Posts by Strelizius

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    Weniger Geld vielmehr Baukultur im eigentlichen kulturellen Sinne, also Wissen um die Häuser und das herausarbeiten bestehender Qualitäten. Hier geht es oft eher darum, bei notwendigen Pflege- und Ertüchtigungsmaßen bauzeitliche Farben zu wählen, oder veraltete oder zu große Werbeanlagen zu demontieren und der gleichen mehr.

    Laufendes Beispiel vom Dresdner Weißer Hirsch. Minireko eines Giebels: Sehr gelungen wie mit minimalen ökonomischen Mitteln innerhalb einer notwendigen Instandhaltung der Farbton korrigiert und bauzeitliche Ornamentik wiedereingeführt wurde. Kleine Maßnahme - Große Wirkung.

    Weißer Hirsch Sanierung

    Weißer Hirsch Sanierung

    Bild: G.n.b.h. Architekten

    Für Dresden: Ich gehe davon aus, dass in der kommenden Dekade das Hotel Stadt Rom rekonstruiert werden wird und auch das Narrenhäusel, sehr wahrscheinlich auch das eine oder andere Bürgerhaus an der Großen Meißner begonnen oder bestenfalls gar beendet sein wird.

    Wenn sich der Fokus im Diskurs auf das Belvedere richten ließe, gebe es erhebliche Potentiale dieses Aufgrund seiner Lage und Bespieglung in die Umsetzung zu bringen. Gleiches gilt mittlerweile für den Kaiserpalast. Ich finde ihn scheußlich, so viel sei gesagt, aber er ist schlichtweg so präsent bei sehr, sehr vielen Menschen, dass man einer ernstgemeinen Auseinandersetzung zu seiner teilweisen oder vollständigen Wiederherstellung beschäftigen wird (im Zuge einer generellen Neuordnung der östlichen Alstadtbereiche. Ich könnte mir vorstellen, dass es dabei auf einen seltsamen und in diesem Falle dann faulen Kompromiss, also eines Wiedergängers a la "Postgebäude" hinausläuft. Das wäre natürlich bitter.

    Eine beginnende Wiedergewinnung der Innenräume im Palais im Großen Garten halte ich ebenfalls für möglich im kommenden Jahrzehnt, wenn nicht sogar wahrscheinlich. Nicht falsch verstehen, so wie bei vielen Dresdner Projekten mit langem Atem: Die Raumkubatur ist da, als nächstes könnte die primäre Wiederherstellung der raumgliedernden Bauelemente erfolgen. Die handelnden Akteure sind hier sehr gut aufgestellt.

    Es muss doch noch nicht mal ein großes Projekt sein, oder etwa doch?


    Esgibt Unmengen Giebel, Fassaden, Fachwerkhäuser, Dächer, kleine Gebäude zu rekonstruieren, die im Gesamtbild dazu beitragen, als ein großes ganzes zu wirken. Bsp. Frankfurt Braubachstraße, Zeil/Roßmarkt, Nürnberg, Erfurt, usw.

    Kann ich hunderprozentig unterschreiben. Diese "feinen" Unterschiede unterscheiden ja schon heute die sehr schönen Stadtbilder/Stadträume und die ganz passablen, die uns dann trotzdem nicht berühren. Hier gibt es überall an Stadt und Land viel zu tun. Gerade im Grenzgebiet, dem Weichbild gibt es enorm viel privates Eigentum. Hier konserviert Armut und kluger Wille mit begrenzen Mitteln in vielen Fällen. Mehr ist hier oft weniger. Weniger Geld vielmehr Baukultur im eigentlichen kulturellen Sinne, also Wissen um die Häuser und das herausarbeiten bestehender Qualitäten. Hier geht es oft eher darum, bei notwendigen Pflege- und Ertüchtigungsmaßen bauzeitliche Farben zu wählen, oder veraltete oder zu große Werbeanlagen zu demontieren und der gleichen mehr. Am Rand dieser Maßnahmen, dann auch um "Rekonstruktion" bzw. "Wiederherstellung". Das muss in jedem Einzelfall und von vielen Bürgern in der Summe eben mehr gewollt als unliebsames Übel sein, damit es in der Tendenz einen Aufwärtstrend gibt.

