• Naja, dich hat es gar nicht gestört als einige hier einen Riesentheater wegen ein paar Baüme vor den HF gemacht haben, und gar von einer linken Verschwörung sprachen nur um die Barockfassaden zu verstecken....

    Wieso "einige"? Ich habe doch selber diesbezüglich "Theater" gemacht. :wink: Die schnell wachsenden Birken vor der Lustgartenfassade als auch die Pläne demnächst auf dem Schlossplatz einen halben Wald zu pflanzen, habe ich mehrmals kritisiert. Dass man aus dieser "Baum-Politik" ableiten kann, dass die Verantwortungsträger den einzigartigen Fassaden Schlüters als auch der Leistung der Spender nicht die Wertschätzung entgegenbringen, die eigentlich angemessen wäre, liegt doch auf der Hand. Zumal die moderne Ostfassade ja weitgehend "baumfrei" ist.

  • Majorhantines Ich halte Korrektive für absolut angebracht für schwere kurzzeitige Irrwege.

    Wir werden keine gemeinsame endgültige Klärung finden: weder über den Verlauf der Geschichte noch der politischen, architektonischen, künstlerischen oder städtebaulichen Bedeutung der erstellten Bauwerke und Monumente. Zum Zeitpunkt der Erstellung gab es entweder einen gesellschaftlichen Konsens oder eine Tolerierung oder den autoritären Zwang einer Staatsgewalt zur Realisierung. Danach gab es immer den Streit der Deutung und Bewertung. Ist also das Berliner Schloss primär als Ausdruck einer feudalen, autoritären Königsherrschaft abzulehnen oder primär als Beispiel eines barocken hochkarätigen Bau-Kunstwerks wertzuschätzen? oder einfach als Zeitzeuge zu belassen?

    Wir verfolgen eben, wie in der US-Nochdemokratie der narzistische Bauherr Trump ohne jede Legitimation zu seiner ganz persönlichen Ehre einen gigantischen Triumphbogen im Stile Napoleons, größer als Champs Elisées, bauen lässt. Wenn der Bau ihm vor seiner Abwahl gelingt, werden dann die Amerikaner dieses Ungetüm der Geschmacklosigkeit sofort wieder abreißen oder die postimperiale Egomanen-Geste als eindrucksvolles Symbol der Größe der Nation doch stehen lassen? Ein US-Denkmalamt könnte das dann gebaute Ungeheuer schließlich sachlich nüchtern als klassizistischen Zeugen einer autokratischen Zeitphase für die Nachwelt unter Denkmalschutz stellen?

  • (...) Danach werden der Vorstand und die Geschäftsführung des Fördervereins darüber entscheiden, ob wir uns zutrauen, auch diese Spendensammlung erfolgreich durchzuführen. (...)

    Wenn die verbindlichen Spendenzusagen von 14 Millionen Euro (Stand 2020) noch zutreffen, wird es der Förderverein doch sicherlich hinbekommen, den Rest durch Spenden einzukassieren.

    Sollte der Stiftungsrat der Stiftung Humboldt Forum den Einbau der Gigantentreppe ablehnen, wäre das reichlich ignorant gegenüber den rund 50.000 Spendern, die den Erfolg der rekonstruierten Außenhülle (plus Innenhöfe) erst ermöglicht haben. In einem gesichtslosen Museumskasten hätte das Humboldt Forum nicht diese Ausstrahlung & Anziehungskraft.

  • Nach den Erfahrungen mit den Rekonstruktionen der Schlossfassaden und des Schlüterhofs können wir Spender darauf vertrauen:

    1. Es ist zu erwarten, dass eine sorgfältige Planung des zu rekonstruierenden Innen-Bauwerks und der Kunstelemente der Gigantentreppe bis ins Detail der ursprüglichen Planung des Architekten und Künstlers Andreas Schlüter entsprechen wird.

    2. Aufgrund der umfangreichen Dokumentensammlungen, der nachgewiesenen Expertise derselben Künstler und Handwerksunternehmen, die bisher an dem Schlossbau gearbeitet haben, wird die rekonstruierte Gigantentreppe dieselbe hohe Qualität erreichen können, wie das ursprüngliche Kunstwerk. Heutige Materialforschung und Werkzeuge sind eher besser geworden.

