Berliner Schlossplatz - Schlossbrunnen - Breite Straße

  • Das wäre ja nun auch keine verlockende Option. Dafür ist der Abstand zwischen den beiden Standorten zu gering.

    Ich finde die Option von zwei Neptunbrunnen sehr verlockend. Man hat dann eine ähnliche Kuriosität wie das Schlossportal im Staatsratsgebäude - und beides quasi am selben Ort. Es würde auch wunderbar die Sturheit der Politik sichtbar machen, mit der Berlin seit Jahrzehnten zu kämpfen hat.

  • Es trifft ja auch nicht zu. [...] Im Artikel "Berlin" findet sich hingegen die Angabe "Schloßbrunnen".

    [...]

    Das wäre ja nun auch keine verlockende Option. Dafür ist der Abstand zwischen den beiden Standorten zu gering. Von der Rathausbrücke wird man beide Brunnen sehen können, sofern sie nicht durch Bäume verdeckt werden.[...]

    Wenn schon Besserwisserei, dann richtig.
    Die Einweihung fand als Schloßbrunnen statt und unter diesem Begriff sollte er die nächsten Jahrzehnte auch bekannt sein, wie Du auch selbst einen Satz später festgestellt hast.

    Mein Vorredner hat es mir bereits vorweggenommen. Das Portal des Staatsratsgebäudes ist ein gutes Beispiel dafür, dass es am Ende völlig egal ist, wenn die beiden Brunnen in Nähe zueinander stehen. Finde ich deutlich verlockender als einen modernen Brunnen.

  • Man kann die Doppelung der Schlossportale nicht mit einer möglichen Rekonstruktion des vollständigen Neptunbrunnens vergleichen. Damals hat man lediglich ein erhaltenes Fragment an einem neuen Standort in ein völlig anderes Gebäude integriert – es gab schließlich kein intaktes Schloss mehr.

    Warum also sollte man heute zwei identische Brunnen in unmittelbarer Nachbarschaft dulden, obwohl der einzig wahre Neptunbrunnen aktuell ein Schattendasein in einer völlig fremden Umgebung und in städtebaulich unpassendem Zusammenhang fristet?

    Die Rückkehr an den historischen Ort ist doch die einzig logische Forderung – und eine längst überfällige Konsequenz.

  • Wir stellen aus gutem Grund auch Bauten aus Geschichtsepochen unter Schutz, die autoritär und menschenverachtend waren, auch Bauten der Nazidiktatur übrigens. Wenn du diesen Bau als so wenig gelungen empfindest, dann nenne doch Beispiele der Ostmoderne, die besser geeignet wären, unter Denkmalschutz gestellt zu werden. Dann kann man zumindest ernsthafte Vergleiche zI

    Der Berliner Fernsehturm

  • Ist die Nord-West-Ecke an der Breiten Straße mit dem dort einseitig, provisorisch und halbherzig angelegten Baumhainchen die letzte endgültige Antwort der Stadtplaner? Das Bild zerstört die nach Symmetrie schreiende Sichtachse auf das repräsentative Schlossportal II und auf das davorgelagerte unverzichtbare Phantom des Neptunbrunnens. Gibt es da noch ein Nachdenken?

  • Natürlich gab es ein Nachdenken, das Ergebnis sieht man.

    Sollte man nicht manchmal nach dem Nachdenken besser über ein Vorausdenken nachdenken? Sonst schleichen sich in der realisierten Stadtplanung und im Stadtbild Berlins zu viele Fehler ein oder, um es kurz zu sagen:

    Zögerlichkeiten, Unfertigkeiten, Halbheiten, Mittelmäßigkeiten, faule Kompromisse, halbherzige Zugeständnisse, Denk- und Handlungsverbote, ideolgische Befangenheiten, eng fokusierte Kurzsichtigkeiten, gestalterische Feigheiten und fantasiephobe Scheuklappen, .... usw.

