Die "Dresdner Neuesten Nachrichten" berichteten, dass der Bebauungsplanentwurf für das Hotel "Stadt Rom" nun vorgelegt worden ist.
Dresden - Hotel Stadt Rom (in Planung)
-
-
Die "Dresdner Neuesten Nachrichten" berichteten, dass der Bebauungsplanentwurf für das Hotel "Stadt Rom" nun vorgelegt worden ist.
41 Fassadenteile klingt nach einer ganzen Menge.

-
Das klingt schon nach einer ganzen Menge; aber die herausragende Qualität des Originals verlangt nach einer sensiblen, kompetenten und hoch anspruchsvollen Herangehensweise, um den historischen Gegebenheiten so nahe als möglich zu kommen. Es ist jetzt hier nicht der Ort, um Fehlentwicklungen und Marginalisierungen der letzten 20 Jahre auf dem Neumarkt aufs Butterbrot zu schmieren. Vorhanden sind sie zweifellos. Das HSR stand in dem Zeitgeist des Spätbarock und des Rokoko und stellt künstlerische Ansprüche, die zweifellos extrem hoch sind.
-
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Ich bin nur heilfroh, dass es dort kein Rokokoportal wie im PH zu rekonstruieren gibt.
Obwohl, wenn ich es recht bedenke....🤔
-
Ich bin nur heilfroh, dass es dort kein Rokokoportal wie im PH zu rekonstruieren gibt.
PH=Palais Hoym?
Wieso, wird das nicht gut? Ist es da zu Problemen gekommen? -
Hier übrigens der Link zur Vorlage im Ratsinformationssystem: Bebauungsplan Nr. 3057 Dresden-Altstadt I Nr. 51 Neumarkt Quartier IV/Hotel Stadt Rom
-
Wieso, wird das nicht gut? Ist es da zu Problemen gekommen?
Nein, au contraire.
Aber man kann so etwas extrem Anspruchsvolles nur realisieren mit nem hervorragenden Architekten und nem hervorragenden Holzbildhauer. Beides ist aktuell beim PH [Palais Hoym] gegeben und wird sich nun sicher nicht mehr wdh. lassen.
-
Ich hab mal übers WE die Verschiebung versucht zu simulieren.
7 Meter sind mächtig viel. Die "Kleine Kirchgasse" wird hingegen zu einer halben Autobahn mit 12 m Breite. Das geht einfach nicht.
-
Das Original entging knapp dem Abriß wegen Straßenverbreiterungs-Ambitionen; nun wird die erst wieder ins Leben zurückgerufene kurze Moritzstraße überbaut. Finde das Paradox. Erinnert irgendwie doch etwas an die frühen DDR-Pläne und die damals angedachte Verschiebung des HSR auf den Standort des Hotel de Saxe. Vielleicht sollen doch irgendwelche alt-lange geheime Fantasien verwirklicht werden... Ob die straßenseitige Fassade es hergibt, ist in dieser Stadt offenbar noch nicht so genau abgewogen worden. Wie dringend notwendig wäre zum Neumarkt hin eine 1:1-Plane.
-
Ich möchte dies nicht gerne coram publicam diskutieren. Vox populi ist nicht immer vox dei.
Ich denke, die große Mehrzahl der DDner werden ungeniert für die Verschiebung stimmen, da man dadurch das HSR hinter den Gewandhausbäumen viel besser vom Platz aus sieht. Das wird durch ein einfaches Besichtigen des NMs heute schon deutlich. An der originalen Position verschwindet es, je weiter man nördlich steht.
Also doch besser interne Fachberatungen.
-
Akzeptabel.
-
Anbei meine Visu.
In Rot die originale Ost-Kante des HSR. Im Grunde genommen wird der Bau um die gesamte Breite des Seitengebäudes versetzt.
Eine Beseitigung aller 9 Bäume ist gar nicht mehr nötig - honi soit qui mal y pense - , sondern nur noch von 3en:

Des Weiteren stehe ich zu meinem hinten offenen Wiederaufbau durch Auslassung des nie barock gebauten hinteren Teils des westlichen Seitengebäudes. Es entsteht so keine massive und störende Brandwand zur Wilsdruffer hin .
