Posts by johan v2

    Das Pickering House gilt als eines der ältesten kontinuierlich bewohnten Häuser der Vereinigten Staaten. Es wurde um 1651 erbaut und über mehr als drei Jahrhunderte von der Familie Pickering bewohnt. Das Gebäude zeigt typische Elemente der frühen kolonialen Architektur Neuenglands und wurde im Laufe der Zeit mehrfach erweitert und angepasst.

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    Das Peirce-Nichols House in Salem wurde 1782 erbaut. Architekt war Samuel McIntire, ein berühmter US-amerikanischer Baumeister. Das Haus ist ein klassisches Beispiel für den Federal-Stil mit eleganten Holzverzierungen. Es gehörte der wohlhabenden Kaufmannsfamilie Peirce und ist heute Teil des Peabody Essex Museums.

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    Das The Witch House in Salem wurde um 1668 erbaut. Bauherr war vermutlich Captain George Corwin. Das Haus ist ein Beispiel für frühkoloniale Architektur mit steilem Dach und Holzkonstruktion. Es wurde später von Jonathan Corwin bewohnt, einem Richter der Hexenprozesse von 1692.

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    Eigene Fotos

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    Eigene Fotos


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    Das Ropes Mansion in Salem wurde 1727 erbaut. Bauherr war Samuel Barnard. Das Haus wurde um 1800 im Georgianischen Stil umgestaltet. Heute gehört das Gebäude zum Peabody Essex Museum. Bekannt ist es auch für seinen formalen Garten hinter dem Haus.

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    Die wunderschöne Chestnut Street Viertel liegt im historischen Zentrum von Salem.

    Die Straße wurde ab 1796 angelegt. Viele Häuser stammen aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert.

    Die Straße gehört zum Chestnut Street District. Dieses größere historische Wohngebiet umfasst zirka 300 Gebäude.

    Die meisten Häuser sind im Federal-Stil oder im kolonialen Stil gebaut. Viele stehen unter Denkmalschutz und gibt eine wirklich wunderbare Stadtbild her.

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    Salem ist eine Küstenstadt nördlich von Boston. Die Stadt ist vor allem für die Hexenprozesse von 1692 bekannt. Heute gibt es dort viele Museen und historische Gebäude.

    Wer eine europäische Altstadt mit engen Gassen erwartet, findet diese in Salem kaum. Das Stadtbild wird eher von Holzhäusern aus dem 17. bis 19. Jahrhundert geprägt. Viele Viertel bestehen aus gut erhaltenen Wohnhäusern aus der Kolonialzeit und dem Federal-Stil.

    Bekannte Gebäude sind das The Witch House und das The House of the Seven Gables. Das Witch House wurde um 1660 gebaut und ist mit den Hexenprozessen verbunden. Das House of the Seven Gables stammt aus dem Jahr 1668 und wurde durch den Roman von Nathaniel Hawthorne bekannt.

    Charlestown fühlt sich fast wie eine eigene Altstadt an und prägt mit seinen geschlossenen Reihen von Holzhäusern ein ganz typisches Stadtbild von Neuengland. Die historische Bebauung, die schmalen Straßen und die Nähe zum Wasser verleihen dem Viertel eine besondere Atmosphäre, die stark an traditionelle Küstenstädte der Region erinnert.

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    Das älteste Restaurant in Charlestown ist die Warren Tavern. Sie wurde 1780 eröffnet und zählt zu den ältesten noch betriebenen Restaurants in der Region Boston.

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    Ehrlich gesagt, mein Typ von Altstadt ist das nicht. Das alles wirkt irgendwie kalt und einschüchternd auf mich. Ich bekomme da Albträume.

    Albträume? Das ist doch ein bisschen übertrieben. Es ist ja keine deutsche Großstadt 🙂. North End ist ein altes Arbeiterklasseviertel, und das spürt man im Vergleich zu einem anderen Altstadtviertel wie Beacon Hill deutlich.

    johan v2
    January 26, 2025 at 10:10 PM

    Es ist natürlich klar, dass die USA und Kanada keine mittelalterlichen Altstädte besitzen. Das bauliche Erbe reicht dort in der Regel vom späten 18. Jahrhundert an bis ins 19. Jahrhundert hinein. Gleichzeitig muss man aber auch sagen, dass eine Großstadt wie Boston über ein bemerkenswert gut erhaltenes Ensemble an Straßenzügen aus dem 18. und 19. Jahrhundert verfügt – etwas, das man selbst in Deutschland in dieser Dichte und Größe vergleichsweise selten findet.

