Lübeck - Neubauten im Gründerviertel

  • Der Kurfürst

    Das muss ja kein Widerspruch sein, auf den Bildern sieht es eigentlich recht wohnlich aus. Das Leben im Denkmal hat sicher einige Herausforderungen, aber wer damit nicht zurecht kommt, findet bestimmt auch was neueres. Mein Eindruck ist aber, dass die Lübecker sehr selbstverständlich mit ihren jahrhundertealten Häusern leben, statt gegen sie und auch auch kreative Nutzungen finden, zB. die Diele als großes Wohnzimmer.

  • Das ist eher ein museales Gebäude als ein Wohngebäude.

    Wir sind ja auch eher museale als Normale. Paßt ja irgendwie...

    Und wenn wir dann das Haus gekauft haben, machen wir im Erdgeschoß eine rheinische Weinstube auf. Hach, ich seh´mich schon die Krumbeern schälen und den Spundekäs rühren...

  • Wir sind ja auch eher museale als Normale. Paßt ja irgendwie...

    Ein wenig eingestaubt, teils mit Alterspatina (da nehme ich mich nicht aus), Ecken und Kanten, einer eigenen prägenden Vergangenheit, aber vor allem stets wohlproportioniert. Mancher war gebrochen und hat sich wieder aufgerichtet, andere tragen Bauschmuck, Graffiti oder wurden schon saniert an manchen Stellen.

    Das ist doch viel sympathischer, als dieses glatte, sterile, immerzu gleiche, angepasste, scheinbar moderne... :wink:

    "Seine Welt zeige der Künstler - die niemals war noch jemals sein wird“

    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • In dem Gebäude wohnen Freunde von mir (Im Quergebäude im Hof).
    Der Haken an dem Gebäude ist, dass der Seitenflügel stark sanierungsbedürftigt ist. Der ist voller Stützen, die verhindern, dass der einstürzt.

  • Das sogenannte "kleine Update" zum Wackelkandidaten ist mittlerweile ein Jahr her. Ich wäre sehr interessiert Bilder vom "fertigen" Projekt zu sehen- Bauabnahme sollte ja dann hoffentlich noch erfolgt sein.

    Zur Fertigstellung ist dann auf jeden Fall das Büro abgängig. Kim Nalleweg hat Anfang des Jahres Insolvenz angemeldet.

  • Es sind sogar zwei Jahre... :huh:

    Ich habe zurückgeblättert und festgestellt, dass ich tatsächlich noch keine Bilder vom fertiggestellten Investorenblock gezeigt habe. Offenbar habe ich das aufgrund der Hässlichkeit verdrängt. Ich werde in den nächsten Tagen welche machen und hier zeigen.

    Bis dahin ein aktuelles Bild vom im Bau befindlichen Haus Fischstraße 23, auf dem der Investorenbau rechts immerhin angeschnitten ist:

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    Abb.1: Fischstraße 23 am 04.07.2025. Das "hässliche Entlein" sieht in diesem Zustand noch aus, als könnte es ganz gut werden. Aber das wird sich leider noch ändern, insbesondere wenn das Riesenfenster im Giebel hinzukommt, der zu dem wieder rein dreieckig werden wird. Zu einem Schwan wird es jedenfalls nicht werden.

    Bei der geplanten Reko Nr. 26 direkt gegenüber tut sich leider immer noch nichts. Weder auf der Webseite (man wartet wie gehabt seit April 2024 auf die Baugenehmigung) noch auf dem Grundstück. Ganz tot scheint das Projekt dennoch nicht zu sein - es wurde ja in der letzten Sitzung des Gestaltungsbeirats vor ca. 3 Monaten noch einmal beraten. Keine Ahnung, was da gerade schiefläuft.

    Foto von mir

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Ich hatte im Februar aus Jux und Dollerei mal das Exposé für eine der Wohnungen in der Fischstraße 26 angefordert. Eine nette Dame der Lt-Group hatte mir geantwortet und gesagt, dass sie aktuell noch auf die Baugenehmigung warten und dann das Exposé zusenden werden.

    Das Exposé habe ich inzwischen erhalten (auch wenn ich es gerade nicht finden kann). Sie haben also auf jeden Fall mit der Vermarktung begonnen.

  • Investorenbau Einhäuschen-Querstraße am 09.07.2025

    Hier also wie gewünscht die Bilder des inzwischen fertiggestellten und größtenteils bezogenen Investorenbaus an der Einhäuschen-Querstraße zwischen Braun- und Fischstraße:

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    Abb.1: Blick von der Straße An der Untertrave die Braunstraße hinauf. Die Situation ist hier sehr durchwachsen, von allem etwas: Vor- und Nachkriegsbebauung, sowie die Häuser des aktuellen Projekts. Über dem Investorenbau, der aus dieser Perspektive nicht übermäßig negativ auffällt, ist ein Turm der Marienkirche zu sehen.