    Diese Art von softer Rekonstruktion und Wiederherstellung sieht man teilweise am Land recht deutlich. In Mecklenburg Strelitz zum Beispiel überwiegt das positive deutlich in den vielen Dörfern. Ich wüsste nicht wieso diese Art des kulturellem Mehrverständnisses, welches gerade herrscht aktuell abnehmen sollte.

    Sehr negativ das hier alles. Manchmal geht es "ganz schnell", bzw bleibt fast unentdeckt (Rekonstruktion des Schauspielhaussaals in Dresden) und dann kommt es doch. Ob Privat (Liebhaberei als Eskapismus gibt es gerade in schlechten Zeiten, hier fallen mir aus der letzten Dekade immens viele Beispiele ein) oder Öffentlich, weil sich der politische Wille ändert (Bornplatzsynagoge). Oft liegt es wie wir wissen ja gar nicht am Geld, weil eine Rekonstruktion eines Klassizistischen oder Barockenhauses oft sehr viel günstiger kommt/käme, als ein aufwendiger und angestrebter Neubau mit allem Tamtam.

    AI ist hier Segen und Fluch. Es könnte dazu führen, dass sich die Befriedung am Sehen intakter deutscher Stadtbilder über das Internet befriedigen lässt. Es könnte aber auch mit Nachdruck dazu führen bestimmte Verluste ins Bewusstsein zu rufen. Was sich bisher nur starke und klug geführte Initiativen vornehmlich in Berlin, Potsdam und Dresden leisten konnten mit entsprechenden (teuren) Visualisieren.

    Gerade vor dem Hintergrund der ökonomischen Herausforderungen, wie Schrumpfung und erstarkendem Konservatismus, Entfall von Einzelhandel kommt aus den oben genannten Gründen womöglich sogar neue Fahrt im Bereich der "Restauration unserer Innenstädte". Wir werden sehen.

    Bitte, bitte gern. Das ist der altbekannte whatabouttsm-Modus von unserem alten Potsdamer Bekannten unter neuer Maske jetzt: Johan Maurits. Wie immer wirft er sinnlos die zwei Brandbomben "WDVS" und "Potsdamer Mitte" in die Diskussionsstrang "Dresden, Neumarkt - Quartier III/2". Und wir stehen vor x-Beiträgen sinnloser und themenfremder Anschlussdiskussion, die nun erst wieder verschoben gehören. Es wird aber nicht besser, wenn man nun nicht mehr unter Klarnamen agiert. Namen wechselt. Internettrolle ü. 50 sind einfach lahm. Vielleicht kann er sich für die gesamtdeutsche Entwicklung nicht erwärmen? Alles gut, wir freuen uns ebenso für dich, bei allem was jenseits der Joliot-Curie-Straße passiert. Alles nicht so schlimm.

    Wir bleiben dabei. Wir vermüllen das Potsdam Forum auch nicht, versprochen lieber, K.

    Die Stadt scheint sich in die Ostpreußische Landschaft hineinzufressen. Am Schluss scheinen sie auf Zersiedelung sogar stolz zu sein...


    Russland hat durch seine expansive Landnahme eben kein Landproblem. Daher asen die so verschwenderisch mit Land und Ressourcen. Eher isr also das Gegenteil der Falll. Im Ganzen Territorium verschwinden Dörfer in einem rasanten Tempo. Daher ist man vielleicht stolz wenn Russen das Land besetzten, urbar machen. Klappersiedlungen auf guten Wiesen errichten? Vielleicht weiß da jemand mehr?

    Der Ausdruck „Land ohne Volk“ bezieht sich daher meist auf die russische innenpolitische Erzählung, dass Russland ein riesiges Territorium mit einer vergleichsweise kleinen Bevölkerung ist. Ich kann mir vorstellen, dass eine solche Doktrin auch Auswirkungen auf städtebauliche Erzählungen hat.

    In dieser Logik entsteht bei der politischen Führung die Angst, dass Russland zu schwach werden könnte, um dieses große Territorium zu halten. Und die äußere Mächte (NATO, Westen, China im Fernen Osten) das ausnutzen könnten. Bevölkerungsrückgang, Abwanderung und wirtschaftliche Probleme langfristig die staatliche Kontrolle über das Land gefährden könnten. Jedes gebaute Haus ist in diesem Sinne ein Beweis für die Virilität Russland. Was das Video durch Schnitt, Musik und Militarismus ja zu demonstrieren gedenkt.


