• Eine recht informative Seite über den Baustoff Naturstein ist die Webseite der Zeitschrift Naturstein bzw. natursteinonline. Hier erfährt man wie viel in Deutschland überhaupt noch selbst abgebaut wird, man liest über Hersteller, u.a. z.B. jenen, die das Berliner Schloss versorgt haben, man erfährt was so die Entwicklungen sind. Und in meinem verlinkten Beispiel erhält man überhaupt einen Überblick, welche Steine aus Deutschland überhaupt zur Verfügung stehen:

    https://www.natursteinonline.de/zeitschrift/wi…eutschland.html


    Ich bin mir sicher, es wird noch mehr interessante Artikel, Zeitschriften oder persönliche Erfahrungen geben, die man zum Großthema Baustoffe hier posten kann.

  • Majorhantines

    Ich hoffe doch, dass du weiter im Forum aktiv bleibst. Du bringst hier wichtige Themen ein, die sonst kaum einer bearbeiten kann. Baustoffe und Materialforschung ist so ein interessantes Thema.

    Karbonbeton ist eine Neuentwicklung, die unter anderem bei der statischen Ertüchtigung alter Bauwerke gute Dienste leisten kann. Holz ist dagegen eines der ältesten Baumaterialien. Es erlebt derzeit eine Renaissance. Dazu eine Doku in der MDR-Mediathek:

    MDR - "Bauboom im Klimawandel - Baustoffe der Zukunft" (verfügbar bis 4. Mai 2023)

  • Das Ende der Glas- und Betonbauten? Kritik wird laut, hier am Beispiel EnBW City in Stuttgart.

    "Eine der Fragen in künftigen Sommern wird also sein, wie Gebäude kühl bleiben. Glas, Ausdruck moderner Architektur, gilt an dieser Stelle als wenig förderlich. Glas, Beton und Metall speichern Wärme. Hinzukommt: Auch als Schattenspender – eine in Zukunft immer wichtiger werdende Funktion hoher Gebäude – sind Glasbauten in der Regel nicht die erste Wahl."

    Wie passt dieser Glasbau zu künftigen Hitzewellen?

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Strohballenhäuser - Mit nachwachsendem Rohstoff klimafreundlich bauen
    Klimagerecht, nachhaltig, ressourcenschonend: Das sind Punkte aus dem jüngsten Maßnahmenkatalog für bezahlbaren Wohnraum des Bundesministeriums für Wohnen. Der…
    www.deutschlandfunkkultur.de

    ,,Klimagerecht, nachhaltig, ressourcenschonend: Das sind Punkte aus dem jüngsten Maßnahmenkatalog für bezahlbaren Wohnraum des Bundesministeriums für Wohnen. Der Baustoff Stroh erfüllt diese Anforderungen – und wächst direkt vor der Haustür."

  • Mein Beitrag direkt darüber hat ja bereits sich dem einem Baustoff aus der Gruppe der Gräser beschäftigt. Gräser sind ein Baustoff der Zukunft, weil sie die enormen Materialumsätze des heutigen Bauwesens mithalten können, und dabei ein nachwachsender CO2 bindender Baustoff sind. Ihre Wirkungen auf die Umwelt beim Anbau sind äußerst positiv zu werten, sodass man hier gerechtfertigterweise von einem breiteren Einsatz in Zukunft ausgehen darf.

    Insbesondere Feuchtkulturen treten dabei zunehmend in den Fokus. Deutschland war früher ein Land mit einem Mosaik aus Mooren und Feuchtgebieten in weiten Teilen, das so sehr viel Kohlenstoff in seinen Böden gebunden hat. Seit der großflächigen Trockenlegung emitiert Deutschland CO2 aus diesen Flächen. Wir emitieren da mehr als Kanada und sind an 8. Stelle weltweit bei diesen Emissionen. Daher und aus vielen anderen positiven Folgewirkungen finden zunehmend Wiedervernässungen statt. Um eine landwirtschaftliche Nutzung jedoch weiter zu gewährleisten, braucht es Kulturen, die diese Feuchtigkeit vertragen. Der folgende Beitrag stellt die entsprechenden Kandidaten vor:

    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

    Rohrkolben, Schilf, Torfmoos, Großsäcken, Rohrglanzgras

    In anderen Ländern wird versucht die mit Gräsern verwandte Bananenpflanze ebenso in Verwertung zu bringen.

