Berlin-Buch - Wiederaufbau des Turms der Schlosskirche
-
-
Na das wird ja mal ein Träumchen!

-
Die Bauberichte auf der Webseite der Kirchengemeinde Buch wurden heute mal wieder aktualisiert und es gibt ein erstes Foto vom nahezu vollendeten, jetzt größtenteils sichtbaren Turmaufsatz:
KirchsanierungDie Schlosskirche Berlin-Buch bekommt ihren Turm „Auch ein Weg von tausend Meilen beginnt mit einem ersten Schritt.“ (Verfasser unbekannt) Berlin Buch braucht…www.schlosskirche-berlin-buch.de -
Wie wunderbar! Danke fürs Verlinken.
-
Heute.











-
Wirklich schön.

Eine Frage: Die Säulen und Pilaster des Turms werden auf den Boden fortgeführt und bleiben nicht in der Luft schweben? -
^
Genau an dieser Stelle werden die Säulen breiter, bzw. da kommt noch ein Sockel hin. Die bleiben sicher nicht in der Luft hängen.


Bildquelle jeweils: Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg e. V., CC-BY
-
Lt. Webseite der Gemeinde kommen morgen (Dienstag, 15.04.) ab 10 Uhr die Glocken aus dem provisorischen Träger in den Turm und sollen Ostern das erste Mal vom Turm läuten:
KirchsanierungDie Schlosskirche Berlin-Buch bekommt ihren Turm „Auch ein Weg von tausend Meilen beginnt mit einem ersten Schritt.“ (Verfasser unbekannt) Berlin Buch braucht…www.schlosskirche-berlin-buch.de(2. Meldung von oben)
-
Die Wiederaufbauarbeiten stehen vor einem sommerlichen Abschluss.









-
Und genau das möchte die Denkmalpflege nicht...