    Diese Vorstellung wird häufig genutzt, um sicherheitspolitische Maßnahmen, Militarisierung und eine aggressive Außenpolitik zu rechtfertigen. Die Militarisierungen sehen wir in dem gezeigten Video auf jedem 7 Slide. Nicht gerade zur Zierde der Stadtbaukunst, wenn auf öffentlichen Stadtplätzen Panzer ausgestellt werden oder?

    Rastrelli hat recht, die Stadt ist nun eine moderne russische Stadt. Die Überformung durch Wachstum wird nun rasant fortschreiten und mit jeder weiteren Sanierung das Deutsche Erbe weiter schleifen. Ein paar kulturhistorisch sehr bedeutsame Spolien werden übrig bleiben, so wie man es ganz selbstverständlich aus dem Modernen Athen oder dem Modernen Bagdad kennt. Gewöhnen wir uns dran.

    ^ Ja das sieht auf den ersten Blick unschön aus. Bei genauerem Hinsehen fällt aber auf, dass das Polizeipräsidium von Stockwerk zu Stockwerk nach oben zurückspringt. Ganz oben ist der Versprung zwischen den Gebäuden vermutlich minimal oder gleich Null. Ist leider auf dem Foto nicht zu sehen. Das Riesch dagegen weist von unten bis oben eine einheitliche Tiefe auf. Wenn man es unten im EG bündig zum Polizeipräsidium gebaut hätte, würde es oben hervorstehen, was wohl noch schlechter gewirkt hätte.

    In der Fuge verläuft das Regenfallrohr. Hätte ansonsten hervorgestanden.

    Erstens das! Und zweitens bzw. Drittens. Alles was hier die Fuge generiert und unschön ist, geht auf das Konto des Präsidiums. Anstatt also sandsteinverkleidet zu sein und die Ornamente in der Fassadenlogik fortzuführen ist das Präsidium bis auf den Bereich am Dachabschluss lediglich ungegliedert verputzt.

    Übergang Riesch und Polizeipräsidium

    Schrecklich, unser verdammtes altes, alterndes Land. Das ist der „Gestaltungswille“, wenn wir zeitnah vergreisen. Ein Blick in eine nähere Zukunft. Angst und Micheltum waren niemals gute Gestalter. Man hätte diese Residenz nie errichten dürfen. So ein Ärger mit diesen Wutbürgern am Neumarkt. Hauptsache der Erste sein und dann alle Entwicklung verhindern…was haben sich diese Leute gedacht. Alles war seit den 90ern bekannt. Ökologie nun vorzuschieben ist so billig. Alle Argumente bereits ausgetauscht. Hätte es die GhND nicht gegeben, es gebe keinen Platanenhain auf dem Neumarkt, sondern mit dem Gewandhaus noch mehr Aufheizung.

    Es ist ganz Einfach. Das Zauberwort Ortsnahe Ersatzpflanzung. Mir fallen in der unmittelbaren Umgebung so viele Orte ein für die paar Bäume, dass es lächerliche wäre, diese nun aufzuzählen.

    Es ist zum Mäusemelken. Wir sterben aus und müssen das mit diesen greisen, grantigen Nachbarn tun, die uns dann auch noch verhindern in einer schönen Stadt zu leben.

    Knöfflers Kinder spielen im Hof!
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    Unser allegorisch-mythologisches Ensemble über dem hoymschen Hauptportal ist komplettiert worden. Das mythologische Mischwesen (Greif oder Sphinx?) erhielt seinen Schwanz. Akanthus-Ornamentik ergänzt den Dreiklang der Figuren.

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    Zur Steigerung der Vorfreude ein aktuelles Bild des Dinglingerbrunnens.
    Im Vergleich der zwei Brunnen zeigen sich schön die feinen Unterschiede zwischen Barock und Rokoko:

    • Barock: Monumental, repräsentativ, betont auf Symmetrie, Pracht und Allegorie.
    • Rokoko: Verspielter, zarter, asymmetrischer.

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