Berliner Schlossplatz - Schlossbrunnen - Breite Straße

  • Nymphenburg und Schleißheim sind keine Stadtresidenzen. Das Berliner Schloss ist aber eine. Und auch die rekonstruierten Fassaden sind die Fassaden einer Stadtresidenz.

    Ich weise dich auf deine eigene Wörter : Kennt jemand irgendeinen Vorplatz eines barocken Schlosses, der begrünt ist? Ich sehe da nichts über den weitaus eingegrenzter Konzept von "Stadtresidenzen".~:-[]

    Aber da irrst du dich wieder: Nymphenburg hatte den Titel einer Stadtresidenz, es wird auch in historischen Dokumenten als solches bezeichnet. :biggrin:

  • Ich bin allerdings über diese 9 "nicht einverstanden" überrascht: heisst es alle 9 Personen die nicht einverstanden sind die Meinung vertreten, das Nymphenburg und Schleißheim keine Barockschlösser sind, und/oder nicht begrünt sind? :/

  • Ich weise dich auf deine eigene Wörter : Kennt jemand irgendeinen Vorplatz eines barocken Schlosses, der begrünt ist? Ich sehe da nichts über den weitaus eingegrenzter Konzept von "Stadtresidenzen".~:-[]

    Aber da irrst du dich wieder: Nymphenburg hatte den Titel einer Stadtresidenz, es wird auch in historischen Dokumenten als solches bezeichnet. :biggrin:

    Jede Hauptstadt hat nur eine Residenz, im Fall Münchens steht sie in der historischen Innenstadt und eben nicht außerhalb. Typologisch ist Nymphenburg eine Maison de Plaisance, also ein Lustschloss, was sich nicht zuletzt am Pavillon-Charakter zeigt.

    Wer einer Halbwahrheit eine weitere Halbwahrheit hinzufügt, schafft keine ganze Wahrheit, sondern eine ganze Lüge.

  • Nope, der Status wechselt je nach Bedürfnisse des Herrschers. Es ist nichts neues das Schlösser temporärerweise den Status einer Stadtresidenz verloren, oder gewannen. Es war halt ein "flüssiges" Konzept wie man es in Frankreich sagt.

    Aber ich finde es interessant wie du partout nicht zugeben willst das du im Unrecht liegst. Nochmals, du sprachst über irgend einen Barockschloss.

  • Aber ich finde es interessant wie du partout nicht zugeben willst das du im Unrecht liegst.

    Erstens, du bist im Unrecht. Und noch dazu bist du, wie so oft, ganz schön dreist. Aber selbst natürlich ein Mimöschen, wenn du ein paar "nicht einverstanden" -Smilies erhältst.

    Zweitens, wir unterhalten uns in diesem Strang über das Berliner Schloss und sein Umfeld. Das Berliner Schloss ist ein Stadtschloss. Punkt.
    Drittens, hatte Seinsheim genau darauf noch einmal in seinem Beitrag hingewiesen:

    Quote

    Andererseits ist die Südseite die alte Stadtfront des Schlosses. Kennt jemand irgendeinen Vorplatz eines barocken Schlosses, der begrünt ist?



    Das hast du bei deinem Zitat ganz "zufällig" weggelassen.

  • Der Berliner Ortsverband von Stadtbild Deutschland hat als Mitglied der Allianz Berliner Bürgervereine am 17.7. eine Pressemitteilung zum Schloßbrunnen herausgegeben:

    "Pressemitteilung der Allianz Berliner Bürgervereine
    Berlin, 17. Juli 2025

    Schlossplatz nicht beliebig modernisieren – Neptunbrunnen gehört an seinen historischen Standort

    Die Allianz Berliner Bürgervereine kritisiert die Pläne des Berliner Senats, auf dem Berliner Schlossplatz ausschließlich eine moderne, zeitgenössisch gestaltete Brunnenanlage in Betracht zu ziehen. Die wiederholte Ablehnung einer Rückkehr des historischen Neptunbrunnens an seinen ursprünglichen Standort übergeht den erklärten Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger (1) nach einer würdigen und seiner historischen Bedeutung gerecht werdenden Gestaltung des über Jahrhunderte protokollarisch bedeutendsten Platzes in der historischen Mitte Berlins.

