Wien, 7. Bezirk - die Vorstädte Spittelberg, St. Ulrich, Neubau, Schottenfeld und Ausläufer (Galerie)

  • Nach unserem Streifzug durch die Josefstadt besuchen wir, weil s ja soviel schick und schön ist, den gleichfalls, dh noch mehr salonkommunistischen Bezirk Neubau.

    er besteht, wie jeder andere Bezirk, aus verschiedenen alten Vorstädten, die sozusagen von der Größten, hier vom Neubau, geschluckt worden sind.

    Hier mal eine Übersicht:

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    Das Ganze historisch:

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    Das alles ist eben nicht sehr übersichtlich. Dazu kommen die vielen "Ausläufer", die sich heute in anderen Bezirken finden, bzw deren Kern überhaupt zu anderen Bezirken gehören. Ein Teil von St. Ulrich gehört zur Josefstadt, Mariahilf liegt eigentlich im Sechsen, ditto die Laimgrube...

    Dazu kommt, dass, anders als im Achten, der namensgebende Teil, hier der Neubau keineswegs die überragende Stellung einnimmt, wie es in der Josefstadt der Fall ist. Der Neubau ist nicht der größte Teil, das ist das Schottenfeld, schon gar nicht der Schönste, das ist der Spittelberg, und auch nicht der historisch Bedeutsamste - das dürfte St. Ulrich sein. Der Neubau liegt halt in der Mitten, darin liegt der Grund, warum es heute nicht Wien-Schottenfeld oder Wien-St. Ulrich heißt...


    Es gibt hier also keinen richtigen Zentralraum, wie die Josefstädter Straße im Achten, kein herausragendes geistliches Zentrum wie die Piaristenkirche und auch keine eigentliche "Bezirks-Altstadt" wie um die Lenaugasse. "Altstadt" gibt es allerdings genug, nur ist sie auf den gesamten Bezirk verstreut und gewährt diesem im Zusammenspiel mit der herrschenden Gründerzeitbebauung so etwas wie "Innenstadtcharakter". Wir wollen nicht übertreiben, aber manche Großstadt wäre froh, so einen "Altstadt" wie den heutigen Bezirk Neubau zu haben.

    Hier wird versucht, die wichtigsten Partien anhand der historischen Vorstadtgrenzen zu zeigen. Zu diesem Behufe beginnen wir gleich ganz wild, nämlich einer wichtigen Straße, in der das ganz unmöglich ist: mit der Siebensterngasse, die gleich fünf verschiedene Vorstädte berührt (NB, MH, SU, LM und SB) und im Grund auf die alten Strukturen keine Rücksicht erkennen lässt - obwohl sie in alter Zeit angelegt worden ist, wie gesagt werden muss. Aber die Vorstädte selbst waren halt ihrerseits aneinandergereihte Bebauungsflächen und neigten nur im geringen Maße zur Zentrumsbildung.

    Siebensterngasse, haben wir also gesagt.

    Blick zum Siebensternplatz

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    am Anfang stehen einfache Biedermeierhäuser (Nr 3-7):

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    Nr 17-19:

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    Zur Grünen Säule, Nr 17

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    Gegenüber Haus zum Steinernen Lamm, Nr 26, spätbarock:

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    Hier mit der Nr 24 am Eingang zur Sigmundsgasse:

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    Die Situation aus der Sigmundsgasse:

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    Nr 31: (oben links im Bild):

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    Nr 44:


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    Blick zurück zum Siebensternplatz:

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  • bin eh schon müde und weiß nicht, wie weiter.

    Na ja, kommen wir gleich in medias res - auf den Spittelberg. Warum sollen wir uns nicht gleich das Beste gönnen?

