Posts by Treverer

    Hat das schon jeder gesehen? Tolle moderne Kurzdoku über Nymphenburg, wie es viele wahrscheinlich noch nicht gesehen haben. Z.B. den Steinernen Saal im goldenen Morgenlicht:

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    Da fällt mir die fiktive deutsche Stadt Wisborg in Robert Eggers Nosferatu von 2024 ein. Weil man durch die Modernisierung nicht in Lübeck oder Wismar drehen konnte, hat man mit aufgebauten Kulissen, Miniaturmodellen und CGI Wisborg wunderschön und atmosphärisch dargestellt.

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    Teilweise kann man einzelne Sehenswürdigkeiten wie das Holstentor oder Lübecker Kirchen erkennen.
    Es gibt einen Shot im Film der besonders eindrucksvoll ist:

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    Da hat man den Schatten von Nosferatus Klauen über einer Miniaturstadt gleiten lassen. Erkennt man in diesem Gif leider nicht so gut wie im Film selbst. Einen Film den ich jedem anrate, der Horror und düstere Märchen mag.

    Schon verrückt, während in einem DAF kein einziges Mal einer der Entwürfe als "kitschig" klassifiziert wird, wird im APH bereits eine zusätzliche Leiste derart gerügt, und die ganze Brücke mehrfach als (u.a. zum Himmel schreiender) Kitsch - unter fleißigen Dankesbekundungen - verbucht. Wo sind wir denn da abgebogen?


    Häh? Wer sagte hier "zum Himmel schreiend" unter was für "Dankesbekundungen"? Wer auch immer das vielleicht tat, ist mir egal, ich persönlich finde die Leiste sieht an einer modernistischen Brücke einfach kitschig aus. Falls du es dann besser verstehst: Ich finde z.B. auch die historisierenden Platten im Nikolaiviertel in Berlin kitschig. Gewollt historisierend, aber nicht gekonnt. Ich würde mir nichts sehnlicher wünschen als eine gekonnt historisierende Brücke (der Grassl-Entwurf ging in die Richtung) – oder besser noch – die originale Carolabrücke, aber an einer durch und durch modernistischen Brücke, wie der von Fhecor, sieht die Leiste halt eher kitschig für mich aus, ebenso wie historisierende DDR-Platten.
    Wenn ich genauer darüber nachdenke, ist ein solcher Kritikpunkt sogar etwas, was ich genau von diesem Forum erwarten würde, und eher weniger im DAF, weil ich den meisten Leuten hier unterstellen würde, dass sie einen guten Geschmack haben. ;)

    Uff!! Der Grassl-Entwurf war mein klarer Favorit, aber der wurde ja schon sehr früh torpediert, obwohl – oder vielleicht gerade weil – er den meisten in den Sozialen Medien zu gefallen schien. Hier und im DAF war er jedenfalls ganz klar der Favorit bei den meisten.

    Ich kann mich nun ehrlich gesagt nicht recht entscheiden, ob der LAP- oder der Fhecor-Entwurf für mich zur Not das kleinere Übel darstellt. Den LAP-Entwurf finde ich recht elegant. Ich mag die luftigen Rautenverstrebungen. Besonders nachts und golden angestrahlt wirkt die Brücke den Visualisierungen nach sehr schick. Allerdings stört die asymmetrisch auf der Altstadtseite weit auskragende Passantenplatform. Das hat was von Autobahn. Und genau von der Altstadt aus werden die meisten auf die Brücke blicken, und nicht von der anderen Seite, wie die Brücke auf Visualisierungen 90% der Zeit beworben wird.

    Der Fhecor-Entwurf wirkt mit seinen vielen Bögen schön dynamisch und nah an der originalen Carolabrücke. Auch die Aussichtsplattformen sind eine schöne Idee. Allerdings hat die Brücke auch zwei Design-Entscheidungen, die mich schwer stören. Einmal wären das die dünnen, vertikalen Balken, die von den Brückenpfeilern zu den Aussichtsplattformen aufsteigen. Das sieht optisch instabil aus und geht den Normen in der traditionellen Baukultur entgegen, dass Brückenpfeiler auch so aussehen sollte, als ob sie massiv und stark genug sind, die Fahrbahn zu tragen. Außerdem wirkt die Leiste direkt unter der Fahrbahn, die wohl an Eierstab erinnern soll, irgendwie kitschig an einer sonst sehr modernen Brücke.

