• Sanierung Mühlenstraße 30-32

    Zur Zeit wird das Eckhaus an der Mühlenstraße/Kapitelstraße saniert. Dabei wurde jetzt die grauenhafte Fassadenverkleidung entfernt (Ich habe leider aktuell kein Bild vom Vorzustand).

    Super, vielen Dank für die Info und die Fotos. Ich hatte von der Maßnahme überhaupt noch nichts mitbekommen.

    Ein Bild des Vorzustandes sieht man hier (zumindest solange die Immobilienanzeige noch online ist).

    Das Gerüst wurde inzwischen wieder entfernt und die Fassade wurde neu "verpackt". Links angeschnitten das ehemalige C&A-Gebäude in der Mühlenstraße.

    Für das C&A-Gebäude wurden in den 1960ern übrigens 8 im Kern mittelalterliche Häuser abgerissen, obwohl direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine gleich große Bombenlücke klaffte. Ein Wahnsinn!

    Ich hatte dieses Bild irgendwann schon mal verlinkt, meine ich:

    1280px-WP_M%C3%BChlenstra%C3%9Fe_L%C3%BCbeck_1900-1.jpg

    Mühlenstraße Lübeck um 1900 (Bild von Wikipedia eingebunden, dort als "vermutlich gemeinfrei" gekennzeichnet). Ganz rechts das Haus Nr. 30-32, um das es hier geht. Wie ich finde, ein Gründerzeitler der angenehmeren Sorte und nicht überladen oder überdimensioniert. Fertigstellung 1894. Links daneben die für das furchtbare C&A-Gebäude abgerissenen Häuser.

    Ich gehe nicht davon aus, dass die alte Fassade wiederhergestellt wird. Habe auch keine Infos im Netz zur Sanierung gefunden.

    Ich hoffe doch sehr, dass die Fassade von 1894 wiederhergestellt wird. Auf deren Freilegung warte ich schon seit Jahrzehnten und finde es sehr interessant jetzt endlich sehen, zu können, was davon noch da ist. Die jetzige Verlattung kann nur ein Provisorium sein - da wird nichts drauf halten. Die Herstellung der alten Fassade würde aber sicher aufwändig sein, weil die Fensteröffnungen ja auch zum größten Teil verändert wurden. Vom EG mal ganz abgesehen. Insofern bin ich mir auch nicht sicher, ob das passieren wird.

    Auf den zweiten Blick ja, auf den ersten Blick nein. Den Fehler wird man Der Kurfürst nachsehen müssen - "offizielle Stellen" haben ihn auch gemacht: offenbar war die Verdeckung so "gut gelungen", daß das Haus sogar von ihnen auf die "1990er" datiert wurde. Im Buch "Denkmalgeschützte Häuser" von Klaus Grothe ist es jedenfalls nicht enthalten.
    https://bekanntmachungen.luebeck.de/dokumente/d/778/inline

    Habe mir das Dokument angesehen. Das mit dem "wohl 1990er Jahre Neubau" ist schon seltsam. Das kann sich eigentlich nur auf die davor genannten Schaufenster beziehen. Einen solchen Fauxpas kann ich mir gerade bei Jan Zimmermann, der dort als Quelle genannt wird, nicht vorstellen. Zumal ja ein Blinder mit Krückstock sieht, dass Eternit-Platten von 1970 nicht auf einem Neubau von 1990 sein können.

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • WhatsApp-Image-2026-06-10-at-07.08.37-4.jpeg

    Abb. 4

    lch habe mir dieses Bild jetzt mal genauer angesehen. Gerade an der Seite links an der Kapitelstraße ist ja bis auf das EG noch komplett alles da: Die Rundbögen samt Rustizierung im 1. OG, sämtliche Fensteröffnungen darüber sind original - es fehlen nur die Verdachungen, deren Abdrücke man noch sieht und die sich leicht wiederherstellen ließen. Und ganz oben scheinen das Kranzgesims und sogar die Balustrade noch da zu sein. Unglaublich. Lediglich an der kleineren Seite zu Mühlenstraße müsste man wohl die Fensteröffnungen etwas anpassen und die drei Rundbögen im 1. OG wiederherstellen. Sooo riesig wie erst gedacht ist das Aufwand dann doch nicht. Also wenn man das nicht macht, weiß ich auch nicht. Mehr wird man sehen können, wenn die Netze abkommen.