    Das Gebiet des Spittelbergs wurde im Jahre 1525 vom Bürgerspital erworben, woraus sich der ursprüngliche Name Spitalberg ableitete. Das Gebiet rund um den Spittelberg war ursprünglich Weideland, das von verschiedenen Höfen bewirtschaftet wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen Vorstädten entwickelte es sich daher nicht aus einem Dorf. Daher konnte Sigmund Freiherr von Kirchberg 1675 die Gründe gewinnbringend an Zuwanderer verpachten. Auf Grund der vielen Burgenlandkroaten, die sich hier ansiedelten, scheint daher ab 1683 auf Plänen und in Chroniken zur Zweiten Wiener Türkenbelagerung namentlich ein Kroatendorf auf, das bereits 1609 in einem Kupferstich erfasst wurde. Dieses wurde bei der Türkenbelagerung zerstört. Im Volksmund hielt sich der Name Crobotendörfl und bezeichnete das Gebiet um die Breite Gasse und die Kirchbergasse, wo auch danach in rund dreißig Häusern „Ungarn und Kroaten“ (Burgenlandkroaten) lebten.

    Während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung wurde die Gegend schwer in Mitleidenschaft gezogen, je nach Quellenlage durch die belagernden Türken oder aber durch die Verteidiger, die rechtzeitig mit einer Demolierung den Türken die Möglichkeit, sich zu verschanzen nehmen wollten. Danach wurden die Häuser wieder aufgebaut, viele der nur zugeschütteten Keller sind noch aus der Zeit vor der Türkenbelagerung.

    1850 kam der eigenständige Ort als Teil des neuen Bezirkes Neubau zu Wien. Erst in dieser Zeit setzte sich der Name Spittelberg allmählich durch. Vom 18. bis Mitte des 20. Jahrhunderts hatte der Spittelberg einen sehr schlechten Ruf, da die enge Bebauung der Gesundheit abträglich und das Gebiet eine Hochburg des horizontalen Gewerbes war.

    Heute ist dieser Stadtteil ein Beispiel für eine Luxussanierung beziehungsweise Gentrifizierung. Charakteristisch für den Spittelberg sind die vielen gut erhaltenen Biedermeierhäuser sowie die schmalen Gassen, die einen Eindruck vom ursprünglichen Dorf vermitteln. Vor allem wegen des alljährlichen Weihnachtsmarktes ist der Spittelberg heute über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt geworden.

    Im Laufe der Zeit wurde die Burggasse durch die alte Vorstadt geschlagen, die den Spittelberg heute in zwei Teile teilt. der größere und wertvollere liegt links (südlich) davon - hier der "Eingang":

    STADTSPAZIERGANG WIEN - VOM GRABEN BIS ZUM SPITTELBERG

    Burggasse – Wien Geschichte Wiki

    (Blick in die Guttenberggasse):

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    Aber sogar in der Burggasse selbst gibt es ein paar Überlebende:



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    das nämliche Haus von der Spittelberggasse aus:

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    "Unter dem spittelbergviertel an der Burggasse das "kleinste Haus Wiens":

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    Es sind nur drei Gassen, die (teilweise) geblieben sind. die schönste ist die Spittelberggasse :

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    Volutengiebel sind in Wien eher selten:

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    Spittelberggasse 18ff - Historische Fotos - Zeitensprünge Wien einst und  jetzt

    Das Auffälligste, das sich geändert hat, betrifft den Gründerzeitler im Hintergrund:

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    zu SpBG 15:

    Spittelberggasse 15 - Historische Fotos - Zeitensprünge Wien einst und jetzt (zeitenspruenge.at)

    Blick über die Burggasse in die vis a vis liegende Gardegasse mit zwei erhaltenen Häusern:

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    Vom "Haus zum weißen Löwen", in welchem Josef II. und Casanova angeblich verkehrten, blieb nur das Hauszeichen, der überkommene Bau, heute das Wirtshaus "Witwe Bolte" ist eín Neubau des XIX. Jh, woran wir uns jedoch nicht stoßen wollen, fügt sich dieser doch gut ins Ensemble ein.

    Hier werden wir an den Umstand erinnert, dass der Spittelberg weiland die übelste und verrufenste Gegend Wiens war. Josefs Aufenthalt im Weißen Löwen zwecks Inspizierung der dieses Viertels, incognito natürlich, war denkbar kurz. An ihn erinnerte im alten Haus eine Inschrift: Durch diese Thür im Bogen ist Kaiser Josef II geflogen anno 1787

    Rauhe Sitten eben.

