Es bleibt trotzdem ein unharmonisches Sammelsurium aus verschiedenen Elementen, die mehr nach den 50er-Jahren aussehen als nach Klassik und einem schönen Haus.
Ansicht3.
Was soll das sein, halbmodernistisches Fassadenchaos ohne Sinn. Der eine Risalit alias Treppenhaus viel zu streng in der Gliederung der Fensteröffnungen, reine Alt-Moderne mit Klinkern verkleidet. Links daneben irgendwas. Das zerstört den Strassenraum.
Frontfassade: gezwungene Giebelchen in Reihenmonotonie so wie in der Postmoderne. Wir müssen hausbau und Klassik neu lehren.
Klar kann man froh sein dass da keine Investorenkiste der Alt-Moderne hinkommt. Glas halb voll.
Aber richitge Architektur ist das alles nicht.
Lübeck
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Im Grunde schon sehr gut. Aber jeder einzelne Fassadenkörper könnte noch mehr Individuakität vertragen. Irgendwie eine Art "Helgoland-Architektur" in der Lübecker Altstadt.
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Das Problem liegt einfach darin, daß die Holstenstraße, die Haupt-Eingangsstraße, mit dem sarkophagähnlichen Bestandsgebäude schon dermaßen abgewertet wurde, wie es nur irgend möglich ist. Mit den Erfahrungen und auch leider den Enttäuschungen, die das neue Gründungsviertel gebracht hat, fällt es schwer, die neuen Entwicklungen wirklich so einfach und unbedacht annehmen zu sollen. Die ganze Sache hat durchaus etwas von einer verjährten Schönheitsfantasie. Der schlimmste Klotz der Altstadt geht; die gezeigten Fassaden wirken nur sehr bedingt ambitioniert und tragen das Risiko, daß man sich an ihnen vermutlich auch bald schon wieder sattgesehen haben wird. An der Frage, ob sie vielleicht doch eher zur Verdichtung der Hauptstraße in Travemünde geeignet wären, kommt man offenbar nicht vorbei.
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Positiv immerhin im Vergleich zu dem monolithischen Karstadt-Klotz: Kleinteiligkeit, vertikal gegliedert mit Giebeln, Satteldächer.
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In Lübeck passiert gerade ein Denkmalfrevel. Das ehemalige Obstgut Semiramis wird seit einigen Jahren in einen Gewerbepark umgewandelt. Als ob das nicht schlimm genug wäre, lässt die Stadt nun still und heimlich und ohne Ankündigung den historischen, denkmalgeschützten Gutshof abreißen. Mir fehlen gerade die Worte. Das sind Zustände wie in der DDR, die bekanntlich auch Altstadtabrisse und Kirchensprengungen bis zum letzten Moment, aus Angst vor Unmut in der Bevölkerung, geheim hielt.
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Wie ich hier schon öfter schrieb: Bürgermeister Lindenau als oberster Denkmalpfleger pfeift offensichtlich auf den Denkmalschutz, wenn es ums Geld geht (und sonst offenbar auch). Es ist zum Verrücktwerden mit dem Typen.
Aus dem Dokument "Denkmalpflege in Lübeck 2023":
"Die Anfänge des letzten bestehenden Obstgutes
Semiramis gehen bis ins Jahr 1661 zurück. Die für
ihre Produkte bekannte Familie Vollert war seit
dem 17. Jahrhundert Eigentümerin mehrerer Betriebe, unter anderem auch jenes Obstgutes. Seine Blütezeit hatte es im frühen 20. Jahrhundert
unter der Leitung Rudolf Vollerts. Zu jener Zeit
gab es dort eine ganzjährig beheizte Schauhalle,
die weithin bekannt war und 1907 vom Deutschen Pomologen-Verein besichtigt wurde.