    Wie die Senatsbaudirektorin Kahlfeldt wiederholt betonte, lehnt der Berliner Senat die Rückführung des von Reinhold Begas geschaffenen Neptunbrunnens an seinen Ursprungsort ebenso ab wie eine spendenfinanzierte Replik. Stattdessen soll eine aus einem Wettbewerb hervorgehende zeitgenössische Neuschöpfung auf dem neu zu gestaltenden Schlossplatz aufgestellt werden. Diese Festlegung steht nicht im Einklang mit der geschichtlichen Bedeutung des Platzes und würde die als Folge des Schlossabrisses 1950 entstandenen Verluste bedeutender Kunstwerke (Adlersäule, ausgelagerter Schlossbrunnen und Rossebändiger) im Umfeld des Berliner Schlosses weiter zementieren.

    Die Allianz Berliner Bürgervereine setzt sich nachdrücklich für eine Wiederherstellung des Schlossplatzes in Anlehnung an seinen Zustand vor der Zerstörung um 1950 ein. Dazu gehört auch die Rückführung der originalen Figuren des Neptunbrunnens in eine rekonstruierte Brunnenschale – exakt an dem Ort, für den sie ursprünglich geschaffen wurden. Alternativ wäre auch eine spendenfinanzierte (2) Replik des Brunnens denkbar, um die historische Einheit von Platz und Schlossfassade zu wahren.

    Eine moderne Brunnenanlage fände zweifellos ihren besseren Platz am derzeitigen Standort des Neptunbrunnens vor dem Fernsehturm – dort, wo sie gestalterisch mit der umgebenden DDR-Moderne harmonieren würde. Der Schlossplatz hingegen verlangt nach einer Gestaltung, die seinen Rang als protokollarisches und kulturelles Zentrum Berlins über mehr als 500 Jahre respektiert.

    Die Allianz Berliner Bürgervereine fordert daher den Berliner Senat auf, die Position der Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen und den Schlossplatz nicht durch beliebige moderne Gestaltungselemente zu entwerten. Statt eines Wettbewerbs mit erwartbar unpassenden Resultaten wäre es die einfachste, sinnvollste, auch langfristig zufriedenstellendste Lösung, den Neptunbrunnen – als Original oder als Replik - an seinen ihm zugedachten Standort zurückkehren zu lassen.

    (1): Repräsentative Umfrage von infratest dimap 5/2017: 37% für Verbleib des Neptunbrunnens am Fernsehturm, 47% für den früheren Standort auf dem Schlossplatz.

    (2): Der Förderverein Berliner Schloss hat seine Bereitschaft bekundet, sowohl für die Umsetzung der Brunnenfiguren als auch für eine Replik eine Spendensammlung zu organisieren.

    Allianz Berliner Bürgervereine:
    Berliner Historische Mitte, Errichtungsstiftung Bauakademie, Forum Stadtbild Berlin, Gesellschaft Historisches Berlin, Stiftung Mitte Berlin, Stadtbild Deutschland Ortsverband Berlin


    Der Tagesspiegel berichtet im Checkpoint und ermöglicht die Teilnahme an einer Online-Abstimmung zum Standort des Neptunbrunnens: Link

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Allein die Art und Weise, wie das "Ja" und "Nein" erklärt werden, ist doch schon irreführend. Es geht eigentlich nur um ein *Dafür* oder *Dagegen* – aber das "Nein" wird mit einem Satz wie *"Genug mit der historisierenden Stadtentwicklung"* versehen. Das ist doch eine völlig andere Aussage als *"Ja, da gehört er nun mal hin."*

    Durch solche Formulierungen wird die stadtgestalterische Entwicklung der letzten Jahre direkt wieder negativ bewertet – und das steht den Fragestellenden in dem Kontext überhaupt nicht zu. Jetzt wird sicher wieder jemand sagen, man dürfe nicht überall bösen Willen unterstellen oder ständig vom Schlimmsten ausgehen. Aber was soll das denn sonst sein?