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    Spittelberg, Gutenberggasse

    Nummer 3, am östlichsten und schwächsten die Kirchberggasse:

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  • Gegenüber der Burggasse wurde ordentlich aufgeräumt.

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    Der herbste Verlust betraf das Fasszieherhaus:

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    Quote from Wien Wiki

    Fasszieherhaus (7., Faßziehergasse 2; ehemals "Rondelle"), Bürgerhaus in der Vorstadt Spittelberg. Das einstöckige Gebäude hatte ein hohes Krüppelwalmdach, einen runden, durch ein zierliches Türmchen gezierten Erker sowie einen bemerkenswerten Hof, an dessen einer Wand, flankiert von zwei kurzen Freitreppen, sich ein Kruzifix mit der Schrift "Gloria tibi trinitas" befand. Es soll das älteste Haus am Spittelberg und einst ein Edelsitz gewesen sein (im Volk hielt sich hartnäckig die Legende, das Fasszieherhaus sei einst ein Jagdschloss Herzog Heinrichs II. Jasomirgott gewesen). In der Umgebung hatten die Fasszieher ihre Wohnungen und ihre Herberge. Das Gebäude wurde 1899 demoliert.

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    Bild von 1893

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    Fasszieherhaus - Historische Fotos - Zeitensprünge Wien einst und jetzt (zeitenspruenge.at)

    Immerhin, die Nachbarhäuser gibt es noch:

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    Blick von der Neustiftgasse in die Gardegasse:

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    Die dunkle, historistische überformte Fassziehergasse (scheint ihren Standort gewechselt zu haben) mit geringen Altbeständen und interessanter Häuserstaffelung:

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    Gegenrichtung, rechts die Altbauten.

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    Im Hintergrund die Mechitaristenkirche, die schon zu St. Ulrich gehört.


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    Die Anzahl der Altbauten ist in diesem Viertel auch abseits der bekannten, relativ geschlossenen Ensembles überraschend hoch und sorgt mit den Gründerzeitlern für ein angenehmes Stadtbild (Bausünden fehlen weitestgehend) ohne besondere Sensationen. Hier zwei Häuslein in der Neustiftgasse:

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  • Die westlichen Ausläufer des Spittelbergs:

    Haus Stiftsgasse 10 zeugt vom hohen Niveau der alten vorstädtischen Bebauung:

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    Das barocke Vinzenzi-Haus wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut. Die Fassade ist reich gegliedert durch gemischtlinige Fenstergiebel und Bandlwerkdekor; die Mitte ist durch das reich gegliederte Portal mit Putten (als Minerva und Herkules) sowie in Nischen seitlich darüber aufgestellte Figuren der heiligen Maria mit Kind sowie des heiligen Vinzenz hervorgehoben. Im kleinen Pawlatschenhof befinden sich in Nischen Figuren der Heiligen Johannes Nepomuk und Florian. Die Rückfront zur Schrankgasse (dort Nr. 3) ist als Putzfassade mit Rahmenfelder- und Schabracke (Fensterdekoration)-Lambrequin-Dekor ausgeführt.

    Das sog. Amerlingbeisl:

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    Die erwähnte Schrankgasse mit skurriler Größensituation - rechts die Rückseite vom "Amerlingbeisl".

    In die Innere Stiftsgasse (nicht mehr Spittelberg, sondern Laimgrube) ist gut erhalten. was die Äußere anbelangt... seht selbst (oder besser nicht):

    Stiftgasse 9 - Historische Fotos - Zeitensprünge Wien einst und jetzt (zeitenspruenge.at)

    Das ist allerdings schon der Bereich der sog. MariaHüü, die schiaste Straße von Wien, die sich an offenbar bundesdeutsche Vorbilder anlehnt und ihren Charakter immer mehr ablegt.