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    Abb.2: Die Ecke des Investorenbaus an der Braunstraße. Das Bild sieht - wohl durch die Belichtung - seltsam surreal aus, finde ich. Es könnte sich fast um eine Visualisuerung handeln. In das Ladengeschäft mit der offenen Glasecke ist mittlerweile eine Fahrschule eingezogen. Die grelle, auf die Scheiben geklebte Werbung passt nicht wirklich hierher. Ich hätte mir etwas dezenteres und wertigeres gewünscht. Die Werbesatzung für die Altstadt, die so etwas eigentlich verhindern soll, wird ja ohnehin seit langer Zeit ignoriert. Schlimm sind nach wie vor die Loggien in den Obergeschossen. Die zum Teil üppige Dekoration ist für das Stadtbild auch nicht gerade hilfreich. Mir ist es nach wie vor rätselhaft, warum die Loggien genehmigt wurden, obwohl das in den Gestaltungsvorgaben nicht gewünscht war.


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    Abb.3: Die Ecke noch einmal im Detail mit Blick in die Einhäuschen-Querstraße. Alles schön zugeparkt. Die Tiefgarage steht vermutlich fast leer?


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    Abb.4: Die beiden Fassadenteile des Investorenbaus an der Braunstraße von der Lederstraße aus gesehen. Rechts daneben die Baulücke Braunstraße 30. Von diesem Grundstück hat man schon seit Jahren nichts mehr gehört...


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    Abb. 5: Die Rückseite des Investorenbaus an der Fischstraße durch die Baulücke Braunstraße 30 gesehen. Rechts das in Bau befindliche Haus Fischstraße 23, darüber der Giebel der Erinnerungsbaus Fischstraße 24.


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    Abb. 6: Noch einmal ein etwas anderer Blick in die Einhäuschen-Querstraße. Der Gewerbe-Bau der Firma Bedué hinten links soll zu Wohnungen umgbaut werden. Ich hatte die Entwürfe in diesem Strang gezeigt. Bisher tut sich da aber nichts. Ganz hinten das Haus Fischstraße 28a mit dem Torbogen, der die ehemalige Lage der Krummen Querstraße anzeigt.


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    Abb.7: Der Fassadenteil mit den Tiefgarageneinfahrten an der Einhäuschen-Querstraße. Die weißen Ecken links und rechts kommen vom Geraderichten der Bilder. ich wollte nicht zuviel abschneiden und habe es so gelassen.


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    Abb.8: Die Ecke des Komplexes an der Fischstraße. Das Ladengeschäft hier steht noch leer. Dahinter die Baustelle von Fischstraße 23, Bild siehe mein voriger Beitrag.


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    Abb.9: Die drei Teilfassaden an der Fischstraße auf den ehemaligen Parzellen Fischstraße 25 und 27. Auch hier bitte die Ecken vom Geraderichten ignorieren. Die über alle drei Teile verstreuten Loggien wirken auch hier sehr störend.


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    Abb.10: Der Fischstraßen-Teil noch einmal in Richtung An der Untertrave gesehen. Ganz hinten das Radisson Blu/Senator Hotel auf der anderen Trave-Seite auf der mittleren Wallhalbinsel.

    Alle Fotos von mir

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Alfstraße 29/31 am 09.07.2025

    An der Ecke Alfstraße/Gerade Querstraße geht es jetzt tatsächlich mit dem Bau der Häuser Alfstaße 29/31 los:

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    Abb.1: Baustelle Alfstraße 29 und 31. Man ist dabei, die Bewehrungsstäbe für die Kellerwände in die Fundamentplatte zu bohren.


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    Abb.2: Dieses Schild, das vor ein paar Tagen noch nicht da war, hängt jetzt am Bauzaun. Es handelt sich um einen Entwurf des Büros Hangebruch/Amman, die auch das schöne Haus Fischstraße 16 und das hässliche Haus Fischstraße 23 entworfen haben. Der Entwurf wurde in einem begrenzten Wettbewerb aus vier verschiedenen ausgewählt. Ich hatte seinerzeit berichtet.


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    Abb.3: Detail aus dem Bauschild. Es ist exakt die Visualisierung, die auch schon früher vorgestellt wurde. Offenbar wurde an dem Entwurf nichts mehr geändert. Mich stören diese überambitionierten verschiedenen Giebelstaffeln, die damals im Beirat eigentlich auch bemängelt wurden, soweit ich mich erinnere. Einfache gerade Abschlüsse hätten gereicht - weniger wäre hier mehr gewesen. Aber immerhin überhaupt einmal etwas anders als ein reines, fades Dreieck.