    Man lässt den Menschen keine Meinung, ohne sie gleich mit einer Wertung oder einer klaren Richtung zu versehen. Statt neutral zu formulieren, wird hier mit Sprache gelenkt – und das ist in meinen Augen nicht in Ordnung.

  • Bericht in der Internetpublikation entwicklungsstadt.de (allerdings war in der Pressemitteilung nur vom Schloßbrunnen die Rede, nicht von den Schmuckbeeten oder den Schloßterrassen):

    Schlossplatz Berlin: Streit um Rückkehr des Neptunbrunnens | entwicklungsstadt
    Der Berliner Schlossplatz soll klimagerecht umgestaltet werden. Bürgervereine fordern stattdessen die Rückkehr des Neptunbrunnens.
    entwicklungsstadt.de

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  • Ich will wahrlich keine schlechte Laune verbreiten, aber in "unserer Demokratie" wird die Meinung der Mehrheit gerne ignoriert und hinter den Kulissen das glatte Gegenteil der Mehrheitsmeinung in die Wege geleitet. Beim Neptunbrunnen wie bei der Bauakademie. Nur starke Willensbekundungen aus großen Teilen der Bevölkerung und ein breiter Lokalpatriotismus könnten hieran etwas ändern. Aber Berlin ist eben nicht Dresden.

  • Die Fragestellung des Tagesspiegels ist leider bereits polemisch. Außerdem wird die Möglichkeit einer Kopie nicht berücksichtigt.

    Ich glaube, dass 95% der Berliner nicht einmal wissen, dass der Neptunbrunnen eigentlich Schlossbrunnen hieß und vor dem Schloss stand- und erst in DDR-Zeiten umbenannt wurde.
    Die Aufenthaltsqualität vor dem Roten Rathaus und Fernsehturm geht meiner Meinung nach gegen 0. Der Schlossbrunnen sorgt da natürlich immerhin für eine Aufwertung und dementsprechend kann ich verstehen, dass einige Berliner Angst davor haben, dass der Brunnen dort durch einen modernen Brunnen ausgetauscht wird. Also heißt es bei einigen Leuten "Ja zu historischen Objekten, solange sie verhunzte Orte wie das Rathausforum aufwerten"- und "Nein zu historischen Objekten, wenn es darum geht einen historischen Ort als abgestimmtes Gesamtkunstwerk wiederherzustellen".

    Wie wäre es nächstes Mal mit folgender polemisierender Fragestellung für den Tagesspiegel: Soll das Rathausforum statt dem Neptunbrunnen eine moderne Brunnenanlage erhalten?
    A) Ja, genug mit historischen Denkmälern an falschen Orten.
    B) Nein, ohne den Neptunbrunnen hätte das Rathausforum leider überhaupt keine Aufenthaltsqualität mehr.

    Wäre gespannt auf die Antworten.

  • Der Berliner Schlossplatz soll klimagerecht umgestaltet werden. Bürgervereine fordern stattdessen die Rückkehr des Neptunbrunnens.

    Klimagerechte Umgestaltung des Schloßpatzes oder "stattdessen" Rückehr des Neptunbrunnens?
    Das ist doch keine sich gegenseitig ausschließende Alternative!!??

    Angestrebt wird doch mehr klimagerechtes Grün auf dem Schloßplatz UND AUCH unterstützend Schaffung eines Brunnens vor Portal II entsprechend dem überarbeiteten, neuen Entwurf von BBZ - und das kann in einzig vernünftiger Konsequenz nur der zurückversetzte Schlossbrunnen sein. Die Folge ist, zu der großflächigen, modernen DDR-Architektur eine größere moderne, robuste Brunnenanlage zu schaffen.

