Eigentlich kann man sich diesen Platzentwurf mit niedrigeren Kuppeln gar nicht richtig vorstellen - erst durch diese Akzentuierung wird der Platz zu dem, was er ist. Die Ehrenhofsituation bedingt in der dadurch einzig verbleibenden Längssicht so etwas wie ein Ausrufungszeichen. Die Proportion ist in Hinblick auf die Weite und gleichzeitig Schmalheit dieses Platzraumes (der zwar nur ein Segment, aber gleichwohl das bedeutendste und städtebaulich wirksamste ist) geradezu ideal gewählt.
Berlin - Gendarmenmarkt
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Leonhard
Ich kann mich der Antwort von Treverer nur anschließen. Ergänzen möchte ich noch:Kunst ist darauf angewiesen, dass wir bereit sind, uns auf sie einzulassen. Du verweist immer wieder auf deine Seh-Gewohnheiten. Das wirkt defensiv. Es lohnt sich, die Augen zu putzen und die Welt mit frischem Blick zu betrachten.
Hier noch ein paar Fotos und eine Baubeschreibung der beiden Türme.
Quote from Sibylle Badstübner-GrögerDem kubischen Kern oder Unterbau der Türme sind nach Osten, Süden und Norden je ein Portikus mit sechs korinthischen Säulen vorgesetzt. Die Portiken sind über Freitreppen zu erreichen. Hinter dem Säulenportikus an der Ostseite befindet sich eine Eingangshalle mit Wandnischen für Figuren und darüber eingelassenen Relieffeldern. Figuren krönen auch die Giebel über allen drei Portikusviorbauten. Dort, wo die figurengeschmückten Attiken rechtwinklig aneinanderstoßen, ergeben sich quadratische Sockelzonen, die zum eigentlichen Turmbau überleiten. Dieser Tambour ist ein von zwölf Freisäulen umstellter steiler Zylinder, den Gebälk und Balustraden umgeben. Darüber liegt ein Geschoß mit zwölf Ovalfenstern., die durch Pilaster voneinander getrennt sind, auf ihm erhebt sich die hohe, ebenfalls in zwölf Segmente geteilte Kuppel mit einer Figur als Bekrönung. Hinter der Säulenstellung des Turmes wechseln Fensteröffnungen mit Nischen für Figuren. Der Gesamtaufbau ist ein System sich durchdringender stereometrischer Bauteile.
Sibylle Badstübner-Gröger, Der Französische Dom zu Berlin, Berlin 1984, S. 24 (Heft 122 der Reihe "Das christliche Denkmal")
Berlin, Gendarmenmarkt, Französischer Dom, Ostseite (Foto: Richard Mortel, 18. Januar 2018, CC-BY-2.0)
Französischer Dom, Südostseite, dahinter das rote Dach der Französischen Kirche (Foto: Richard Mortel, 18. Januar 2018, CC-BY-2.0)
Französischer Dom, Südostseite (Foto: Soluvo, 30. Juni 2012, CC-BY-SA-4.0)
Französischer Dom, Südseite (Foto: Ajepbah, 25. Juli 2015, CC-BY-SA-3.0)
Französischer Dom, Nordseite (Foto: Luis Alvaz, 24. April 2016, CC-BY-SA-4.0)
Französischer Dom, Nordseite, rechts die Französische Kirche (Foto: Luis Alvaz, 24, April 2016, CC-BY-SA-4.0) -
Reaktionen auf X, die sich auf die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit beziehen:
Christian Latz (@ChristianLatz_) auf XVerantwortlich dafür, dass der Gendarmenmarkt 2025 als einfallslose Steinwüste wiedereröffnet wird ist übrigens die grüne Ex-Verkehrssenatorin Regine Günther…x.com
Armin Laschet (@ArminLaschet) auf XDer Tagesspiegel schreibt, dass eine Ex-Senatorin der Grünen diese neue Steinwüste zu verantworten hat. Will gar nicht erst den Versuch machen, Berliner…x.com -
Der Deutsche Dom wurde in den Jahren 1983 bis 1996 wiederaufgebaut.