    Aber vor allem sind die zu großen, bodentiefen Fenster in den beiden Obergeschossen schlimm, insbesondere auf der Traufseite. Diese machen aus den Wänden Rasterfassaden, die laut Gestaltungssatzung in der Alstadt ausdrücklich nicht erlaubt sind. Es müssen Lochfassaden sein. Wurden trotzdem genehmigt. Geltendes Baurecht scheint hier nicht mehr so sonderlich zu interessieren...

    Das Eckhaus Nr 31 dürfte durch die wegen der Verschiebung der Querstraße erheblich verbreiterte Parzelle wohl das größte Haus des Viertels sein. Ich hoffe, dass es an dieser Stelle aufgrund der enormen Höhe nicht zu erdrückend wirken wird. Man wird sehen.

    Mit dem Bau wird die Alfstraße dann als erste der drei Straßen vollständig geschlossen.

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    Genau dieses - ich nenne es mal "Containerblech-Wrapping" - an Dachgauben und auf den Giebeln, sowie diese minimalistischen Industrie-Fensterzäune sind es leider, die solchen Rekonstruktions-Versuchen historischer Bauwerke immer wieder diesen penetranten Stempel der Vorstadtmoderne aufdrücken und sie dadurch in großen Teilen diskreditieren. Anderswo werden ja heute sogar ganze Dächer mit diesem Containerblech eingekleidet, um Denkmäler damit zu "restaurieren" ("konservieren" wie in einer Dose wäre dann wohl der bessere Begriff). Man ist eigentlich schon fast fertig und verschlimmbessert dann nochmal nach dem Motto "...nee, lieber doch nicht perfekt machen!". So wirkt es dann leider mehr wie "von der Moderne vereinnahmt und vergewaltigt", statt "der Moderne durch zeitlose Präsenz trotzend". Leider ist sowas - zumindest in Deutschland - viel zu häufig der tragische Abschluss solcher Bauprojekte.

    Das selbe ist leider aktuell auch beim versuchten Neubau des Ott-Vogel-Hauses im Mercator-Quartier Duisburg der Fall, und verschlimmert die Sache bei der überdimensioniert dicken Hauswand nochmal extra: RE: Duisburg - Mercator-Quartier.

    Lieber das Containerblech einfach weglassen wie im Original, bzw. die üblichen Ziegel wie sonst auf dem Dach verwenden. Und anstelle der Fensterzäune weiße Gitterfenster einbauen. Dann wirkt es doch schon gleich viel viel authentischer und angenehmer!

  • Kurzes Bau-Update vom 03.11.2025

    Drei schnelle Fotos im Vorbeigehen von heute von den beiden momentan einzigen Baustellen im Viertel:

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    Abb.1: Fischstraße 23. Der Betonbau steht inzwischen vollständig. Im EG wurde mit der Verklinkerung begonnen. Viel sieht man wegen des Gerüsts nicht, aber das ist bei dem Haus auch überhaupt kein Nachteil...


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    Abb. 2: Alfstraße 29/31. Bei dem Doppelbauvorhaben ist der Keller fast fertig. Das Eckhaus an der südlichen Geraden (ehem. Krummen) Querstraße wird das wohl größte Haus des Viertels.


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    Abb. 3: Dieselbe Baustelle frontal von der Alfstraße aus gesehen.


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    Abb. 4: Zur Erinnerung hier nochmal der Ausschnitt aus dem Bauschild aus meinem obigen Beitrag als Zugabe.


    Fotos von mir

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  • ^ Naja, geht so. Im Mittelteil ist es leider eine eigentlich nicht zulässige Rasterfassade, und die vielen verschieden geformten und zu kleinen Giebelstaffeln sind etwas "drüber". Zudem könnte das riesige Haus an der Ecke gegenüber der Nachbarbebauung erschlagend wirken. Aber lassen wir uns mal überraschen.

    Übrigens geht es offenbar mit der Fassadenreko Fischstraße 26 endlich weiter. Auf der Webseite steht seit heute, obwohl wir schon November haben, unter "Oktober 2025", dass die Baugenehmigung nun vorliegt und der Baubeginn im Oktober (?) sein soll. Gestern war davon auf dem Grundstück jedoch noch nichts zu sehen. Immerhin ist der Keller ja schon fertig, so daß gleich oberirdisch begonnen werden kann.

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  • Die Vermarktung der Wohnungen in der Fischstraße 26 hat jetzt begonnen. Als Bezugstermin wird in der Annonce 2027 genannt (Link). Die Bauarbeiten sollten also demnächst losgehen.

  • Gotische Bauformen? Bei Fischstraße 26 handelt sich um eine barock überformte (vermutliche) Renaissance-Fassade.

    Und ja, es ist eine Fassadenreko. Zumindest wird es so gesagt. Ob das Endergebnis der Aussage standhält oder ob es letztlich doch mehr in Richtung Erinnerungsbau geht - wie beim Nachbarn Nr. 24, bleibt abzuwarten.

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