-
Die baulichen Gegebenheiten zwischen Schloßstraße, über KP bis zu den Wohnriegeln und bis zum Landhaus haben durch zahlreiche Kollisionen mit alten Parzellen- und Straßenverläufen zu zahlreichen optischen Kompromiß-Konstellationen geführt. Das Festhalten an Bestandsveränderungen der Wilsdruffer Riegel bzw. nach Süden hin am Übergang zum Neumarkt hat hier zahlreiche, optisch barbarische Hinterhofsituationen geschaffen; berechtigterweise als Dresdens neues Zonenrandgebiet, neue "acht Ecken" (oder mehr?) zu bezeichnen. Fußläufig ist das bei einem Gang ab Schloßstraße, durch die Rosmarinstraße und den Ansatz der Galeriestraße, die Frauenstraße, die kleine Kirchgasse, die Moritzstraße und besonders deutlich in der Friesengasse erfahrbar. Eine verschobene Reko des HSR ist keine Reko, sondern eine translozierte (inselartige) Reko, vor der "imposanten" Kulisse der Rückseiten der Wohnriegel an der Wilsdruffer Straße und optisch rechts der neu-kurzen Moritzstraße, die leider hier in den Hinterhöfen der bereits mehrfach erwähnten Wohnriegel endet. Was soll dabei herauskommen? Wie stellt man sich´s vor? Eine qualitativ wie auch immer geartete baulich kulissenhafte Imagination (sorry, bei Kimmerle nichts anderers zu erhoffen) des ehemaligen Kopfbaus des ehemaligen Straßenabschnitts der westlichen Moritzstraße, verschoben, inselartig reduziert; ein Solitär vor der unerträglichen Hinterhofsituation der Wohnriegel; ein Festzurren einer optisch schmerzverursachenden Hinterhof-Parzellen-Kompromißbebauung, bei der das Problem mit dem ehemaligen Palais de Saxe auf drastische Weise nachvollziehbar wird. Den 41 originalen Fragmenten zum Trotz wird es hier ein wenig mehr an plausiblen Kalkulationen bedürfen, um hier größeres Verständnis zu wecken. Hier wird der Neumarkt baulich abgeschlossen; leider im doppelten Sinn; denn um für eine translozierte Reko eines Kopfbaus einer leider nicht mehr existenten Straße volles Verständnis zu wecken, wird es soviel Arbeit bedürfen, daß die Frage gerechtfertigt ist, für was eigentlich.
-
Vielleicht kann man ja das Haus auf Schienen setzen und später irgendwann rüber schieben.
-
Wenn man unbedingt am originalem Standort bauen will und nun aber über neuartige Abstandsvorschriften stolpert - da kommt nur eine Verschiebung in Frage. Warum wird über völlig intakte, genutzte und beliebte Wohnhäuser geschimpft und am liebsten deren Abriß gefordert? Ich spreche von den Wilsdruffer ,,Riegeln''. Beim ganzen Wiederaufbau des Neumarktes, den ich sehr bewundere (!!!) sollte man auch durchaus auf neue Sichtachsen, entstanden durch den Wiederaufbau in den 50/60 ger Jahren Rücksicht nehmen. Natürlich sind die nun entstandenen Hinterhofsituationen nicht immer sehr schön. Irgendwo habe ich mal was von einem eventuell geplanten Durchbruch durch eines der Häuser an der Wilsdruffer Straße gelesen und auch Entwürfe dazu gesehen, warum wird das nicht weiter verfolgt? So könnte die nun etwas schmalere Moritzstraße zur Wilsdruffer geführt werden.
-
Ich weiß nicht ob dieses Fotos schon gezeigt wurden.
Bei Wikipedia sind zwei Fotos, welche die ehemalige Raumwirkung zeigen.
Hôtel de Saxe (Dresden) – Wikipediade.wikipedia.org
Hotel Stadt Rom (Dresden) – Wikipediade.wikipedia.org -
....Die so leider nicht mehr kommen wird.
-
Wird das HSR nach den jetzigen Plänen seine originale Länge behalten (ich glaube 11 Fensterachsen auf dem Bild zählen zu können) oder muss es neben der Verschiebung auch gestutzt werden, wegen der sehr nahen Riegel der Wilsdruffer Straße?
-
....Die so leider nicht mehr kommen wird.
Dafür so: und das wird richtig, richtig gut:
Bild: GHND und Arte 4d
Hängt mich, aber von mir wird es kein weiteres "leider" geben. Der neue Standort ist für die heutige Situation am Neumarkt einfach viel, viel besser. Die Straßenbreite der "Moritzstraße entspricht der aller weiteren Straße die auf den Neumarkt zuführen (Sporergasse, Frauenstraße etc). Ein "zu schmal" ist mir in diesem Sinne also deutlich lieber als ein "zu breit" wie in Potsdam. Im Eingangsbereich dieser neuen Straße steht ja auch kein Haus, dass es sich aus der ferne zu Betrachten lohnen würde. Das British Hotel war aus der Ferne (Rampische Straße) auch bis zu einem gewissen Grade imposanter anzusehen, als dies nun in der schmalen Landhausstraße möglich ist. Hätte man für diesen Vorteil das Quartier 2 nicht errichten sollen?
Im Florenz der Renaissance versuchte man beispielsweise mit dem Zukauf des Nachbargrundstücks am Palazzo Ruccelai und dem Bau einer offenen Loggia, mehr Abstand zur Betrachtung der Hauptfassade zu gewinnen. Dass der Palazzo am Beginn der neuen Epoche in die Enge der Altstadt getrieben wurde, war ein Produkt und Gnade dieses neuen Jahrhunderts. Aber sicherlich keine städtebauliche Notwendigkeit schon gar keine Tugend. Das Palazzo hätte Alberti sicherlich gerne an einem Platz gestellt. Er hat sich mit einer Loggia beholfen, und so wenigstens Diagonalblicke ermöglich. So ist das Leben. Was uns dieses exemplarische Exkurs in die Baugeschichte zeigen soll, ist das historische Situationen oft auch aus Vorbedingungen rühren, die dann von den Nachgeborenen als unverrürckbare und einzig seeligmachende Lösung betrachtet werden. Von anderen Nachgeborenen aber als sanft und klug zu verbessernde Ist-Situation.
