Dresden - Hotel Stadt Rom (in Planung)

  • Die Moritzgasse existiert leider nicht mehr, sie ist jetzt ein Hinterhof, also braucht es auch nicht die original Breite der Moritzgasse als Abstand von Hotel de Saxe zu Hotel Stadt Rom. Das wäre nicht nur sinnlos, sondern sähe auch proportional unschön aus. Warum so ein so großer Abstand mit Blick auf einen Hinterhof auf der einen Seite und ein so kleiner Spalt auf der anderen Seite?
    Nach dem Wegfall der Moritzgasse ist es nicht nur funktional sondern auch ästhetisch die Beste Lösung, das HSR schön mittig zwischen Hotel de Saxe und Schütz-Residenz zu platzieren. So brilliert der Bau auch mehr.

    Schade, dass man, nach Strelizius Bild zu urteilen, immer noch so viel von den DDR-Riegeln dahinter sieht. :(

  • Die Moritzstraße wieder zur Wilsdruffer Straße zu öffnen ist und bleibt derweil auch per Satzungsbeschluss festgelegte (B-Plan 331 B) langfristige Planabsicht, v. a. für die Wiederrichtung des Palais de Saxe. Die Begründung, mit der ich bei der Verschiebung des Hotel Stadt Rom jedenfalls leben kann, ist daher nicht, dass nun also eine temporäre Hinterhofsituation verdeckt wird, sondern dass die einst wiederkehrende Moritzstraße ihre frühere Bedeutung als Hauptverkehrsachse nicht mehr wiedererlangen wird, sondern lediglich verkehrsberuhigter oder sogar Fußgängern vorbehaltener Zugang zum Neumarkt werden wird und deshalb schmaler sein kann. Zusammen mit den Vorteilen der Freistellung des barocken Entwurfs überwiegt dies bei mir die ansonsten grundsätzlichen Bauchschmerzen, die man mit dem Zustandekommen dieser "Notlösung" haben muss. Ich frage mich einzig, ob es tatsächlich sieben Meter sein müssen. Ist das ausschließlich baurechtlich begründet oder spielt eine gewollte Symmetrie dabei eine Rolle?

  • Ich trage große Bedenken, daß wir Gefahr laufen, durch vorschnelle Positionierungen in das gleiche Fahrwasser zu geraten, das es am Neumarkt in Sachen Gewandhaus und Wache schon einmal gegeben hat. Die persönliche Positionierung zum HSR ist so einfach wie die Quadratur des Kreises. Bei beiden erwähnten Alternativkandidaten war die Nicht-Wiedererrichtung städtebaulich ein großer Glücksgriff. Eine Wiedererrichtung des HSR am originalen Standort scheidet aus. Ein Gutheißen einer Sackgassenkaschierung auf Kimmerle-Niveau fällt nicht gerade leicht.

  • Das Gewandhaus sollte doch als zeitgenössischer Wiedergänger kommen. Nach jahrhundertelanger Abwesenheit. Sehr schwieriger Vergleich. Ist denn ausgemacht, dass Kimmerle den Zuschlag bekommt? Das wäre in der Tat sehr bedenklich.

  • Aber auch er muss rechnen und Geld verdienen können.

    Und das kann man mit dem HSR einfach nicht.

    Im Grunde müsste das eine private, nicht profitorientierte Stiftung oder so was machen.

  • Ja, vielleicht erst mal besser aufheben für bessere Zeiten.

    Ich weiß einfach nicht, wie die vielen Probleme, die der Bau machen wird zu bewältigen sind. Ich sehe im Moment nichts anderes als eine mittelmäßig gemachte, dazu verschobene Fassadenattrappe auf uns zukommen.

    Heute sind weitere Fragmente aufgetaucht, die die unfassbar hohe Qualität des Baues zeigen. Jedes Stück ein Original in leicht veränderter Ausführung. Mich gruselt immer mehr vor einem Billigwiederaufbau.

