Kann hier vielleicht mal jemand der sich damit bestens auskennt die Qualität der Rekonstruktion bewerten? Ich frage einfach nur aus Neugier, weil ich als Laie natürlich nicht im Detail beurteilen kann, wie hoch das Niveau wirklich ist. So auf dem ersten Blick und aus dem Bauch heraus würde ich sagen es ist sehr hoch und alles wirkt in sich stimmig.
Posts by Anhalter
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Also ich sehe das Problem wirklich nicht. Was habe ich schon in anderen europäischen Ländern gerne Eintritt für atemberaubende Kirchengebäude gezahlt. Sei es London, Prag, Wien oder anderswo. Das ist es doch allemal Wert. Diese Ausgaben sind meiner Meinung nach für Touristen eigentlich ganz normaler Teil des Urlaubsbudgets wenn man so will. Und ja es ist ja wie bei allem: jeder muss selbst entscheiden ob es ihm das wert ist oder nicht. Und am Ende des Tages ist man dann doch wieder erstaunt, wofür die Leute ihr Geld dann doch bereit sind auszugeben.
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Aber dieselben Kräfte hätten sicher nichts dagegen, wenn ein Profangebäude wiederaufgebaut wird?
Ist dem so? Ich empfinde es stellenweise als sehr undurchsichtig wie sich in Magdeburg eine Meinung gebildet wird. Ich habe oft einfach den Eindruck der Bezug zu allem, was vor der DDR stattgefunden hat ist ausnahmslos verloren gegangen. Es gibt dort überhaupt keine Gegenbewegung aus der Bevölkerung wenn es um das Thema Stadtentwicklung und Städtebau geht, jetzt mal vom Kuratorium Ulrichskirche abgesehen, aber das ist eben nur ein Gebäude. Es wird sich zwar gerne in Facebook-Gruppen und Leserbriefen in der Volksstimme echauffiert, aber das war es dann auch schon. Die Magdeburger sind bisher nicht als aktive Mitgestalter aufgetreten. So zumindest ist mein Empfinden. Zudem herrscht dort einfach ein großes Missempfinden, was Zusammenhänge im Stadtraum angeht. Die Magdeburger empfinden Freiflächen in der Innenstadt als so positiv, weil sie es durch die Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung einfach auch nicht anders kannten. Und sobald nur eine davon bebaut werden soll, heißt es wieder "alles wird zugebaut". Das vor den weitreichenden Zerstörungen dort eine dichte Altstadt war, kriegen die meisten wohl nicht mehr zusammen und verknüpft.
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Ich habe das Gefühl, dass die Diskussion um dieses Gebäude viel stärker mit der heutigen Bedeutung der Schifffahrt für Bremen zusammenhängt, als man vielleicht zunächst denkt. Für mich lässt sich das kaum trennen.
Der Norddeutsche Lloyd existiert in seiner ursprünglichen Form nicht mehr; nach der Fusion mit der Hamburg-Amerika-Linie verlagerte sich der Schwerpunkt nach Hamburg. Die Schifffahrt ist heute schlicht nicht mehr die prägende Industrie, die sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts einmal war. Wie groß das Repräsentationsbedürfnis dieser Unternehmen damals war, zeigen ja auch andere Gebäude in Europa und in den USA.
Deshalb frage ich mich, wie stark dieses maritime Erbe in Bremen noch identitätsstiftend wirkt. Wird diese Geschichte aktiv gelebt? Oder ist sie eher Teil eines historischen Selbstbildes, das im Alltag nur noch eine begrenzte Rolle spielt?
Ein Gedankenspiel: Ein Schloss steht in der Regel für eine übergeordnete politische, kulturelle oder identitätsstiftende Ebene. Selbst wenn es historisch ambivalent zu betrachten ist, wird es oft als Symbol für eine Epoche, eine staatliche Tradition oder eine kollektive Erinnerung wahrgenommen. Die emotionale Aufladung ist entsprechend stark.