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Das ist keine Fassade sondern eine temporäre Sicherheitsabdeckung, um Passanten, Strasse und Fassade abzusichern bevor weitere Arbeiten ausgeführt werden.

  • Mühlenstraße 30-32 - Details am 12.06.2026

    Ich war heute in der Mühlenstraße und habe versucht, mir die unter dem Netz noch vorhandene Details der Fassade von 1894 anzusehen. Hier kommen ein paar Fotos. Dass diese etwas düster wirken, liegt einerseits am schlechten Wetter und andererseits daran, dass ich den Kontrast der Bilder deutlich erhöht habe. Das bewirkt, dass das Netz, das auf der Fassade liegt, viel weniger sichtbar ist und die dahinterliegenden Details besser zu erkennen sind.

    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.1: Fassade an der Kapitelstraße


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.2: Detail. Die Rundbögen und die Rustizierung im 1. OG sind noch da. Das Gesims über dem 1. OG wurde leider abgeschlagen. In den Stockwerken darüber sind die seitlichen Faschen neben den Fenstern noch da. Von den Verdachungen existieren noch die Umrisse/Ansätze. Die Fensteröffnungen sind im wesentlichen original erhalten.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.3: Rechts ist zu sehen, dass das Gebäude eine "runde Ecke" hatte. Hier ist sogar das Gesims über dem 1.OG noch vorhanden, offenbar hat man nur die Teile abgeschlagen, die nicht unter die hässliche Verkleidung passten. Wie kann man so ein schönes Haus nur so zurichten? Das zu sehende Fenster scheint noch komplett original zu sein? Es wurde offenbar einfach von innen verschlossen, und außen verschwand es hinter der Verlattung.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.4: Fassade an der Mühlenstraße. Oberhalb des 1. OGs war das Haus offenbar steinsichtig.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.5: Oberer Teil an der Mühlenstraße. Die Balustrade scheint noch komplett vorhanden zu sein. Es sieht so aus, als ob darauf eine neue, dünne Dachhaut gepackt wurde, die Baluster hinter eine schwarzen Dichtungsfolie liegen und nur deren Füße unten herausstehen. Das darunterliegende Kranzgesims wurde leider abgeschlagen, da es zu auskragend für die Verkleidung war. Die Doppelbögen über den Fenstern im 3.OG sind auch weg. Das Gurtgesims über dem 3. OG ist jedoch noch da. An diesem lässt sich die runde Ecke gut erkennen. Die Fensterbreite scheint in den Obergeschossen auch auf dieser Seite original zu sein.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.6: Mittlerer Teil an der Mühlenstraße. Über den Fenster des 2. OG sind bei den beiden äußeren Fenstern die "Abdrücke" der hier dreieckigen Verdachungen noch vorhanden. Das mittlere Dreieck weist sogar noch seine Profilierung auf. Über und unter dem mittleren Fenster wurden offenbar größere Öffnungen eingebrochen und wieder vermauert. Bei allen Fenstern sind die Faschen noch vorhanden. Und auch hier haben die Öffnungen noch die originale Breite. Über den Fenster im 1. OG sind die Rundbögen noch zu erkennen, die Rundungen aber vermauert. Auch hier ist die Rustizierung noch größtenteils vorhanden.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.7: Noch einmal der obere Teil über Eck gesehen. Interessant die Balustrade und das Gurtgesims über dem 3. OG mit der runden Ecke.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.8: Das Haus im Kontext. Rechts die zum Klingenberg führende Mühlenstraße, links die Kapitelstraße. Es wäre wirklich unheimlich wichtig, das Haus an dieser exponierten Stelle zu rehabilitieren. Bitte die alte Fassade wiederherstellen und keine neuen Platten davornageln!!! Falls die Fassade nicht rekonstruiert wird, habe ich den Zustand jetzt aber immerhin dokumentiert.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.9: Die Kapitelstraße Richtung Mühlenstraße. Links am Ende der Straße ist das Haus Mühlenstraße 30-32 zu sehen. Hier wirkt die Rückwand leider etwas störend, aber das wäre mit historischer Fassade ja nicht anders. Trotz Bombardierung und Nachkriegs-Abrisswut haben sich hier noch ein paar wenige historische Häuser erhalten.

