• Bei der wünschenswerten Rekonstruktion der Gigantentreppe wird es nicht ohne schwierige Übergänge zu den schlicht modern gestalteten anderen Räumen gehen. Der Schweizersaal hinter der Tür würde die direkte Anbindung an die GT mildern. Auch die schwarze Adlerkammer wäre dann ein Gewinn. Aber irgendwann stößt doch Barock direkt gegen die Moderne. Da ist hohe Sensibilität in der Gestaltung notwendig, um plumpe gegenüberstehende Kontraste zu vermeiden, wodurch das Ganze Ensemble wie eine Theaterkulisse wirken würde.

  • Hm, na ja, aber mit dem Argument, es dürfe keine harten Übergänge geben, kannst du dich durchs gesamte Schloss argumentieren bis am Ende alles rekonstruiert ist. Das wird schwerlich gehen.

    Es ist jetzt schon unendlich viel erreicht, aber wenn die GT nicht käme, muss man halt zur Not auch ohne sie weiterleben. Easygoing wird es jedenfalls nicht, allein schon durch den materiellen Aufwand.

  • Bauaesthet: "Aber irgendwann stößt doch Barock direkt gegen die Moderne."

    Das Problem würde ich gerne in Kauf nehmen. In Stuttgart wurde beim Wiederaufbau des Neuen Schlosses (erhalten waren nur die beschädigten Umfassungsmauern) ja auch nur ein Teil der barocken Innenräume rekonstruiert. Mir nicht bekannt, dass das viele stört. Ein scharfer Kontrast kann eigentlich nur beim direkten Durchschreiten beider Bereiche ins Auge fallen. Ja und - dann ist das halt so.

    Im übrigen: die sich so modern dünkenden Rekonstruktionsgegner lieben doch geradezu die harten Kontraste... Dann könnte man denen doch auch mal entgegenkommen...

  • Hier nochmals die Raumfoge im Erdgeschoss des Schlüter Portals. Zur Spree hin ging es durch die Raum 106 und 94 in die Schlossküche Räume nach links 89,92 und 93, nach rechts in die Räume 95,97 und 98. Die Schloss Küche erstreckt sich auch im 1.Stock über die Räume 316 und 317.

    Erdgeschoss


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    1.Stock

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  • Einige Aufnahmen vom Ostflügel und Innenaufnahmen. Mehr Innenaufnahmen des Ostflügels demnächst im Tweet , Innenräume des Schlosses.


    Vermauerter Renaissancealtan auf dem Grünen Hut.

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    Blick auf den Grünen Hut mit vermauerten Renaissancealtan.


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    äußere Halbsäule im Grünen Hut im inneren

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    1940, Instrumentenkammer Raum 991

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    1940, Kunstkammer, Blick aus der Modellkammer Raum 992 in die Instrumentenkammer Raum 991

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    1890, Haus der Herzogin, Blick auf die Laterne des sogenannten Betkabinetts der Kurfürstin Luise Henriette Raum 828, rechts Kapellenhof.

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    Fassade des Kurfürstenflügels im Eishof, oben Mittig Übergang im Piano nobile Raum 809,darunter Heinrichsflur, darunter Einfahrt zum Eishof.

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    Zufahrt zum Eishof, Fassade des Kurfürstenflügels.

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  • Das wäre der "Dornröschentrakt" des Schlosses gewesen. :smile:

    Es wird selbst hier nicht gesehen, was es für eine vertane Gelegenheit war, diese Gebäude zu einem frühen Zeitpunkt der Wiederaufbaudiskussion nicht mehr herausgestellt zu haben. Vielleicht hätte das Otto Durchschnittsberliner sogar mehr beeindruckt als der ´olle Barock´, den man in Charlottenburg auch sehen kann.

  • Vorsicht, gerade die Unersättlichkeit, sich mit wachsendem Appetit auf weitere Rekonstruktionen den Mund wässrig zu machen, könnte die Entscheider zur sofortigen Schließung der Gourmetküche zwingen!

  • Rittersaal und Elisabethsaal sollten zusätzlich zur Treppe noch kommen. Das würde mir reichen.

    Ich fände den Dreiklang Rote Adlerkammer (Brandenburg) - Rittersaal (Thronsaal) und Schwarze Adlerkammer (Preußen) sehr reizvoll.

    Wer einer Halbwahrheit eine weitere Halbwahrheit hinzufügt, schafft keine ganze Wahrheit, sondern eine ganze Lüge.

  • Das wäre beim Buckingham Palast nicht anders.

    Es ist besser, zunächst mal konsequent den Wiederaufbau der Gigantentreppe zu vertreten und ein erfolgreiches, beeindruckendes und überzeugendes Projekt nachzuweisen. Das könnte dann eine bessere Wirkung für sinnvolle Ergänzungen haben

  • Wenn man sich vorstellt, dass es für die Reko der 7 Paradezimmer im Dresdner Schloss einen Vorlauf von 30 Jahren an Forschen, Dokumentesammeln und Planen brauchte (Geld spielte damals keine Rolle), dann kann man sich vorstellen, wie groß der Aufwand für die Berliner Säle sein würde. Von Boddien schreibt im aktuellen Extrablatt, dass nach Planung, hoffentlicher Genehmigung und Geldsammeln mit dem Bau der Treppe frühestens in 2030 zu rechnen sein wird.

    Für dieses eine Treppenhaus.

    Aber vielleicht kann Berlin dann auch eine positive Rückwirkung auf DD haben, indem man uns hier vormacht, wie engagierte Bürger das Geld für die Reko wichtiger Innenräume zusammen bekommen. Der Staat wird das in Zukunft nicht mehr stemmen können fürchte ich. Und da denke ich an unsere Dresdner Innenraumträume Palais Großer Garten, Marmorsaal, MPS, Grottensaal, Silberkapelle, Gardesaal....

    Ich bin gespannt, ob das in Berlin gelingen wird.

  • Man stelle sich mal vor, der Louvre wäre abgebrannt.. Hätten sich die Pariser da mit zwei Räumen zufrieden gegeben?

    Der Tuilerien-Palast war 1871 durch radikale Revolutionäre systematisch in Brand gesetzt worden, und zehn Jahre später - obwohl wiederaufbaufähig - abgerissen worden. Auch in Frankreich waren Rekonstruktionen nicht grundsätzlich eine Selbstverständlichkeit.