    Die Gebäude in den historischen Vierteln sind zudem oft erstaunlich alt:

    In Beacon Hill stammen viele Häuser aus der Zeit zwischen etwa 1790 und 1860, mit einem Schwerpunkt in den frühen Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts (Federal und Greek Revival).

    In Charlestown finden sich zahlreiche Wohnhäuser aus der Phase nach dem großen Brand von 1775, also vor allem aus ca. 1780 bis 1840, daneben auch späteres 19.-Jahrhundert-Bauland.

    Der North End ist teilweise noch älter; einige Gebäude gehen auf die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück, viele stammen aus 1720 bis 1850.

    Insgesamt bedeutet das, dass große Teile dieser Viertel heute über 180 bis 300 Jahre alt sind – ein für nordamerikanische Großstädte sehr beachtliches Alter.

    Beacon Hil

    johan v2
    January 26, 2025 at 10:10 PM

    Charlestown

    johan v2
    January 30, 2025 at 12:36 AM

    North end

    johan v2
    January 28, 2025 at 3:30 PM

    Ich will ja keine Diskussion neu starten, aber die kanadische und amerikanische Ostküste verfügen doch über einen beachtlichen Altstadtbestand. Die Altstadt von Québec ist zum Beispiel UNESCO-Welterbe, und auch Städte wie Montréal, Boston, Philadelphia oder die historischen Viertel von Georgetown und Alexandria sind gut erhalten. Gleiches gilt für Charleston, Savannah und New Orleans.

    Und dabei sprechen wir noch gar nicht von kleineren Orten wie Portsmouth, Providence, Nantucket, Edgartown, Salem oder Marblehead.

    Diesen "Phantomschmerz" habe ich bei Magdeburg, Berlins Zentrum oder Dresden weitaus mehr als in Nürnberg. Dort hat man den Städten ja weiträumig alles geraubt, was dort zuvor existierte. Selbst die historischen Stadträume, Straßenverläufe und Grundstücke, verschwunden.

    PS: Bringt diese Diskussion uns irgendwie weiter? Ich schreibe ab jetzt nichts mehr dazu.

    Dass du über den Hauptmarkt keinen Phantomschmerz empfindest, ist entscheidend: Der Verlust der historischen Stadt wird nicht als solcher wahrgenommen, und es entsteht kein Bedürfnis nach einem „zweiten Wiederaufbau“ wie in Dresden.

    Der Wiederaufbau Nürnbergs verkörpert das neue politische Regime und zeigt, wie Architektur als Instrument hegemonialer Macht fungieren kann. Im Fall Nürnbergs wurde die neue Stadt so gestaltet, dass sie als „besser“ und überlegen gegenüber der alten Stadt wahrgenommen wird. Dadurch entsteht kaum Phantomschmerz – weder bei Politikern noch bei der Bevölkerung –, da der Verlust der historischen Bausubstanz ideologisch überlagert wird. Solange diese Narrative bestehen, wird der historische Verlust nicht als Mangel erlebt. Dennoch bleibt der Hauptmarkt ein symbolischer Ort der Spannung – ein Ort, an dem die Entscheidungen des Wiederaufbaus und die ideologische Formung der Stadt unmittelbar erfahrbar werden.

    Man kann diesen Prozess auch mit Voltaires Gedanken in Candide verbinden: Du lebst in einer Art „bestmöglicher Welt“ – einer konstruierten Realität, in der das Neue als Fortschritt und Überlegenheit wahrgenommen wird, selbst wenn es das Alte ersetzt. So wird die Idealisierung der neuen Stadt zu einer praktischen Umsetzung des philosophischen Optimismus: Das Leiden über den Verlust wird verdrängt, weil die Wahrnehmung dominiert, dass alles „zum Besten“ gestaltet wurde.

    Danke Nothor und Grimminger fur eure Antworten - Ich finde eure Antworten stimmig. Nürnberg hat eine Art Zwiespalt zu seiner Vergangenheit, und der Wiederaufbau ist entweder als konservativer Neuanfang oder als freizügige Interpretation einer neuen Ordnung zu verstehen. Kritisiert man den Wiederaufbau, kritisiert man damit indirekt auch diese neue Ordnung.

    Gleichzeitig habe ich beim Lesen vieler Bücher – etwa „Dreimal Nürnberg“ – immer wieder den Eindruck gewonnen, dass verkannt wird, was für eine großartige und einzigartige Stadt Nürnberg einmal war. Im Gegensatz zu Buarque empfand ich mit jedem weiteren Buch und Gang durch Nürnberg einen zunehmenden, fast kriechenden Phantomschmerz. Jede Straße fühlte sich beraubt an – beraubt dessen, was sie einmal gewesen ist: ein Unikat.

