Die klassische Kunstgeschichte, die sich an Ästhetik orientiert hat, ist ja schon vor Jahrzehnten als "rechts" (bzw. als "einheitsbraun", wie man neuerdings sagt) diffamiert worden. Es ist immer wieder das alte Lied. Es geht um Haltung, nicht um Ästhetik. Oder um es pointiert zu sagen: Schön ist, was den herrschenden Ideologen gefällt.
Posts by Seinsheim
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Der Platz vor dem Bode-Museum war eine städtebauliche Reminiszenz vor der Place Dauphin, wo sich die Seine gleichfalls teilt. Der Inselsporn war wie in Berlin über zwei Brücken mit den gegenüberliegenden Ufern verbunden und mit einem Reiterstandbild (Heinrichs IV.) besetzt. Dieses Denkmal wiederum diente mit den vier Gefangenen als Vorbild für Schlüters Reiterstandbild des Großen Kurfürsten auf der Langen Brücke. Die Parisbezüge waren also recht komplex, durch das Fehlen beider Denkmäler sind sie nicht mehr erkennbar.
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Man kann sich jetzt darüber streiten, ob das typisch sozialistisch ist im Sinne anti-elitärer bzw. antibürgerlicher Proletisierung oder typisch kapitalistisch im Sinne populistischer Kommerzialisierung. Das Resultat ist leider dasselbe: Niveauverlust.
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Ich weiß, dass im Kanzleilatein des 16. Jh. die Variante "archimarschalcus" offiziell war, doch liest sich die Graphemfolge "sch" ungewohnt. Eleganter hätte ich archimarescalcus oder archimarescallus gefunden (analog zu maresalcus oder marescallus in italienischen oder französischen Inschriften). Aber offenbar setzte man auf eine etwas deutscher klingende Variante.
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Ein weiterer Fehler in den Inschriften findet sich in einer modernen Zutat ( Inschrift am Sockel des Zwerchhauses).
https://dawo-dresden.de/wp-content/uploads/2024/03/Schlosshof4-678x381.jpg
Hier ist von RECONSTRVCTVS die Rede. Da keine männliche Person gemeint ist, muss es natürlich Neutrum sein, also RECONSTRVCTVM. -
Diese Art der Berichterstattung erinnert mich irgendwie an die Falschmeldungen über die Vikarie in Limburg.
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Die Teilvergoldung des Wappens ist, wie ich finde, eine guter Kompromiss.
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Orbán ist gescheitert, Ungarn hat sich für die Demokratie entschieden. Auch im Denkmalschutz beginnt eine neue Ära.
Ich kenne die Verhältnisse in Ungarn zu wenig und will hier auch keine politische Grundsatzdebatte eröffnen. Ich kann mir gut vorstellen, dass eine Partei, die 16 Jahre ununterbrochen regiert, autokratische Züge entwickelt und Staatsorgane infiltriert. Merkel ist das beste Beispiel. Auch kenne ich die Absichten des künftigen Ministerpräsidenten zu wenig. Aber ob eine Annäherung an die EU, von der nun die Rede ist, ein Land wirklich freier macht? Und was konkret bedeutet dies für den Denkmalschutz?
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Das Berliner Schloss ist von allen Berliner Museen das am meisten besuchte, wie ich neulich las. Und das sicher zu einem großen Teil wegen der barocken Fassaden.
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Architektonisch ist der Kölner Dom aber auch von Außen beeindruckener.
Dem wage ich denn doch zu widersprechen. Der Hochchor samt Kapellenkranz ist in der Weltarchitektur einzigartig. Und auch die Glasmalereien kann man nur von innen her erkennen.
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LEGO Sagrada Família 2026 geleakt - Architecture-Set soll 12.060 Teile haben
Der genannte Preis dürfte wohl zu wenig sein.
Was ist nur aus dem schönen alten Lego geworden, mit dem man ursprünglich einfach nur kleine oder größere Städte bauen konnte - und gelegentlich auch eine Lok und ein paar Waggons?
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Rom ist nur unfehlbar, wenn es ex cathedra spricht und das Gesagte sich auf die katholische Glaubens- und Sittenlehre bezieht. :

Davon abgesehen: Ich denke, die Qualität eines Kunstwerks sollte nicht von seiner Größe abhängig gemacht werden. Wenn man nachbessern kann, sollte man es tun. Und hier geht es ja um konstruktive Kritik.