Abgesehen von jener Schauhalle sind die baulichen Anlagen weitestgehend erhalten und vermitteln in ihrer Gesamtheit einen anschaulichen
Eindruck eines solchen Betriebes. Insbesondere die Nebengebäude – mitsamt den baulichen
Veränderungen – lassen Rückschlüsse auf die
Betriebsabläufe und historische Vorratshaltung
zu. Als letztes Obstgut im Lübecker Stadtgebiet
hat die Anlage zudem Seltenheitswert. Sie ist als
gut überliefertes Dokument der Geschichte und
langen Tradition des Obst- und Gartenbaues in
Lübeck von Kulturlandschaft prägendem Wert
sowie von besonderem geschichtlichem und
wissenschaftlichem Wert."Ich kann nicht sagen, welche historischen Bauten da vorhanden waren. Auf dem Bild in dem HL-Live-Artikel sieht das nach 60er Jahre aus, was dort abgerissen wird. Im Internet sind keine Bilder irgendwelcher Bauten zu finden, und auch bei Google Maps sehe ich nur leere Flächen. Falls jemand mehr weiß, würde mich das interessieren.
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Edit: Nochmal genauer bei Google Street View geguckt. Es müsste das hier sein.
Geschätzt 1890er und bauhistorisch nun nicht sooo herausragend. Was auf dem Grundstück noch war, kann man hier nicht sehen.
Aber trotzdem: So geht es nicht!
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Der Giebel, der hinzugekommen ist, kenne ich schon. Der befindet sich in Berlin Frankfurter Tor gegenüber dem rechten Torturm beim Humana Secondhandshop ! Nicht zielführend. In Berlin passt er in Lübeck nicht.
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Nochmal genauer bei Google Street View geguckt. Es müsste das hier sein.
Wenn man sich das Grundstück mit seiner Bebauung über die Luftansicht einmal genauer anschaut und herauszoomt, wird die städtebauliche Realität schnell deutlich: Dieser Hof mit seinen verbliebenen Gebäuden leistete im Grunde schon seit Jahren einsam Widerstand gegen die vorrückende, moderne Gewerbebebauung.
In Anbetracht dessen, dass die Erschließung des Gewerbegebiets bereits seit 2023 per Bauplanschild an der Landstraße für jeden unübersehbar war, war es leider nur eine Frage der Zeit, bis die Betreiber hier aufgeben und weichen müssen. Da hat der Denkmalschutz – wie so oft bei solchen Ensembles im Außenbereich – schlicht wieder Jahrzehnte zu spät angesetzt, um rechtzeitig tragfähige Fakten gegen die wirtschaftliche Dynamik zu schaffen.
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Das Obstgut selbst wurde schon vor Jahren nach dem Tod des letzten Besitzers aufgegeben und das ganze Gelände ging in den Besitz der städtischen (!) Baugesellschaft KWL über, um dort das neue Gewerbegebiet zu bauen - noch dazu mitten in der Pampa, meines Erachtens eine ziemliche Fehlplanung. Denn die A 20 liegt zwar nebenan, es gibt bislang aber keinen eigenen Autobahnanschluss, sodass der Verkehr durch das hinter der Autobahn liegende Wohn- und Gewerbegebiet zur dortigen Autobahnabfahrt fahren muss.
Die Bauten selbst sind jetzt nicht sooo aufregend gewesen. Neben dem Wohnhaus aus den 1890ern, das aber in den 1950ern nach hinten einen Flachdachanbau erhielt und auch im Inneren stark überarbeitet wurde, stehen/standen im Hof zwei große Scheunen, eine davon als Durchfahrtsscheune quer zum Hof, die andere parallel zum Haupthaus errichtet, sowie eine Garage und diverse offene Schuppen sowie ein Erdkeller jüngeren Datums.
Der Denkmalwert rührte wohl vor allem von der Geschichte her, die Frank bereits zitiert hat, da es sich um das letzte erhaltene Obstgut Lübecks handelte, das seit 1661 hier bestand. Im zitierten Artikel aus dem Jahresbericht 2023 der Denkmalpflege vermisse ich vor allem ein paar Fotos des Gebäudeensembles. Bis auf das wenig aussagekräftige Luftbild ist der Text überhaupt nicht bebildert.
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Danke für die Details, Maxileen . Also sind hier offenbar keine allzu alten/wertvollen Gebäude verlorengegangen (es sei denn, die Scheunen stammten noch aus dem 17. Jahrhundert?). Dennoch ist es erschreckend, dass einfach so denkmalgeschützte Gebäude abgerissen werden können. Die Sache wird zudem immer abenteuerlicher, wie LN-Online heute berichtet (Bezahlschranke).