    Na ja, wenn mir schon do sein, dann auch das noch:

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    blick auf die Stiftskirche von der MariaHüü:

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  • Hier noch eine historische Karte zur Lageübersicht:

    die Pelikangasse heißt heute Stiftsgasse. Der Spittelberg wird von der Siebenstern- und der Neustiftgasse eingeschlossen, oben und rechts ist alles St. Ulrich, mit dem wir fortfahren wollen, nachdem wir uns das "untenliegende" unsägliche "Museumsquartier" ein bisschen angeschaut haben, das leider irgendwie dazu gehört. Die Straße rechts von der Neustiftgasse ist bereits die Lerchenfelder Str, woraus man ersieht, dass ein Teil von St. Ulrich heute zur Josefstadt gehört. Das ist der einzige "Verlust" vom Siebenten, er hat dafür einige wichtige Teile anderer Vorstädte, deren Kern in den Nachbarbezirken liegen, abgesahnt (siehe Übersichtskarte oben).

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  • Der Spittelberg gehört zu meinen absoluten Lieblingsgegenden in Wien, die Mischung aus Barockhäusern und Gründerzeitlern ist unglaublich charmant und gleichzeitig "urban". Da würd' ich liebend gern wohnen...

    "Napoleon ist tot - aber Beethoven lebt."

    Bruno Walter

  • Kannte ich gar nicht. Sind sehr schön aus - Danke für die Bilder. Die Häuser sind auch hervorragend saniert.

  • Sag mal, Ursus, 15 und mehr Jahre in diesem Forum, und plötzlich schüttelst Du so eine erstklassige Wien-Galerie aus dem Ärmel? Find ich richtig gut!

  • Kannte ich gar nicht.

    Stell dir vor, ich hab auch länger gebraucht. Man kommt dort eigentlich nicht hin, wenn man dort nichts zu tun hat. Ich bin irgendwann die Burggasse mit der Tramway durchgefahren und war recht überrascht, wie schön es da ist. Irgendwann hab ich mich mit der Gegend zu befassen begonnen. Mir gefällt St. Ulrich eigentlich noch besser.

    Heinzer, du hast da nicht aufmerksam meine Galerien studiert, die es weit hinten gibt. Aber mir gefallen sie nicht mehr, sie sind zu umfassend, ich werd sie, nachdem ich sie für die neuen hier ausgebeutete habe, löschen. Die Innere Stadt kann man nur stückweise hier präsentieren, zB Bäckerstraßenviertel, sonst ufert das aus. Eine Galerie über "Alt-Wien" geht einfach nicht. Die Bilddokumentation im Netz, auch was alte Ansichten betrifft, hat sich ungemein gebessert. Auch mein Ansatz, dass Alt-Wien um 1900 untergegangen sei wie Nürnberg 1945, war zwar für manche eine interessante Perspektive, sagt mir aber heute nicht mehr zu.

  • Wenn man sich mit Neubau in toto auseinandersetzt, kann das sog. Museumsquartier nicht fehlen. Ich mag es überhaupt nicht, es ist eine typische vertrottelte Ausgeburt des heutigen roten Wiens. Nicht, dass ich die Errungenschaften des alten roten Wiens klein reden wollte, aber das heutige ist jenseitig.

    Schon mit dem Namen fängt das Ärgernis an. Typisch österreichische Sprachverkrüppelung, gepaart mit Minderwertigkeitsgefühlen. Man äfft Paris nach und kommt sich bei seinen Fehlübersetzungen noch gut vor. Quartier bedeutet bei uns nicht Viertel, sondern so etwas wie "provisorische Unterkunft". Und das ergibt im Zusammenhang mit den Museen hier keinen Sinn, denn die sind dauerhaft.

    Man ist förmlich verbrunzt in diese Bezeichnung:

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    Schon diese präpotente Tafel ist eine Beeinträchtigung des Stadtbildes.

    Die vielgerühmte moderne Architektur im Inneren, für die alte Substanz geopfert werden musste, wohl eher auch:

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    Hier ein Luftbild:

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    Hier sieht man den Spittelberg und das Zentrum von St. Ulrich in der rechten oberen Mitte. Der grüne Streifen links ist die "MariaHü" (Mariahilfer Straße).

    Immerhin wurde mit dem gläsernen Leseturm noch Schlimmeres abgewendet. Rechts von ihr Stiftskirche mit - kaserne mit Flak-Turm.