Ein Verwaltungsbau hingegen war primär funktional eingebunden. Er repräsentierte in diesem Fall ein konkretes Unternehmen und dessen wirtschaftliche Bedeutung zu einer bestimmten Zeit. Wenn diese wirtschaftliche Rolle heute nicht mehr existiert oder stark an Bedeutung verloren hat, verändert sich zwangsläufig auch die Wahrnehmung des Gebäudes. Pauschalisieren will ich das nicht, es wird wohl in jeder Stadt oder Region anders wahrgenommen werden.
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viele Länder haben ja kaum Altbausubstanz - siehe Korea, Japan, USA, Australien oder Kanada.
Die Aussage, viele Länder hätten „kaum Altbausubstanz“, ist mir ehrlich gesagt zu pauschal. Bevor man so etwas behauptet, sollte man zunächst klären, was unter „Altbau“ überhaupt verstanden wird.
Wenn damit schlicht vor dem Zweiten Weltkrieg errichtete Wohn- und Geschäftsbauten gemeint sind, dann lohnt sich ein Blick über den deutschen Tellerrand. Allein in New York – etwa in großen Teilen Manhattans oder Brooklyns – reiht sich Altbau an Altbau. Aber wer an Gebäuden der Gründerzeit grundsätzlich keine Freude findet, wird vermutlich auch mit der Architektur des Gilded Age wenig anfangen können – die formalen und ästhetischen Parallelen sind schließlich kaum zu übersehen.
Es mag eine steile These sein, aber mein Eindruck ist, dass dort in bestimmten Quartieren die historische Wohnbausubstanz flächenmäßig größer ist als in Deutschland. Ein kurzer Blick auf Karten- oder Luftbilder genügt, um sich ein besseres Bild zu verschaffen.
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das fast unzerstörte Halle (Saale),
Da hat aber mindestens ein Drittel der Innenstadt die DDR nicht überstanden.
Ich stimme zu, dass die Zerstörungen in den späten Jahren der DDR in Halle einen bitteren Beigeschmack haben.
Seit gut einem halben Jahr lebe ich nun hier, und in meiner Gesamtwahrnehmung der Innenstadt fällt das aber erstaunlich wenig ins Gewicht – wobei das selbstverständlich nur meine persönliche Perspektive ist.
Natürlich stoße auch ich mich an den Plattenbauten. Gleichzeitig habe ich aber den Eindruck, dass sie sich im innerstädtischen Bereich oft erstaunlich gut "verstecken" oder zumindest den historischen Straßenverläufen folgen. Gerade Große und Kleine Ulrichstraße, Leipziger Straße, Rathausstraße und Große Steinstraße empfinde ich als bemerkenswert geschlossen.
Auch außerhalb der Innenstadt sind die gründerzeitlichen Stadterweiterungen in ihrer Geschlossenheit überraschend gut erhalten. Das muss sich hinter Städten wie Leipzig oder Wiesbaden keineswegs verstecken. Im Vergleich zu Wiesbaden fällt mir sogar auf, dass in Halle dem Straßenraum eine größere gestalterische Aufmerksamkeit zukommt – etwa durch die noch vielfach vorhandenen Granitplatten und Natursteinpflaster, die in Wiesbaden weitgehend Asphalt oder Betonpflaster gewichen sind. Aber das beobachtet man in fast allen ostdeutschen Städten. Offenbar hat man den historischen Zustand der Straßen über den Verfall hinaus in die Zeit der großen Sanierungswellen überführen können, da sie keinen autogerechten Maßnahmen zum Opfer gefallen sind wie in Westdeutschland.
Ich erwähne das bewusst, weil ich Architektur nicht isoliert vom Boden oder vom öffentlichen Raum betrachten kann. Die Gestaltung des Stadtraums als Ganzes prägt entscheidend, wie wir Städte wahrnehmen und bewerten.
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Generell würde ich mich über ein etwas sozialverträgliches Verhalten im Forum freuen.
buarque hat schon einen Punkt. Ein gutes Miteinander wird mitunter schwierig, weil man selbst kaum noch weiß, wie man angemessen reagieren soll, außer vielleicht mit Ironie oder Sarkasmus.