Berlin, Gendarmenmarkt, Deutscher Dom, Ostseite (Foto: Dosseman, 20. September 2021, CC-BY-SA-4.0)
Deutscher Dom, Ostseite (Foto: Dosseman, 20. September 2021, CC-BY-SA-4.0)
Deutscher Dom, Ostseite (Foto: Dosseman, 20. September 2021, CC-BY-SA-4.0)
Deutscher Dom, Ostseite (Foto: Dosseman, 20. September 2021, CC-BY-SA-4.0)
Deutscher Dom, Nordseite (Foto: Dosseman, 20. September 2021, CC-BY-SA-4.0)
Deutscher Dom, Nordseite (Foto: Dosseman, 20. September 2021, CC-BY-SA-4.0)
Deutscher Dom, Nordseite (Foto: Dosseman, 20. September 2021, CC-BY-SA-4.0) -
Ich habe die Diskussion hier in den letzten Tagen verfolgt und finde es schön, dass wir das Forum haben! Ich muss zugeben, dass ich auch immer die Proportionen der Kuppeltürme etwas merkwürdig gefunden habe, aber wie schon erwähnt gibt es in Berlin weit grössere Probleme
.Ein anderes Beispiel ist das Panthéon in Paris. Hier finde ich das Verhältnis Kuppel/Unterbau doch passender:
Panthéon (Paris) – Wikipediade.wikipedia.org
Panthéon (Paris) – Wikipediade.wikipedia.orgIch war letzte Woche in Berlin und habe das historische Zentrum zum ersten Mal seit Jahren wieder erlebt. Es sieht schon richtig gut aus. Einzig das Dachrestaurant des Schlosses ist wirklich schade, da schon von Unter den Linden sichtbar.
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Kunst ist darauf angewiesen, dass wir bereit sind, uns auf sie einzulassen. Du verweist immer wieder auf deine Seh-Gewohnheiten. Das wirkt defensiv. Es lohnt sich, die Augen zu putzen und die Welt mit frischem Blick zu betrachten.
Rastrelli, ich habe mich darauf eingelassen, ich kenne die beiden Kirchen aus eigener Anschauung und habe auch genügend Fotos davon gesehen. Das weiteren habe ich in meinem Leben bereits sehr viele andere Kuppelbauten (und Kunst noch und nöcher) gesehen. Wenn ich in irgendeiner Weise in meinem persönlichen Urteil unsicher gewesen wäre, hätte ich mich entweder gar nicht oder nur vorsichtig geäußert. Von daher noch einmal: es gefällt mir nicht und ich finde die Proportionen auf groteske Weise misslungen. Dass ich immer hinzugefügt habe, dass dies nur mein Geschmack ist, liegt daran, dass ich ein höflicher Mensch bin, der seine Eindrücke nicht verabsolutieren möchte. Trotzdem habe ich nachvollziehbare, auf die Architektur bezogene Argumente gebracht, die darlegen, wie ich zu meinem Urteil gekommen bin. Auf diese Argumente wurde leider kaum bis gar nicht eingegangen, stattdessen wurden nur angeblich vergleichbare Beispiele präsentiert, die aber überwiegend deutlich anders proportioniert und somit eben nicht vergleichbar sind; oder es wurde sich einfach empört. Ich habe auch niemals gegen den Bautypus an sich geschimpft, sondern nur gegen diese konkrete Ausformung der beiden Dome in Berlin.
Wenn ich den ganzen Sermon immer wiederholen muss, so liegt das nicht etwa daran, dass mir das so viel Spaß macht, sondern daran, dass sich viele von Euch leider kaum Mühe geben, meine Beiträge aufmerksam durchzulesen und auf meine Argumente logisch einzugehen. Stattdessen wird einfach irgendetwas hingeworfen ohne stringente Argumentation, weil's natürlich bequemer ist. Auch das, was Treverer geschrieben hat, war eine völlig oberflächliche Replik, weil ich überhaupt nicht behauptet habe, dass die Berliner Dome die gleichen Proportionen wie der Invalidendom haben "müssen", um gelungen zu sein; ich hatte nur anhand dieses von Eurer Seite ins Spiel gebrachte Vergleichsbeispiel (was ja dazu dienen sollte zu zeigen, dass es ähnlich proportionierte Kuppelbauten gibt), aufgezeigt, dass der Invalidendom eben nicht als Rechtfertigung taugt, weil er ganz anders proportioniert ist. Der ewige Verweis auf etwas "Neues", dem man eine Chance geben müsse, ist in diesem Fall auch müßig, weil die beiden Kirchen schon seit 250 Jahren stehen und in dieser Form kaum eine Nachfolge gefunden haben - das zeigt zumindest, dass diese spezielle Ausformung nicht dieser "durchschlagende Erfolg" war wie die elliptischen Kuppelformen des Barock, die Treverer anführt. Dann, Rastrelli, die von Dir zitierte Baubeschreibung: dort wird überhaupt nicht auf die ungewöhnliche Streckung des Tambours oder die Gesamtproportionen eingegangen - was tut das Zitat also zur Sache?Wie bereits oben geschrieben, finde ich solche Diskussionen grundsätzlich sehr anregend, aber ich möchte Euch wirklich bitten, etwas genauer zu lesen und zu versuchen, die Argumente zu verstehen, bevor Ihr darauf antwortet. Das muss ja nicht heißen, dass Ihr alles nachvollziehen können müsst, aber eine Diskussion ist nur dann gewinnbringend, wenn nicht aneinander vorbeigeredet wird. Aber das erfordert natürlich mehr Anstrengung.