    Der alte Messepalast (Fischer von Erlach), der aus den Hofstallungen hervorgegangen ist, bildet das Zentrum:

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    Die alten Hofstallungen:

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    Von den Museen ist eigentlich nur die Sammlung Leopold bedeutend, derentwillen dieser Komplex letztlich auch aus dem Boden gestampft worden ist.

    Übergangszone "Ringstraße" mit den Museen:

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    Neben dem Museumskomplex das Volkstheater, das heute entsprechend den politischen Verhältnissen von einem Roten Stern bekrönt wird. Den Einwohnern von BoBoStan gefällt 's.

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    Das Innere kriegt man nicht mehr zu Gesicht, denn kein vernünftiger Mensch geht da noch hinein:

    Volkstheater - wien.info

    Volkstheater-Sanierung auf Zielgeraden, Kay Voges baut Spielplan um - Volkstheater  Wien - derStandard.at › Kultur

    Volkstheater - wien.info

    Rechts hinten das Palais Trautson, dem wir uns natürlich noch widmen werden. Links Mitte die stumpfen Spitzen der Ulrichskirche. Hinter dem VT wirklich exzellente Gründerzeitbebauung:

    Museumstraße 3:

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    Hotel Pension Museum - Kids Love Vienna

    Museumsstraße 5:

    links VT, rechts Stiftsgasse, hinter der Tafel angeschnitten das Palais Trautson:

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    Museumsstraße - Ecker Steinmetzmeister

    Museumsstraße 5 historisch:

    Alt-Wien wird neu: Abriss und Neubau um 1900 - WienSchauen

    Wien 7, Museumstraße 5/3 in 2022 | Wien, Austro hungarian, European music

  • St. Ulrich

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    Die bedeutendste Vorstadt des Bezirks. Zentrum ist naturgemäß die St. Ulrichskirche. Sie liegt am Sankt Ulrichsplatz zwischen Burggasse im Süden und Neustiftgasse im Norden, und wird an ihrer Ostseite von schönen alten Häusern umsäumt - die Westseite ist historistisch überformt.

    Der Chor weist nach Süden zur Burggasse. Davor die Pestsäule:

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    Die Freitreppe in Richtung Neustiftgasse:

    These 14 Vienna public spaces are perfect spots to meet friends when the  sun's out - Vienna Würstelstand

    Blick auf den westlichen Turm:


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    Blick von der Neustiftgasse. In der Mitte ein Renaissance-Haus, das einzige in den Vorstädten. Wie hat das nur die Türkennot überstehen können?

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    Das Ulricher Platzl:


    Gerald Bayer | Boutique Hotel Altstadt Vienna im Zentrum von Wien

    Die Häuser an der Ostseite:

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    Uns fällt natürlich das "Starobjekt" sofort ins Auge:

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    "Haus zu den 12 Himmelszeichen"

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    Das Renaissancehaus St. Ulrichsplatz 4:

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    Um 1640 erbaut, damals herrschte in Wien noch die Renaissancezeit.

    St.-Ulrichs-Platz – Wien Geschichte Wiki

    Hinterhof am Ulrichsplatz:

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    Neustiftgasse beim Ulrichsplatz:

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    Neustiftgasse 30:

    Neustiftgasse 30 (2021) - Neustiftgasse 30 mit renovierter Fassade (Foto: 2021)

    Der Ulrichshof ist oft gemalt worden. Hier eine Ansicht eines nicht sehr begabten Aquarellisten:

    Real History and Adolf Hitler the Artist

  • Hinter der Spittelberger Fassziehergasse, quasi deren Verlängerung, wir erinnern uns:

    die hübsche Fassade der armenisch-katholischen Mechitaristenkirche (ja das war noch ein anderes, konstruktives Multikulti im alten Wien):

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    Quote from Wiki

    Die Mechitaristen (armenisch Մխիթարեան) sind eine Kongregation armenisch-katholischer Geistlicher (italienisch Congregazione Armena Mechitarista; Ordenskürzel CAM oder OMech, in Österreich CMV). Ihren Gottesdienst feiern sie nach dem armenischen Ritus, allerdings mit gewissen Anpassungen an abendländische Bräuche.