Gleichzeitig frage ich mich mittlerweile immer mehr, ob das wirklich der Anspruch sein sollte, den wir hier als Forum haben – unabhängig von persönlichen Vorlieben oder Abneigungen.
Ich nehme die Themen durchaus ernst, aber mit Begriffen wie „Abklatsch“ oder „Dutzendware“ kann ich wenig anfangen. Auch wenn ich nachvollziehen kann, was damit gemeint sein soll, empfinde ich die Debatte oft als sehr verkürzt und viel zu wenig differenziert.
Es wird sehr schnell pauschalisiert und mit starken und sehr harten Kategorien gearbeitet. Gerade angesichts des vielen Fachwissens hier müsste es doch möglich sein, etwas nuancierter zu argumentieren.
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Die österreichische Gründerzeit ist dagegen ziemlich fad und einfallslos, im Grunde immer dieselbe ewige Neorenaissance.
Wer definiert das eigentlich – und auf welcher Grundlage? Gibt es tatsächlich eine so umfassende wissenschaftliche Auswertung der unterschiedlichen Ausprägungen der Bauten der Gründerzeit, dass man solche Pauschalurteile treffen kann?
Liegt die Stärke dieser Epoche nicht doch auch in ihren regionalen oder gar nationalen Unterschieden? Umso erstaunlicher, wie eindeutig hier bisweilen geurteilt wird – bis hin zu der Feststellung, bestimmte Städte hätten außer ihren Kirchen „nichts zu bieten“ (das fiel mir im Utrecht-Strang ebenfalls schon auf).
Da die Kommunisten die Gründerzeit (noch dazu mit diesen ewigen Wiener Anklängen) überhaupt nicht geschätzt und oft abgerissen haben, erinnert die Stadt mitunter fatal an den BRD-Städtebau.
Bemerkenswert ist ja, dass hier genau jene Pauschalität bemüht wird, die man anderen anlastet.
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- also bitte fleißig noch teilnehmen!
Erledigt!

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Diese Fassade sollte aufpoliert werden. Die Rekonstruktion eines Zustandes, der, soweit ich weiß, schon vor dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr bestanden hatte, war nie geplant. Ich schriieb zuletzt am 4. August 2025 dazu:
Ja gut ich wollte einfach nur zeigen, wie es eben früher ausgesehen hat und habe diese Ansichten gefunden. Ich bin in meinem Beitrag ja auch gar nicht auf den heute nicht mehr vorhandenen Giebel eingegangen. Ich habe auch nie von Rekonstruktion gesprochen. Ich hätte "ursprünglicher Zustand" vielleicht anders formulieren sollen?!
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In der Leipziger Straße ist nun eine weitere Sanierung abgeschlossen. Das ehemalige Textilwarenhaus von 1898 bekam eine Fassadensanierung unter Wiederherstellung einiger fehlender Details. Auch im Inneren wurden Teile der originalen Innenausstattung restauriert. Leider ist der Gesamteindruck des Atriums mit Treppenanlage nicht mehr vorhanden, da sie offensichtlich überall Böden eingezogen haben. Ein bittere Pille die ich gerne schlucke, da dieses schöne Gebäude erhalten und und wieder genutzt wird.
Ernsting’s Family und Telekom ziehen in saniertes Kaufhaus am Boulevard – Du bist Halle
Mehr Bilder zur Restaurierung gibt es hier: https://www.stuck-lowe.de/leipziger-stra…in-halle-saale/
Zur historischen Einordnung zwei Bilder des ursprünglichen Zustandes:


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In der Datenbank von Denkmalpflege Hessen ist die Villa Hupfeld (Ludwigstraße 13) nicht als Denkmal eingetragen. Sie ist maximal Teil der Gesamtanlage "Villengebiet Frankfurter Straße, Bahnhofsallee und Ludwigstraße". Vermutlich nicht einmal das, da sie nur hellgelb markiert ist.
https://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de

Noch ein Blick auf die Villa bei Google Street View:

Gut zu erkennen ist auch die Einfriedung, die an der Ecke den Namen erkennen lässt. Es ist wohl anzunehmen, dass auch diese im Zuge der Neubebauung verschwinden wird.
