Es ist ja nun wirklich nicht so, dass ich – oder andere – tagein, tagaus nur über das Dachcafé oder womöglich unvorteilhaft platzierte Photovoltaik-Anlagen nachdenke. Im Gegenteil: Ich bin in erster Linie dankbar, dass das Berliner Schloss überhaupt in dieser Form zurückgekehrt ist. Das allein ist ein großer Erfolg – vor allem für all jene, die sich über Jahre engagiert haben und die in der Rekonstruktion etwas Positives sehen.
Aber genau deshalb kommt es jetzt eben auch darauf an, wie sensibel man mit dem Bau umgeht – oder eben nicht. Manche Entscheidungen hinterlassen einen faden Beigeschmack. Das muss nicht einmal aus Böswilligkeit oder Absicht geschehen. Oft ist es einfach nur ein Mangel an Feingefühl. Aber Irritation, Verwunderung oder Unverständnis bleiben eben doch zurück.
Und trotzdem: Ich kann mich an den Fassaden und den Figuren aufrichtig erfreuen. Aber wenn dann wieder Nachrichten auftauchen, die den eigenen Überzeugungen widersprechen, darf man sich doch auch mal kritisch äußern. Und das geht sowohl den Befürwortern als auch den Gegnern so.