    Mechitaristenkirche (7., Neustiftgasse bei 4; Klosterkirche "Maria Schutz"). 1599 waren die Kapuziner nach Wien gekommen, 1603 errichtete man ihnen ein kleines Kloster und die Kirche "Zum heiligen Franziskus" am Platzl in St. Ulrich. Nach der Zerstörung durch die Osmanen (1683) wurden die Objekte bereits 1684 durch Feldmarschall J. C. Graf Serényi neu erbaut. 1784 wurde das Kloster durch Joseph II. aufgehoben. Das Hofdekret vom 13. Dezember 1810 sprach die Kirche den von den Franzosen aus Triest vertriebenen Mechitaristen zu, 1814 wurde sie ihnen verkauft. Die Mechitaristen verschönerten die Kirche bedeutend. 1823 setzten sie an die Stelle des früheren Hochaltarbilds "Maria Verkündigung" (vielleicht von Martin Johann Schmidt) ein Maria-Schutz-Bild, wodurch die Kirche das Patrozinium "Maria Schutz" erhielt (späteres Fresko über dem Hochaltar von Josef Kleinert). Nach dem großen Brand in St. Ulrich 1835 kam es zu einem Neubau des Klosters (Eingang von der Mechitaristengasse) durch Josef Georg Kornhäusel (Grundsteinlegung am 18. Oktober 1837 durch Ferdinand I.; Bauleitung Anton Hoppe). Kirche und Kloster wurden 1871-1873 von Camillo Sitte im Stil der Neurenaissance erneuert (nachdem die Kirche behördlich wegen Baufälligkeit gesperrt worden war); am 15. August 1874 erfolgte die Weihe. Die Kirche wurde 1901 renoviert und 1958 restauriert.

    Ansichtskarten

    Inneres:

    Die Mechitaristen in Wien - Neubau


    Mechitaristenkirche Maria Schutz, Wien - Blick zur Decke

    Hier das gleichnamige Kloster, Fassade zur gleichnamigen Gasse:



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    Zwischen den parallelen Durchzugsstraßen, sämtlich mehr oder weniger historistisch überformt, wie Burggasse, Neustiftgasse, Lechenfelderstraße liegen viele unbekannte, oft erstaunlich gut erhaltene Altstadtgässchen, deren Bestand vor allem zur Mitte hin geschlossenen Züge aufweist. Hier die erwähnte Mechitaristengasse:

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    Lanners Geburtshaus:

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    ein Stück Alt-Wien, nicht eben sensationell, dafür authentisch.

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    Neustiftgasse 7:

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    noch im VII.: das Palais Trautson

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    Ein Graf Trautson ließ 1712 hier ein Palais errichten, das zu den wichtigsten barocken Bauwerken Wiens zählt. Sein Vorbild war das Amsterdamer Stadthaus. Baumeister war Christian Alexander Oedtl; er baute nach den Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach.

    Palais Trautson — Treppenhaus - Deutsche Digitale Bibliothek

    Palais Trautson — Treppenhaus - Deutsche Digitale Bibliothek

    Palais Trautson - Justizministerium - Neubau

    Palais Trautson - Thema auf meinbezirk.at

    Man stelle sich vor:

    Quote from Wiki

    1961 erwarb die Republik Österreich das Palais für die Justizverwaltung. Dabei wurde der Abbruch erwogen, was zu heftigen Diskussionen führte. Die jüngeren Zubauten an der Museumstraße und der Lerchenfelder Straße wurden entfernt; auf dem Gelände des ehemaligen Gartens entstanden vorübergehend Fertigteilhäuser für die UNIDO. Der Teil an der Neustiftgasse wurde durch ein Bürogebäude ersetzt.

    Heute befindet sich das Bundesministerium für Justiz im Palais Trautson.

    Das erklärt, warum das hintere Umfeld Richtung Lerchenfelder Straße so do prdele ist.

  • Es hat auch nicht viel Sinn, die Burggasse nach den einzelen Vorstädten zu gliedern, sie geht einfach durch, weitgehend auf alten Verläufen, sicher idR verbreitert, und schert sich nicht um St. Ulrich oder Spittelberg oder Schottenfeld. Das letzte Stück zum heutigen Gürtel übrigens musste extra durchbrochen werden, an der Kaiserstraße war ursprünglich Fine gewesen.