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Oh doch, schon längst. Jedenfalls bei Visualisierungen. Bei Klempnerarbeiten zum Glück (oder leider) noch nicht.
Ich lasse dir deine Ansicht, auch wenn du offensichtlich wenig Einblick und damit auch wenig Wertschätzung für die Arbeit von Menschen aus Designbranche oder ihr nahestehenden Branchen hast, das behaupte ich jetzt einfach mal, weil es extrem so wirkt. Aber alles als Abzocke zu bezeichnen ist natürlich schön einfach. Es ist und bleibt ja auch ein Fakt, dass es sich um zwei völlig verschiedene Arten von Medien handelt. Das eine ist künstlich erstellt anhand von Prompts und auf der Basis eingespeister Vorlagen. Das andere ist mühsam per Hand in einer Software konstruiert. Ob es nun deinen Ansprüchen genügt oder nicht. Der Verein wird schon wissen, warum er sich nun für die Firma und diesen Weg entschieden hat. Das kann uns ja im Prinzip auch egal sein. Der Verein hat Visualisierungen bekommen, die den Vereinszwecken dienlich sind und die Firma wurde bezahlt.
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Allein das zweite Bild frontal von vorn, auf dem man in den Fenstern Möbel sieht, die da gar nicht stehen könnten, ist zum Heulen
Ja gut aber das liegt ja nicht alleine an der Firma, sondern an dem Prozess, in dem diese Visualisierungen entstanden sind. Wenn der Verein die komplette Kontrolle abgegeben hat und einfach ohne Korrekturschlaufen auf ein finales Ergebnis gesetzt hat, ist man selber Schuld. Der Verein ist ja die Instanz, die sich bestens mit dem Rathaus und seiner Umgebung auskennt, nicht die Firma, die die Visualisierungen macht. Da sollte ja hoffentlich genug Austausch stattgefunden haben.
Am Ende des Tages müssen die auch ihr Geld verdienen, das ist völlig legitim. Ob das nun überteuert ist oder nicht, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier. Es gibt auch weiterhin einen Markt für diese Visualisierungen und die KI kann echtem Handwerk bei weitem nicht das Wasser reichen. Es kann zur Vereinfachung der Prozesse beitragen, aber es kann Handwerk nicht ersetzen. Und natürlich kostet es eben auch Geld, wenn sich eine Person oder mehrere hinsetzen, historische Pläne und Fotografien nachvollziehen müssen, erstmal die Architektur auch verstehen müssen, bevor sie sie digital in ein Modell übertragen können. Diese Arbeitsstunden kosten eben Geld.
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Geldverschwendung in Zeiten von Chatgpt und Gemini!!

Naja das kann man so pauschal auch nicht sagen. Ein präzises 3D-Modell oder eine professionelle Architekturvisualisierung ist schon immer noch genauer, als alles was die KI einem da ausspuckt. Vor allem weil KI-Bilder bei genauer Betrachtung eben doch zu unscharf und verwaschen sind. Es ist zwar schon besser geworden aber mit einem Rendering oder eine Animation in 4K kann man das nicht vergleichen. Der große Vorteil eines 3D-Modells ist eben die Allansichtigkeit, die zu jeder Zeit gegeben ist und frei bestimmbar ist. Am Ende dürfte es für Vereine wohl eher eine Kostenfrage sein und was man bereit ist für Qualität zu bezahlen.