- Die Zeitschichten sind verschmolzen und nicht ablesbar
- es gibt keinen Bruch, den man mit gutem Gewissen hätte bewilligen können
- das Bauwerk ist zu schön geworden.
Edit.: Die für die Schlosskirche Buch zuständige Denkmalpflege ist von dieser Verallgemeinerung ausgenommen. -
Diese Kritik ist ja gerade in diesem Fall nicht zutreffend. Erst die Denkmalpflege hat diese Form der Rekonstruktion ermöglicht:
QuoteDie Vorgabe der Denkmalpflege war, dass der Bau insbesondere von außen sein ursprüngliches Aussehen zurückerhalten sollte. Um aber den heutigen Bauvorschriften und Statikanforderungen gerecht zu werden, mussten Bernd Redlich und Andreas Kitschke vom Architekturbüro Redlich einige Anpassungen vornehmen. Zwar nutzten sie, wie auch schon beim ursprünglichen Bau Kiefernholz für die Turmkonstruktion, aber es wurden noch zusätzlich Stahlverstärkungen eingebaut. Zusätzlich wurde zwischen Turm und Kirchenraum eine Stahlbetondecke für den Brandschutz eingezogen. Zudem gab die Denkmalpflege vor, dass der Bau zwar nach den alten Plänen wieder errichtet werden sollte, doch es sollte erkennbar sein, dass es sich um eine Rekonstruktion handelt.
Quelle:
Die Kuppel der Schlosskirche BuchErfahren Sie hier mehr über die tragische Geschichte des Schloss Buch und seine Überreste: die nun sanierte Schlosskirche Buch.www.restauro.de -
Im Fall der Schlosskirche Buch wirst Du wohl recht haben. Ich nehme zwar nicht an, dass erst die Denkmalpflege diese Form der Rekonstruktion ermöglicht hat, sondern die Initiatoren. Die Denkmalpflege unterstützte lediglich das Projekt und steht dahinter.
Vor allem dieser Satz aus deinem Zitat wäre von Interesse:
QuoteZudem gab die Denkmalpflege vor, dass der Bau zwar nach den alten Plänen wieder errichtet werden sollte, doch es sollte erkennbar sein, dass es sich um eine Rekonstruktion handelt.
Am Äussern konnten wir bisher noch keine Unterschiede feststellen, und das finde ich heutzutage bemerkenswert. Die Verstärkungen mit Stahl und der Einbau einer Betondecke im Innern waren keine Vorgaben der Denkmalpflege, sondern der Statik und dem Brandschutz geschuldet.
Alle 'Denkmalpflegen' in einen Topf zu werfen, ist natürlich nicht korrekt, aber eine Verallgemeinerung - wie ich es in meinem Vorbeitrag geschildert habe - zeigt, wo der durchschnittliche, wenn nicht sogar manchmal überdoktrinäre Wind in der aktuellen Denkmalpflege hinweht. Leider ist der Geist innerhalb einer Denkmalpflegeabteilung meistens sehr abhängig von der persönlichen Einstellung eines einzelnen Amtsinhabers, und hier beginnen die Probleme in der Akzeptanz der Denkmalpflege.
Hier in Buch können wir der Denkmalpflege nichts vorwerfen.
-
Ich fänd's soooo toll, wenn auch der schöne Innenraum wiederkommen würde.
Hier in Dresden schreien alle immer nur nach der Rückkehr fragwürdiger architektonischer Highlights "für den Städtebau", aber kaum jemand weiss, dass immer noch mindestens ein Dutzend hochbedeutender Innenräume fehlen....
-
Was ist denn eigentlich mit den zwei Attikafiguren und den -vasen?
-
Gemäss Wikipedia fehlen für die Rekonstruktion der beiden Apostel über dem Portal bislang die Mittel. Mehr - insbesondere auch über die beiden Vasen - ist dort nicht zu erfahren.
Dafür habe ich hier einen Link mit historischen Innenaufnahmen gefunden:
Die Schlosskirche Buch - Berlin.de
Das letzte Bild der Galerie zeigt einen Apostel aus Sandstein. Handelt es sich dabei allenfalls um die Figur, die einst links über dem Portal stand? Auch hierüber konnte ich nichts in Erfahrung bringen oder mit einer genügend scharfen Aufnahme vergleichen.Ein weiterer Link mit aktuellen und historischen Innenansichten:
kirchenbauforschung.info täglicheKirche Schlosskirche Berlin-BuchDie Schlosskirche in Buch gehörte einst zum Schloss in Buch. Besonders Adam Otto von Viereck unterstützte den Bau der einst prächtigen Barockkirche.kirchenbauforschung.infoJedenfalls eine sehr oppulente barocke Ausstattung, entweder in Naturholz(?) oder dunkel gestrichen. Für die Grösse des Raumes wirkt sie für mich, der sich süddeutscher Barock gewohnt ist, ziemlich schwer. Aber es war ja eine Schlosskirche und keine Kirche für eine Kirchgemeinde. So lässt sich die wuchtige Empore (mit Hebefenstern!) für die Schlossherrfamilie erklären.
-
Das letzte Bild der Galerie zeigt einen Apostel aus Sandstein. Handelt es sich dabei allenfalls um die Figur, die einst links über dem Portal stand? Auch hierüber konnte ich nichts in Erfahrung bringen oder mit einer genügend scharfen Aufnahme vergleichen.
Aus der Bauzeit erhalten sind [sic!] überdies eine Statue des Evangelisten Matthäus aus Sandstein, die früher als Attikafigur am Südgiebel stand.
Ansicht der beschädigten Figur aus dem Kircheninneren
Halbwegs scharfe Vorkriegsaufnahme:

Bildquelle: http://www.bildindex.de -
So erfreulich der Turmaufbau mit der Innenkuppel auch ist, so bedauerlich sind die klassizistisch vereinfachten Akanthusblätter die in der Innenstuckarchitektur angebracht wurden vgl. Website des Vereins sowie historische Innenansicht: https://www.schlosskirche-berlin-buch.de/kirchsanierung/ sowie: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/comm…tsloge_1888.jpg. Während die Gesimse die originalen barocken Formen aufweisen und ihre subtile Unregelmäßigkeit/Lebendigkeit des Handzugs zeigen ist die Simplifizierung dieser kleinen aber wesentlichen Gestaltungelemente ein falscher Schritt gewesen, da die Gesimse ja auch nicht vereinfacht wurden. Diese kleinen Blattelemente tragen ja Quasikonsolen gleich den verkröpften Teil des Gesimses. Da fehlen die kräftigen lappigen Akanthusblätter, und durch das Fehlen des barocken Schwungs wirkt es wie Stuck aus einem gewöhnlichen Mietshaus. Eine getreuer Rekonstruktion hätte auch einen Teilabschnitt darstellen können, der jederzeit um die Rekonstruktion weiterer Elemente erweitert werden hätte können wie etwa die Ludwigskirche in Saarbrücken wo 1982 die Emporen und 2009 die geschnitzte Herrschaftsempore (Fürstenstuhl) rekonstruiert wurde.
Die Kosten für handmodellierte Blattelemente wären sicher nicht so hoch gewesen da gerade solche Elemente Stuckateure verhältnismäßig günstig hinbekommen.
-
Ich weiß zwar nicht, was du da meinst mit nicht so schön ausgeführten Blättern. Im Kircheninneren ist doch rein gar nichts Historisches mehr vorhanden.
Das Innere dieser tollen Kirche sollte unbedingt rekonstruiert werden. Die wunderbare Ludwigskirche in SB kenne ich sehr gut (mein Initialbau). Die Vorgehensweise dort war zumeist dem fehlenden Geld geschuldet (mühsam Empore für Empore und Karyatide für Karyatide. Der Fürstenstuhl war dann erst der finale i-Punkt) und erwies sich dann am Ende als Segen.
-
Das Gewölbe und die Gesimse sind rekonstruiert worden, und damit auch diese Akanthusblätter. Mit dem hier verfügbaren Fotomaterial erweist sich ein Vergleich als schwierig, aber im ersten Link von Rinascente gibt es bei der 16. und 18. Kalenderwoche gute Bilder des jetzigen Zustands, die mit der historischen Ansicht vergleichbar sind. Und tatsächlich sind diese Blätter etwas dürftig geraten im Vergleich zum Original und erinnern mich eher an Zungen als an Akanthusblätter. Das wird dem Besucher aber nicht auffallen, sofern er nicht mit Vergleichsfotos das Kircheninnere betritt. Auch im 18. Jahrhundert gab es schon ungelenk ausgeführte Details.
Die äussersten Akanthusblätter sind zudem falsch platziert und stehen in der Frontalansicht seitlich zu weit über die Verkröpungen des Gesimses hinaus. -
Der Förderverein <Kirchturn Buch e.V.> dankt herzlich den Forum-Autoren, die die Sanierung der barocken Schlosskirche in Berlin-Buch schon lange sachkundig und mit sehr schönem Bildmaterial begleiten. Sie haben bestimmt zum Erfolg mit beigetragen!
Trotz Bauverzögerungen, die bei einem solchen Projekt nicht ungewöhnlich sind, blicken wir der Vollendung dieses wunderbaren Projektes hoffnungsvoll und froh entgegen. Vielleicht wird es noch in diesem Jahr.(?)
Wir haben uns ja seit 2007 in beharrlichem Hoffen und in Zuversicht geübt.
Nach Abschluss der aktuellen Baumaßnahmen müssen wir uns weiter um die Schlosskirche kümmern. Den Bauschmuck auf der Attika (vier Apostelfiguren, 4 Flammenvasen), die Gruft und die Außenanlagen des Schlosskirchensembles werden wir mit den vorhandenen Mitteln nicht finanzieren können. Wir müssen also weiter betteln und sammeln. Dazu haben wir kürzlich einen neuen Förderverein gegründet, der sich um das gesamte Schlosskirchensemble kümmern wird. <Förderverein Schlosskirche Buch e.V.>
-