Gerade das Hotel Stadt Rom Adams ist doch vor allem in sich selbst verankert. Es ist eine geistige und ideale Geburt des Barock. es bezieht sich auf sich. Der Kontext ist die Epoche als solche nicht der Renaissancebau rechts daneben, schon gar nicht die Widrigkeiten des leicht überformten aber existenten mittelalterlichen Stadtgefüges. Genau wie das Haus am Zwinger, welches ich als Profilbild hochhalte. Schon die Vedute zeigt hier, dass dieses Haus den städtebaulichen Vorbedingungen und Gegebenheiten in jedem Aspekt trotzt. Es strahlt gegeben die Alte Zeit. Spiegelsymetrisch, hoch und edel im Ausdruck gegen die Unzulänglichkeiten der "alten Stadt".
Ich würde also sogar noch weitergehen: Der Adamsche Riss zeigt deutlich, dass das Haus als symmetrischen und freisichtbare Hauptfassade hin konzipiert ist. Siehe hier. Die unzulängliche Gesamtsituation die Adam für das Bauprojekt jedoch vorfand, ist die, das der rechte Fassadenabschluss ungünstig verdeckt wurde, wenn man mittig vor dem Portal stand. Ein Graus für den Baumeister des Barock und gelinde gesagt auch noch aus heutiger Betrachtung. Siehe hier. Es gibt nun also die historische Chance die Hauptfassade als harmonische, symmetrisch angelegte Ansicht zu genießen. Ein Umstand der durch die willkürlich in die Raumnische des Marktes gedrückte historische Situation wie dargelegt gar nicht möglich war und dazuführt, dass es im wesentlichen "Übereck" Fotos des Hauses gibt. Da die Ansicht -wie gezeigt- nicht funktionierte war dies trotz intendierter Symmetrie dann der zweitbeste Blick auf das Haus.
Das Hotel Stadt Rom ist stark, sehr stark. Es wurde einmal zerstört und wiederaufgebaut und nun kommt es abermals wieder. Es ist eine Idee, die Menschen dieser Stadt nicht loslässt. Es ist in unserem kollektiven Bewusstsein, es existiert im Stich und auf Fotos. Seine zwei Nachbarn haben sich im Laufe der Zeit mehrmals sehr verändert. Mit anderen Worten es spielt für die Idee dieses Haus eine völlig untergeordnete Rolle ob es 5m weiter links oder 5m weiter recht errichtet wird. Es kommt und es wird den Neumarkt abschließen. Sodass wir uns auf den Neustädter Markt und auf die Erweiterung und Ergänzung der Altstadt wo möglich konzentrieren können.
Falls es zu einem späteren Zeitpunkt eine Verlängerung der Moritzstraße zur Debatte stehen sollte, kann die Straße im Folgenden auch auf ihre historische Breite (die auch wieder Ergebnis von Vorbedingungen war und kein Ergebnis städtebaulicher Baukunst) verbreitert werden. Eine derartige kopfartige Verengung am Platzeingang findet sich in vielen mitteleuropäischen Städten und in Sachsen sowieso zuhauf. Es ist, wie ich finde, sogar eine sehr schöne räumliche "Anomalie", die Platzräume meist mehr "hält" anstatt dass diese sich in die Seitenstraßen willenlos und ungut auflösen.
Wir können froh sein, dass sich in der Öffentlichkeit der Name "Schlussstein für den Neumark" durchgesetzt hat. Ohne einen solchen geht es beim Bauen nicht. Er ist eine Notwendigkeit. Ein sehr wertschätzender und hoffnungsvoll stimmender Begriff steht hier nun im Raum, der die Umsetzung sehr viel sicherer macht. Es wird zum Zeitpunkt die letzte möglich Erstvermietung am Platz sein mit hervorragendem Blick auf die Frauenkirche,. Ich freue mich uneingeschränkt auf das HSR.
-
Danke, lieber Strelizius für deine Apologie.
Vielleicht ist es ja mein vorgerücktes Alter, das mich so skeptisch macht, aber 7 m hin oder her, ich sehe hier noch ganz andere Probleme. Nämlich die der Qualität und Ausführung des Gebäudes. Stichwort: Viel Zeugs an der Fassade aber wenig Raum zum Vermieten drin.
Und so drohen hier (mindestens) die komplette Überbauung des Hofes, (Folge: oben Flachdach à la Hotel de Saxe, nur mit Grün), Billigausführung des massiv vorhandenen Ornaments, keine Innenräume.
Das macht (zumindest mir) wenig Lust.
-