    Nürnbergs Problem ist meiner Ansicht nach, dass es zu einem mittelmäßigen Wiederaufbau kaum Traditionsinseln wiederaufgebaut hat. Die braucht es, damit eine Stadt ihr altes Gefühl und ihre Identität bewahren kann. München z.B. hat es besser gemacht. Es wurde auch schwer zerstört und es wurde viel Nachkriegsschrott gebaut, aber die vielen Traditionsinseln, wo man sich im 360°C-Winkel im alten München wähnen kann, macht den ganzen Mist drum herum irgendwie wett.

    Großflächig mieser Wiederaufbau + viele Traditionsinseln > Großflächig mittelmäßiger Wiederaufbau + kaum oder keine Traditionsinseln

    Das Humboldt-Forum hasst sich selbst und seine eigenen Sammlungen und zelebriert das geradezu genüsslich. Anders als der RBB das propagiert, erfreut das kaum jemanden und so wird niemals eine breite Besucherschaft angezogen werden.
    Das Einzige, was das HF retten kann, ist eine komplette Neubesetzung und Neukonzipierung. Raus mit der Ideologie und dem Aktivismus und rein mit der Wissenschaft und Kunst.

    Im ARD-Beitrag spricht man von einer "stadträumlichen – sagen wir mal – Heilung". In dem man Ruinenfassaden aufstellt, die nach den kläglichen Überresten von Dresden oder Hiroshima aussehen?
    Wow... Einfach nur wow...
    Jedes Mal wenn man meint, in Deutschland setzt sich doch langsam aber sicher wieder die Vernunft ein, dass Schönheit im Städtebau ein hohes Gut ist. Dass Städte wie Dresden, Potsdam, Frankfurt und Berlin durch die Reihe weg von ihren Rekonstruktionsprojekten profitiert haben, dann kommt so ein Hammer.

    Gegen Grassl scheint man sich generell von erster Minute an verschworen zu haben. Wohl zu klassisch und hat wohl den Bürgern zu gut gefallen...
    Es hat sich noch immer nicht in den ideologischen Dickköpfen durchgesetzt, dass heutzutage Schönheit und Tradition ein hohes Gut sind. Ein Gut, dass ganz direkt Geld generiert. Attraktivität zieht Menschen aus Deutschland und aller Welt an, und damit nicht nur Touristen (falls manche darüber die Nase rümpfen), sondern auch Aufmerksamkeit und Investitionen. Ein Segen vor allem in Zeiten, in denen die Industrie mehr und mehr schwächelt.

    Ich habe mich bei der Befragung für Grassl auf dem ersten Platz und LAP auf dem zweiten Platz ausgesprochen. Die beiden fügen sich am besten in das Umfeld ein und kommen der ursprünglichen Carola-Brücke noch am nächsten. Ich glaube, mit beiden könnte man zufrieden sein. Ganz schlimm finde ich nur den Schüssler-Entwurf. Der sieht nicht viel weniger nach einer Autobahnbrücke aus, als die DDR Carola-Brücke. Bitte lasst es in einem tragischen Schicksalsschlag nicht ausgerechnet diese werden. :weinenstroemen:

    Pressesprecherin: „Zuerst wird die Maßnahme nächsten Monat europaweit ausgeschrieben. Es handelt sich dabei um ein Prestigeobjekt. Schließlich ist der Boulevard Unter den Linden nicht irgendeine Straße."

    Achso. Deswegen ist vor lauter Prestige 6 Jahre lang gar nichts passiert und der Mittelstreifen des Boulevards, der nicht irgendeine Straße ist, sah wie in einem Krisengebiet aus.
    Ich würde mich weglachen, wenn es nicht so unglaublich traurig wäre.

    Ganz Deutschland hat ein Müllproblem. An nahezu jeder Ampel findet man aus dem Fahrzeug geworfene Gegenstände. Auch die Auf- und Ausfahrten der Autobahnen vermüllen immer mehr. Entweder wird einfach seltener gereinigt, weil dafür das Geld fehlt, oder die Bevölkerung stumpft immer weiter ab. Möglicherweise ist auch beides der Fall.

    Ich rede noch nicht mal von richtigem Müll (der hielt sich zum Glück in Grenzen), ich rede von dem ganzen "Sperrmüll", der da rumsteht. Das ganze Areal ist komplett zugestellt (mit was ich ja alles schon aufgezählt habe), dass man Slalom laufen muss. Totale chaotische Verwahrlosung. Sowas habe ich in noch keinem kulturellen und politischem Zentrum einer westlichen Stadt gesehen.

    Einfach mal im Prenzlauer Berg flanieren gehen, und dann merken, dass Berlin nicht gleich "Unter den Linden" ist.


    Aha...