    Hätte ich eine Zeitmaschine, würde ich ohne Zögern zurückreisen, nur um dieses Stadtbild einmal selbst zu erleben. KI macht es heute immerhin möglich, sich Teile davon virtuell vor Augen zu führen. Vielleicht ist der Verlust für mich deshalb besonders groß, weil Nürnberg von so vielen außergewöhnlich schönen Stadtbildern umgeben ist: Bamberg, Rothenburg, Dinkelsbühl, Landshut, Regensburg – und sogar Augsburg. Eine Stadt, die trotz Zerstörung und trotz eines teilweise fragwürdigen Wiederaufbaus bis heute einfach großartig wirkt.

    Für mich wäre Nürnberg in erhaltener Form ein Kronjuwel gewesen – selbst unter den Bedingungen und Prägungen der Bundesrepublik.

    Hier gibt es im Grunde zwei unterschiedliche Vorstellungen von Wiederaufbau: einen strukturellen Wiederaufbau und einen Wiederaufbau des historischen Stadtbildes. In diesem Punkt gebe ich Buarque recht: Nürnbergs Innenstadt besitzt eine gewisse Struktur. Betrachtet man sie jedoch als historisches und traditionelles Stadtbild, verfehlt der Nürnberger Wiederaufbau dieses Ziel deutlich.

    buarque Das ist letztlich auch das zentrale Narrativ des Wiederaufbaus: Man hat die Strukturen bewahrt, aber weder die Gebäude noch das historische Stadtbild wirklich wiederhergestellt. Selbst diese Strukturen sind jedoch nicht 1:1 erhalten geblieben – die Innenhöfe, die Maßstäblichkeit und vor allem das Flair sind verloren gegangen.

    Persönlich halte ich diesen Ansatz für problematisch. Er verfehlt die Bedeutung von Handwerk, historischer Bausubstanz und materieller Authentizität und misst der eigentlichen Gebäudesubstanz viel zu wenig Gewicht bei.

    Der nördliche Umbau der Greifswalder Altstadt ist dafür ein gutes Beispiel: Die Struktur bleibt formal erhalten, doch die Gebäude werden ersetzt. Ohne Substanz und ohne Atmosphäre bleibt von der Struktur nur ein halbes Bild.

    Meine ersten Eindrücke von Nürnberg waren auch eher negativ, das war so Mitte/Ende der 80er, als noch nicht Neues Museum und gediegene Gastronomie den Auftakt zur Stadt vom Bahnhof aus bildeten, sondern so eine Art dubioses Rotlichtviertel. Dazu noch das Komm-Jugendzentrum und ein ziemlich unangenehmes Publikum unterirdisch beim Gang vom Bahnhof in die Innenstadt (gibt es heute in Ansätzen auch noch, dank Polizei aber viel besser geworden).

    Vieles war auch deutlich schmuddeliger als heute (ist mir ähnlich in Mannheim aufgefallen, was heute tatsächlich wesentlich angenehmer wirkt als damals). Ich habe mir dann einen Architekturführer zu Nürnberg gekauft, mich damit beschäftigt und sehe Nürnberg inzwischen viel positiver. Aber natürlich sind viele Ecken weiterhin zum Abgewöhnen, vor allem Kornmarkt und südwestliche und östliche "Altstadt", da bringen die Putzfassaden und Dächer dann auch nichts mehr.

    Ich kenne keine Stadt, die bei Google von oben so eine geschlossene, historisch aussehende Dachlandschaft aufweist, aber in der Realität viele hässliche Nachkriegsfassaden bereit hält.

    Sicherlich Würzburg, aber generell finde ich den Würzburger Wiederaufbau hochwertiger, auch speziell bei den neu gestalteten 50er-Jahre-Bauten.

    Danke für diese Gedanken. Nach Nürnberg habe ich in Freiburg, Konstanz und Oldenburg gelebt. Und auch wenn Youngworth hier nicht mehr schreibt: Freiburg stellt Nürnberg als Wohnstadt klar in den Schatten. Auch wenn mich die Kaiser-Joseph-Straße nicht besonders begeistert – so sehr wie Youngworth vielleicht –, kann ich gut damit leben.

    Als ich nach Nürnberg zurückkam, empfand ich die Stadt deutlich weniger schön als viele andere deutsche Städte.

    Übrigens: Was den DDR-Wiederaufbau betrifft, finde ich, dass die Lange Straße in Rostock durchaus ihren eigenen Reiz hat.