Posts by Hakemann

    Die Balkone sehen aus wie angeklebt, die hätte man sicher mit mehr Gestaltungswillen besser einfügen können.

    Richtig, und die bauchige Gitterstruktur harmoniert auch keineswegs mit der kastenförmigen dicken Bodenplatte.

    Insgesamt keine Katastrophe, aber eine vertane Chance.

    Ist die James-von-Moltke-Str. 9 denn schon fertig? Die vier Säulen am Eingang sehen aus, als habe man sie vergessen. Und auch der Fassadenanstrich wirkt allgemein sehr scheckig.

    Ist das auch schon jemandem aufgefallen? Wenn man bei Google "Berliner Schloss aktuell" oder "Berliner Schloss Foto" eingibt, wird einem kein einziges reales Foto angezeigt, das dem heutigen Erscheinungsbild entspricht, also mit den aufgesetzten Ballustradenfiguren. Wirklich kein einziges!

    Wie kann das denn bitteschön sein?

    Der Görlitzer Stadtrat hat nun entschieden, dass der neue Anbau der Stadthalle dieser farblich angepasst wird. Aus meiner Sicht eine gute Entscheidung.

    Kleine Posse am Rande: Eine zuvor ganz "basisdemokratisch" durchgeführte Bürgerbefragung hatte eine knappe Mehrheit für die Alternativfarbe Rot enrgeben - nur um dann gleich vom Stadtrat übergangen zu werden :lachen:


    Artikel in der SZ

    Herrlich! Es ist erfreulich, dass die Rückbesinnung der polnischen Schlesier auf das deutsche kulturelle Erbe - in Kombination mit dem wirtschaftlichen Aufschwung des Landes - nicht zuletzt der alten deutschen Bausubstanz zugute kommt.


    Speziell zu diesem Haus: Mir gefallen an Jugendstilhäusern insbesondere die Gitter von Balkonen und Wintergärten (so vorhanden) außerordentlich gut. In ihrer heiteren floralen Formsprache sind sie aus meiner Sicht den vergleichbaren Fassadenelementen anderer Epochen klar überlegen.

    Durch solch eine behutsame historisierende Anpassung des Pfeilerhauses würde der Umgestülpte Zuckerhut rechts daneben nicht so "angeklatscht" an die 50er-Jahre-Häuserzeile wirken, wie er das momentan leider tut.

    Hoffnung, dass das jemals umgesetzt wird, mache ich mir allerdings nicht.

    Nicht zu vergessen die modernen Autos, die die Hausbesitzer unverschämterweise direkt vor ihren eigenen historischen Häusern parken, statt sie im benachbarten 60er-Jahre-Stadtteil abzustellen, wo eh niemand mit Kamera bewaffnet auf Fotojagd geht.

    ... aber eigentlich fehlt immer irgendwas zu einem schönen Bild- mal stehen die Autos im Weg, mal sieht die Tischgarnitur 0815 aus, mal sind Häuser verputzt ....

    Herje, was erwartest du denn, wenn du einen halbwegs erhaltenen Ort besuchst? Trotz der dort lebenden Bewohner eine Art Puppenstube für erwachsene Fachwerkliebhaber?

    Hakemann es war ebend eine andere Zeit, ich möchte auch weiterhin historische Aufnahmen zeigen aus Respekt an die damaligen Zeit.

    Wen ein Volk nicht seine Geschichte ehrt, hat dieses Volk keine Zukunft.

    Das habe ich doch gar nicht in Abrede gestellt. Und du wirst kaum jemanden finden der die deutsche Geschichte mehr in Ehren hält als ich es tue.

    Aber das heißt doch nicht, dass man verbesserungswürdige Aspekte eines vorliegenden Bebauungszustandes nicht erkennen und benennen darf. Es hatte ja Gründe, dass die Menschen um 1900 lieber in den neugebauten Gründerzeithäusern wohnen wollten und der Abriss gerade von einfachen Fachwerkbauten kaum Kritik hervorgerufen hat.

    Zum Glück fand diesbezüglich dann auch bald ein Umdenken statt, weil man zunehmend den Wert alter Häuser für das historisch gewachsene "romantische" Stadtbild erkannte. Und aus heutiger Sicht, mit all den zwischenzeitlichen Verlusterfahrungen, ist ohnehin jeder Abriss , jede Entstuckung und dergleichen mehr doppelt zu bedauern.

    Urig oder verbaut, runtergekommen, hygienisch katastrophal - das ist halt Ansichtssache.

    Ich glaube, über die Wohnverhältnissse in diesen engen Vierteln machen wir uns heute kaum noch realistische Vorstellungen .

    Entkernt und modernisiert sieht das dann natürlich wieder anders aus.

    Bei Häusern des Historismus bis hin zum Jugendstil, sieht man oft (moderne) Fenster mit folgendem Aufbau: breitere Fenster zweiflügelig mit einem durchgehenden (mitunter aber vertikal geteilten) Oberlicht. Schmalere Fenster einflügelig mit einem ungeteilten Oberlicht. Die Oberlichter sind jeweils zu öffnen.

    Wichtig: Alle Fensterflächen sind nicht weiter durch Sprossen unterteilt.

    Meine Frage: Waren diese Fensterflügel ohne Sprossenunterteilung auch zur Bauzeit der Häuser schon üblich? Viele historische Fotos legen das nahe, aber ich wollte hier mal die geballte Kompetenz der Foristen bemühen ...

    An meiner umständlichen Beschreibung erkennt ihr unschwer, dass ich mit dem Hochladen von Fotos leider gescheitert bin floet:)


    Aachen als Beispiel ist eine recht gut durch den Krieg gekommene und noch halbwegs schöne Stadt. (..) Nichts wird rekonstruiert, kein Platz schön gestaltet, im Gegenteil, nichts, nichts, nur immer weiter alles verhunzt und verdummt. Neueste Geistesblitze: mobile Stadtmöbel, sündhaft teuer, im Sperrholz-Gerümpellook, zugemüllt und ge-tagt, stinkend, nach ein paar Wochen schrottreif. Und das alles wie im Zeitraffer anzusehen. Also:
    Ein Hoch auf den Osten! ~:-[]

    Ich war vom Zustand Aachens einigermaßen entsetzt, als ich es letztes Jahr erstmals gesehen habe; den kleinen Kern um den Dom mal ausgenommen. Das hat die Stadt, in der die Gebeine Karls des Großen ruhen, nicht verdient!