    Übrigens auch ein Gras, und bekannter Baustoff mit Zukunft, Bambusholz.

  • ,,Klimagerecht, nachhaltig, ressourcenschonend: Das sind Punkte aus dem jüngsten Maßnahmenkatalog für bezahlbaren Wohnraum des Bundesministeriums für Wohnen. Der Baustoff Stroh erfüllt diese Anforderungen – und wächst direkt vor der Haustür."

    Da muss man sich aber zunächst Gedanken über ungefährliche Flamm- und Brandschutzmittel machen. Erst als einst Stroh durch Ziegel ersetzt wurde, blieben großflächige Stadtbrände in Grenzen, vom Krieg mal abgesehen.

  • Da muss man sich aber zunächst Gedanken über ungefährliche Flamm- und Brandschutzmittel machen. Erst als einst Stroh durch Ziegel ersetzt wurde, blieben großflächige Stadtbrände in Grenzen, vom Krieg mal abgesehen.

    Angeblich sind die Strohballen mit aufgeputztem Lehm oder Kalk sehr feuerbeständig. Eventuell durch die dichte Packung? Das ist zumindest der Trick bei den neuen Vollholzbauten, dass ein Feuer Stunden bräuchte, um sich durch das Holz zu fressen.

  • Hier ein Beispiel, wie sich die Betonindustrie die Zukunft vorstellt (und die Politik erfolgreich veralbert):

    Game-Changing Concrete Technology | CarbiCrete
    Our technology can be implemented in any concrete plant and makes it possible to produce concrete without using cement.
    carbicrete.com

    Laut "industriestandardisierter Überprüfungsmethoden Dritter" ist dieser Beton nicht klimaneutral, nein er ist emissionsnegativ! Die Quadratur des Kreises ist gelungen! "Irgendwie" ist es gelungen, die Energie, die beim Abbinden des Betons frei wird, ins Material zu bekommen ohne Emissionen zu erzeugen. Interessant. Vermutlich weil man Taschenspieltricks mit der Stahlindustrie spielt? So würde ich das jedenfalls nennen. Zwei Industrien, die beide bisher völlig auf fossilen Ressourcen aufbauend arbeiten, tun sich zusammen, und am Ende kommt ein CO2 neutrales, später negatives Produkt heraus. Magie. Dazwischen baut man noch ein bisschen Budenzauber ein, indem man den Beton beim Abbinden mit abgespaltenem CO2 begast. (Eine Technik, die tatsächlich legitim ist, weil der Beton damit mehr CO2 bindet als unter atmosphärischen Bedingungen). Aber durch diesen "Trick" kann man dieses CO2 voll gegenrechnen und kommt so auf emissionsnegativ. Dass man dabei auslässt, dass man dann eigentlich das natürliche atmosphärische Abbinden gegenrechnen müsste, und nur die Differenz als Plus rechnen sollte; dass dieses CO2 auch einen eigenen Emissionsrucksack hat, wenn es unter Druck und vermutlich gereinigt in der Firma ankommt, geschenkt.

  • Angeblich sind die Strohballen mit aufgeputztem Lehm oder Kalk sehr feuerbeständig. Eventuell durch die dichte Packung? Das ist zumindest der Trick bei den neuen Vollholzbauten, dass ein Feuer Stunden bräuchte, um sich durch das Holz zu fressen.

    Das gab es schon mal als "Sauerkraut"-Platten. Erfolgt diese Einkapselung nicht, kann dies geschehen:

    Reetdachhaus brennt ab und Straße sackt ab – insgesamt 600.000 Euro Schaden
    Die Kriminalpolizei ermittelt nach einem Brand auf der Nordseeinsel Föhr. Bei den Löscharbeiten wurde auch zu einem Schaden an der Straße.
    www.t-online.de
  • Cement and steel — nine steps to net zero
    It is possible — and crucial — to green the building blocks of the modern world.
    www.nature.com

    Dieser aktuelle wissenschaftliche Artikel aus dem Jahr 2022 im Journal Nature bescheinigt, dass im Neubau heute 26% Beton einfach unnötig verbaut wird, und damit ohne substanziell etwas zu ändern eingespart werden könnte. Mehr als ein Viertel also!