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Der Flak-Bunker Marktplatz nähert sich seiner Fertigstellung:

Mich ärgert an dieser Umbau- und vor allem Erweiterungsmaßnahme, dass der Eigentümer hier auf Kosten des Stadtbilds massiv Kohle macht. Er konnte seine vermietbare Fläche erheblich ausbauen, Balkone und übergroße Panoramafenster mit Ausblick schaffen, ohne dass ihm auch nur irgendeine kostenträchtige Gestaltung dafür abgerungen worden wäre. Zwei Stockwerke mehr als die Nachbarbauten ist kein Pappenstiel, normal muss dafür ein Bauherr irgend ein Denkmal, das im Paket dabei ist, dann querfinanzieren und bekommt derlei weitgehende Zugeständnisse.
Es ist einfach asozial, um es mal beim Namen zu nennen, wenn jemand seinen Profit dadurch herausholt, indem er den Ausblick und die zentrale Lage, die ihm die Gesellschaft drum herum errichtet, ausschlachten kann, und gleichzeitig nicht bereit ist auch nur geringfügig etwas an die Gesellschaft zurückzugeben. Es braucht hier ja auch keine Illusionen geben bezüglich der Miethöhe.Das ist auf jeden Fall alles richtig, nur leider gibt es ja eben keinen schönen Ausblick den man verkaufen könnten.
Da hilft es auch nicht, wenn das ein oder andere hübsche Gebäude im Hintergrund hervorblitzt. Die Aussicht auf den Markt bleibt eine Katastrophe. Aber das dürfte wohl die wenigsten stören. Ihnen fehlt eh der Blick für die Themen, mit denen wir uns hier täglich auseinandersetzen. -
Der Flak-Bunker Marktplatz nähert sich seiner Fertigstellung:

Da fehlen einem echt die Worte. Das ist spontan aus dem Bauch heraus gesprochen für mich der hässlichste Marktplatz, den ich je gesehen habe. Es ist an Tristesse und Belanglosigkeit ja kaum zu übertreffen. Wer schaut sich in Deutschland und der Welt um und entscheidet dann solche Baumaßnahmen. Das kann ich mir einfach sooft nicht erklären. Es gibt nun wirklich genügend Positivbeispiele, die man sich zumindest zum Vorbild nehmen könnte. Ich erkenne weder Gestaltungswillen noch ein städtebauliches Gesamtkonzept.
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Bemerkenswertes Interview mit Tobias Nöfer https://www.faz.net/aktuell/wirtsc…-110815707.html
Leider mal wieder nicht jedem zugänglich.
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Fakt ist jedoch auch, dass es viele Menschen gibt, die gezielt zum Einkaufen nach Wiesbaden kommen. Umgekehrt ist mir dieses Verhalten kaum bekannt: Ich habe noch nie gehört, dass jemand aus Wiesbaden sagt, er fahre am Samstag zum Shoppen in die Mainzer Innenstadt.
Zudem gibt es eine große Zahl an Berufspendlern in Wiesbaden, darunter auch viele Menschen, die täglich aus Mainz zur Arbeit einpendeln. An einem durchschnittlichen Werktag kommen rund 108.000 Menschen von außerhalb zum Arbeiten nach Wiesbaden.
Darüber hinaus spielt die individuelle Wahrnehmung eine entscheidende Rolle – ebenso wie die persönliche Erwartungshaltung an einen bevorzugten Lebensraum. Diese Bewertung ist hochgradig subjektiv. Habe ich Wiesbaden jemals als tot oder leer erlebt? Nein. Erleben andere die Stadt so? Das mag durchaus sein. Dennoch halte ich es für legitim, dass jemand, der zehn Jahre lang täglich in einer Stadt lebt und sie in- und auswendig kennt, zu einem differenzierteren Urteil gelangt als jemand, der nur gelegentlich zu Besuch ist und punktuelle Eindrücke sammelt.
Unverständlich ist für mich außerdem, warum immer wieder ausgerechnet Mainz als Vergleich herangezogen wird. Diese Fixierung wirkt zunehmend unkreativ und ermüdend. Ein solches Konkurrenzdenken stiftet eher Zwist, als dass es zu einem sachlichen Erkenntnisgewinn beiträgt. Sinnvoller wäre es, Wiesbaden mit Städten zu vergleichen, die sich in einer ähnlichen Kategorie bewegen.