  • Ist die Nord-West-Ecke an der Breiten Straße mit dem dort einseitig, provisorisch und halbherzig angelegten Baumhainchen die letzte endgültige Antwort der Stadtplaner? Das Bild zerstört die nach Symmetrie schreiende Sichtachse auf das repräsentative Schlossportal II und auf das davorgelagerte unverzichtbare Phantom des Neptunbrunnens. Gibt es da noch ein Nachdenken?

    Ersten ist die Sichtachse auf das Schloßportal nie symmetrisch gewesen, sie war vom Köllnischen Fischmarkt aus gerechnet und der Brunnen stand auch nicht in der Mitte vor dem Portal.

    Zweitens hat die Hochule noch immer vor den Flügel an der Breiten Straße beizeiten abzubrechen und dann auf der alten Bauflucht neuzubauen. Die mittel stehen allerdings gerade nicht zur Verfügung - so bleibt alles wie es ist. Die Sanierungs des denkmalgeschützten Hauptgebäudes hat ja auch Einges verschlungen.

    Es gibt immer Menschen, die alles abreißen wollen, was nicht ihrer Lieblingszeit entspricht. Das ist aber keine architektonische oder städtebauliche Debatte sondern eine politische Stammtischfrage, die im Forum wenig zu suchen hat, weil eine Debatte darüber sinnlos ist. Wer sich derart aus der Realität verabschiedet hat ist nicht von anderen Haltungen zu überzeugen.

  • Erstens ist die Sichtachse auf das Schloßportal nie symmetrisch gewesen, ... u. der Brunnen stand nicht in der Mitte vor dem Portal.

    Zweitens hat die Hochschule ... dann auf der alten Bauflucht neuzubauen. Die mittel stehen allerdings gerade nicht zur Verfügung - so bleibt alles wie es ist.

    (3) Es gibt immer Menschen, die alles abreißen wollen, was nicht ... Lieblingszeit entspricht. Das ist ... eine politische Stammtischfrage, die im Forum wenig zu suchen hat, ...
    Wer sich derart aus der Realität verabschiedet hat ist nicht ... zu überzeugen.

    Zu 1: Ich habe Bilder betrachtet, nicht cm-Maß benutzt. Danach stand der Neptunbrunnen etwa in der Mitte.

    zu 2: Ein Neubau auf alter Bauflucht könnte die Lage verbessern - irgendwann. Die Straße war "Sichtachse".

    zu (3): Abrisssüchtige Stammtischmenschen. Ich möchte nichts abreißen. Du darfst mich gerne überzeugen.

  • Also ganz symetrisch zur Breiten Straße stand der NB nicht.

    Also gut. Vielleicht nicht "ganz symetrisch zur Breiten Straße, vielleicht auch nicht "ganz symetrisch" zum Portal. Aber im Städtebau gibt es doch fast immer nicht "ganz symetrische" Gründe und Kompromisse zwischen Bestand und Anpassungsstreben.

  • Johan Maurits

    Du orientierst dich bei der "Pass"-Betrachtung akribisch an Aufstelldaten. Das ist legitim, aber nicht meine Sicht. Ich sehe eher die stilistische und räumliche, auch die historische Wirkung als Ensemble. Der Neptunbrunnen war eben Neobarock, von Begas für den Standort vor Portal II im Stil und nach meinem Geschmack auch in der Größe passend komponiert, nicht für die Dimensionen des heutigen Standorts. Meine Rückführungserwartungen beziehen sich nur auf die zwei Kunstwerke NB und RB, nicht mehr.

    Dann müsste du den modernen "Brunnen der Völkerfreundschaft" am Alexanderplatz (Volksmundname: "Nuttenbrosche") auf den Platz des Neptunbrunnens umziehen lassen und am Alex einen neuen, "zeitgenössischen" Brunnen bauen. So könnte der Neptunbrunnen zurück zum Schloßplatz.