    Gaumenfreuden in der Burggasse - STADTBEKANNT

    Wien: Burggasse bekommt

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    Burggasse 49 - ein Verlust:

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    Burggasse 86 gibts noch;

    Vienna: Burggasse 86 | Wenen

    Nr 95:

    Nr. 95


    Neubau: Wird die Burggasse 47–53 bald eine Grünfläche? - Neubau


    Nr 98:

    Nr. 98

    Nr 122: Zwischenkriegszeit

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  • Wunderbare Bilder, vielen Dank. Nahe St. Ulrich in der Siebensterngasse habe ich bei meinem ersten Wienbesuch gewohnt. Es war Februar und bitterkalt. Das ganze Viertel war von Schnee zugedeckt. Es war so still und friedlich. Ich dachte: Gleich kommt hier eine Kutsche um die Ecke mit Beethoven oder Haydn drin.

  • Neubau (ieS)

    Eigentlich besteht "der Neubau", dh die ehemalige Vorstadt dieses Namens, in erster Linie aus der gleichnamigen Gasse. Sie wurde bei gleichbleibender Enge historistisch überformt, was ihren etwas skurrilen Charme ausmacht. Dazu ist sie von jüngeren Verschandlungen wie die mittlerweile unterträgliche "MariaHü", die sich immer mehr eine bundesdt. Fußgängerzone annähert, verschont geblieben. Hier ist sich die Stadt einigermaßen treu geblieben. Früher war hier der Buchhandel sehr präsent, heute sind des die Errungenschaften von BoBostan, also Multikulti und viel Wohlfühlschmarren. Man soll nicht zu viel schimpfen, immerhin befindet sich dort mein Lieblingsrestaurant in Wien, oder eines von diesen, das Bombay.

    Hier die obligate Übersicht: der Neubau ist gelb eingezeichnet.

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    Zu Beginn eine Reise in die Vergangenheit:

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    Wurscht, wo das genau war, es steht nicht mehr.

    Die heutige Neubaugasse sieht so aus:

    Neubaugasse

    Wobei hier sogar eine hübsche Biedermeierfassade erhalten geblieben ist, städtebaulich sehr wirksam in der Flucht der Siebensterngasse.

    Hier die Ecke zur MariaHü (man beachte die dortigen schiachen Laternenmasten - Wien ist diesbezüglich führend):

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    Der Anfang bei der MariaHü ist noch nicht so weltbewegend, die

    Anfang bei der Mariahilfer Straße

    Typisches "Gassen"-Bild:

    1280px-Neubaugasse_Flohmarkt_Sept2007.jpg

    Es handelt sich um einen trotz allem noch "funktionierenden" Stadtraum.

    Neubaugasse_10_II.jpg

    eines der wenigen Biedermeierhäuser (zu den 7 Kurfüsten):

    Nr. 16 – „Zu den neun Kurfürsten“

    Ecke Lindengasse, links mitte Kurfürstenhaus:

    Bei der Lindengasse, Blick Richtung Mariahilfer Straße

    der schöne Elsahof:

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    das "Renaissancetheater":

    Nr. 36 – Renaissancetheater

    Ecke Westbahnstraße mit einem der wenigen Neubauten (mE recht gut gelöst):

    Ecke Westbahnstraße

    wir bewegen uns in Richtung Burggasse:

    Zwischen Westbahnstraße und Burggasse

    hier das schönste Haus der Gasse, der Goldene Greif:

    Nr. 62 – „Zum goldenen Greif“

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    Daneben ein zweiter "Demolirungs-Überlebender":

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    der riesige Neubauhof:

    Nr. 64–66 – Neubauhof

    Kreuzung Burggasse Richtung Josefstadt:

    Bei der Burggasse, Blick Richtung Neustiftgasse

    Nr 71:

    Nr. 71


    Kreuzung Neustiftgasse, Blick vom Bombay:

    Bei der Neustiftgasse, Blick Richtung Lerchenfelder Straße

    Ende an der Lerchenfelderstraße:

    Ende der Neubaugasse an der Lerchenfelder Straße