Posts by Kaiser Karl

    Die Entwürfe sind wirklich ein Armutszeugnis der modernen Architektur. Schlimmer geht es kaum. Selbst Parkhäuser in irgendwelchen Randzonen sind nicht abstoßender, und das will schon was bedeuten.

    Es gibt Nachkriegsfotos aus den 50er-Jahren, auf denen die Fassaden des bedeutenden Lloydgebäudes noch völlig intakt waren. Auch der Turm stand noch, und das grandiose Treppenhaus war ebenfalls völlig intakt. Was hatte die Bremer damals geritten, diese Perle abzureißen? Auch die Gebäude drum herum wurden abgerissen, denn wenn man diese Vergleichsfotos ansieht, steht da ja in dem gesamten Gebiet nichts mehr.

    thommystyle™

    Nochmals Danke für die tollen bearbeiteten Ansichten. Ich habe sie schon ausgedruckt um den Nachbarn, der ja offen für jeden schönen Vorschlag ist, damit in die richtige Richtung zu bewegen.:daumenhoch:

    thommystyle™

    Donnerwetter. Das hast du aber sehr gut hinbekommen, auch die schönen Holzfenster. Wenn der Nachbar das so machen würde, hätten wir von unserer Terrasse immer einen schönen Blick. Das Bild zeige ich ihm. Auch die Variante mit den Sprossen in den Oberlichtern - sehr gelungen. Was man aus solch eigentlich langweiligen Häusern alles machen kann!

    Majorhantines

    Die Balken sind eigentlich noch ganz gut in Schuss. Ich war auch mal drüben und habe mir das aus der Nähe angeschaut. Aber unter dem Beton am Fenster könnte der Balken tatsächlich Schäden haben. den müsste er halt auswechseln oder teilreparieren lassen. Der Schwellbalken ist ganz rechts am Ende etwas Morsch. Diese ersten 40 cm von rechts sollten ausgebessert werden.

    Verputzen wäre eigentlich aus zwei Grunden schade. Erst mal war es seit 1905 nie verputrzt und die Steine sind viel Verwitterungfester als Putz. Auch sieht es so (finde ich) authentischer und historischer aus als eine verputzte, gestrichene Wand. Die Innenwanddämmung mit Heizschleifen hätte den Vorteil, dass ja auch die Fachwerkwand minimal erwärmzt wird, wegen des Taupunktes sehr wichtig.

    Mein Nachbar hat es nun endlich geschafft diese Kunstklinkerfassade Stück für Stück abzunehmen. Alles mit einer alten Holzleiter. Alle Achtung. Auch die Lattung unter der Fassade des Anbaus hat er abgerissen. Doch nun zeigt sich das ganze Elend.

    Er wollte ja eine Dämmung drauf kleben lassen, die er dann mit Scheinfachwerk verschönern wollte. Dieser Plan scheint nun hinfällig. Weil der obere rechte Teil tatsächlich echtes Fachwerk ist, muss für die Dämmung natürlich erst wieder eine Unterkonstruktion drauf. Ich habe ihm gesagt, warum er denn ein Scheinfachwerk haben möchte, wenn er hier sogar richtiges Fachwerk hat. Er meinte, dass dieses Fachwerk ja alles andere als schön ist. Auch dieser Beton unter dem rechten Fenster und das zugemauerte andere Fenster. Und die Vorschrift, dass die Fassade einen vorgeschriebenen Wärmedurchgangswiderstand aufweisen muss. Am liebsten würde er diese Fachwerkwand abreißen und mit Poroton aufmauern. Doch dann muss das Dach ja irgendwie abgefangen werden. Was wäre teuer.

    Ich hatte ihm vorgeschlagen, eine beheizbare Innendämmung auf Lehmbasis anbringen zu lassen und das Fachwerk von außen neu streichen zu lassen. Auch das Erdgeschoss mit Innendämmung zu versehen, damit die Backsteinoptik nicht verloren geht. Es ist zwar alles 1905 gebaut worden, also in diesem Fall nicht denkmalschutzwürdig, aber trotzdem schöner, als eine moderne glatte Fassade. Auf den Steinen des zugemauerten Fensters könnte man zwei Fensterladenblenden anbringen, so dass es aussieht wie ein Fenster mit geschlossenen Fensterläden. Mal sehen ob er das so macht. Ich sagte ihm, dass das die günstigste Variante wäre. Denn darauf kommt es ihm ja auch an.

    Oder neue Hausfenster mit Fensterkreuz

    In der heutigen Zeit? Völlig utopisch!