Aber um konkret zu werden: Die barock-bewegte Beschwingtheit sehe ich im abstehenden ondulierenden Haaren durchaus gegeben. Wenn man barocke Beschwingtheit vermeiden will, müsste man die ganze Frisur neu konzipieren und sie dem sehr additiven, in sich geschlossenen Lockenkranz des Apoll von Olympia anpassen.
Grundsätzlich halte ich es für problematisch, den frühen Klassizismus des ausgehenden 18. Jhs. mit der frühen griechischen Klassik gleichzusetzen oder das eine zum Vorbild für das andere zu wählen. Der Frühklassizismus von Krubsacius kam vom Barock her, der Strenge Stil des Apoll von Olympia atmet noch Reste der Archaik . Wir haben es also mit zwei völlig gegenläufigen Stilentwicklungen zu tun! Selbst der weiter vorangeschrittene und strengere Klassizismus des frühen 19. Jhs. hat sich nicht am frühen Strengen Stil orientiert.
Also würde ich vo der Bildung falscher Traditionslinien warnen. Sonst steht uns gleich wieder die nächste Reformation ins Haus.
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Spitzweg Man muss jetzt nicht politisch werden. Aber wer gesehen hat, in welche Machenschaften der Herr Weimer verstrickt ist (frühere Politiker hatten den Anstand, wegen viel geringerer Verfehlungen zurückzutreten), der muss sich nicht wundern. Wie Dorgerloh verhält sich Weimer wie ein Opportunist. Man redet mal so und so, dann tut man das Gegenteil. Um sachliche Argumente geht es schon lange nicht mehr.
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Ich finde die Idee, das Tympanon zu füllen, ja wirklich gut und auch das Motiv passend. Aber ich bin eben auch der Meinung, man sollte sich bei einem barocken Bau an Vorlagen orientieren, die auch dem Barock selbst als Vorbild dienten. Und bis um c.a. 1900 fand der Strenge Stil eigentlich keinerlei Rezeption...
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Der Apoll von Olympia gehört dem sogenannten Strengen Stil an, also der Frühklassik. Dieser Stil ist mit dem Barock völlig inkompatibel, erst recht auch mit den Sonnenstrahlen paraphrasierenden wallenden Locken. Wenn ihr euch an einem antiken Bildwerk orientieren wollt, dann nehmt den Apoll von Belvedere oder den Kasseler Apoll mit den weitaus feineren Gesichtszügen. Wenn das Modell aus Ton ist, kann man es ja noch problemlos nachmodellieren.
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Mir kommen das Gesicht etwas grobschlächtig und der Schädel etwas kantig vor. Ich weiß aber nicht, wie das Original war.
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Für das Betreten von Kirchen Eintritt zu verlangen, ist in meinen Augen hochgradig ambivalent. Es ist ein Akt der Kommerzialisierung, welcher der eigentlichen Bestimmung eines Sakralbaus abträglich ist, zumindest wenn es sich um einen Kultbau handelt, in dem Gott nach katholischer Lehre in Gestalt der Eucharistie real und dauerhaft präsent ist (bei protestantischen Kirchen stellt sich das Problem nicht so dringlich, weil sie eher als Predigt- und Versammlungsräume dienen). Also Geld zahlen, damit man Gott begegnen kann?
Ein Kultbau, in dem Gott wohnte, war auch der Jerusalemer Tempel, aus dessen Vorhof Jesus die Händler und Geldwechsler vertrieb. Die Händler verkauften Opfertiere, die Wechsler tauschten Geld in die Tempelwährung um. Der Tempel erhob auf beides Steuern, sein Betrieb war also auf den Handel angewiesen: in pekuniärer Hinsicht (Entrichtung der Abgaben) wie in kultischer Hinsicht (Kauf der Opfertiere). Dennoch hatte diese Praxis den Tempel in Jesu Augen zu einer Räuberhöhle gemacht. Die Evangelien deuten die Präsenz der Händler und Wechsler indirekt sogar als ein Symptom für das Ende des Tempelkults und damit auch für den Niedergang des Judentums.
Nun kann man einwenden, dass die meisten Touristen ohnehin kein Gespür für die Heiligkeit des Orte haben; wenn man sie schon einlässt, dann können sie auch zum Unterhalt des Domes beitragen. Aber soll Ignoranz der Maßstab sein?