  • Ich würde also sogar noch weitergehen: Der Adamsche Riss zeigt deutlich, dass das Haus als symmetrischen und freisichtbare Hauptfassade hin konzipiert ist. Siehe hier. Die unzulängliche Gesamtsituation die Adam für das Bauprojekt jedoch vorfand, ist die, das der rechte Fassadenabschluss ungünstig verdeckt wurde, wenn man mittig vor dem Portal stand. Ein Graus für den Baumeister des Barock und gelinde gesagt auch noch aus heutiger Betrachtung. Siehe hier. Es gibt nun also die historische Chance die Hauptfassade als harmonische, symmetrisch angelegte Ansicht zu genießen. Ein Umstand der durch die willkürlich in die Raumnische des Marktes gedrückte historische Situation wie dargelegt gar nicht möglich war und dazuführt, dass es im wesentlichen "Übereck" Fotos des Hauses gibt. Da die Ansicht -wie gezeigt- nicht funktionierte war dies trotz intendierter Symmetrie dann der zweitbeste Blick auf das Haus.

    Ja doch das überzeugt mich doch sehr! So hatte ich das bisher nicht gesehen.

    Obwohl dazu wahrscheinlich 5 Meter und nicht 7 reichen würden. Ich bin persönlich an der historischen Breite insofern interessiert, da mein Urgroßvater in der Moritzstraße ein Restaurant hatte. Allerdings erst hinter der Kreuzung der Wilsdruffer. Um diese Situation nachzuempfinden wäre die originale Breite gut. Bis hinter die Wilsdruffer wird aber vorerst wahrscheinlich eh nicht verlängert und wenn, könnte dort ja auch die alte Breite zurückgegriffen werden (kleine Träumereien).

  • Strelizius Generell kann ich Deiner Argumentation folgen. Mich stört trotzdem gewaltig die die zu sehende Rückseite der Wilsdruffer-Straßen-Bebauung in der neuen verbreiterten Lücke.

    Je nachdem wo du am Neumarkt stehst (das Bild zeigt ja nur einen Standpunkt), wirst du immer durch eine Lücke auf die Rückseite der Wilsdruffer Riegel gucken können, egal ob links oder rechts am HSR vorbei. Und während nun die Lücke zwischen HSR und Schütz-Residenz durch die Verschiebung größer wird, wird dafür aber auch die Lücke zwischen HSR und Hotel de Saxe kleiner. Ist gehopst wie gesprungen.

  • Treverer Zumindest nicht wenn irgendwann einmal vielleicht doch wieder ein Durchbruch der Moritzstr. realistisch wird. Eine Öffnung zwischen Schützresidenz und HSR wäre ahistorisch und wird auch nie zur Debatte stehen, ergo: mit dieser Rückseite muss man immer leben. Eine große Hinterhofsituation einer breiten Moritz-sack-str. würde vielleicht auch eher die Dringlichkeit eines Durchbruchs auf die Tagesordnung rufen.

  • Hier wird Stimmung gegen das Hotel Stadt Rom gemacht. Ein Ehepaar, das in der Heinrich-Schütz-Residenz wohnt, bringt seine Angst vor einer stärkeren Wärmebelastung an, wenn das Gebäude errichtet wird. Das Umweltamt springt darauf an und fordert vor dem Bau eine Windkomfortanalyse, die den Luftaustausch auf dem Platz nach dem Bau untersuchen soll.

    Quelle: Link

  • Schrecklich, unser verdammtes altes, alterndes Land. Das ist der „Gestaltungswille“, wenn wir zeitnah vergreisen. Ein Blick in eine nähere Zukunft. Angst und Micheltum waren niemals gute Gestalter. Man hätte diese Residenz nie errichten dürfen. So ein Ärger mit diesen Wutbürgern am Neumarkt. Hauptsache der Erste sein und dann alle Entwicklung verhindern…was haben sich diese Leute gedacht. Alles war seit den 90ern bekannt. Ökologie nun vorzuschieben ist so billig. Alle Argumente bereits ausgetauscht. Hätte es die GhND nicht gegeben, es gebe keinen Platanenhain auf dem Neumarkt, sondern mit dem Gewandhaus noch mehr Aufheizung.