    Ich erinnere mich noch lebhaft an die nervenaufreibenden Debatten, ob auf die Kuppel des Berliner Schlosses ein Kreuz gehört oder ob man aus Gründen der Vielfalt nicht lieber einen Halbmond wählt. Auch die Kreuze in bayerischen Klassenzimmern haben ja bekanntlich für mittelschwere Staatskrisen gesorgt.

    Wer heute im öffentlichen Raum – oder schlimmer noch: an der eigenen Fassade – leichtfertig ein Kreuz fordert, und sei es nur ein Fensterkreuz, begibt sich auf ein gefährliches ideologisches Minenfeld. Das wird ein absoluter Kampf gegen Windmühlen! Am Ende gilt das Sprossenfenster wahrscheinlich noch als unzulässiges architektonisches Glaubensbekenntnis.

    Lieber direkt auf Ganzglas setzen, bevor das Bauamt die Gesinnungsprüfung einleitet!

    Naja, für den Berliner Dom (evangelisch) muss man ja schon sehr lange Eintrittsgeld bezahlen. Auch sind die meisten historischen Kirchen in den Niederlanden z.B. nur zum Gottesdienst kostenfrei besuchbar. Dann muss man halt zum Gottesdienst den Kölner Dom besuchen. Das füllt dann auch die leeren Kirchenbänke wieder etwas.

    Kleiner Tipp für diejenigen, die auch mal die grandiosen Orgeln hören wollen:

    Sonntags gibt es oft besondere Messen, mit Chor. Das ist dann schon was besonderes. In Aachen war ich erst kürzlich zur 10 Uhr Messe am Sonntag im Dom. Das ist schon ein Erlebnis. Mit großem Mädchenchor, der vom oberen Umgang gesungen hat und dazu die meisterhaft gespielte Orgel. Zum Schluß dann noch das Prelude der 3. Sinfonie von Widor. Da bekommt man schon Gänsehaut. Und alles ohne Eintrittsgeld!

    Gehen wir nun zum Potsdamer Platz und besuchen kurz das Esplanade.

    Ein trauriger Rest dieses einst sehr eleganten Hotels steht heute brutal eingezwängt zwischen albtraumhaften Stahl- und Betonungetümen hinter einer Glasfassade, als sei es eine römische Ruine, die unverändert erhalten und geschützt werden muss. Der noch erhaltene Kaisersaal musste sogar aufwändig verschoben werden um diese Betonalbträume zu verwirklichen. Anstatt dieses letzte noch teilweise erhaltene Hotel wieder so herzustellen wie es gewesen ist. Es wäre heute das letzte dieser großen prachtvollen Grandhotels von Berlin. Aber leider wurde diese Chance vertan.

    Berlin-Hotel-Esplanade-01f.jpg

    zum Vergleich, die gleiche Ansicht heute:

    Liste, Karte, Datenbank / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt - Berlin

    Berlin-Hotel-Esplanade-03f.jpg

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    Ein weiterer Aufenthaltsraum:

    Berlin-Hotel-Esplanade-innen-10.jpg

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    Ein Hotelzimmer:

    Berlin-Hotel-Esplanade-Zimmerf.jpg


    Ein weiteres großes Hotel war das Excelsior gegenüber des Anhalter Bahnhofs:

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    Das Restaurant:

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    Ein weiterer Aufenthaltsraum:

    Berlin-Excelsior-Restaurant-02.jpg

    Das Cafe:

    Berlin-Excelsior-Cafe.jpg

    Der Frühstücksraum:

    Berlin-Excelsior-Cafe-02f.jpg

    Verlassen wir nun den Pariser Platz und gehen durch die Wilhelmstraße bis zum Wilhelmplatz. Dort stand das nächste bedeutende Hotel, das älter war als das Adlon. Der Kaiserhof. Die Zimmer waren im sprühenden Historismus gestaltet. Heute wäre das Hotel sicher eine Sensation:

    Nun schauen wir uns mal im Inneren um:

    Die Vorhalle:

    Der Lichthof:

    Das Restaurant:

    Bereich des Wintergartens:

    Ein Speisesaal:

    Frühstückssaal:

    Ein Aufenthaltsraum:

    Die Lounge:

    Kaminzimmer:

    Ein Festsaal:

    Ein Hotelzimmer:

    Ein Zimmer aus einer Suite:

    Interessant ist, dass es im Gegensatz zu Wien, wo es noch das alte Sacher gibt, in Berlin kein einziges der alten gründerzeitlichen Grandhotels mehr gibt. Besonders tragisch ist, das ausgerechnet eines der bedeutendsten Hotels, das sogar den Krieg überstand, erst nach Kriegsende bei den Siegesfeiern der Roten Armee im Hotel, in Flammen aufging. Das Adlon. Daher beginnen wir mal mit dem alten Adlon und besuchen das Hotel, wie es heute aussehen würde, wenn es nicht ausgebrannt und dann abgerissen worden wäre:

    Nähern wir uns dem Eingang:

    In die Eingangshalle:

    Die auch große Marmorhalle genannt wurde.