    Alle Fotos von mir

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Vielen Dank für den Beitrag. Dann kann man mal gespannt sein. Eine Reko hätte was, und würde diese mit Ecken, Kanten und trostlosen Traufen getränkte Ecke aufwerten. Fassade auf der Zeichnung sticht auch etwas aus der Masse der üblichen Gründerzeitfassaden heraus, die romanischen Fenster gepaart mit Renaissance sage ich nur.

    Lasst uns guter Hoffnung sein !

  • Ganz herzlichen Dank.
    Die neue Ausgangssituation zeigt hoffentlich auch, warum und wie sich die persönliche Grundhaltung hin zum Denkmalschutz eines Gebäudes entwickelt.
    Hier haben wir ein Paradebeispiel eines ursprünglichen Gebäudes, das einiges darüber vermitteln kann, wie sehr am Standort der maliziöse Zeitgeist der ´70er und die bekannte Floskel "Was im Kriege nicht gelungen, schaffen Banken und Versicherungen" greifen. Das Haus läßt im gegenwärtigen Zustand doch eine gewisse Ahnung seines ursprünglichen Zustands zu. Diesem Zustand wäre im eigenen Interesse und auch vor dem Hintergrund eines hochproblematischen Stadtraums der absolute Vorrang zu gewähren. Die originale Intention, das ursprüngliche Erscheinungsbild würde eine ganze Straßenseite wieder aufwerten und heilen; die Gesamtheit der Straße käme wieder deutlich zur Spache. Man kann nur hoffen, daß dem verqueren Zeitgeist der ´70er hier nicht wieder das letzte Wort gesprochen wird und daß das große Potential der ursprünglichen Fassade erkannt und diese geheilt und rehabilitiert wird. Das Haus wäre es sicherlich wert.

  • In der Ecke ist ohnehin sehr viel zu tun, ähnlich wie im Gründungsviertel, aber sei es drum kann man doch alles machen. Nachdem, was ich in letzter Zeit so gesehen habe erscheint mir Lübeck auf einem guten Weg zu sein. Wird schon !

  • Dieses Gebäude wieder herzustellen, würde das ganze Viertel retten. Deswegen reissen sie ja gerne ausgerechnet die erhaltenen Eckgebäude ab oder stellen Kistenkrampf in exponierte Stellen ein. Kommt es denn so?

  • Ich wäre erst mal zuversichtlich, dass da etwas Positives entsteht. Immerhin hat man sich die Mühe genommen, mit einem teuren Baugerüst die Verkleidungen vollflächig und mit einer gewissen Sorgfalt zu entfernen. Hätte man lediglich vor gehabt, die Fassade neu zu isolieren und mit einer neuen Verkleidung zu versehen, hätten einzelne Sondageöffnungen ausgereicht, um den Fassadenaufbau zu eruieren.

    Dass man sich jetzt womöglich genug Zeit für eine Planung nimmt, zeigt auch, dass ein Schutznetz angebracht und das Gerüst entfernt wurde. So wird es nicht zu einem Schnellschuss kommen.

  • Das glaube ich auch. Steht das Haus nicht Unter Denkmalschutz? Es wäre so repräsentativ, wenn es wieder in der historischen Form rekonstruiert werden würde.

  • Zur Renovierung vom Gründerzeitbau Moislinger Allee 28. Inzwischen ist der Vorbau vollständig entfernt, was den Erker wieder zum Vorschein bringt. Jetzt ist die ganze Fassade eingerüstet und ich bin sehr zuversichtlich, dass es wieder eine stattliche Vorstadtvilla wird

  • Auch am Klingenberg tut sich etwas. Die Volksbank verklinkert die 80er-Jahre-Fassade, die dadurch kleinteiliger wird und sich an den historischen Fassaden orientiert. Hoffentlich wird bald die hässliche Fassade der Santanderbank auch umgestaltet oder abgerissen!!

  • Lübeck rappelt sich habe ich den Eindruck. Zwischendrin findet man wundervoll authentisch restaurierte Backstein Fassaden in bunter Farbe, also ich denke da tut sich was. Dann och der Gründerzeitler, s.so., wo ich erst dachte, es sei eine moderne Bretterfassade, also echt, ich bin guter Hoffnung.

  • Das glaube ich auch. Steht das Haus nicht Unter Denkmalschutz? Es wäre so repräsentativ, wenn es wieder in der historischen Form rekonstruiert werden würde.

