer stimmigen Weise wieder zu beleben. Und wenn wir der Meinung sind, dass für Innenstädte traditionelle Stile besser geeignet sind, gewisse humanistische und ästhetische Ansprüche zu erfüllen, dann spricht nichts dagegen, eine solche Wiederbelebung anzustreben. Die Frage ist dann: Was hindert uns daran? Wieso lassen es die bestehenden Verhältnisse nicht zu? Das sind tiefschürfende Fragen, die den Finger in die Wunde der zeitgeistlichen Gegenwart legen.

  • Nochmal Frührenaissance:

    Würde ich eigentlich eher dem Manierismus mit nachgotischen Elementen zuordnen, aber die Abgrenzung ist mitunter nicht leicht und verschwimmt bei nordischer Renaissance gerne einmal.

    Auf jeden Fall ein schöner Entwurf, aber sind die Fensterflächen im Verhätnis zur Fassade nicht ein bisschen viel? Dadurch wirkt die Fassade tektonisch sehr fragil und ich frage mich, ob das so mit traditioneller Bauweise überhaupt möglich wäre. Wahrscheinlich schon. Dennoch scheint so die Fassade nicht tragend sondern eher vorgehängt und erweckt in mir Assoziationen zu den in Glas und Stahl aufgelösten Kaufhausfassaden Anfang des 20. Jhds. (Beispiel 1, Beispiel 2) und lässt gewisse Zweifel an der Materialität. Wobei die Idee der Fassadenauflösung an sich ja schon genuin gotisch ist (und ja gerade auch bei flämischen/niederländischen Bürgerhäusern auch noch in der Renaissance/Manierismus zum Tragen kommt), aber hier wirkt es für mich irgendwie nicht hundertprozent stimmig. Ich kann auch nicht ganz genau festmachen, woran es liegt. Das Erdgeschoss im Kontext der übrigen Fassade mag daran auch seinen Anteil haben, es kann sich nicht ganz entscheiden, ob es schwer und massiv sein möchte (zB. die Bogenstürze) oder auch schon nach Auflösung strebt (das sehr filigrane Stabwerk/Maßwerk).

  • Das Erdgeschoss im Kontext der übrigen Fassade mag daran auch seinen Anteil haben, es kann sich nicht ganz entscheiden, ob es schwer und massiv sein möchte (zB. die Bogenstürze) oder auch schon nach Auflösung strebt

    Ich denke besonders durch das Erdgeschoss wirkt es wie auf Stelzen und dadurch auf mich statisch fraglich. KI hat Schwierigkeiten damit die Außenhülle mit dem Inneren eines Gebäudes und realistischer Statik in Kongruenz zu bringen. Hier ist der Innenraum quasi eine einzige große Halle, was statisch bei dem sonstigen Überbau utopisch ist. Darüber können auch die einzelnen Bogenstürze und massive Außenwand nicht hinwegtäuschen. Ein geschultes Auge gibt diese Interpretation quasi unbewusst ans Hirn weiter, welches diesen Eindruck umwandelt in 'nicht real machbar', 'vorgehängte Fassade', 'irgendetwas stimmt hier nicht'... Dieser Eindruck wird durch die dann wieder spiegelnden Fenster der weiteren Geschosse verstärkt. Im ersten Moment scheint man ins Gebäude hineinsehen zu können und meint auch dort einen großen hallenartigen Raum wahrzunehmen ehe der zweite Moment die spiegelnden umliegenden Gebäude erkennt.

    Das sind die Grenzen der KI, die sich aber wohl in naher Zukunft verbessern werden.

    Rein für Fassadenvisualisierungen ist dieses hier, finde ich, ein schönes Bild was schon Alles mit Ki gezeigt werden kann, wenn man geduldig den richtigen Prompt erarbeitet und sich vorher Gedanken zum zu erzielenden Ergebnis gemacht hat.

  • Ich denke besonders durch das Erdgeschoss wirkt es wie auf Stelzen und dadurch auf mich statisch fraglich. KI hat Schwierigkeiten damit die Außenhülle mit dem Inneren eines Gebäudes und realistischer Statik in Kongruenz zu bringen. Hier ist der Innenraum quasi eine einzige große Halle, was statisch bei dem sonstigen Überbau utopisch ist.

    Ich hätte jetzt tatsächlich Säulen/Pfeiler in den großen Räumen des Erd- und 1. OGs vorrausgesetzt, wie man es ja auch von Dielenhäusern* her kennt, bei xharleins Entwurf jeweils eine Reihe auf einer Achse mit den beiden Pilastern links und rechts des Portals. Diese sind in der KI-Visualisierung nicht explizit zu erkennen, ich habe sie mir aber dazugedacht, weil sie durch die Perspektive und Fensterspiegelung möglicherweise auch realiter aus dieser Perspektive von außen kaum zu erkennen sein sein könnten. Mit diesen Säulen wäre das Haus meiner Laienmeinung nach tatsächlich statisch einigermaßen plausibel.

