Bilder vom alten Dresden

  • Amroth, es geht nicht um FK und Neumarkt, das ist natürlich beeindruckend, sondern um das eine Bild der substantiell erhaltenen Kreuzkirche am substantiell erhaltenen und auch nicht mehr vorhandenen Neumarkt. Der extrem vereinfachende Wiederaufbau des Kreuzkircheninterieurs war jetzt keine ultimative Leistung.

    Resurrectus, man hätte sich dennoch die Konservierung der einen oder anderen Ruine bzw deren schlussendliche Wiederherstellung als Erinnerungsbau oder sozusagen Zitat an der Prager Straße gewünscht.

    Wenngleich der Historismus übrigens in der DDner Altstadt keineswegs ausgelöscht worden ist: Ständehaus, Akademie, Albrechtstor und dann noch das so schmucke Tempersche Polizeigebäude.

  • Wenn es in Dresden, bzw. in ganz Deutschland, wenigstens 4-5 Bauten wären. Wieso das nicht geschieht habe ich ja bereits geschrieben. Der Historismus wird nur als historischer Bestand akzeptiert, wertgeschätzt wird er nicht. Deswegen wird auch nichts davon rekonstruiert. Bislang jedenfalls.

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Das nicht, aber womöglich der Umstand, dass etliche prägende und bedeutsame ältere Bauten verlorengegangen sind, wie Frauenkirche, Garnisonskirche, Stadtschlösser Berlin+Potsdam, Palais de Saxe, Pellerhaus (beide nur als partes pro toto), Marienkirche (Wismar), Jakobikirche (Rostock)... Nur ein Teil davon ist wiederaufgebaut.

    Die erwähnten Ofener Prunkbauten waren absolut stadtbild- und identitätsprägend. Das ist bei den Gründerzeitbauten in D in der Regel keineswegs der Fall. Ihr Wert bestand auch eher in der Bildung von großflächigen Stadträumen. Derlei wird auch in Budapest nicht rekonstruiert.

  • Weil sie dort eben noch existieren. Und sie machen Budapest eben zu einem grandiosen Stadterlebnis, das man in Dresden (so unfair der Vergleich ist) nur noch auf sehr begrenztem Raum hat.

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Wieso das nicht geschieht habe ich ja bereits geschrieben. Der Historismus wird nur als historischer Bestand akzeptiert, wertgeschätzt wird er nicht. Deswegen wird auch nichts davon rekonstruiert. Bislang jedenfalls.

    Das stimmt doch einfach nicht.

    In einer gewissen Stadt namens Dresden wurde das gesamte Innere eines gewissen Opernhauses bis zur letzten Türklinke und Gardinenquaste rekonstruiert. Natürlich bei und in einem Bau von Weltklasse.

    Außerdem verwechselt man hier andauernd Historismus mit Gründerzeit.

  • Was keiner so richtig vermutet, die Russiche Orthodoxe Kirche des Heiligen Simeon vom wunderbaren Berge, südlich des Hauptbahnhofs. Sie hatte bei den Luftangriffen vom 13.2. - 15.2.1945 auf Dresden Glück, sie lag nicht mehr im eigentlichen Zielgebiet der Bomberflotte.


  • Sicher? Drumrum ist ja fast ALLES zerstört. Haben da nicht eher die russischen Besatzer für den Wiederaufbau gesorgt, im Gegesatz z.B. zur Amerikanische Kirche gleich in der Nähe.

  • Die folgenden beiden Fotos entstanden 1946, das Gebäude der russischen Kirche war tatsächlich relativ glimpflich davongekommen.

    https://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0505000/df_hauptkatalog_0505873_001.jpg

    https://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0505000/df_hauptkatalog_0505873_002.jpg

    Die - zunächst notdürftige - Instandsetzung erfolgte in den Jahren 1948 - 1952. Ob das auf direkte Intervention oder sogar mit materieller Unterstützung der russischen Besatzung geschah, ist mir nicht bekannt. Aber den Aspekt, den Elsner83 oben anführt, unterstreiche ich. Es hat vermutlich nie eine offizielle Initiative von Seiten der deutschen Behörden zum Abriss gegeben. Das hätten die sich schlichtweg nicht getraut. Hier ging es immerhin um russischen Immobilenbesitz.

    Die in der Nähe befindliche amerikanische Kirche wies einen wesentlich größeren Zerstörungsgrad auf. Der Turm freilich war weitgehend unbeschädigt.

  • Ich glaube, die nachträgliche Kolorierung stimmt nicht ganz, oder gab es jemals grüne Wagen in Dresden?

    Die Deutsche Straßenbahngesellschaft in Dresden war doch rot, und die Tramways Company of Germany Ltd. fuhr in gelb.

  • Daß im alten Dresden längst nicht alles aus den großen Höhepunkten des Barock bestand, hat man in den letzten 20 Jahren vielleicht gelernt, aber die Füllbauten brachten diese einzigartige Harmonie mit hinein.
    Für den Bereich Münzgasse / Töpferstraße will man beim Blick auf das Bild im Vorzustand, vor allem mit dem fabelhaften Eckgebäude, für die Zukunft gewisse Hoffnungen nicht aufgeben. Mit neuen Fassaden auf die Fluchten der alten gestellt, ist es offenbar alleine nicht getan.