    Gehen wir nun links an der Treppe vorbei in den Wintergarten:

    Stimmt, die Idee mit dem falschen Fachwerk ist genial. Da echtes Holz ja hier nicht funktionieren würde, wäre so ein geputztes Fachwerk aus Mörtel die beste Lösung. Das könnte ein fähiger Putzer einfach auf den Putz auftragen. Es gibt sogar ein Video davon:

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    Ich werde dem Nachbarn, der selber ja auch eine historisch aussehende Fassade haben möchte und keinen langweiligen glatten Neubau, das mal vorschlagen.

    Vielen Dank nothor & Johan Maurits

    Das nenne ich fundiertes Wissen der Materie. Ich werde meinem Nachbarn nun raten, erst mal zu überlegen, was er genau machen möchte. Von meiner Grndstücksseite habe ich seinen Anbau, um den es geht, denn das Haupthaus möchte er nicht ändern, fotografiert und auch mit Gemini ein paar Vorschläge gemacht, wie es nach der Dämmung aussehen könnte. Der Anbau steht nicht komplett frei, sondern ist auf der Rückseite an den Anbau des nächsten Nachbarhauses angebaut. Also haben sie eine gemeinsame Innenwand. Aber die lange Fassade zur Terrasse und zu unserem Haus muss komplett erneuert werden. Auch das kurze fensterlose Stück zum Garten hin. Ich habe meinem Nachbarn gesagt, dass vielleicht hinter dieser häßlichen Plastik - Klinkerfassade im Obergeschoß vielleicht auch ein Fachwerk, wie an dem kleinen Stück, was nicht verkleidet ist rechts, zu sehen ist. Dann würde ich ihm raten das Fachwerk frei zu legen und irgendwie die Räume innen zu dämmen. Aber weil es mehr als 10 % sind muss leider ein Energieberater her. Ich hoffe, dass er ihm nicht aufschwatzt eine moderne langweilige Fassade da drauf zu kleben. Hier ein paar Fotos vom Istzustand und meine Vorschläge, wie es sein könnte. Allerdigs sind die Vorschläge leider ja auch schon überholt, weil Holzfachwerk ja nicht geeignet ist.

    Von unserem Garten aus gesehen:

    20240903_155115.jpg

    Von unserer Terrasse aus gesehen:

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    Anbau-00.jpg

    Dass da was gemacht werden muss ist klar, doch es soll auch danach schön und nach Altbau aussehen. Das ist die Schwierigkeit. Diese Fachwerkvorschläge fallen ja nun alle weg. Da muss also was anderes gemacht werden. Vielleicht doch mit profilierten Fensterumrandungen und Friese aus dem gleichen Material, wie die Dämmung?


    Hier erst mal die überholten Vorschläge mit Dämmung und Fachwerk:

    Hier noch mit dem häßlichen Fenster:

    Anbau-05.jpg

    Wenn er Geld für ein neues Fenster hätte sähe das dann so aus:

    Anbau-05b.jpg

    Anbau-12e.jpg

    Und wenn er Geld für ein weiteres fenster hätte könnte es so aussehen:

    Anbau-14i.jpg

    Oder mit Ziergiebel:

    Anbau-11.jpg

    Anbau-10.jpg

    Vielen Dank für die Hinweise. Das habe ich mir fast schon gedacht, dass ein Scheinfachwerk aus Holz problematisch ist.

    Das werde ich dem neuen Eigentümer mitteilen.

    Ich sagte Ihm, dass er es ja auch zweischalig machen kann, ohne Dämmplatten, Dann z.B. Rockwool und davor eine Holzfassade.

    Leider besteht die Sanierungspflicht für Altbauten, beim Besitzerwechsel. Das ist sicher auch der Grund, warum so viele schöne Altbauten mit Dämmung verhunzt werden:

    Für wen besteht eine gesetzliche Sanierungspflicht?

    Wer in Deutschland zu einer energetischen Sanierung verpflichtet ist und welche Maßnahmen erforderlich sind, steht im Gebäudeenergiegesetz. Die Sanierungspflicht greift grundsätzlich, wenn:

    • du ein Haus kaufst, erbst oder per Schenkung übertragen bekommst und die Immobilie nicht den energetischen Standards entspricht, die im GEG stehen.
    • du umfangreiche Bauarbeiten an deiner Immobilie vornimmst, die mehr als 10 Prozent des Gebäudes betreffen.