    Es ist ganz Einfach. Das Zauberwort Ortsnahe Ersatzpflanzung. Mir fallen in der unmittelbaren Umgebung so viele Orte ein für die paar Bäume, dass es lächerliche wäre, diese nun aufzuzählen.

    Es ist zum Mäusemelken. Wir sterben aus und müssen das mit diesen greisen, grantigen Nachbarn tun, die uns dann auch noch verhindern in einer schönen Stadt zu leben.

  • Die deutsche Rechtsprechung ist manchmal nur absurd. Wenn ich an die Anwohner am Kulturpalast denke, deren Wohnungen keine Fenster haben dürfen, die man öffnen kann.

    Oder bei uns in Hamburg das neue Überseeqaurtier in der Hafencity, in dem es hafenseitig keine Wohnungen geben darf, weil die Stadt Angst hat, dass Bewohner gegen den Hafenbetrieb klagen.

  • Hier wird Stimmung gegen das Hotel Stadt Rom gemacht. Ein Ehepaar, das in der Heinrich-Schütz-Residenz wohnt, bringt seine Angst vor einer stärkeren Wärmebelastung an, wenn das Gebäude errichtet wird. Das Umweltamt springt darauf an und fordert vor dem Bau eine Windkomfortanalyse, die den Luftaustausch auf dem Platz nach dem Bau untersuchen soll.

    Quelle: Link

    Sollen sie doch woanders hinziehen, diese weltfremden grünen Klimafanatiker :kopfwand: Warum wohnt man in einer Altstadt, wenn man so wärmeempfindlich ist?!

  • Ach naja. Es hat zwar schon komisch-satirische Aspekte, wenn ein 86 und 89 Jahre altes Paar befürchtet, durch Hotel Stadt Rom könne sich in Bälde ihr Schlafzimmer erwärmen, über 25 Grad Raumtemperatur in den sehr heißen Sommermonaten klagt und davon berichtet, zuvor ländlich, in einem geräumigen Haus auf einem Berg gelebt zu haben. Auch, dass sie überrascht waren, dass nebenan noch ein Haus entstehen soll, ist irgendwie kurios. Es rächt sich eben, nicht regelmäßig den Info-Laden der GHND zu besuchen. ;)

    Davon abgesehen spricht aber nichts dagegen, sich mit der Kritik sachlich auseinanderzusetzen.

    • Punkt 1. zusätzlicher Baukörper speichert Wärme und gibt sie verzögert wieder ab
      • ist wohl so und lässt sich nicht relativieren
      • Baukörper verschattet allerdings auch, Strahlungswärme wird vom Dach, statt vom Boden reflektiert
    • Punkt 2: für Bauwerk weichen Bäume
      • GHND-Vorschlag zu Erhalt von drei der neun Eichen
      • ortsnahe Ersatzpflanzungen werden geprüft
      • Klimafunktionskarte zeigt: Baumcluster dieser Größenordnung haben faktisch keine Wirkung
      • Fassadenbegrünung des modernen Anbaus der Schütz-Residenz prüfen
    • Punkt 3: Durchlüftungskorridor verengt sich durch Bebauung
      • trifft auf jede Bebauung zu, auch auf größere Vorhaben im Gebiet (Stadtforum, Robotron etc.)
      • Verengung der Querschnittsfläche zwischen den Häusern beschleunigt die Strömung (Venturi-Effekt) und damit Kühlung
      • hohe Gebäude bringen Windgeschwindigkeiten durch Verwirbelung von Dachhöhe auf Bodenniveau, Quelle
      • Wiederaufnahme der Idee eines zusätzlichen Korridors, um Moritzgasse zur Wilsdruffer zu verlängern
        • größere Wirkung durch Ost-West-Ausrichtung
        • zudem Anbindung an Frischluft der östlichen Grünflächen