    Im übrigen brauchen beide Brunnen (Alex & Rathausform) eine Grundsanierung.

  • Der NB vor dem Schloss ist ein Denkmal, der NB im Marx Engelsforum ist es auch. Allerdings ist die Aussage des Denkmals Marx Engels Forum, wo der NB als Beiwerk vom Sozialismus überwundener Epochen, wozu St Marien als auch das Rote Rathaus auch dienen, als überwunden und verfassungswidrig anzusehen und ist demnach umzusetzen.

    Am Schloss oder HU ist er lediglich Bestandteil eines Gesamtkunstwerkes für das er auch erschaffen wurde. Im Detail ist er meiner Ansicht nach nicht Neobarock und ich meine in den Figuren Züge des Jugendstils zu erkennen.

  • Dann müsste du den modernen "Brunnen der Völkerfreundschaft" am Alexanderplatz (Volksmundname: "Nuttenbrosche") auf den Platz des Neptunbrunnens umziehen lassen und am Alex einen neuen, "zeitgenössischen" Brunnen bauen. So könnte der Neptunbrunnen zurück zum Schloßplatz.
    Im übrigen brauchen beide Brunnen (Alex & Rathausform) eine Grundsanierung.

    Warum so kompliziert? Fakt ist: aufgrund der Senatsentscheidung und der überarbeiteten Planung von bbz soll auf den Schloßplatz ein Brunnen kommen aus klimatischen Gründen. bbz hat in seinen Plänen einen Brunnen vor Portal II eingezeichnet. Soweit die Entscheidung des Senats auf Grundlage bbz. Hat alles mit mir oder Alex nichts zu tun! Der Neptunbrunnen ist sanierungsbedürftig und muss dazu abgebaut werden. Es ist also absolut logisch, ihn danach an seinem ursprünglichen Originalplatz vor Portal II wieder aufzubauen, da wo er einmal war und am besten hinpasst, was von vielen gefordert wird, nur mit einer neuen, kleineren Brunnenschale in früheren Maßen. Das vom Senat für einen neuen "modernen Brunnen" auf dem Schloßplatz vorgesehene Geld kann somit für einen größeren modernen Brunnen zwischen Rathausforum und Fernsehturm eingesetzt werden, viel besser passend zu dem dort noch zu erstellenden Gesamtkonzept, das vom Senat versprochen ist.
    Der Brunnen für Völkerfreundschaft ist in keiner Weise betroffen und ein unabhängiges Sanierungsprojekt.

    Transferkosten für den NB wären sanierungsbedingt und würden sanierungsunabhängig entfallen.
    Das Ergebnis erfüllt beide örtlichen Anforderungen am besten und löst den Bedarf auf dem Schloßplatz künstlerisch am besten, ohne vor der Barockfassade durch modernistische Entwürfe Konflikte zu provozieren.
    Voraussetzung:
    Verzicht auf Machtpolitik des Stadtbezirks Mitte und auf Zeitscheibenfixierung des Landesdenkmalamtes.

  • Im Detail ist er meiner Ansicht nach nicht Neobarock und ich meine in den Figuren Züge des Jugendstils zu erkennen.

    Kannst du das bitte genauer ausführen? Der Brunnen wurde 1891 eingeweiht, einige Jahre bevor die zahlreichen Bewegungen des Jugendstils ihre ersten Werke zeigten (nimmt man mal die britische Entwicklung um die Arts-and-Crafts-Bewegung aus). Überhaupt ist der Jugendstil als eine Art Gegenkonzept zum Historismus zu verstehen. Und ein solches Kunstwerk soll man dem im Historismus verhafteten Kaiser zum Geschenk gemacht haben? Die Putten und die übersteigerte Körperlichkeit der übrigen Figuren mit ihren Muskelpaketen und den virtuosen, geradezu unnatürlichen Posen atmen buchstäblich den Geist des Barocks, weshalb der Brunnen auch für Schlüters Fassaden gedacht war.