• Hier wurden Fakten geschaffen, bevor noch jemand die Chance zur angepassten, kleinteiligen Bebauung wittern könnte. Ich würde sogar mit dem Bau zur Not leben können, wenn er einen Häuserblock versetzt entstanden wäre und die Königstraße zwischen Mauthalle und Lorenzkirche die Chance bekommen hätte ein geschlossenes Bild abgeben zu können.

    Mir würde zwar auch dann jegliche Fantasie für eine sinnvolle Nutzung des Gebäudes fehlen, es ist einfach ein überdimensionierter Fremdkörper, aber er wäre zumindest nicht in der ersten Reihe vorzufinden.

    In ihrer Nutzung als Kaufhaus haben solche Gebäude zumindest noch ihren Zweck erfüllt, ohne diesen wirken sie jedoch völlig unpassend und überflüssig im Stadtbild.

    "Seine Welt zeige der Künstler - die niemals war noch jemals sein wird“

    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Ich kann mir für den Bau schon Nutzungen vorstellen, das Markthallenkonzept z.B. ist vielversprechend. Aber das Kaufhaus ist im Innern einfach sehr tief, es fehlt Tagelicht und Höhe, wie soll man da eine Markthalle einrichten, wenn dann die Gerüche im Raum stehen und nicht abziehen können. Schon früher hab ich bei der Parfumabteilung im EG sofort Kopfschmerzen bekommen sobald ich drin war. Ich z.B. würde im Innern ein Hof schaffen, indem die Geschossdecke zwischen EG und 1.OG teilweise aufgeschnitten wird. Nur so lässt sich etwas Flair herstellen. Ob das aber mit dem Denkmalschutz geht, es statisch machbar ist und wer das überhaupt finanzieren soll, wer weiß. Der Denkmalschutz war in meinen Augen ein Vehikel das Gebäude dem Markt zu entziehen, damit nicht Schlagzeilen wie aus Regensburg auftauchen. So konnte die Stadt Nürnberg günstig zugreifen. Was aber langfristig daraus werden soll wird man sehen. Ein Haus für die Ewigkeit sehe ich hier aber auch nicht.

  • Hab mir grad nochmal die Bilderreihen von Achim angeschaut. Man muss sagen: Wer es vermag, die Welt derart durch die rosa Brille zu sehen, ist ein glücklicher und beneidenswerter Mensch.

    Das ist jetzt nicht als Wertung für oder (schon gar nicht: ) wider Achim zu sehen, der ja durchaus kritische Töne zum Nürnberger Wiederaufbau geäußert hat, sondern einfach nur so konstatiert. Denn natürlich: SO (wie dieser Photograph) kann man das auch sehen.

    Es zeigt aber letztlich etwas ganz anderes. Verglichen mit Warschau, Danzig, Posen verfügt Nürnberg noch immer über eine nicht unbeträchtliche Originalsubstanz, die so überhaupt nicht mit dem vergleichsweise höchst unattraktiven Stadtbild korreliert (gewisse mE hier ohnehin unzulässige buarquische Argumente, wonach der Danziger Wiederaufbau auch nur höchst partiell erfolgt sei, mal "außen vor" gelassen, wenn mir diese piefkinesche Wendung gestattet sei). Und man sagt sich: was wäre hier wirklich zu machen gewesen, wenn man gewisse Inseln um die Kirchen und besser erhaltene Stellen vernünftig geschlossen hätte? Ein großartiges Stadtbild, das nicht wie Danzig etc mit dem Makel eines "Alles neu" behaftet gewesen wäre und Nürnberg seinen Rang unter den bedeutendsten mittelalterlichen Großstädten Mitteleuropas gesichert hätte.

    Hier ist wirklich unsagbar viel verspielt worden.

  • Mit der o.g. Meinung gehe ich d'accord. Nürnberg hat immer noch den riiiiiiesen Vorteil, dass die eigentlichen Profanbauten mit ihrer Straßenfassade nahezu durchweg schlicht gestaltet waren und man wirklich mit kleinsten Mitteln eine spannende Abwechslung erschaffen hatte: Aufzugserker, Verputz mit abwechselnder Steinsichtigkeit, Rund- oder Spitzbogenportale, Hauszeichen, Traufständigkeit, Dachneigung, Aufzugserker, Dachgauben und natürlich Chörlein. Und natürlich die Abwechslung in Traufhöhe, Grundstücksbreite usw. All das hätte man auf sehr einfache Weise in enormer Anzahl bauen können, tat man aber nicht.

