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Hamm

  • Ravensberger
  • December 11, 2011 at 11:20 AM
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  • Ravensberger
    Diamantenes Mitglied
    Posts
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    • December 11, 2011 at 11:20 AM
    • #1

    Abbrüche in der Südstraße

    An der Südstraße, mitten in der Innenstadt von Hamm, wird derzeit ein neues Gesundheitszentrum errichtet. Leider ausgerechnet an der Stelle, an der sich zuvor eines der letzten zusammenhängenden Wohnhaus-Ensembles der von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und späteren Sanierungsmaßnahmen schwer gebeutelten Altstadt befand. Die Häuser (Südstraße 12,14,16,18) entstanden mehrheitlich nach dem Stadtbrand von 1741.
    Nr. 14:
    Südstraße 14 – Hamm Wiki
    Nr. 16:
    Südstraße 16 – Hamm Wiki
    Nr. 18:
    Senftöpfchen – Hamm Wiki

    Hier die Pläne:

    Janssen Grundstücksgesellschaft mbH - Hamm-Südstr.

    Anstelle des im Krieg bis auf das Erdgeschoss zerstörten Hauses Nr. 20 soll ein Neubau in dem derzeit leider üblichen Schuhkarton-Stil mit Klinkerverblendung entstehen, wie man ihn mittlerweile in nahezu jeder nordwestdeutschen Stadt finden kann. Eine Anpassung an die historischen Bauten ist offenbar nicht gewollt. Als einziges Haus soll Südstraße 12 erhalten bleiben, da es im Gegensatz zu den anderen (seit 2003) unter Denkmalschutz steht:

    Meilenstein – Hamm Wiki

    Von Südstraße 14, 16 und 18 sollen lediglich die Fronten stehen bleiben, die in den Neubaukomplex (der Stahl-Glas-Kubus, der auf dem Entwurf hinter den alten Häusern hervorlugt) einbezogen werden.

    Hier Bilder vom Abbruch, der im Frühjahr dieses Jahres geschah:

    Südstraße: Bauarbeiten an Fassaden gestoppt - Stadt Hamm - Hamm - Lokales - wa.de

    http://gallery.vorderstrasse.de/foto_neubau-ge…fc9b_mittel.jpg

    Der Bauherr des Gesundheitszentrums „Medicum“ in Hamm bringt vor Abriss rückwärtiger Gebäude weitere Sicherungen an - Hamm-Mitte - Hamm - Lokales - wa.de

    Da etwa 80% (!) der alten Bausubstanz ausgetauscht werden musste, bleibt also nicht mehr allzu viel von den Fassaden erhalten. Da hätte man sie eigentlich gleich platt machen können!

  • Ravensberger
    Diamantenes Mitglied
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    • December 11, 2011 at 1:00 PM
    • #2

    Die Innenstadt von Hamm hat leider wirklich nicht mehr viel Bemerkenswertes aufzuweisen.

    Das wohl älteste Fachwerkhaus der Stadt, das alte Brauhaus Henin, Eylertstraße 15 (1516):

    Altes Brauhaus Henin – Hamm Wiki

    Widumstraße 10, 16. Jh.: Widumstraße 10 – Hamm Wiki

    Widumstraße 12, im Kern ein Fachwerkhaus des frühen 16. Jh.: Kleines Pressehaus – Hamm Wiki

    Die Fassade ist echt grausam. Wie kann man ein Haus derart verschandeln?

    Das bedeutendste Barockhaus der Stadt, Haus Vorschulze:

    Haus Vorschulze – Hamm Wiki

    Das Stunikenhaus:

    Stunikenhaus – Hamm Wiki

    Die Pauluskirche:
    Pauluskirche – Hamm Wiki

    Martin Luther-Kirche (1734-39):
    Martin-Luther-Kirche (Mitte) – Hamm Wiki

    Franziskanerkirche St. Agnes:

    Pfarrkirche St. Agnes – Hamm Wiki

  • Ravensberger
    Diamantenes Mitglied
    Posts
    1,466
    • January 8, 2013 at 10:51 PM
    • #3

    Hier der Neubau mit den erhalten gebliebenen Fassaden (nur das Haus "Meilenstein", ganz rechts, blieb komplett stehen), die nun, pastellig angestrichen, wie Theaterkulissen wirken. Dahinter ragt eine Stahl-Glaskonstruktion auf:

    http://www.janssen-bremen.de/index.php?pid=48

    http://mw2.google.com/mw-panoramio/p…um/80946454.jpg

    http://www.wa.de/bilder/2012/09…1-13pA5qj09.jpg

    Hier noch ein Artikel:

    http://www.wa.de/nachrichten/ha…rt-2513827.html

  • -Frank-
    Guest
    • January 9, 2013 at 8:20 PM
    • #4

    Ravensberger, vielen Dank für die Info. Die historischen Fassaden sehen in der Tat sehr künstlich aus. Aber die Patina wird schon von ganz alleine kommen. Auf jeden Fall ist der neue Zustand besser als vorher:


    gemeinfrei

    Der modernistische Anbau ist sehr dominant und wenig prickelnd, aber wird bei der wohl zahlreichen modernistischen Nachkriegsbebauung in der Stadt kaum auffallen, oder?