    Nein, das Haus Mühlenstraße 30-32 steht nicht unter Denkmalschutz. Wie sollte es auch - es war ja bis vor kurzem gar nicht klar, was von der alten Fassade noch da ist. Und da das meiste des Bauschmucks abgeschlagen wurde, wird es wohl auch nicht auf die Denkmalliste kommen. Die Begründung ist in solchen Fällen ja meist: Nicht mehr genügen Originalsubstanz da/erheblich verändert. Ich war gestern nochmal da - bisher hat sich nichts weiter getan.


    Zur Renovierung vom Gründerzeitbau Moislinger Allee 28. Inzwischen ist der Vorbau vollständig entfernt, was den Erker wieder zum Vorschein bringt. Jetzt ist die ganze Fassade eingerüstet und ich bin sehr zuversichtlich, dass es wieder eine stattliche Vorstadtvilla wird

    Deine Zuversicht teile ich absolut nicht. Hier nochmal ein Bild vom 12.6. von mir:

    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.1: Moilsinger Allee 28 am 12.06.2026. Ja, das entstellende Vordach ist endlich weg, so dass das Haus wieder in Gänze zur Geltung kommt. Aber man sieht doch die Verunstaltungen durch die vermauerten Seitenfenster und die Stürze in den Fensteröffnungen.

    Und noch ein Bild der Rückseite, das mir zur Verfügung gestellt wurde:

    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.2: Moislinger Allee 28, Rückseite. Hier sieht man erst recht, was das für eine unsägliche und unfachmännische Bastelei ist. Sämtliche alten Fensteröffnungen wurden verändert. Es bestätigt sich meine Vermutung, dass hier eine Zwischendecke eingezogen wird. Selbst, wenn das zur Straße hin einigermaßen kaschiert werden sollte, wird es sehr seltsam aussehen, wenn der untere Teil der Fensteröffnungen abends beleuchtet ist und der obere dunkel oder umgekehrt. Nein, da ist wirklich absolut keine Zuversicht angebracht, dass das gutwerden wird. Das Haus wird vielmehr vollkommen verhunzt - das ist wie gesagt die Bastelei eines neuen Eigentümers, dem die Baugeschichte dieses einst sehr schönen Hauses offenbar am Allerwertesten vorbeigeht. Man kann wohl schon froh sein, wenn das Haus nicht auch noch entstuckt und eingepackt wird.


    Auch am Klingenberg tut sich etwas. Die Volksbank verklinkert die 80er-Jahre-Fassade, die dadurch kleinteiliger wird und sich an den historischen Fassaden orientiert. Hoffentlich wird bald die hässliche Fassade der Santanderbank auch umgestaltet oder abgerissen!!

    Auch hier kann ich die positive Stimmung nicht ganz verstehen. Bild von gestern von mir:

    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.3: Volksbank am Klingenberg. Der Hauptbau ist noch mit bedruckten Planen zugehängt. Links sieht man die alte Fassade, rechts die neue. Ja, die neue Fassade wird einen Anklang an den Backsteinexpressionismus haben (wenn das im Zitat gemeint war), die Klinkergestaltung wird wohl ganz gut werden - mit Lisenen und geschichteten Steinreihen. Das große Aber: Durch die Zusammenfassung von jeweils zwei zu einem Fenster weren die Fensteröffnungen von hoch- auf querformatig geändert, was sehr unschön wirkt. Ich weiß nicht, warum man das durchgehen lassen hat, denn in der Gestaltungssatzung für die Altstadt sind ausdrücklich hochfomatige Fensteröffnungen vorgeschrieben.

    Der kleine Anbau links ist bereits zum größten Teil ausgerüstet und auf den nächsten Bildern besser zu sehen:

    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.4: Beim kleineren Anbau wurden helle Klinker verbaut, deren geschichtete Gestaltung im EG und als Abschlussgesims oben ganz ordentlich ist. Allerdings auch hier querformatige Fenster, die zudem teilweise mit Streben zur Absturzsicherung unschön verdeckt sind. Rechts das klinkerexpressionistische Kaufhaus am Klingenberg, das für die neue Verklinkerung des Haupthauses als Vorbild diente.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.5: Noch einmal aus einer etwas anderen Perspektive mit der mächtigen Marienkirche im Hintergrund.

    Fotos Abb.1, 3-5 von mir

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Um Gottes Willen, das bei dem Haus an der Moislinger Straße sieht ja gruselig aus, sowohl vorne als auch hinten. Das kann doch (hoffentlich !) keine reguläre Baufirma so verzapft haben ?