    3. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass die Rekonstruktion eine geringere Qualität haben würde, als das zerstörte Original.

    Es zeichnet sich ab: Ein Juwel kehrt zurück und wird Berlin bereichern. Es wird auch nicht bedeuten, dass konservative Nostalgiker Vergangenheit zurückholen. Sondern, ein in der Barockzeit auf höchstem Niveau gestaltetes, aber zeitloses und unverzichtbares Gesamtkunstwerk wird wieder gewonnen. Also wünsche ich "Glück Auf" für dieses ehrgeizige Projekt.

  • Wenn es zukünftig weitere Aufträge für Steinbrüche, Bildhauer und Steinmetze gibt, ist das doch nur gut für die Wirtschaft. Also, Stiftung Humboldt Forum, gib Dir einen Ruck! :wink:

  • Leider wird es schwer. Weimer ist gegen eine Rekonstruktion der Gigantentreppe.

    Wie es aussieht, macht er sich die Meinung der Stiftung Humboldtforum zu eigen, dass man nach Abschluss der bisherigen Rekonstruktionsvorhaben keine neuen Baumaßnahmen will, die wieder zu Störungen des Museumsbetriebs führen würden.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Es wundert mich nicht, dass die Stiftung HF sich gegenüber dem Projekt Gigantentreppe ablehnend verhält. Der Chef Dorgerloh der Stiftung stand dem rekonstruierten Bauwerk HF immer schon fremdelnd, ja ablehnend gegenüber, was man an Äußerungen, am Umgang mit Bauwerk, manchen Ausstellungen u. fragwürdigen Accessoires erkennen kann. Wenn jetzt auch Weimer das vorgeschobene Scheinargument einer inakzeptablen Störung übernehmen würde, wäre das sehr kleinmütig und schade. Wegen der überschaubaren Einbau- und Installationsphase auf den Gewinn des spendenfinanzierten Gesamtkunstwerks zu verzichten, wäre m. E. unverantwortlich.

    Fachleute sagen, dass der größte Teil der Skulpturen (z.B. Gips) und Schmuckelemente (z. B. Metall) in Werkstätten montagefertig hergestellt werden kann. Verkehrswege und Störungen des HF-Museumsbetriebes blieben relativ gering. Aber wie so oft fehlt das entscheidende kleine Bisschen Mut und Engagement.

  • Woher hast du diese Info? Danke!

    Es ist eine aktuelle und absolut sichere Information. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

    Berlin, die Bundesrepublik, könnte ein wunderbares Geschenk erhalten, und will es nicht haben? Und die Ablehnung kommt von Seiten eines CDU-geführten Ministeriums? Das kann man nicht akzeptieren.

    Es wird jetzt nur weiterer politischer Druck helfen, von möglichst vielen Seiten.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • (...) Weimer ist gegen eine Rekonstruktion der Gigantentreppe. (...)

    Wie bitte?!

    Was ist das denn für ein Typ? Letztes Jahr outete er sich noch als "Fan der ersten Stunde", und jetzt ist er plötzlich gegen den Einbau der Gigantentreppe?

    (...) Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat das Berliner Stadtschloss als "Schatzkistlein unserer Nation" bezeichnet. (...)

    Ein Schatzkistlein darf aber auch gerne einen Schatz beinhalten, und nicht nur äußerlich schön sein.

    Unsere Politik schwafelt unaufhörlich von Demokratie. Herrschaft des Volkes. Die Spendengelder für die Planung der Gigantentreppe sind innerhalb von kurzer Zeit gesammelt worden. Die Menschen wollen dieses Treppenhaus und JETZT bietet sich dafür die einzigartige Gelegenheit. Das, im wahrsten Sinne, gigantische Kunstwerk kann das Museum nur bereichern und noch viel mehr neugierige Besucher ins Innere des Schlosses ziehen. Damit würde auch das Humboldt Forum gewinnen und bekannter werden + durch Eintrittsgelder weitere finanzielle Mittel einheimsen.

    Den Einbau dieses Schatzes zu verweigern, nur weil man durch die Bauarbeiten eine kleine Störung im laufenden Betrieb befürchtet, ist einfach nur irrsinnig. Was sind wenige Monate Baustelle gegen 100 Jahre Publikumsmagnet und Schönheit?