    Ich bin neulich nach vielen Jahren mal wieder die Linden runterspaziert. Ich war echt entsetzt. Berlin ist generell – aber vor allem unglaublich deutlich vor den Fassaden der edlen Bauten aus Barock und Klassizismus – zu einem Messie mutiert. Da ist wirklich alles komplett zugestellt, als wäre es der Abend vor der Sperrmüllsammlung. Nur, dass da eben nie der Sperrmüll eingesammelt wird.

    Sechs verschiedene Arten von Pollern verlaufen kreuz und quer, man muss richtig Slalom laufen. Ein Schilderwald, permanent wie provisorisch; einige davon schief, bis zu drei an einer Stelle, die sich gegenseitig verdecken und von oben bis unten mit Stickern verklebt sind. Absperrungen von der letzten Demo – und Demo ist gefühlt jeden Tag in Berlin – liegen noch überall herum. Vier verschiedene Arten von Mülleimern, die natürlich überlaufen, während die Flaschen fast schon ordentlich drumherum stehen. Fahrräder und E-Scooter stehen, lehnen und liegen überall. Info- und Werbestelen, die wirklich ollsten Trafokästen, natürlich auch komplett beschmiert und beklebt. Überall wehen Fahnen und Banner, sind Plakate in den schrillsten Farben befestigt – war da nicht mal eine Gestaltungsverordnung? Pop up Bücherverkauf und Bars, ein Flohmärkt hier und da. Und dann natürlich noch die klobigen, roten und pinken Bänke rund um das Schloss und im Schlosshof.

    Oh, ich habe noch Bushaltestellen, Baustellen und moderne Kunst vergessen und bestimmt noch irgendetwas.

    Komplett zugemüllt, die Stadt. Einen Menschen würde man zum Psychotherapeuten schicken und das Ambulant Betreute Wohnen einschalten, um da mal komplett auszumisten.

    Oha! Darf man dann also auf ein virtuell rekonstruiertes Pellerhaus hoffen? Mitsamt der mittelalterlichen Imhoffhaus-Fassade daneben? Sehr spannend!

    Sie rekonstruieren nie alles in einer Stadt. Das ist natürlich nahezu unmöglich, sie sind ja auch keine Kunsthistoriker und Archäologen, aber sie picken sich schon besondere, prägende Bauwerke raus und rekonstruieren diese im Detail. Das kann durchaus ein Pellerhaus sein. Die restlichen 80% der Städte werden dann mit Bauten gefüllt die genau so ausgesehen haben könnten an diesem Ort und in dieser Zeit. Insgesamt ergibt sich dann immer ein sehr eindrucksvolles und authentisch wirkendes großes Ganze.
    Da Gerüchte/Leaks besagen, dass man diesmal keine gewaltige open world machen will wie in Origins (Ägypten), Odyssey (Griechenland) oder Valhalla (England, Dänemark, Norwegen), sondern sich wieder auf einzelne Regionen und Städte konzentrieren will (vielleicht nur Franken, oder nur Nürnberg und Umland), stehen die Chancen eigentlich richtig gut, dass man somit auch besonders detailliert und genau arbeiten wird.

    Übrigens sieht es aus, als würden wir im nächsten Jahr die Möglichkeit haben Nürnberg (und Würzburg sogar, glaube ich) in voller Pracht um das Jahr 1625 in der Assassin's Creed Spielereihe erkunden zu können. Wer AC kennt und weiß wie detailgetreu und grafisch realistisch diese Spiele mittlerweile sind, kann sich schon mal darauf freuen. Noch ist alles aber mehr Gerüchte und Leaks als offiziell, aber die Vorzeichen werden immer klarer. St. Lorenz von Nürnberg ist bereits als ziemlich eindeutige Silhouette im neuesten AC aufgetaucht:

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    Berlin hat sehr hässliche aber auch sehr schöne Ecken, und alle Abstufungen dazwischen. ;) Ist also bei aller Kritik, die ich an der Stadt habe, nicht hoffnungslos, wie viele andere deutsche Großstädte.
    Die nächste Regierung (sehr wahrscheinlich Rotrotgrün) macht mir allerdings gewaltige Sorgen, weil unter dieser jetzt eine ganze Menge von äußerst wichtigen Bauvorhaben ablaufen werden, und ich mir fast sicher bin, dass sie alles irgendwie hintertreiben werden. Am tragischsten ist das mit der Bauakademie. Man hat sich auf die äußere Rekonstruktion geeinigt, aber ich bin mir nicht sicher, ob man sich nach dem Regierungswechsel auch daran halten wird. Dieser verdammte ('tschuldigung!) Wettbewerb müsste endlich mal anlaufen. Was treiben Frau Kahlfeldt und der Bund gerade? Wenn der Wettbewerb noch vor der neuen Regierung laufen und entschieden würde, würde ich mir sehr viel weniger Sorgen machen. :(