Zusammenfassung: Der Abriss wurde aus Versehen genehmigt. Zitat der Stadt: „Der Abriss erfolgt nach dem Denkmalschutzgesetz Schleswig-Holstein, Paragraf 13, Absatz 1 durch Fristablauf mit Genehmigungsfiktion“. Dieser Paragraph besagt, dass ein Abriss als genehmigt gilt, wenn die Denkmalschutzbehörde nicht innerhalb von 3 Monaten einen Bescheid erlassen hat. Der Antrag war im Dezember (natürlich kurz vor Weihnachten) eingegangen und wurde von der Stadt wegen Personalmangels "versehentlich" nicht bearbeitet, so dass der Abriss im März automatisch genehmigt war. Der Denkmalschutz wurde nicht aufgehoben, so dass geschützte Gebäude abgerissen wurden.
Pikant an der Sache: Die Stadtverwaltung hat den Vorgang geheimgehalten, anstatt die Bürgerschaft über den bevorstehenden Abriss des Denkmals zu informieren. Zumindest wurden die Gebäude vor dem Abriss ausführlich dokumentiert.
Also Ich frage mich langesam wo wir hier sind. Es wird doch alles immer verrückter in dieser Stadt. Und was ist das überhaupt für ein Gesetz, das den Abriss denkmalgeschützter Gebäude zulässt. Warum muss der Schutz nicht vor einem Abriss durch ein entsprechendes Verfahren aufgehoben werden? Dann könnte so ein Blödsinn gar nicht erst passieren.
Außerdem - wieso musste das "Ensemble" überhaupt abgerissen werden. Es lag doch ganz am Rand des neuen Gewerbegebiets. Die kleine Ecke hätte man doch bei der riesigen zur Verfügung stehenden umgebenden Fläche nun wirklich aussparen können. Es ist alles nicht zu fassen.
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Die KWL ist meiner Meinung nach sowieso eine absolut ruchlose Truppe. Die waren ja auch die treibende Kraft hinter dem geplanten Abriss der historischen Substanz auf der Nördlichen Wallhalbinsel. Als Tochtergesellschaft der Stadt ziehen sie ihre Existenzberechtigung aus dem stetigen „Entwickeln“ von neuen Gebieten. So wird meines Wissens nach sogar proaktiv historische Substanz in den Blick genommen (etwa alte Industrieareale), um diese im Namen der Wirtschaft abzuräumen und mit seelenlosen Neubauten zu versehen. Es zählt nur Geld, Wirtschaft und nochmals Geld, historische Substanz ist ihnen, wie man sieht, völlig egal. Das Geheimhalten des Abrisses aus Angst vor Protesten grenzt an DDR-Verhalten. Man bedenke die bis zum letzten Moment verschwiegenen Kirchensprengungen.
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Der Abriß des alten Obstguts wurde unterbrochen - brütende Amseln.
Steihen blifft se noch, de Twiete
wegen düsse Vogelschiete. -
Zum 31. August wird die Löwenapotheke geschlossen. Nach über 200 Jahren und bei der Geschichte des Gebäudes selbst ist das eine Nachricht, die haften bleibt.
Löwen-Apotheke schließtLübeck - Innenstadt: Nach mehr als 200 Jahren endet zum 31. August 2026 die Geschichte der Löwen-Apotheke in der Lübecker Altstadt. Mit der Schließung endet dwww.hl-live.de
Löwen-Apotheke schließt Ende AugustDie Traditionsapotheke beendet am 31. August ihren Betrieb.luebeck-verliebt.de -
Doch schlimm. Die Löwenapotheke gehört so selbstverständlich zu Lübeck dazu wie das Fischbrötchen an die Ostseeküste, der Tee nach Ostfriesland und das Hofbräuhaus nach München. Lübeck ohne seine Löwenapotheke - da muß man doch verrückt werden. Es sind die kleinen Wahrzeichen des Alltags, die eine Stadt so prägen, wie sie ist; und bei der Löwenapotheke, die ein so selbstverständlicher Teil der Stadt ist wie die Marzipantorte, geht das einfach nicht.
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Es ist eben wie es ist ist. Der Kontakt unter den Menschen findet vor allem digital statt. Warnen werden digital geordert und Einkäufe getätigt.
Ganz ohne geht es allerdings auch ( noch ) nicht, und es wird bestimmt ein Nachfolger gefunden werden. Der Name ist doch wohlklingend.
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