    Wenn man als Staatsminister für Kultur ein solches kulturelles Geschenk ablehnt, ist man auf dem Posten falsch!

    Unser Verein muss nun bitte alles Machbare versuchen, um die Idee der Gigantentreppe zu unterstützen. Wenn das nichts wird, weil einzelne Personen es nicht wollen, sollen die Verantwortlichen bitte aufhören von Demokratie zu sprechen.

  • Leider wird es schwer. Weimer ist gegen eine Rekonstruktion der Gigantentreppe.

    Genau das habe ich seit Monaten vom Baugefühl her befürchtet, wenn auch immer das Gegenteil gehofft.

    Wer die Politik des Kulturstaatsminister in jüngster Zeit beobachtet hat, dem dürfte längst auffallen sein, dass er politisch kein Rückgrat hat und vor Linken und woken "Kulturschaffenden" stets einknickt (zuletzt im Kontext Berlinale).

  • Spitzweg Man muss jetzt nicht politisch werden. Aber wer gesehen hat, in welche Machenschaften der Herr Weimer verstrickt ist (frühere Politiker hatten den Anstand, wegen viel geringerer Verfehlungen zurückzutreten), der muss sich nicht wundern. Wie Dorgerloh verhält sich Weimer wie ein Opportunist. Man redet mal so und so, dann tut man das Gegenteil. Um sachliche Argumente geht es schon lange nicht mehr.

    Wer einer Halbwahrheit eine weitere Halbwahrheit hinzufügt, schafft keine ganze Wahrheit, sondern eine ganze Lüge.

  • Woher hast du diese Info? Danke!

    Es ist eine aktuelle und absolut sichere Information. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

    Berlin, die Bundesrepublik, könnte ein wunderbares Geschenk erhalten, und will es nicht haben? Und die Ablehnung kommt von Seiten eines CDU-geführten Ministeriums? Das kann man nicht akzeptieren.

    Es wird jetzt nur weiterer politischer Druck helfen, von möglichst vielen Seiten.


    Der Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ist kein CDU-Mitglied und das Ministerium deshalb auch nicht "CDU-geführt".

  • Naja, das sind Haarspaltereien. Weimer mag parteilos und ein Quereinsteiger sein. Aber er ist bekannt konservativer Publizist und gilt als enger Vertrauter von Friedrich Merz. Und, was hier m.E. maßgeblich ist, er wurde auf Vorschlag der CDU ernannt. De facto ist das Kulturstaatsministerium daher CDU-geführt.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Nö. Wenn das Ministerium CDU-geführt wäre, würden die Parteibeschlüsse auch für Weimer gelten. Das tun sie aber nicht - es gibt keine CDU-Struktur, die Einfluß auf den Mann hätte. Weimar agiert im luftleeren Raum und hat auch nirgendwo eine parteiliche Basis.

    On Weimar "konservativ" ist, mag man ebenfalls diskutieren. Richtig ist aber, dass es nur einen gibt, der da nachsteuern kann: Friedrich Merz. Die Nominierung hat sich ohnehin als falsch erwiesen, wie die geschäftlichen Praktiken beweisen. Ich glaube auch nicht, dass das aufhört und dass bei der nächsten Affäre Weimers Kopf fällig ist.

  • Vor allem hat man an seiner Politik bisher nicht seine angeblich bürgerlich-konservative Verortung erkennen können. Auch die eigene Aussage, ein "Fan des Berliner Schlosses von der ersten Stunde an" zu sein, konnte bisher noch nicht durch Taten untermauert werden. Und dabei wird es vermutlich auch bleiben. Wenn Dorgerloh und die anderen Reko-Skeptiker, Woken und Postkolonialisten in der Leitung der Stiftung Humboldtforum bei ihrem 'Nein' bleiben, wird Weimer sich fügen. Jede Wette. Das Amt inne zu haben und möglichst keine Konflikte zu haben ist eben wichtiger als etwas zu gestalten.

  • Schweinerei, aber überhaupt nicht verwunderlich. Es ist auch nach Regierungswechsel immer noch das gleiche Humboldt Forum, mit den gleichen Verantwortlichen. Die haben nie zu schätzen gewusst, in welche Mauern sie einziehen durften. Das konnte man ja über viele Jahre hier live im Forum mitverfolgen.