    Ergänzung:
    Der Eindruck verstärkt sich, dass das Nachdenken über Museumsinsel, Schloßplatz und Schlossbrunnen bei der Allianz Bürgervereine, auch bei der Presse in Bewegung kommt. Das sind nicht ermüdende Wiederholungen, das ist neu! Das zeigen die Kommentare im Tagesspiegel, Welt, BZ.

    Auch die Meisterwerke des frühen 19. Jhds. gehören zusammen: Die Amazone zu Pferd, von August Kiß, wehrt sich gegen einen Panther, rechts vor dem Alten Museum. Gegenstück links ist der Löwenkämpfer zu Pferd, von Albert Wolff. Beide Kunstwerke korrespondierten mit den Rossebändigern, von Peter Clodt Jürgensburg, direkt gegenüber auf der Schlossterrasse. In der Nähe, nur 30 Schritt weiter, durch Portal IV, besiegte im Eosanderhof des Schlosses St. Georg den Drachen, von August Kiß. Diese Meisterwerke korrespondierten mit den Rossebändigern Castor und Pollux auf dem Alten Museum (entworfen von K.F. Schinkel, geschaffen von Christian F. Tieck).
    Lieber Senat, warum ist es unmöglich anzuerkennen, dass diese Meisterwerke am Lustgarten zusammengehören, warum muß darauf bestanden werden, dass sie beziehungslos, weitab getrennt bleiben?
    Es gibt im Städtebau doch eine Gesamtästhetik, ein Denken, Gestalten und Sichtbarmachen großer, für die Bürger und Besucher erklärbarer künstlerischer und historischer Zusammenhänge und Wirkungen großartiger Ensembles. Vielleicht vertreten Presse und Bürgervereine solche Einsichten eher als der Senat?

  • Der zuständige Senat (Herr Wegner, Frau Kahlfeldt) müsste das alles wissen. Ich glaube nicht, dass der Senat "bewusst destruktiv" handelt. Bezirksfürsten beharren auf bürokratischem Besitzstandrecht und lokaler Machtdemonstration. Das Landesdenkmalamt beharrt auf dem engem Maßstab der Zementierung provisorisch hingestellter „Nachkriegs-Zeitscheiben“. Beide Institutionen verhindern jede Bewegung. Ihnen sind Schloss als Erscheinungsbild, Schloßplatz, korrespondierende Kunstwerke, Schlossbrunnen und Museumsinsel als kunstvolles Gesamtensemble völlig egal, sogar suspekt. Hinzu kommt ein durch Geschichte und Teilung politisch gestörtes Bewusstsein der Berliner Bevölkerung. Sehr bedauerlich ist, dass der Senat in dieser städtebaulich so wichtigen Sache wenig Mut zeigt, seine Handlungskompetenz vernachlässigt und dass (, außer dem Förderverein,) zu Wenige sich für diese Sache mit Kompetenz, Engagement, Überzeugungsdruck und beharrlicher Geduld einsetzen.

  • Der zuständige Senat (Herr Wegner, Frau Kahlfeldt) müsste das alles wissen. Ich glaube nicht, dass der Senat "bewusst destruktiv" handelt. Bezirksfürsten beharren auf bürokratischem Besitzstandrecht und lokaler Machtdemonstration. Das Landesdenkmalamt beharrt auf dem engem Maßstab der Zementierung provisorisch hingestellter „Nachkriegs-Zeitscheiben“. Beide Institutionen verhindern jede Bewegung. Ihnen sind Schloss als Erscheinungsbild, Schloßplatz, korrespondierende Kunstwerke, Schlossbrunnen und Museumsinsel als kunstvolles Gesamtensemble völlig egal, sogar suspekt. Hinzu kommt ein durch Geschichte und Teilung politisch gestörtes Bewusstsein der Berliner Bevölkerung. Sehr bedauerlich ist, dass der Senat in dieser städtebaulich so wichtigen Sache wenig Mut zeigt, seine Handlungskompetenz vernachlässigt und dass (, außer dem Förderverein,) zu Wenige sich für diese Sache mit Kompetenz, Engagement, Überzeugungsdruck und beharrlicher Geduld einsetzen.