    *Beispiel 1, Beispiel 2

  • Jedenfalls sieht es phantastisch aus und ich würde es gar zu gern in Sandstein ausgeführt am Originalort sehen.

    Erster Halbsatz volle Zustimmung. Zweiter Halbsatz auch mit Ausnahme des Originalorts. Der gehört in Ruhe gelassen. Aber in der Stuttgarter oder Kölner Innenstadt würde sich das Trumm echt gut ausnehmen.

    Das mit Magdeburg war ein volltreffer! In der Tat nahm diese Stilistische Linie bei den verschollenen Fassaden von Magdeburg seinen Ausgangspunkt.

    Bemüh dich ein bisschen um Verbesserung. In vielerlei Hinsicht ist es sehr gelungen, aber es fehlt der letzte Schliff, vor allem in den Proportionen der Gesimse und Zwischenstöcke.

    Generell sind deine Bilder zu sehr "geshiftet" und wirkten dadurch unnatürlich, überhaupt in Anbetracht der exorbitanten Höhe deiner Bauwerke (die man auch hinterfragen darf). Ein bisschen dürfen die Linien nach oben hin fliehen.

  • Nochmal Frührenaissance:

    In der Tat, das rechts angeschnittene dreiachsige Gebäude spricht ästhetisch sehr an. Eindrucksvoll, verheißungsvoll, wünschenswert.
    Die Anforderungen an Marktschirme haben sich zwischenzeitlich etwas gewandelt.

  • Jedenfalls sieht es phantastisch aus und ich würde es gar zu gern in Sandstein ausgeführt am Originalort sehen.

    Erster Halbsatz volle Zustimmung. Zweiter Halbsatz auch mit Ausnahme des Originalorts. Der gehört in Ruhe gelassen. Aber in der Stuttgarter oder Kölner Innenstadt würde sich das Trumm echt gut ausnehmen.

    Das mit Magdeburg war ein volltreffer! In der Tat nahm diese Stilistische Linie bei den verschollenen Fassaden von Magdeburg seinen Ausgangspunkt.

    Bemüh dich ein bisschen um Verbesserung. In vielerlei Hinsicht ist es sehr gelungen, aber es fehlt der letzte Schliff, vor allem in den Proportionen der Gesimse und Zwischenstöcke.

    Generell sind deine Bilder zu sehr "geshiftet" und wirkten dadurch unnatürlich, überhaupt in Anbetracht der exorbitanten Höhe deiner Bauwerke (die man auch hinterfragen darf). Ein bisschen dürfen die Linien nach oben hin fliehen.

    Es gibt immer das Problem, dass die KIs meine 2D-Entwürfe nur unvollkommen umsetzen. Zur Höhe der Bauwerke: Wir leben im 21. Jahrhundert, Und die Städte sind heute dichter bebaut, als in der frühen Neuzeit. Ich überschreite aber niemals das Maß desssen, was es prinzipiell schon gab (grote Markt Antwerpen, Leipziger Bürgerhäuser des Barocks, Breslau Oppenheim-Haus), Das Maß ist: Maximal vier Hauptgeschosse, maximal vier Giebelgeschosse. Das entspricht dem Menschlichen Maß, denn der Menschliche Leib wie das Haupt sind viergeteilt.

  • Nochmal Frührenaissance:

    Würde ich eigentlich eher dem Manierismus mit nachgotischen Elementen zuordnen, aber die Abgrenzung ist mitunter nicht leicht und verschwimmt bei nordischer Renaissance gerne einmal.

    Das Problem ist, dass die ganze deutsche Renaissance nach italienischen Maßstäben in die Zeit des Manierismus fällt. Drum ist es in der Tat schwierig. Für mich heißt nordischer Manierismus aber: de Vries, Dietterlin. Frührenaissance ist hingegen linearer, flächiger, "gotischer".

  • Hier mal ein Beispiel für eine Gemini-Visualisierung, wenn kein detailierter 2D-Entwurf hilft:

    Niederländisch

    Das Promt dazu lautete: "Bitte entwerfe einer Hausfassade eines Bürgerhauses im Stile der nordischen Frührenaissance. Die Hausfassade soll in einen Platz integriert sein, das heißt von anderen Fassaden flankiert. Insgesamt soll der Eindruck eher mitteleuropäisch als niederländisch sein". Tcha, das hat nicht so ganz geklappt. Das Ergebnis ist aber erstaunlich konsistent: Frühes 17tes Jahrhundert Niederlande - nur nicht das, was ich wollte.

  • Wer mal auf die erste Seite dieses Unterforums schaut sieht eine Zeichnung, die hier mit Gemini visualisiert wurde:

    Hochbarock

    Es hätte so schön sein können ohne 30jähringen Krieg. Hier eine Adaption von römischen Inspirationen auf das nordische Giebelhaus.