    Ausgenommen von der Sanierungspflicht sind Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, wenn sie das Gebäude seit mindestens 1. Februar 2002 selbst bewohnen. Beim Eigentümerwechsel greift dann jedoch die GEG-Sanierungspflicht. Sie betrifft sowohl Käufer als auch Erben und Beschenkte, sobald diese im Grundbuch stehen und der energetische Standard der Immobilie nicht die Vorgaben des GEG erfüllt. Für die Nachrüstung haben die neuen Hauseigentümer zwei Jahre Zeit.

    Mal eine interessante Frage an diejenigen, die sich entweder auskennen, oder jemanden kennen, der von sich aus behaupten würde, dass er sich in diesem Gebiet auskenne, wobei er sich jetzt nicht einhundertprozentig auskennen müsste, weil das Gebiet ja, wegen der ausufernden Masse an potentiellen Möglichkeiten an Formensprache der Elemente und Profilen zur Dekorierung, auch für Kenner der Materie sicher inzwischen nicht mehr auf Anhieb überschaubar ist.

    Unser direkter Nachbar hat das Haus verkauft, welches von 1905 ist u nd dessen Fassade zur Straße noch Stuck besitzt, auch wenn leider die Sprossenfenster durch sprossenlose Kunststofffenster ausgewechselt wurden. Aber darum geht es bei meiner Frage nicht.

    Die Frage stellt sich nun am Hinterhaus zum Garten hin, was auch von unserem Garten gut zu sehen ist.

    Laut Gesetztesgebung muss ein Altbau, wenn er den Besitzer wechselt, energetisch saniert werden. Da das Haus nicht unter Denkmalschutz steht, hofft er, dass er die schöne Stuckfassade nicht dämmen muß. Mal abwarten was passiert.

    Aber das Hinterhaus hat einen ca 15 m langen Anbau, der ohne Stuck, aber dafür mit einer auf Glaswolldämmung und Lattung angebrachter Plastikklinkerfassade, die sich überall bereits löst, in den 70er Jahren verschönert wurde. Dieser Anbau soll und muss nun mit Wärmedämmverbundsystemplatten gedämmt weden. Um Kosten zu sparen, möchte er es ohne Energieberater machen, hat aber schon bedenken, ob es mit Energieberater vielleicht günstiger werden würde.

    .Allerdings möchte er die lange zweigeschossige Hoffassade auch mit Dämmung verschönern. Es soll danach nicht wie ein moderner Neubau aussehen. Er dachte an ein Zierfachwerk im Obergeschoß, dass aus Brettern (15 cm mal 3 cm Dicke) besteht. Aber auch die Möglichkeit von Historisch aussehnden Fensterumrandungen, die wie Stuck aussehen, wären, statt des Fachwerks, denkbar.

    Ich hatte ihm geantwortet, dass ich das Fachwerk auf jeden Fall vorziehen würde, es jedoch wegen des Holzes sicher in der Fuge zum Putz hin, im Laufe der Jahre zu Abplatzungen kommen würde, denn das Holz arbeitet ja und zieht sich im Sommer, in der Sonne etwas zusammen. Daraufhin habe ich ihm gesagt, dass ich die, wie echter Stuck aussehenden Fensterumrandungen und vielleicht auch noch einen schönen Fries unterhalb der Fenster vorziehen würde. Vielleicht auch über den Fenstern zum Dach hin einen simsähnlichen Abschluß. Wenn dann alles in Kreideweiß gestrichen wäre, würde es sicher sehr schön und wie ein gut erhaltener Altbau aussehen.

    Nun weiß er immmer noch nicht was er machen soll: Fachwerk oder Styroporstuck.

    Was meint Ihr wäre für die Optik und auch Haltbarkeit sinnvoller? Denn Styroporverzierungen sind ja auch nicht echt und Holzbretter sind ja wenigstens aus Holz.

    Nein, das ist sicher nicht die Ursache der Zerstörung. Der Krieg war nur eine Folge. Die Ursache der Zerstörung liegt viel tiefer in der Vergangenheit verwurzelt. Die Frage ist einfach, aber die Antwort ist sehr schwierig.

    Viele meinen ja, ohne Gavrilo Princip hätte es den ersten und zweiten Weltkrieg nie gegeben. Wäre z.B. am Tag des Attentats der Herr Princip wegen einer starken Erkältung im Bett geblieben, stünde diese Kirche noch. Oder wäre er umgeknickt und hätte sich den Knöchel verstaucht, stünde die Kirche ebenfalls noch.