    Ein weiteres Beispiel dafür, dass die Bauwirtschaft bisher einzig und allein Greenwashing betreibt, aber keinerlei Anstalten macht, wirklich etwas zu tun, das der Umwelt gut tut.

    Wenn man diesen Beton einspart, ergäben sich einige Vorteile: Die Häuser würden weniger Ressourcen verschlingen, weil weniger dichte Baustoffe den eingesparten Beton ersetzen. Die Gebäude wären anpassbarer, und das auch noch günstiger, weil kein Beton durchbrochen werden muss. Das Raumklima kann natürlicher gesteuert werden, als mit elektrisch forcierter Belüftung.

  • Baustoff Lehm:

    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

    ,,Wie man Wände mit Lehm verputzt | SWR Handwerkskunst

    Lehmputze sind mittlerweile salonfähig – sie sind nachhaltig, schadstofffrei, gesund fürs Raumklima und sie sind auch nicht mehr wie früher grob und braun. Heutzutage sind mit Lehm glatte, edle Oberflächen in vielen Farben möglich. Stukkateurmeister Norbert Millich aus Argenbühl im württembergischen Allgäu zeigt, worauf es beim Arbeiten mit Lehm ankommt und was mit diesem jahrtausendealten, traditionellen Baustoff alles möglich ist.
    Angefangen hat Norbert Millich mit seinem eigenen Haus – das hat er mit Lehm aus seinem Garten verputzt. Heute, zwanzig Jahre später, haben er und seine Frau Birgit sich spezielle Techniken angeeignet und weiter verfeinert, mit denen sie aus Wänden regelrechte Gestaltungselemente im Wohnraum machen.``


    Im Video wird eine sehr aufwendige Installation gezeigt. Ich denke verbreiteter ist die einfachere Form der Applikation, bei der der Lehm einfach direkt auf die Wände gespritzt wird, vergleichbar mit den zementären Putzen. Interessant bei dem Thema ist, dass der Putz quasi immer wieder verwendet werden kann, ohne energieintensiver Umarbeitung oder gar Entsorgung. Gleichzeitig wird sehr schön erklärt im Video, wann ein Kalk-/ Kalkzementputz angewendet werden muss, und damit die Grenzen des Baustoffs beschrieben.

    Mit dem kurzen Exkurs in die Sgraffito - Technik, ist vielleicht auch das Video für entsprechend Interessierte sehenswert.

  • Lehmsteine sind mittlerweile in (Anwendungs-)Normen gegossen, und können damit in der heutigen Bauwirtschaft endlich breite Anwendung finden. Bis zu 5 Geschosse sind damit möglich und damit ein mit dem Stadtbild sehr einklängliches Niveau. Die Steine können mit verbreiteten Methoden eingebaut werden. Hier ein Überblickvideo eines der Hersteller, der die neuere Entwicklung aufzeigt:

    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

    Kleiner Querverweis zu diesem Thema, weil die Lehmsteine theoretisch unbegrenzt wiedereinsetzbar sind: Einbau alter Bauteile, Recycling, Ökologie

  • Bis zu 5 Geschosse sind damit möglich und damit ein mit dem Stadtbild sehr einklängliches Niveau

    Da war man aber schon mal weiter, im jemenitischen Schibam haben einige der Lehmhäuser bis zu 10 Stockwerke und sind teilweise 500 Jahre alt. Ein sehr beeindruckendes und einzigartiges Stadtbild, diese Altstadt aus Hochhäusern:

    Shibam_%282286378093%29.jpg

    (Dan, CC BY-SA 2.0)

    1920px-%D8%B4%D8%A8%D8%A7%D9%85_%D8%AD%D8%B6%D8%B1%D9%85%D9%88%D8%AA.jpg

    (Mohammed faisal batheeb CC BY-SA 4.0)