  • Löbenichter
    Diamantenes Mitglied
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    Luzern
    • January 23, 2015 at 3:09 PM
    • #5

    Im Hammer Stadtbezirk Rhynern fällt ein altes Fachwerkhaus der Spitzhacke zum Opfer.

    http://www.wa.de/lokales/hamm/r…en-4663326.html

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Heimdall
    Diamantenes Mitglied
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    Hessen
    • January 23, 2015 at 5:27 PM
    • #6
    Quote

    Nach einem Eigentümer-Wechsel hatte ein Gutachten ergeben, dass eine Renovierung des kleinen Hauses nicht rentabel sei

    Das alte Argument. Erst kauft der Investor (sofern es sich nicht im seltenen Fall um einen Erben handelt), wofür er offenbar kein Gutachten braucht. Dann holt er sich einen Gutachter, der die Rentabilität des Erhalts verneint.

    Quote

    Auf diesem Grundstück wird ein neues Gebäude mit zwei Wohnungen und Räumen für ein Versicherungsbüro im Erdgeschoss entstehen.

    Dann kann geklotzt werden, mit mehr Wohnraum und Gewerberäumen. So dass die Rendite stimmt.

    Weshalb sich diese Spekulanten oft historische Gebäude suchen, liegt auf der Hand. Hier haben sie weniger Konkurrenz im Kauf zu befürchten, als bei Grundstücken mit bereits profitorientiert errichteten Bestandsgebäuden. Sie kommen also relativ günstig an die Objekte/innerörtlichen Grundstücke. Und oft stehen die Objekte leer, so dass keine Entmietung bzw. Mieterproteste zu erwarten sind. Es ist zum Kotzen.
    :daumenunten:

  • Steinbloß
    Goldenes Mitglied
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    Linz an der Donau
    • January 23, 2015 at 6:09 PM
    • #7

    Ja, es ist doch eeeeeh immer genau das gleiche! Bei gefühlt 95 Prozent aller Abrisse historischer Bauten ist es genau so! Es heißt auf einmal, das alte Haus herzurichten, kostet zu viel, und schon stehen die Bagger da. Und beim Neubau macht sich niemand Gedanken, es wird wieder ein 0/8/15 Ein- oder Mehrfamilienhaus, das zu 70 Prozent aus Wärmedämmung besteht und so viel ästhetischen Anspuch wie ein Haufen Hundekot hat.

    :kotz:

  • Ravensberger
    Diamantenes Mitglied
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    • August 18, 2019 at 5:54 PM
    • #8

    Mal was Positives aus Hamm:https://www.wa.de/hamm/hamm-mitt…m-11835982.html
    Ein dickes Lob an den neuen Eigentümer!!!

  • Ostwestfale
    Diamantenes Mitglied
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    • May 17, 2024 at 7:40 PM
    • #9

    Hoffen wir mal, dass das ein gutes Zeichen ist!

    Historische Villa vorläufig vor Abbruch gerettet
    www.wa.de
  • artagastas
    Goldenes Mitglied
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    Stade
    • May 17, 2024 at 9:06 PM
    • #10
    Quote from Steinbloß

    Ja, es ist doch eeeeeh immer genau das gleiche! Bei gefühlt 95 Prozent aller Abrisse historischer Bauten ist es genau so! Es heißt auf einmal, das alte Haus herzurichten, kostet zu viel, und schon stehen die Bagger da. Und beim Neubau macht sich niemand Gedanken, es wird wieder ein 0/8/15 Ein- oder Mehrfamilienhaus, das zu 70 Prozent aus Wärmedämmung besteht und so viel ästhetischen Anspuch wie ein Haufen Hundekot hat.

    :kotz:

    Als würde man einen Edelstein durch einen Köttel ersetzen.

  • Löbenichter
    Diamantenes Mitglied
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    Luzern
    • February 1, 2026 at 11:15 AM
    • #11

    In Hamm wurde eine Ende des 19. Jht. erbaute Apothekervilla vor dem Abriss bewahrt und vom neuen Eigentümerpaar mustergültig saniert.


    Quote

    Dank privatem Kapital, Fördermitteln und Steuererleichterungen für denkmalgeschützte Bauten ist die Villa nun ein Beispiel für das, was man aus alten Häusern machen kann. Das Haus mit seinen drei Wohnungen wurde in Absprache mit den Denkmalbehörden im vergangenen Jahr saniert, bekam eine moderne Dämmung, eine Pellet-Heizung und Brandschutzdecken. Das Treppenhaus war eine Ruine, erstrahlt jetzt aber wieder in neuem Glanz.


    Historische Villa vor dem Abriss gerettet – und mustergültig saniert
    www.wa.de

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

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  • Altstadt
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  • Denkmalschutz
  • Hamm
  • Südstraße

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