    Genau was ich sage ! In Deinen Worten ist noch etwas Hoffnung zu erkennen, die brauchst man nicht zu haben. " Handlungskompetenz vernachlässigt", ja genau, die wollen nicht und dieser Wille manifestiert sich wieder und wieder !

  • Den Tagesspiegel als Plattform für eine solche Abstimmung zu nehmen ist wirklich den Bock zum Gärtner machen. Wir wissen über die politische Ausrichtung dieser Zeitung und ihrer Leserschaft. Aber gut, so ist das halt in einem Land, wo die Bevölkerung mehrheitlich konservativ ist aber die Medien mehrheitlich links sind. Neutral gibt es nicht. Insofern sind solche Umfragen auch nicht aussagekräftig sondern reichlich überflüssig.

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Ich glaube, dass 95% der Berliner nicht einmal wissen, dass der Neptunbrunnen eigentlich Schlossbrunnen hieß ... und erst in DDR-Zeiten umbenannt wurde.

    Es trifft ja auch nicht zu. Meyers Lexikon, 7. Auflage, 2. Band, Leipzig 1925, hat im Artikel "Reinhold Begas" und im Artikel "Bildhauerkunst des 19. und 20. Jahrhunderts" (hier Bildtafel I) die Angabe "Neptunsbrunnen auf dem Schloßplatz in Berlin". Im Artikel "Berlin" findet sich hingegen die Angabe "Schloßbrunnen".

    Zudem gab es von Anfang an die Bezeichnung "Begasbrunnen", wie historische Ansichtskarten belegen.

    Außerdem wird die Möglichkeit einer Kopie nicht berücksichtigt.

    Das wäre ja nun auch keine verlockende Option. Dafür ist der Abstand zwischen den beiden Standorten zu gering. Von der Rathausbrücke wird man beide Brunnen sehen können, sofern sie nicht durch Bäume verdeckt werden.

    Sinnvoll wäre es, den Neptunbrunnen auf den Schlossplatz umzusetzen.

    In der Nähe, nur 30 Schritt weiter, durch Portal IV, besiegte im Eosanderhof des Schlosses St. Georg den Drachen, von August Kiß.

    Der heilige Georg war vom Lustgarten aus nicht zu sehen. Der ursprüngliche Standort iim Eosanderhof ist nicht mehr verfügbar. Der heutige Standort im Nikolaiviertel ist ideal für diese Freiplastik.

  • Die Entscheidung über die Frage des Schloßbrunnens wird ganz sicher weder im Tagessspiegel noch im APH getroffen: entscheidend sind für Kai Wegner und Bausenator Gaebler zum Schluß, wer die größere Lobby hat.

    Das publizistische Feuerwerk, dass bei einem Fortzug des Neptunbrunnens von seinem angestammten Platz zwischen Rathaus und Marienkirche entfacht wird, würde sicher immens sein. Tenor: den armen Ostberlinern wird das letzte Stück Heimat weggenommen. Die Anhänger einer historischen Vervollständigung des Schloßplatzes sind dagegen in CDU und SPD in der krassen Minderzahl: niemand in der CDU interessiert sich für die historische Berliner Mitte, weil dort keine potenziellen Wähler sind. Nach den nächsten Wahlem im September 2026 wird es nicht besser aussehen.

    Deshalb wird sich der Senat für das kleinere Über entscheiden und am Schloßplatz einen neuen Brunnen bauen. Die städtebauliche Situation ist ja ohnehin anders: es gibt keinen Piazza-Navona-Anknüpfungspunkt mehr, weil in Ost und West die bauliche Fassung fehlt. Die Breite Straße läuft nun schnöde gerade auf das Schloßportal zu. Das Neptun-Thema ist für den Ort auch nicht unbedingt zwingend.

    Deshalb würde ich versuchen heute eine überzeugende, neue Idee zu entwickeln, die ggf. unter der (ehemals) großen Koalition noch in die Realisierung geht. Sonst wird der neue Brunnen ein Mahnmal gegen Kolonalismus und die Debatte darum hier im Form viele Seiten füllen.