    Trotzdem atmet die Stadt noch ihre große Geschichte, das kann man an vielen Stellen immer noch sehr gut spüren, es sei nur an den Unschlittplatz, Platz am Tiergärtnertor, Kühnertsgasse, Theatergasse usw. gedacht. Was ich auch anmerken muss: es gibt in Nürnberg noch endlos viele schlummernde Perlen, die nur sichtbar gemacht werden müssten! Dies vor allem in der Lorenzer Altstadt, aber auch in St. Sebald meine ich, noch einige Schönheiten entdecken zu können.

    Weiß denn zum Beispiel jemand, was es mit dem folgenden Gebäude auf sich hat:


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    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
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    Das linke Haus sieht mir nach Altbau aus, das rechte freilich nicht. AAAABER: Betrachtet man die Situation von Oben, so fällt einem auf, dass beide Grundstücke noch in ihrer gänzlichen Tiefe bebaut sind! Beim Wiederaufbau wurden ja, wie wir wissen, eigentlich alle Hinterhofsituationen inkl. Hintergebäuden abgerissen. Das ist hier nicht der Fall! Handelt es sich bei den rückwärtigne Anbauten noch um historische Gebäude?


    Google Maps
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    Und nur als kleines Beispiel, was in der Lorenzer Stadt noch möglich wäre:


    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
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    Das sind ja mindestens zwei Altbauten, wenn diese saniert würden, wären sie sicher ein Hingucker. Von solche Häusern gibt es noch recht viele.

  • riiiiiiesen Vorteil...Straßenfassade nahezu durchweg schlicht gestaltet

    Angesichts der tatsächlichen Entwicklung der Banalisierung hat sich das mE eher als Nachteil erwiesen.

    Ein gewaltiger Vorteil hätte sich wohl ergeben, wenn man mit den Ruinensteinen nicht so geurasst hätte (dh diese nicht absichtlich für Aufschüttungen vergeudet hätte). Denn zweifellos hätte man mit den alten Steinen "Altnürnberger" Fassaden ohne nennenswerte Beeinträchtigung des Altzustandes nachempfinden können.

    das kann man an vielen Stellen immer noch sehr gut spüren, es sei nur an den Unschlittplatz, Platz am Tiergärtnertor, Kühnertsgasse, Theatergasse

    but the good has never been perfect, there was always some devilish stutter in the divine speach (Libretto der Oper "Billy Budd)

  • Solche Bilderserien sind natürlich sehr selektiv, beinahe egoistisch nehme ich mir die Freiheit nur das Schöne zu fotografieren, um mich später als Erinnerung daran zu erfreuen. Ich könnte auch die Nachkriegsaltstadt in ähnlicher Art und Weise darstellen um realistische Eindrücke der sonstigen Bebauung zu vermitteln (ich möchte sowieso mal wieder nach Nürnberg und auch andere Stadtteile erleben). Das ist allerdings meist deprimierend und ich konzentriere mich natürlich generell lieber auf das Sehenswerte einer Stadt.

    Nürnbergs Wiederaufbau ist m.E. dennoch erstmal zu loben, die Altstadt war vernichtet, Zeitzeugen berichten, dass das Wort Ruine oftmals übertrieben war, pulverisiert würde es besser beschreiben. Dass man vieles wieder erleben kann, ist keine Selbstverständlichkeit und eine sehr respektable und großartige Leistung. Vielleicht bin ich in der Hinsicht beneidenswert, dass ich mich an diesen (durchaus vielen) sehenswerten Resten demütig erfreuen kann, da bin ich aber nicht allein. Gleichwohl sehe ich natürlich auch die Defizite des Wiederaufbaus. Der Großteil der Neubebauung ist im Stil der damaligen Zeit entstanden, was ja auch beabsichtigt war, leider hat sich diese Form der Architektur ästhetisch als wenig fähig bis gar unfähig zur Einbettung der historischen Überbleibsel bzw. Rekonstruktionen erwiesen. Hier unterscheidet sich die Stadt wenig von anderen Städten mit ähnlichem Schicksal, da gibt es wenig schönzureden.

    Von neuen Zutaten wie überdimensionierten Kauf- oder Parkhäusern ganz zu schweigen.

    Ganz schlimm finde ich bspw. dieses Parkhaus mit Tankstelle unweit der Lorenzkirche, ein völliger Unort, vor dem man in natura nur flüchten möchte.

    Auch erhaltene bzw. wieder hergestellte Strukturen enden oft abrupt, wie bspw. in der bekannten Weißgerbergasse, die Richtung Weinmarkt plötzlich mit banaler (nicht mit "schlichter" zu verwechseln) Nachkriegsarchitektur aufwartet.