    Hope_in_shibam.jpg

    (Aboobaker Ahmed balfaqih CC BY-SA 4.0)

    1920px-%D9%85%D8%AF%D9%8A%D9%86%D8%A9_%D8%B4%D8%A8%D8%A7%D9%85_%D8%AD%D8%B6%D8%B1%D9%85%D9%88%D8%AA.jpg

    (Bkar6190 , CC BY-SA 4.0)

    Shibam%2C_Yemen_03.jpg

    (Hasso Hohmann, CC BY-SA 4.0)

    Leider ist diese Stadt immer wieder durch starke Regenfälle gefährdert.

  • Nach deutscher Norm kannst wahrscheinlich in jede Wohnung 4 Konzertflügel, 3 Aquarien und 2 Badewannen aufstellen, plus ordentlicher Estrichüberdeckung und Schneelasten von einem Meter. :tongue:

  • Ein Artikel über den Solnhofer Naturstein aus dem Altmühltal und seine Bedeutung als Teil der bayerischen Wirtschafts- und Kulturgeschichte sowie Handwerks- und Industriekultur.

    Schon die alten Römer verbauten Solnhofer Platten in ihren Villen und Badehäusern entlang des Limes. Üm 1500 begann der systematische Abbau, vor allem während der Barockzeit und im Rokoko boomte das Geschäft. In ganz Süddeutschland und Österreich sind Kathedralen, Klöster und Kirchen, Residenzen und Palais voll mit Böden, Treppenstufen oder Simsen aus Solnhofer Platten. Im Dom in Freising zum Beispiel oder jenem in Passau. Oder in den Abteien Weltenburg, Andechs, Neresheim, Ottobeuren oder Göttweig.

    Was den Naturstein aus dem Altmühltal fast schon zum Mythos macht: Er ist mehr als nur ein Werkstoff. Als er vor Ewigkeiten aushärtete, schloss er Lebewesen ein, die heute als Fossilien Blicke in die Erdgeschichte erlauben. Am berühmtesten sind die Versteinerungen des als Urvogel bezeichneten Archaeopteryx, der Charles Darwin als Beweis dafür galt, dass alles Leben aus der Evolution entstanden ist.

    Exportschlager aus dem Altmühltal: Der Solnhofer Stein und seine Geschichte
    Der Solnhofer Stein prägt die Region Solnhofen und Mörnsheim seit Jahrhunderten. Victor Henle beleuchtet in seinem Buch die wirtschaftliche und kulturelle…
    www.sueddeutsche.de

    "Seine Welt zeige der Künstler - die niemals war noch jemals sein wird“

    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Leider sehr typisch für unsere Förderpolitik: In Bayern wird bereits nach 5 Jahren die Holzbauförderung wieder abgeschafft. Natürlich im Bauwesen absolut keine Zeit. Dabei wäre es lohnend bis hin zu essenziell, dass in den Fachwerkregionen Bayerns in Franken und bayrisch Schwaben ein echter Wirtschaftskreis entsteht, bei dem ökonomisch Fachwerk mit Fachwerk ersetzt werden kann. Leider hatte diese Förderung gar nie einen solchen Fokus, und wurde daher wahrscheinlich aufgrund stark wachsender Abrufzahlen lieber wieder eingestampft. Diese Mitnahmeeffekte hatten allerdings wohl auch wirklich kaum Mehrwert. Förderpolitik muss gerade beim Bau und beim Aufbau von Wirtschaften extrem langanhaltend und verlässlich sein. Ein Angebot zu schaffen, das Jahrhunderte an Baukultur und ein nachhaltiges System fördert, wäre eine fundierte Begründung für eine langfristige Förderung. Stattdessen bezuschusste man die grünen Prospekthefte irgendwelcher Investoren, sodass diese ihre Projekte besser durchbekommen. Einen echten nachhaltigen Abdruck im Bauwesen hat man natürlich ohne Umweg über den kulturellen Raum nicht erreicht.

    Quelle:

    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.