    Das würden eine Handvoll 15-jährige die gerade das BGJ Bau absolvieren deutlich besser hinbekommen.

    Ob es dafür überhaupt eine Genehmigung der Baubehörde gibt ?

  • Zum Haus Moislinger Allee 28:

    Es bestätigt sich meine Vermutung, dass hier eine Zwischendecke eingezogen wird.

    Wenn ich die beiden Fotos genau betrachte, sehe ich, dass da zwei Zwischendecken eingezogen wurden. Die alte Decke zwischen Erd- und 1. Obergeschoss wird dann wohl abgebrochen. An der Vorderseite sieht man im Bereich der Veranda einige Verankerungen, und an der Rückseite die Schalungen für die obere Decke und ein fertig betoniertes Stück der unteren Decke im ehemaligen Oblicht des mittleren Erdgeschossfensters. Wegen dieser Decke sind alle Oblichter der Erdgeschossfenster mit Holzplatten verschlossen.

  • Das Problem liegt nicht an der einen Ecke, das Problem liegt auf der gesamten Zerstörungsfläche. Lübeck teilt einerseits sein Schicksal mit allen weiteren Städten; aber da in dieser Stadt dennoch und trotz allem das Glas immer noch mehr als halbvoll ist, schimmert trotz

    unglaublich vermurkst und trist. 08/ 15 Nachkriegszeitflair

    immer noch so etwas wie ein Lichtblick heraus. Es gibt sicher nicht viele weitere Städte, in denen die Bewohner selbst den Spagat zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem so deutlich vor Augen haben können; und auch darin kann vielleicht so etwas wie ein Potential darin bestehen.

  • Wenn ich die beiden Fotos genau betrachte, sehe ich, dass da zwei Zwischendecken eingezogen wurden. Die alte Decke zwischen Erd- und 1. Obergeschoss wird dann wohl abgebrochen. An der Vorderseite sieht man im Bereich der Veranda einige Verankerungen, und an der Rückseite die Schalungen für die obere Decke und ein fertig betoniertes Stück der unteren Decke im ehemaligen Oblicht des mittleren Erdgeschossfensters. Wegen dieser Decke sind alle Oblichter der Erdgeschossfenster mit Holzplatten verschlossen.

    Ja, es könnte sein, dass die alte EG-Decke abgerissen und tiefer eine neue erstellt wird. Hoffentlich war da nicht noch der alte Stuck vorhanden. Das zu sehende Betonstück mit den beiden seitlichen Löchern kann aber auch die Halterung für das ehemalige große Vordach der Tankstelle sein. Wie auch immer - was sollen das denn überhaupt für seltsame Räume in den umgebauten OGs werden? Es gibt dann jeweils ein kleines Fenster direkt über dem neuen Fußboden und eins direkt unter der neuen Decke. Und in der Mitte dazwischen ist dann geschlossene Wand oder wie? Und ich hoffe, dass durch die erheblichen Veränderungen von Decken und Wänden nicht die Statik des ganzen Hauses beeinträchtigt wird. Es sieht mir nicht so aus, als sei das ganze von einem Architekten/Statiker geplant und berechnet worden.

    Überhaupt stellt es sich für mich so dar - wenn ich sehe, was auf der Baustelle passiert und das richtig interpretiere, dass das Haus offenbar von - wie sage ich es neutral - "Personen aus einem fremden Kulturkreis" gekauft wurde, die es jetzt mit Freunden und Bekannten "frei Schnauze" zurechtbasteln und sich (natürlich) nicht für die historische einheimische Baukultur interessieren.

    Die BIRL (Bürgerinitiative Rettet Lübeck) hat inzwischen übrigens eine Anfrage bei der Stadt gestellt, ob das alles so rechtens und genehmigt ist. Vielleicht gibt es auf diesem Weg noch Hoffnung für das Haus, auch wenn der bereits angerichtete Schaden erheblich ist.

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Update Entwurf Holstenstraße/Kolk/Pagönnienstraße

    Bereits am 12.06.2026 wurde in der öffenlichen Gestaltungsbeiratssitzung der überarbeitete Entwurf für das Grundstück Holstenstraße/Kolk/Pagönnienstraße (ehemals Karstadt Sport) vorgestellt.

