Bevor ich auf den Inhalt eingehe, nur eines vorweg:
Formulierungen wie „soso“ oder „muss man jetzt wirklich erklären…“ sind ein Tonfall, mit dem man üblicherweise Kinder belehrt, nicht erwachsene Diskussionspartner.
Ich bin in meinem Beitrag sachlich, höflich und mit konkreten Argumenten geblieben – ich sehe daher nicht, warum mir in diesem herablassenden Ton geantwortet wird.
Zum Inhaltlichen:
Sie schreiben, der unbegrünte Platz „referenziere eine Zeitschicht“.
Das Problem ist nur: welche Zeitschicht genau?
Der heutige Stadtraum besteht aus:
– drei rekonstruierten Barockfassaden,
– einer modernen Ostfassade,
– dem Staatsratsgebäude,
– den Rathauspassagen,
– dem Marx‑Engels‑Forum,
– und einer komplett veränderten DDR‑Nachkriegsstruktur.
Von einem historisch durchgängig geformten Stadtraum kann also keine Rede sein.
Es handelt sich um eine selektive Rekonstruktion in einem Umfeld, wo vieles modern ist.
Wenn man 105 Millionen in eine Fassade investiert, entsteht daraus nicht automatisch ein Anspruch, den gesamten Platz künstlich „barock“ zu halten – schon gar nicht, wenn das Umfeld diese Zeitschicht gar nicht mehr trägt.
Dass man „nicht überall im Hochsommer Kaffee trinken muss“, ist ein netter Punkt, aber er geht am Kern vorbei:
Es geht nicht um Komfort, sondern um städtebauliche Qualität in einem heterogenen, stark mineralischen Umfeld.
Und genau dort können ein paar Bäume sehr wohl Sinn ergeben – nicht als „Wellness“, sondern als räumliche Vermittlung zwischen Rekonstruktion und moderner Umgebung.
Kurz gesagt:
Der Platz ist kein barockes Gesamtensemble, sondern ein Hybrid aus Rekonstruktion und Moderne.
Eine minimale Begrünung zerstört keine „Zeitschicht“, die im restlichen Umfeld ohnehin nicht mehr existiert.































