• Nochmal ein weiteres Beispiel. Weihnachten bin ich mit meiner Freundin vom Brandenburger Tor zum Stadtschloss gegangen. Die pure Tristesse, Kaum Weihnachtschmuck alles öde auf niedrigstem Niveau. Um das Schloss herum Totentanz, die hässlichen Fassaden und die Ecke der Bauakademie, die bezeichnenderweise wie die Abtei im Eichenwald mit einem entsprechenden Gehölz davor vor sich hin ragte,

    Zu meiner Erbauung war aber ein kleiner Weihnachtsmarkt vor dem Schloss aufgebaut Außerdem, das darf nicht vergessen werden war der Balkon des Schlossportikusses beleuchtet, von dem der Geist Liebknechts herableuchtete und meine Seele zu berühren suchte.

    Noch Fragen ?

  • Ich würde sagen, dass angesichts der planerischen Voraussicht Stellas und der Begeisterung Herrn Weimers fürs Schloss die Chancen gut stehen, dass wenigstens dieser eine wichtige Raum stellvertretend für alles andere wiederkommen kann.

    Im Grunde genommen derselbe Fall wie das Treppenhaus in Bruchsal und der Rittersaal in Mannheim. Man hat Grund dankbar zu sein.

    Wie man hört, ist Herr Weimer gar nicht so sehr ein Freund des Treppenhauses. Wie es scheint, zeichnet er sich auch hier wenig durch konservative Haltung aus.

    Wer einer Halbwahrheit eine weitere Halbwahrheit hinzufügt, schafft keine ganze Wahrheit, sondern eine ganze Lüge.

  • Quote from Seinsheim

    Wie man hört, ist Herr Weimer gar nicht so sehr ein Freund des Treppenhauses.

    Wo hört man das denn? Könntest du das mal konkretisieren?

    Das hier lässt eher das Gegenteil vermuten:

    Ausstellungszentrum: Weimer: Fan der ersten Stunde vom Berliner Stadtschloss
    Die Rekonstruktion der umstrittenen Schlossfassade des Berliner Humboldt Forums neigt sich dem Ende zu. Kulturstaatsminister Weimer findet lobende Worte für…
    www.tagesspiegel.de
  • Den Zusammenhang verstehe ich nicht. Konservativ sein müsste doch heißen pro Treppenhaus sein. Oder nicht?

    Eigentlich stimme ich dir zu, aber Vorsicht. Konservativ heist "aufbewahren, erhalten", aber nicht pauschal alles was alt ist um jeden Preis. Die Gigantentreppe sollte als rekonstruktionswürdig gefordert werden, nicht primär, weil sie alt war, sondern weil sie ein hervorragendes säkulares Gebäude-Kunstwerk war, ein seltenes Beispiel der barocken Epoche, besonders in Norddeutschland und Preußen. Hinzu kommt ihre hohe, besondere Bedeutung für das Berliner Schloss und den Baumeister Schlüter. Hochwertige Kunst drückt zwar eine Stilepoche aus, ist aber in ihrer Aussagekraft und ihrer Qualität zeitlos. Aus diesen Gründen sollten auch progressive, modernistische Architekten und Kunstsachverständige nicht immer nur ihre partiellen Stil-Interessen verfolgen, sondern sich in diesem Fall für Rekonstruktion einsetzen. Auch Anhänger einer bestimmten Kunstrichtung, egal welcher, sollten den Mut haben, manchmal über den eigenen Schatten zu springen.

  • Palast der Republik wieder da
    Vor 20 Jahren wurde der Palast der Republik abgerissen: Sitz der Volkskammer, Palazzo Prozzo. Mittlerweile steht an seiner Stelle das Humboldtforum. Pünktlich…
    www.rbb-online.de

    Sollen die doch das Modell vom 'Palast der Republik' aufstellen 😂

    Dann bekommt jeder nochmal schön vor Augen geführt, was für ein Gewinn die Schloßrekonstruktion eigentlich ist!

  • Ist das auch schon jemandem aufgefallen? Wenn man bei Google "Berliner Schloss aktuell" oder "Berliner Schloss Foto" eingibt, wird einem kein einziges reales Foto angezeigt, das dem heutigen Erscheinungsbild entspricht, also mit den aufgesetzten Ballustradenfiguren. Wirklich kein einziges!

    Wie kann das denn bitteschön sein?

  • Ist das auch schon jemandem aufgefallen? Wenn man bei Google "Berliner Schloss aktuell" oder "Berliner Schloss Foto" eingibt, wird einem kein einziges reales Foto angezeigt, das dem heutigen Erscheinungsbild entspricht, also mit den aufgesetzten Ballustradenfiguren. Wirklich kein einziges!

    Wie kann das denn bitteschön sein?

    Das ist Absicht!

  • Sollen die doch das Modell vom 'Palast der Republik' aufstellen 😂

    Dann bekommt jeder nochmal schön vor Augen geführt, was für ein Gewinn die Schloßrekonstruktion eigentlich ist!

    Dann aber bitte auch ein Modell des Renaissanceschlosses bzw. der historischen Ostfassade gleich daneben aufstellen. Dann wäre der Gang durch die Jahrhunderte komplett.