    Mit etwas Verzögerung kommen hier also einige Bilder und Informationen. Auch diesmal bitte ich die nicht optimale Bildqualtität zu entschuldigen. Ich habe die Bilder so gut es geht nachbearbeitet, aber mehr ist aufgrund der Gegebenheiten leider nicht drin.

    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.1: Draufsicht (Entwurf und alle Visualisierungen in diesem Beitrag: Hubschmitz Architekten Lübeck). Oben die Holstenstraße, rechts der Kolk und unten de Pagönnienstraße.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.2: Ansicht Holstenstraße. Wie beim letzen Mal vom Gestaltungsbeirat gefordert, ist der lange Gebäudekörper nun - der stark abfallenden Topographie folgend - stärker in mehrere höhenversetzte Einzelfassadenabschnitte gegliedert. Der Architekt hat dabei meines Erachtens eine sehr clevere Lösung gefunden. Durch verschieden hoch angeordnete Gestaltungselemente wie Gesimse und Spiegelfelder hat er die durchlaufend gleiche Höhe der Fenster gekonnt kaschiert. Diese Lösung gefällt mir ausgesprochen gut und auch noch viel besser als der durchgehende lange Riegel, der in der letzen Sitzung vorgestellt wurde. Der Beirat hat aber auch hier wieder die Zwerchgiebel kritisiert und möchte stattdessen lieber Gauben sehen. Die Befensterung des oberen Dachteils fehlt noch. Ich würde hier Dachflächenfenster bevorzugen, da viele Gauben im Spitzboden meiner Meinung nach zu unruhig und auch zu mächtig wirken würden.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.2: Variante mit Putzfassade. Welche Oberfläche letztlich kommen wird, steht wohl noch nicht genau fest, die Tendenz geht aber wohl zu Klinker.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.3: Ansicht Kolk. Hier ist im rechten Bereich noch ein Giebel hinzugekommen. Der Grund ist, dass das Haupttreppenhaus jetzt hier liegt. Ohne den Giebel ließe sich nicht die notwendige Höhe zur Erschließeung des Dachgeschosses gewinnen. Der linke Teil an der Ecke zur Pagönnienstraße ist noch nicht endgültig fertig gestaltet. Die Liefereinfahrt wurde von der Pagönnienstraße in den Kolk verlegt und ist hier links der Mitte zu sehen. Der Architekt hat hier eine sehr schlaue Lösung entwickelt: Im Haus befindet sich eine Drehscheibe, mit denen die LKWs gewendet werden und dann komfortabel wieder vorwärts ausfahren können anstatt sich rückwärts aus der sehr engen Gasse zu "quälen". Damit kann im Anlieferbereich des Hauses viel Platz eingespart werden. Leider habe ich den Grundriss nicht fotografiert.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.4: Blick in den Kolk. Hinten links ist das gerade renovierte Puppentheater zu sehen.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.5: Der Treppenhausgiebel im Kolk. Mir sind die Fenster im 2. und 3. OG zu hoch. Diese sollten meiner Meinung nach an die Höhe derer im 1 OG angeglichen werden. So wie es jetzt ist, sieht es für mich trotz der zitierten Hochblenden zu sehr nach Rasterfassade aus.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.6: Der Komplex aus der Vogelperspektive von Nordost.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.7: Und noch einmal von Südost. Diese Ansicht würde man in etwa von der Aussichtsplattform der Petrikirchturms haben. Die vorne zu sehende Seite an der Pagönnienstraße ist noch nicht fertig ausgestaltet.


    %DISPLAY_TITLE%

    Abb.8: Dreidimensionale Ansicht Ecke Holstenstraße/Kolk. Die Klinkerversion habe ich leider nicht aufnehmen können, weil die Folien sehr schnell weitergeschaltet wurden.

    Der überarbeitete Entwurf gefällt mir noch sehr viel besser als der vorige, den ich ja auch schon sehr gut fand. Dennoch war der Beirat damit -u.a. auch wegen der Gesamthöhe - immer noch nicht so zufrieden, als dass er sich zu einer Freigabe durchringen konnte. Um die Sache zu beschleunigen, soll es demnächst einen außerturnusmäßigen Workshop geben, in dem die noch bestehenden Fragen mit Beirat, Investor und Architekt geklärt werden sollen.

    Ich hoffe, dass dieses sehr schöne Projekt nun möglichst schnell umgesetzt werden kann und nicht durch den Beirat ewig lange zerredet werden wird.

    Alle Fotos von mir

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)