Noch eine abschließende Bemerkung: ich hatte auch den Eindruck, dass einige vielleicht deswegen so indigniert reagiert haben, weil Jakob und ich es gewagt haben, ein preußisches oder gar deutsches "Nationalheiligtum" zu kritisieren - kann das sein? (Tegula nehme ich hier ausdrücklich aus, weil ich sicher bin, dass er eine Bezeichnung wie "Geschmacklosigkeit" von einer übergeordneten wissenschaftlichen Warte aus ablehnt). Ich wage zu behaupten, dass diese Diskussion mit wesentlich weniger Schärfe geführt worden wäre, wenn es sich um Bauwerke z.B. in Frankreich gehandelt hätte. Ich persönlich hätte überhaupt kein Problem damit, wenn jemand z.B. das Münchner Maximilianeum als "Pappmaché-Schaukulissenarchitektur" verunglimpft hätte und würde sogar teilweise zustimmen. Diese patriotische Sicht auf Kunst ist meines Erachtens nicht zielführend und hindert einen eher daran, einen unabhängigen Geschmack zu bilden und Kunst besser genießen zu können. Aber vielleicht hatte ich auch einen falschen Eindruck.
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Däne, selbstverständlich ist das Pantheon, neben unzähligen anderen Kuppelbauten, "klassischer", ausgewogener oder wie du sagst "passender" proportioniert. Wobei "passend" gerade der springende Punkt ist: gemessen an der Platzsituation und an der Duplizität "passt" diese Kuppelform mE sogar perfekt. Als Einzelbauwerk ohne Referenz auf einen Platzraum wäre dieser erhöhte Tambour sozusagen etwas verhaltensauffällig, um nicht zu sagen skurril. überhaupt in Verbindung mit dem mickrigen Kirchenbau als solchen, den er ja förmlich erdrückt. In diesem großstädtischen Kontext jedoch, überhaupt mit dem behäbigeren Schauspielhaus hingegen halte ich das für eine geniale Idee. Bei mir kommt halt hinzu, dass ich Abweichungen von der klassischen Norm sehr zugetan bin und Guarini, die Dientzenhofers, B.Neumann mehr schätze als Borromini, Fischer v.E., etc.
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Als erster in der langen Reihe derer, die auf Jakobs kleinen Knaller "Geschmackslosigkeit" reagiert haben, möchte ich doch noch für ein bisschen Verständnis für die werben, die auf diesen Begriff sauer reagiert haben. Einfach so ein abfälliges Wort in den Ring zu werfen ist schon ein bisschen provozierend. Ich selber war so verblüfft, dass ich zunächst auf etwas verrutschte Ironie tippte. Der ganze Streit erinnerte mich an eine kleine Diskussion zwischen einem verlobten Pärchen in Fontanes "Frau Jenny Treibel", das darüber diskutiert, ob der Turm der Parochialkirche "schön" sei - um dann die Diskussion ganz schnell zu beenden, weil die Beteiligten es müßig finden, über solche Geschmacksfragen zu diskutieren. Auch dem kunsthistorisch Gebildeten unterlaufen sehr subjektive Einschätzungen. Mörike fand das barockisierte Innere der Kirche auf der Comburg hässlich... Vielleicht kann man sich darauf einigen, dass der Gendarmenmarkt giottseidank nach Kriegszerstörungen erhalten blieb und die bescheidenen Kirchen mit ihren prunkvoll angestückten Kuppeln schon etwas ganz Besonderes sind.
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Ich mag zum Beispiel die Kuppel des Florentiner Doms nicht. Keine Ahnung warum, ist halt so. Erinnert mich irgendwie an ein exotisches Gewürz, das ich nicht mag, wahrscheinlich handelt es sich um Harissa. Keine Ahnung, wie ich darauf komme, aber es ist halt so.
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Gut so. Es darf kein Grashalm mehr stehen.
Ernsthaft, es darf auch mal ein klassischer Stadtplatz ein klassischer Stadtplatz sein. -
Unter einem klassischen Stadtplatz stellen sich viele eben etwas anderes vor als eine einfallslose Steinwüste.
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Unter einem klassischen Stadtplatz stellen sich viele eben etwas anderes vor als eine einfallslose Steinwüste.
Dazu fällt mir tatsächlich auch noch etwas ein. Nun möchte ich nicht wieder das Thema "Gründerzeitliche Gemütlichkeit" anführen, sondern eher die Zeit des Klassizismus noch mal genauer unter die Lupe nehmen. Meines Wissens gab es doch zu dieser Zeit auch schon Plätze, die von Grünflächen und Bäumen gesäumt wurden. Ist diese Gestaltung also auch prinzipiell abzulehnen oder funktioniert sie eben nur in bestimmten Kontexten, z.B. bei eher kleinstädtischeren Strukturen? Ich frage deshalb, weil mir da der Circus und der Markt in Putbus, sowie der Luisenplatz in Wiesbaden einfallen. Vom heutigen Zustand mal abgesehen, sind diese Plätze ja anscheinend bewusst mit Begrünung geplant worden. Fallen sie jetzt also in eine eigene Kategorie von Stadtplätzen?
Putbus aus der Luft:

Quelle: Wikipedia
Luisenplatz in Wiesbaden, angelegt 1830:

Quelle: Wikipedia
Detail des Luisenplatzes aus der Luft, ca. 1930er Jahre:

Quelle: https://artsandculture.google.com/asset/wiesbade…/fQGRPVvsomnphA

Quelle: Facebook-Gruppe "Wiesbaden Nostalgie!"
Auf dem Baldus-Plan, 1864 bis 1874, ist die begrünte Fläche sogar noch größer eingezeichnet:

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Wer sich für verschiedene Kuppeltypen interessiert, hier ist ein Buch dazu.

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Meines Wissens gab es doch zu dieser Zeit auch schon Plätze, die von Grünflächen und Bäumen gesäumt wurden.
Sicher. Und das wohl mehr als heute, man denke alleine an die ganzen Parks und Plätze, die im Zuge der Schleifungen von Stadtbefestigungen entstanden sind.
So sah zB. der Augustusplatz in Leipzig 1804 aus:

(Aquarellierter Kupferstich von Karl Benjamin)
An anderen Stellen des Rings sah es noch wilder aus, teilweise erinnert das ein bisschen an heutige Green City Utopien, heute sind große Teile dieser Flächen Asphaltwüsten.
Ich denke, das Thema Gestaltungen von historischen Plätzen sowie Grünanlagen im urbanen Raum (bzw. dazu innerstädtische Gärten) würde je einen eigen Strang verdienen, sofern es es diese nicht schon gibt.
Näher am Beispiel Gendarmenmarkt ist der Königsplatz München. Ebenfalls eine ikonische Platzanlage des Klassizismus (und da schon mit Rasenflächen) wurde der Platz analog zum Berliner Gendarmenmarkt in den 1930ern von den Nationalsozialisten unter Paul Ludwig Troost zur Aufmarschfläche umgestaltet (hier schon ab 1933). In München erfolgte dies mit riesigen Granitplatten, dazu kamen der Führerbau, das Verwaltungsgebäude der NSDAP und die beiden Ehrentempel.

Richard Wagner (der Maler, nicht der Musiker), gemeinfrei.
Ich muss zugeben, es hat was.
Anders als im damals antifaschistischen Ostberlin hat man in München jedoch entschieden, sich 1987/88 wieder an die ursprüngliche Platzgestaltung anzunähern, während man beim Wiederaufbau des Gendarmenmarktes die Gestaltung aus den 1930ern beibehalten hat. Dafür hat der Berliner Lustgarten, dem 1936 ein ähnliches Schicksal widerfahren ist, ab 1998 seine Rasenflächen wiedererhalten