    Google Maps
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    So eine Architektur wird diesem Ort natürlich überhaupt nicht gerecht. Hier hätte die Stadt durchaus eine Verantwortung, ähnlich wie man es in Rothenburg geschafft hat, einen Wiederaufbau bzw. eine Verbesserung wenigstens in Teilen der Altstadt zu erreichen, welcher der Architekturgeschichte der Stadt gerecht wird. Man kann darüber diskutieren, ob man zu Zeiten des Wohnungsmangels so bauen "musste", die Schönheit bzw. Ästhetik hatte eben keine hohe Priorität. Bedauerlich ist es vielmehr, dass auch heute wenig Aussicht auf Besserung in der Stadt generell und insbesondere an solchen Orten besteht (der Vorwurf der "Butzenscheiben-Romantik" wird hier gerne laut)

    Gott sei Dank gibt es die Altstadtfreunde, sonst würde es noch schlimmer um die historische Bausubstanz stehen. Auch die in den Beiträgen zuvor genannten Beispiele an schlafenden Dornröschen, die man wieder aufwecken bzw. verbessern könnte, bleiben leider ungeküsst bzw. ungenutzt.

    Hier wird großes Potential liegen gelassen.

    "Seine Welt zeige der Künstler - die niemals war noch jemals sein wird“

    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Ein Rundgang um die Nürnberger Stadtmauer

    Vom Frauentorturm am Frauentorgraben entlang zum Splittertorturm

    Frauentorturm

    Blick zum Opernhaus

    Splittertorturm

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    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Vom Splittertorturm am Splittertor- und Westtorgraben entlang zum Neutorturm

    Blick über die Pegnitz zum Schlayerturm

    Neutorturm

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    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Vom Neutorturm am Neutorgraben entlang zur Burg

    Das Neutor

    Blick zum Tiergärtnertorturm

    Burgansichten

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    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Von der Burg am Vestnertor- und Maxtorgraben entlang bis zum Laufer Torturm

    Laufer Torturm

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    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Vom Laufer Torturm zurück zum Frauentorturm

    Blick zurück zum Laufer Torturm

    Wieder über die Pegnitz

    Wieder am Frauentorturm

    "Seine Welt zeige der Künstler - die niemals war noch jemals sein wird“

    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Achim84 Wie hast du es nur geschafft auf deinen Bildern kein einziges Auto, keinen einzigen Menschen o.ä. drauf zu haben? Die Bilder sehen aus wie in einem verschlafenen, noch nicht von Tourismus erschlossenen Dörflein geschossen.


    Interessant auch dass da noch eine schicke Rekonstruktiospotenziale schlummern, z.B. müsste dieser Stadtmauerturm

    https://i.ibb.co/b5bkPtL6/20260704-123031.jpg

    doch eigentlich genau so aussehen wie jener:

    https://i.ibb.co/sdhFKTCn/20260704-123350.jpg

  • nothor An und auf der Stadtmauer gibts keinen wirklichen Autoverkehr es verläuft sich da auch sehr schnell

    doch eigentlich genau so aussehen wie jener:

    https://i.ibb.co/sdhFKTCn/20260704-123350.jpg

    Interessant. Mir fallen da gleich die unterschiedlichen Dacheindeckungen und eher lieblosen Fenster auf, die irgendwie mehr den Charakter haben von verglasten Schiessscharten. Sieht aus wie ein halbherziges ugrade imho

    :lehrer:

  • In den Stadtgräben und den Gassen an der Mauer entlang war tatsächlich so gut wie nichts los. Evtl. lag es auch an den Temperaturen, welche die Leute eher schattige Orte aufsuchen ließen. Zudem herrscht an der Außenseite ein ziemlicher Verkehrslärm, vom Bereich hinter der Burg und der Maxtormauer abgesehen. Auch der Blick in die andere Richtung lohnt leider nur selten. Beim Laufer Torturm sind die Perspektiven geschickt gewählt, dort findet man keine Idylle vor.

    Innerhalb der Mauern war natürlich einiges los, hier herrschte reges Treiben, alle Tische im Freien waren besetzt, die typischen Touristengruppen waren unterwegs etc.

    Die schattigen Plätze hinter mir sind alle voll. Auch der Hauptmarkt und die Burgstraße waren gut besucht.

    20260704-130837.jpg

    Positiv empfand ich aus fotografischer Sicht zudem, dass an der Innenseite der Mauer keine Fahrzeuge geparkt waren, dafür werden leider viele Mauerbereiche als Mülltonnenstellplätze der gegenüberliegenden Häuser genutzt. Die angesprochenen Graffiti sind ebenfalls nicht zu unterschätzen, diese sind mir aber zumeist nur an der Innenseite der Festigungsanlagen aufgefallen.

    Insgesamt ist die ganze Anlage absolut beeindruckend und sehenswert. Sie vermittelt bis heute einen lebhaften Eindruck der einstigen Bedeutung der Stadt.

    "Seine Welt zeige der Künstler - die niemals war noch jemals sein wird“

    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)