Ein weiterer Gedanke: Während der Messe, sogar kurz vor der Wandlung, wird der Klingelbeutel herumgereicht. Die Gaben der Gläubigen sollen als eine Art Opfergeschenk das Gegenstück zum Opfer Jesu bilden. So gesehen müsste man dann die Eintrittsgelder einfach als obligatorische Spende oder als Opfergabe deklarieren.
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Das unverglaste Treppenhaus war natürlich unpraktisch, selbst in Italien sind einige - etwa im Palazzo della Consultà in Rom, nachträglich verglast worden. Dasselbe gilt für die Loggien im Damasushof des Vatikans und für sehr viele andere Fassaden. Auch die Benediktionsloggia des Petersdoms war ursprünglich offen (was auch besser aussah).
Die unverglaste Treppe ist von der Idee her eine überdachte Freitreppe, besonders gut konnte man dies am Oberen Belvedere in Wien sehen. Noch in der Würzburger Residenz gehörten Vestibül und unterer Treppenbereich zum Außenbereich des Schlosses - entsprechend sind die Schachtwände der unteren Treppenläufe in der Farbe gestrichen, die auch die Fassade hat.
Daneben gibt es den unverglasten Wendelstein: in Blois, in Torgau und - vor dem Umbau durch Schlüter - gleich zweimal im Hof des Berliner Schlosses.
St. Florian hat bis heute ein offenes Treppenhaus. Und das Berliner Treppenhaus war bis zur Mitte des 19. Jhs. zumindest noch im unteren Bereich unverglast.
Letztlich hat die Verglasung der Treppe die Wohnsituation im Schloss kaum verbessert. Die Kälte drang im Winter durch die dünnen Fenster der Wohnräume ebenso ein wie durch die Türen zwischen Treppenhaus und Wohnbereich. Ich denke, ein Grund war eher, dass man Regen, Schnee und Schmutz nicht mehr auf den Treppenstiegen haben wollte. -
Die Übereinstimmung sehe ich vor allem darin, dass beide Treppenhäuser ursprünglich unverglast waren, bzw. unverglast konzipiert wurden.
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Wir haben über die Gründerzeitarchitektur und die Architektur des Wilhelminismus (ist ja nicht dasselbe) schon vielfach diskutiert. Die qualitative Bandbreite ist recht groß, v.a. für die Architektur zwischen 1890 und 1914. Ein Mangel war, dass es Bauherren gab, die viel Geld, aber keinen Geschmack besaßen. Die Folge waren protzige, überladene Fassaden, die zwar eine Oberflächenstruktur aufwiesen, diese aber keinen Sinn ergab und die auch ziemlich geistlos war: dreidimensionale Tapetenarchitektur aus dem Katalog ohne Sinn und Verstand. Dass wir diese Architektur heute besser finden als die zeitgenössische Moderne, ist kein Gütesiegel für die damalige, sondern ein Armutszeugnis für die heutige Architektur.
Daneben gab es um 1900 freilich auch eine sehr reichhaltige Architektur, die nicht protzig war, sondern prachtvoll. Protz - Prunk - Pracht, das ist keineswegs dasselbe. Prachtvolle und prächtige (auch das ist nicht dasselbe) Architektur kann sehr stimmig und tiefinnig sein. Besonders hervorzuheben wären die Staatsbibliothek unter den Linden und das Bode-Museum.
Dann entwickelte sich ab 1900 eine zum Teil sehr elegante, eher zurückhaltende Reformarchitektur, die sich beispielsweise in einigen Warenhäusern, vor allem aber auch in Geschäftsbauten und Wohnhäusern zeigte.
Nicht zu vergessen auch die zum Teil exzellente Industriearchitektur (Anhalter Bahnhof).
Man sollte also differenzieren. Die Bauten am Schinkelplatz, ich wiederhole mich, waren für sich genommen sehr gelungen. Aber solch guter Architektur fiel eben zum Teil eine ältere, nicht selten schönere - oder zumindest historisch bedeutsamere - Bausubstanz zum Opfer. Wie herrlich wäre es beispielsweise, wir hätten an der alten Stechbahn noch die wunderbare Häuserzeile Jean de Bodts, die auf die Fassaden der Place Vendôme in Paris Bezug nahm!