Carsten Steger, CC BY-SA 4.0-Lizenz
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Gendarmenmarkt: Genau so muss ein klassischer Platz aussehen - WELTDer Gendarmenmarkt gilt als schönster Platz der Hauptstadt. Nach einer Sanierung ist er jetzt wieder begehbar. Und schon hagelt es Kritik: „Steinwüste“,…www.welt.deQuote
[…]Wer ein wenig herumgekommen ist, weiß: Die meisten bekannten Plätze haben kein Grün. Das Auge soll die prächtige Architektur auf einen Blick erfassen können – unverstellt von Bäumen. So ist es auf dem Römerberg in Frankfurt, auf dem Marienplatz in München und auf dem Hamburger Rathausmarkt. Nehmen wir in Paris die Place Vendôme oder die Cour Napoléon des Louvre rund um die gläserne Pyramide – kein einziger Baum. Der Domplatz in Mailand, der Markusplatz in Venedig, der Petersplatz in Rom – null Grün. Die spanische Plaza Mayor hat keine Bäume, man schaue nach Madrid oder Salamanca oder Leon. Es gibt Ausnahmen wie die quadratische Place des Vosges in Paris, die Ende des 18. Jahrhunderts üppig mit Bäumen bepflanzt wurde. Aber seitdem wird die wunderbare Homogenität der vier Platzfassaden verdeckt.
In Berlin sollte man froh sein, dass die rot-grünen Planer am Gendarmenmarkt nicht den üblichen Quatsch zur Aufführung gebracht haben, mit dem heute öffentliche Orte „belebt“ werden sollen: etwa ein Platzbelag aus zwanzig verschiedenen Steinsorten in Wirbel- und Wellenmustern oder ein „Bürgerforum“ mit Stuhlkreisen oder ein Basketball-Feld. Solche „innovativen“ Ideen können Plätze ruinieren, wie man auf dem barocken Geviert der Place Stanislas in Nancy sieht, die jüngst mit unregelmäßig gezackten Blumenbeeten entstellt wurde.[…]
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Der Autor hat gute Argumente. Der Platz wäre für mich in der Form auch akzeptabel, wenn die Platzrandbebauung ihn würdig in Szene setzen würde. Aber da dominiert eine Mischung aus DDR-Relikten und schnell hochgezogenenen Nachwende-Bauten, ein paar verbliebene Altbauten. Irgendwie beißt sich am Gendarmenmarkt alles. Es wirkt nicht stimmig, schon gar nicht feierlich. Irgendwie könnte ich ihn mir auch als riesigen Parkplatz vorstellen, so wie er sich jetzt präsentiert.
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Wieso muss die Randbebauung ihn in Szene setzen? Er kann das finde ich sehr gut alleine. Die Randbebauung sehe ich beim Anlick des eigentlichen Platzes nicht. Und so schlimm ist sie nun auch nicht.
Kann man vielleicht nun mal wieder aufhören zu mäkeln? Er ist jetzt, wie er ist und vor allem ist er so, wie er auch vor der Sanierung war. Nicht schlechter, nicht besser (zumindest nicht sichtbar). Die nchsten 30 Jahre wird sich da nichts ändern. Nächstes Thema!
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Ich bin vorhin mal schnell beim Gendarmenmarkt vorbeigelaufen und muss sagen, dass der Platz mit der neuen Pflasterung eine unübersehbare und spürbare Grandezza aufweist. Alles in allem ist das tatsächlich einer der schönsten Stadtplätze Europas.
Allerdings muss ich sagen, dass man hier definitiv viel mehr für eine Begrünung und Beschattung hätte tun müssen. Alle Schönheit bringt mir nicht viel, wenn ich mich im Sommer nicht mehr auf dem Platz aufhalten kann. Und nein, in die angrenzenden "Cafés" oder was auch immer das alles sein soll, will ich mich nicht setzen. Hier hätte man meiner Meinung nach zugunsten des drängenderen Problems der Klimaanpassung und somit für eine gesteigerte Hitzeresilienz entscheiden und mehr Grün sowie die beiden Brunnen zurückbringen müssen. Aber der Zug ist wohl erst einmal abgefahren. In ein paar Jahren werden sich diese Probleme so aufdrängen, dass da irgendwie nachgesteuert werden wird. Siehe auch Schlossplatz.
Fazit: Ein wirklich schöner und atmosphärischer Platz (der er ja immer schon war), vor allem in den Abendstunden, der allerdings nicht im Sinne aktueller Anpassungsmaßnahmen gestaltet wurde und wahrscheinlich in mittlerer Zukunft optimiert werden muss, wie auch immer das dann aussähe.
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Kuriose Mahnwache auf Berlins neuer Steinwüste: „Weil der Gendarmenmarkt verschandelt wurde, trage ich dieses Baumkostüm“Klimagerechte Sanierung ohne Bäume? Geht gar nicht, findet Sebastian Herges. Der Klimaaktivist ist jede Woche auf dem Gendarmenmarkt im Baumkostüm und sagt:…www.tagesspiegel.dePrinzipiell hat der gute Mann ja recht. Aber ob es was nützt ist wohl eher unwahrscheinlich...
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