  • Ist das auch schon jemandem aufgefallen? Wenn man bei Google "Berliner Schloss aktuell" oder "Berliner Schloss Foto" eingibt, wird einem kein einziges reales Foto angezeigt, das dem heutigen Erscheinungsbild entspricht, also mit den aufgesetzten Ballustradenfiguren. Wirklich kein einziges!

    Wie kann das denn bitteschön sein?

    Das ist Absicht!

    Nö, schön das dritte Bild ist die Lustgartensicht mit Attikafiguren.

  • https://www.rbb-online.de/abendschau/vid…206_1930/7.html

    Sollen die doch das Modell vom 'Palast der Republik' aufstellen 😂

    Dann bekommt jeder nochmal schön vor Augen geführt, was für ein Gewinn die Schloßrekonstruktion eigentlich ist!

    Können die mal aufhören, das Schlossumfeld mit jedem neuen Mist zuzustellen? Das nimmt echt schon Hoarder-Ausmaße an, und ist kein gutes Zeichen für eine psychisch gesunde Verfassung.

    Aber bei dem kleinen Gag am Ende des Beitrags musste ich schon schmunzeln.
    RBB: Wie politisch motiviert ist denn ihre Aktion?
    Aktivist: Och, überhaupt nicht politisch motiviert. Wir wollen nur die Geschichte des Ortes aufzeigen.
    RBB: Und bis 2050 wollen die Aktivisten den ganzen Palast der Republik wieder aufbauen.

  • Mir gefällt die Idee mit dem Modell tatsächlich auch sehr gut. Eine grüne Hecke drumrum, etwas Büsche und zwei Bänke und gleich wäre der Platz etwas belebter und klimatisch würde er sich auch nicht mehr so aufheizen. Und ein paar kleine Infotafeln mit Bildern, wie die Innenräume des Palastes UND des Schlosses (!) früher aussahen.

  • Wem stört es? Mann könnte sogar 3 Modelle nebenbeinander Stellen: den eigentlichen Schloss, den Palast der Republik, und den Humboldt-Forum. Im selben Masstab.

  • Genau! Und dann noch ein Modell vom Schinkeldom. Und eine der Säulen in Originalgröße, damit man sich das besser vorstellen kann. Auch darum Bänke, Hecken und warum nicht noch ein paar Blumenkübel? Und natürlich mehr "kleine" Infotafeln zu allem.
    Und dann, weil sie ja nicht zurückkommen, noch Miniaturen der Rossebändiger mit noch mehr kleinen Infotafeln.
    Und wisst ihr was? Man sollte auch dem Apotheken-Flügel gedenken. Der sollte mit einem Metallgerüst in voller Größer nachgebaut werden. Das geht auch um die Bäume herum, die da bereits stehen. Und das Sanchi-Tor macht sich auch hervorragend davor.
    Und durch das Metallgerüst kann immer noch der Pfeil geschossen werden, der ja auch noch an die Schlossfassade gepappt wird. Es braucht natürlich auch da noch ein paar kleine Infotafeln, sonst versteht man das Ganze nicht, und mehr Hecken, Bänke und Kübel.
    Hach, das wird so ein richtiges Schmuckkästchen. :daumenhoch:

  • "Meine These: Heute würde der Palast der Republik nicht mehr abgerissen"
    Vor 20 Jahren begann in Berlins Mitte der Abriss des Palasts der Republik. Die Entscheidung hatte auch politische Hintergründe – und würde vielleicht heute…
    www.rbb24.de

    Die Folklore für den Palast der Republik ist völlig unangemessen, gerade für einen Historiker. Er erkennt zwar an, dass es bereits der DDR um Verdrängung ging, billigt aber die erneute Verdrängung dieser Fehlentscheidung des Abrisses des Stadtschlosses, wie er es selbst nennt, nicht zu. Der Palast diente der Darstellung von Volksnähe, sollte die absolute Macht der SED in einem Scheinparlament dort legitimieren. Real war der Palast einer der am stärksten überwachten Orte der DDR. Der Palast diente zudem für Staatsakte und Parteitage als Kulisse, bei denen dann doch wieder der Exklusionsraum für die Eliten in den Vordergrund trat. In der Politikwissenschaft spricht man beim Palast auch als Instrument ,,sedierender Repression". Die Wohlstandsinsel stand Günstlingen offen, sollte von Mangelwirtschaft ablenken, und als Schaufenster dienen der Überlegenheit des Regimes. Wer im Palast Freiheit genoss, bewegte sich in den engen Grenzen des Regimes. Diese Bedeutungsschwere kommt im Interview mit Hanno Hochmuth kaum zum Ausdruck. Lieber redet man über die ,,wunderbaren Erlebnisse und Erinnerungen" in dem Bau.

  • Wäre der Lampenladen irgendwo am Alex gebaut worden, hätte man ihn selbstverständlich niemals abreissen dürfen, sondern als zeitgeschichtlichen Ort sogar noch gut für Veranstaltungen weiter nutzen können.
    Wobei dafür aber mittlerweile auch wieder das Geld fehlen würde, (...)

    Bitte keine allgemeinpolitische Phrasendrescherei. Mod.