Die Bundesregierung hat nie etwas zu den Betriebskosten der Kirche beigetragen, das tut sie auch in Dresden bei der Frauenkirche nicht. Die Förderung betraf den Bau des Kirchturms. Unsere bekannte linke Bundestagsabgeordnete hat also nur etwas gefragt, von dem sie wusste war geantwortet wird, um eine Schlagzeile zu produzieren. Jetzt könnte ein konservativer Abgeordneter mal fragen, ob die Bundesregierung die Rote Hilfe oder das Freiland in Potsdam finanziert - da wird auch eine Absage kommen.
Die zentrale Frage, wie man den Betrieb des Kirchturms finanziert, stellt sich doch von Anfang an. Dass die Seminarräume und die kleine Ausstellung keine Millionen in die Kasse spülen ist doch selbstverständlich. Das kann nur über Touristen geschehen, die aber in größerer Anzahl nur eine vollständig rekonstruierten Turm besuchen - mit Haube und Bauschmuck. In der jetzigen Fassung ist der Turm wenig attraktiv.
Und für das Kirchenschiff braucht es eben auch eine vernünftige Lösung. Das kann z.B. ein Zentrum deutscher Widerstand sein, das unter der Regie des Bundes hier gut hinpassen würde. Die letzte Ausstellung zum Widerstand im Bauministerium, das in den Räumen des ehem. IR 9 residiert, ist auch schon seit längerem geschlossen.
Die Stiftung scheint aber weiterhin den Kopf in den Sand zu stecken und auf eine staatliche Kultur-Förderung für die Ausstellung zu hoffen. Wenn, kann das nur vom Land gefördert werden.
Zum Rechenzentrum wird es in der übernächsten Woche Neuigkeiten geben. Die Gutachten zu einem Weiterbetrieb des RZ neben dem Turm liegen jetzt vor und ergeben die erwartbaren Ergebnisse. Nach Fertigstellung des Kunst- und Kreativquartiers müsste ein Weiterbetrieb mit einer neuen Baugenehmigung geschehen, und die Folgen sind natürlich weitreichend. Vor allem wäre eine energetische Sanierung (in welchem Maß auch immer) nötig, die von den Nutzern nicht zu finanzieren ist. Die Fachleute haben zudem das von den RZ-Aktivisten vorgelegte Betriebskonzept geprüft und als Wunschdenken klassifiziert. Es wird interessant, was die linke Mehrheit in der SVV nun macht: ab Montag beginnen die Verhandlungen zum Haushalt 2026, der ebenfalls ein Sparhaushalt wird.