• Ist zwar schon älter, aber als ich das las kam mir wirklich die Galle hoch. Zwar ist der Abriss des maroden Fachwerkbaus ganz oben natürlich bedauerlich, aber der Abriss des Hauses auf dem zweiten Bild ist absolut unverständlich. Lest selbst, die Bildunterschrift ist zwar das einzige was es dazu gibt, aber die spricht Bände über diese Stadt...

    https://www.lvz.de/Region/Doebeln…riss-als-Chance

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Wahnsinn. Statt einfach das Sanieren und Aufhübschen des Stadtbildes als Chance zu sehen, wird hier der Abriss als Chance verstanden. Man wähnt sich in den 50er Jahren.

  • Ihr solltet den Artikel genauer lesen. "Abriss als Chance" steht nur in zwei Überschriften. Der eigentliche Text sagt was anderes. Es geht um die Frage, wie Baudenkmale gerettet werden können. Ideen und Nutzungskonzepte sollen entwickelt werden, um Leerstand entgegenzuwirken. Um die Diskussion anzuregen, wird auch die Frage in den Raum gestellt, ob Leerstand vielleicht auch als Chance verstanden werden könnte. Konkret wird das Ganze aber nicht, denn es handelt sich bei dem LVZ-Artikel nur um die Ankündigung einer Podiumsdiskussion. Man kann mit diesem Zeitungsartikel also nichts anfangen.

  • Das habe ich schon verstanden. Ich meinte damit die aktuellen Abrisse. Da wird ja offensichtlich abgerissen. Es geht hier also nicht nur um Diskussion und Theorie, sondern um das Schaffen von Tatsachen. Namentlich das Abreißen von Häusern. Und das finde ich in diesem Falle extrem bedauernswert.

  • Ich meinte auch die Abrisse, nicht die zur Sprache gebrachten Wege wie mit dem Leerstand umzugehen ist.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Was mir in Sachsen generell auffällt, ist das beinahe völlige Fehlen von Fensterverdachungen, Lisenen, Pilastern und sonstigem Fassadenschmuck. Ist das alles Entstuckungs- bzw Vereinfachungsaktionen zum Opfer gefallen? An sich wären das herrliche monumentale Platzanlagen, die keinen Vergleich mit Böhmen scheuen müssten. Warum ist das alles so nichtssagend und langweilig geworden? Wenn diese Städte im Nachbarock so arm gewesen sein sollten, dass man sich nichts leisten konnte - gab es hier wenigstens keinen Historismus, der diese Schlichtheit ein wenig aufgepäppelt hätte? Oder ist das alles abgeschlagen worden? Ich bin an sich wirklich ein Sachsen-Fan, aber alles was nicht wirklich alt und bedeutend ist, droht hier in völlige Belanglosigkeit abzudriften. Auch wirklich großartige Städte wie Freiberg oder Torgau sind durch dieses Phänomen am Rande gefährdet (wenngleich das aufgrund deren Substanz jetzt keine entscheidende Rolle spielt).

  • Wir hatten das Thema doch schon ein paar Mal. Bürgerhäuser sind in Sachsen traditionell sehr schlicht. Häuser wie Markt 17 sind nicht "entstuckt", die müssen so sein. Die Kulturlandschaft in Böhmen ist anders. Ich finde es gerade reizvoll, dass sich verschiedene Kulturlandschaften deutlich voneinander unterscheiden. Muss doch nicht alles wie überall aussehen.

    Markt 17 in Leisnig wurde um 1804 erbaut. Fensterrahmungen und der Torbogen sind aus Rochlitzer Porphyr. Dieses schöne Dekorationsgestein wird vor allem in Nordsachsen verwendet. Das Dachhaus entstand um 1930. Die Fenster sind typisch für die Zeit.

    Leisnig-Markt-17-31.10.2020-Aagnverglaser-BY40---1.jpg
    Leisnig, Markt 17 (Foto: Aagnverglaser, 31. Oktober 2020, CC-BY-4.0)

    Es ist wirklich eine tolle Nachricht, dass dieses schöne Haus am Leisniger Markt nun restauriert wird.